ARCHIV - 01.05.2019, Berlin: Polizisten sind während der linksradikalen "Revolutionären 1. Mai-Demonstration" im Einsatz. (Quelle: dpa / Kay Nietfeld)
Bild: dpa / Kay Nietfeld

Berliner Polizeipräsidentin - Slowik: Jeden Tag werden 19 Polizisten Opfer von Gewalt

Nicht nur am 1. Mai, sondern das ganze Jahr über werden Polizisten in Berlin Opfer von Gewalttaten - im Schnitt 19 Mal pro Tag, sagt die Polizeipräsidentin. Die Gewerkschaft der Polizei spricht sogar von einer neuen Dimension der Gewalt.

19 Polizisten werden in Berlin im Schnitt pro Tag Opfer einer Gewalttat. Das sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik der Deutschen Presse-Agentur, wie diese am Samstag berichtete.

Solche Taten gegen Beamte summierten sich Slowik zufolge 2019 auf fast 7.000. Das sei gegenüber dem Vorjahr ein leichter Anstieg gewesen. Zudem würden ihre Kolleginnen und Kollegen immer wieder beleidigt, bedroht und beschimpft. Es sei unfassbar, so die Polizeipräsidentin weiter. 

Hotline soll Betroffenen helfen

Gewalt zu erfahren, sei belastend. "Deshalb ist es mir wichtig, möglichst viel zu tun, um diese Belastung aufzufangen", betonte Slowik. Es gehe um Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte,  Körperverletzung und tätliche Angriffe. Wer so etwas erleben müsse, werde unterstützt.  

Zu den Hilfen gehöre eine Hotline, an die sich jeder angegriffene Beamte wenden könne, so die Polizeipräsidentin. Neben unmittelbarer psycho-sozialer Unterstützung gebe es Hilfe bei Versicherungsfragen oder der Meldung von Dienstunfällen. Das seien Punkte, die Betroffene nicht immer sofort vor Augen hätten, die aber wichtig seien, sagte Slowik. 

Zuletzt hatten in der Silvesternacht aggressive Gruppen junger Männer Böller auf Polizisten, Feuerwehrleute und Passanten geworfen. In der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain mit einst besetzten Häusern werden seit Jahren Polizisten von linksextremistischen Tätern attackiert. Auch am 1. Mai fliegen regelmäßig Steine und Flaschen gegen Frauen und Männer in Uniform. 

Ende Mai 2019 wurde ein Polizist bei einer Kontrolle von drei Geschwistern in Wedding massiv angegriffen. Sie schlugen den Beamten zu Boden. Dessen Kollegin konnte nur durch das Ziehen der Dienstpistole die Gewalttäter in Schach halten. Die hinzugekommene Mutter filmte den Angriff noch. Beide Beamte erlitten Blutergüsse, Prellungen sowie Quetschungen.

GdP sieht neue Dimension der Gewalt

Seit Mai 2017 werden Angriffe auf Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungsdienste bereits härter bestraft. Das Strafgesetzbuch sieht für Drohungen und tätliche Angriffe auf Amtsträger bei der Ausübung ihres Dienstes Haftstrafen von bis zu fünf Jahren vor. 

Die Berliner Gewerkschaft der Polizei (GdP) sieht eine neue Dimension, "was die Schwelle der Gewalt angeht", hatte GdP-Sprecher Benjamin Jendro nach den Angriffen in der Silvesternacht gesagt. Zunehmend würden auch Schreckschusspistolen gezückt, die nicht von echten Waffen zu unterscheiden seien. Angreifer riskierten schwerste Verletzungen Unbeteiligter und sogar Menschenleben. 

Die Hauptstadt verlange den Kolleginnen und Kollegen unglaublich viel ab, unterstrich Slowik. "Dennoch bieten sie jeden Tag, wieder und wieder der Kriminalität die Stirn und greifen Hilfebedürftigen unter die Arme." Sie könnten stolz darauf sein, was sie für die Sicherheit in der Stadt leisteten. "Ich bin es allemal."

Sendung: Radioeins, 12.01.2020, 08:30 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Bob] vom 13.01.2020 um 16:24
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40 Kommentare

  1. 40.

    Früher als dummes Kind, war ein Polizist mein Freund und Helfer. Heute ist das aus meiner Lebenserfahrung nicht mehr so.

  2. 39.

