Mathias Lux-Hain vom Landeskriminalamt Brandenburg (Quelle: rbb)
Video: Brandenburg Aktuell | 23.01.2020 | Im Gespräch: Mathias Lux-Hain vom LKA Brandenburg | Bild: rbb

Ermittlungen des LKA - Offenbar kein Datenverlust bei Cyber-Attacke in Potsdam

Nach dem Hackerangriff auf die Stadtverwaltung von Potsdam am Mittwoch ermitteln nun die Experten. Wie Mathias Lux-Hain vom "Cyber Competence Center" des Landeskriminalamtes am Donnerstag dem rbb sagte, hat ihn die Attacke nicht überrascht.

Offenbar keine "Datenabflüsse"

"Wir müssen ständig damit rechnen, dass Straftaten begangen werden. Und gerade in einem sehr hochdynamischen Feld wie dem Internet, wo es durchaus sehr viele Möglichkeiten gibt, ist es heutzutage nicht verwunderlich, dass es dort zu Straftaten kommt", sagte Lux-Hain am Abend dem rbb-Nachrichtenmagazin Brandenburg Aktuell.

Letztlich sei das Herunterfahren der IT-Anlage im Potsdamer Rathaus auch eine präventive Maßnahme gewesen. Ziel sei es gewesen, die Daten der Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Nach jetzigem Stand habe es "keine Datenabflüsse" gegeben, sagte Lux-Hain.

Vielfältiges Täterspektrum

Als Täter kämen sowohl einzelne Personen in Betracht, die "ihr Standing in irgendeiner Form darstellen und zeigen wollen, was sie können". Auf der anderen Seite gebe es kriminelle Organisationen im Hintergrund, die vielfältig und wenig hierarchisch aufgebaut seien, die sich nicht mal untereinander kennen müssen und in denen jeder sein "Spezialgebiet" habe, "und man teilt sich dann den Taterlös". Welche Art von Erlös dies sein könne, sagte Lux-Hain nicht. Auch ob es sich möglicherweise um einen Fall von Erpressung handelt, ließ der LKA-Experte offen. Dies sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Nur wenige Fälle dieser Größenordnung

Betroffen sei vor allem die Kfz-Zulassungsstelle. Diese arbeite mit dem Kraftfahrt-Bundesamt zusammen und sei nach außen hoch vernetzt. Da falle ein IT-Ausfall deutlicher ins Gewicht "als beispielsweise in einem Jugendamt oder einer Ansprechstelle, wo mit normaler Bürosoftware gearbeitet wird", sagte der Experte für Cyber-Kriminalität.

Nach Lux-Hains Angaben sind der Polizei  - bei einem sehr hohen "Dunkelfeld" -  rund 87.000 Fälle von Cyber-Verbrechen bekannt. Ein Vorgehen wie in Potsdam sei aber eher selten. In Brandenburg habe die Zahl solcher Fälle im Jahr 2018 bei 575 gelegen, aber "auch hier nur ein Bruchteil von Delikten dieser Art und Weise".

Sendung: Brandenburg Aktuell, 23.01.2020, 19.30 Uhr  

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