    Man und auch Beamte können, wenn sie es wollen. Na klar fällt man dann aus der sozialen Hängematte, aber solche Probleme haben auch Selbstständige.
    Wenn mir ein Beruf so dermaßen gegen den Strich geht, dann verzichte ich auch gerne auf Pensionsansprüche.

  3. 38.

    Und selbst wenn es für tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte eine lebenslängliche Freiheitstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung geben würde, würde die Gewalt gegen Polizisten nicht aufhören.
    Das Problem ist, besonders bei der Polizei, sie vertreten eben den Staat. Da der Staat (Regierung) nur noch im eigenen Sinne und nicht mehr im Sinne des Volkes handelt, haben viele Bürger einen gewaltigen Hass gegen den Staat.

    Die Lösung des Problems ist so einfach wie genial:
    Es muss sich politisch etwas ändern, erst wenn das Volk keinen Hass mehr auf den Staat hat, wird es seine Diener nicht mehr angreifen.

    Es ist so einfach, dass versteht auch ein Glüchtling.

  4. 37.

    "Gewalt ist kein Mittel und wer sich daran nicht hält, wird sicher nicht mit Wattebäuschen beworfen."

    Und so erklärt sich z.T. die Gewalt gegen Polizeibeamte. Schwarze Schafe sind unbedingt auszusortieren! Es ist in einer Demokratie weder hinnehmbar dass Gewalt von Polizisten ausgeht, wie in z.B. Connewitz geschehen oder dass mit unnötiger Härte reagiert wird wenn Demonstranten Anordnungen nicht Folge leisten.

    Wer sich als Polizeibeamter so verhält hat bei der Polizei nichts zu suchen, zumindest in einer Demokratie! Von rechtsextremen oder Party Polizisten mal ganz abgesehen.

  5. 36.

    Darum ging es auch nicht.

    Es ging lediglich darum, dass wenn einem der gewählte Beruf nicht mehr zusagt (aus welchen Gründen auch immer) dann hat man jederzeit die Möglichkeit diesen Beruf aufzugeben und sich eine neue, angemessenere berufliche Betätigung zu suchen, ohne das man dafür erschossen wird oder in irgendwelche Lager oder Gefängnisse interniert wird.

    Und noch etwas: Auch ein Polizist hat mich nicht einfach anzugreifen, auch dann nicht, wenn er von irgendwelchen Gerichten oder Staatsanwaltschaften eine vermeintliche "Legitimierung" für sein Handeln hat.
    Auch im Dritten Reich und in der DDR wurden Polizisten und Soldaten vom Gesetzgeber zu Dingen legitimiert, für welche sie Jahrzehnte später noch zu Haftstrafen verurteilt werden. Aber nicht der Gesetzgeber.

    Ich denke, auch das aktuelle System wird zukünftig nicht mehr zeitgemäß sein, dann werden die zu Recht verurteilt, die heute vermeintlich "Recht" sprechen.

  6. 35.

    Nun ja, als Polizist wird man beschimpft, als JVA Bediensteter wird man beschimpft, als Fahrscheinkontrolleur wird man beschimpft, als Richter wird man beschimpft, als Gerichtsvollzieher wird man beschimpft...

    Das bringen diese Berufe eben mit sich.

    Klar gibt es Leute die für den Bürger da sein wollen, jedoch unter diesem System möchte
    ich nicht im Auftrag des Staates für den Bürger da sein und das System, so wie es aktuell ist, noch unterstützen.

  7. 33.

    Das mag daran liegen, dass es signifikante Verharmlosung und Vertuschung von Polizeigewalt und immer mehr, unrechtsstaatliche Polizeibefugnisse gibt. Das rechtfertigt weder Gewalt noch Ihren Hang zum Autoritarismus.

    Eine radikale Dekonstruktion und der Neuaufbau sämtlicher Strafverfolgungsbehörden sind unumgänglich, um demokratische Verhältnisse herzustellen. Sich dann als Opfer von Gewalt zu inszenieren, um den Ausgang des Rechtsstaats anzudeuten und letztlich noch restriktivere, autoritärere Maßnahmen zu legitimieren, ist Ausdruck von antidemokratischer Haltung. Wer hier im Forum falsche Tatsachen behauptet, die Polizei würde stärker als sonst wo angegriffen, beteiligt sich an rechtspopulistischer Hetze.

    Die Polizei ist der größte Absender von Gewalt in diesem Land, nur rechtlich haften muss sie dafür fast nie, wie Studien, z.B. der Ruhr-Universität, zeigen. Es ist nicht überraschend, dass der rbb dieser verklärenden, undifferenzierten Sicht anhängt.

  8. 32.

    "Man kann zu jedem Zeitpunkt seinen Job wechseln."

    "Man" vielleicht, Beamte nicht.

    Wenn sie als Staatsdiener nicht auf Wunsch vom Dienst freigestellt werden (z.B. weil ohnehin schon Personalmangel herrscht), können sie zwar "kündigen", aber dabei verlieren sie dann auch ihre Pensionsansprüche, ohne Rentenansprüche dafür zu bekommen. Und von irgendwas muss auch der beamtete Mensch im Alter leben.

  9. 31.

    "Gewalt ist kein Mittel und wer sich daran nicht hält, wird sicher nicht mit Wattebäuschen beworfen."

    Und so erklärt sich z.T. die Gewalt gegen Polizeibeamte. Schwarze Schafe sind unbedingt auszusortieren! Es ist in einer Demokratie weder hinnehmbar dass Gewalt von Polizisten ausgeht, wie in z.B. Connewitz geschehen oder dass mit unnötiger Härte reagiert wird wenn Demonstranten Anordnungen nicht Folge leisten.

    Wer sich als Polizeibeamter so verhält hat bei der Polizei nichts zu suchen, zumindest in einer Demokratie! Von rechtsextremen oder Party Polizisten mal ganz abgesehen.

  10. 30.

    Gute Frage, könnte der rbb ja mal etwas recherchieren, mir ist in Erinnerung, dass der Deutschlandfunk schon letztes Jahr über Gewalt gegen Staatsdiener berichtet hat und der DGB entsprechende Broschüren hat. Ja, würde mich auch mal interessieren.

  11. 28.

    Sie verkennen etwas. Nicht die Polizisten beschweren sich, sondern deren Chefin prangert diese Gewalt mal an. Und da ohnehin genug Stellen frei sind, ist es gut, wenn Menschen den Job machen. Sie arbeiten bestimmt nur für Geld. Aber es gibt auch Menschen, die wollen für die Allgemeinheit da sein. Und die werden dann zum Dank noch beschimpft ....

  12. 27.

    Könnte mir bitte jemand erklären, wodurch Gewalt gegenüber Polizisten, Feuerwehrleuten und Rettungsdiensten entsteht. Existieren keine zuverlässigen wissenschaftlichen Theorien?

  13. 26.

    Es ist völlig legitim den Job zu wechseln, wenn er einem zu viel wird.
    Es wird doch niemand gezwungen bei Polizei, Feuerwehr ect. zu arbeiten.
    Man kann zu jedem Zeitpunkt seinen Job wechseln.

    Niemand muss Polizist, Feuerwehrmann, Richter, Soldat ect. sein bzw. bleiben.

  14. 25.

    Auch Sie wollen mich wohl nicht verstehen.

    Wem der Job zu viel wird, kann sich jederzeit einen anderen Job suchen, niemand wird gezwungen einen solch belastenden Job zu machen.

  15. 24.

    Sie wollen mich scheinbar nicht verstehen.
    Was ich mit meiner Aussage meine, ist folgendes:

    Wem der selbst gewählte Job zu viel wird, der soll sich einen anderen Job suchen.

  16. 23.

    Gelten denn Ihre radikalen Ansichten auch für die Gewalt gegenüber der Feuerwehr? Sie sollten mal Ihe Einstellung zum Staat prüfen, da stimmt imho was nicht. Das Gewaltmonopol liegt übrigens beim Staat. Und jeder der sich für die Allgemeinheit einsetzt hat meinen Respekt. Für Sie schäme ich mich eher fremd.

  17. 22.

    Also, sagt "Nein"
    Worin sehen sie denn Sinn Rettungskräfte anzugreifen?
    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2020/01/berlin-angriffe-auf-feuerwehrleute-homrighausen.html
    https://www.bz-berlin.de/berlin/friedrichshain-kreuzberg/feuerwehrmann-auf-dem-weg-zur-nachtschicht-von-jugendlichen-verpruegelt
    Angriffe auf Rettungskräfte müßten viel drastischer bestraft werden denn durch ihren Ausfall sterben eventuell Menschen!
    Vielleicht kommen sie ja mal in eine Notsituation wo sie Hilfe benötigen. Dann wird sich ihre Meinung bestimmt schlagartig ändern. Und nicht vergessen: auch sie werden älter und gebrechlicher.......

  18. 21.

    Ich kann Ihre abwegige Denke weder nachvollziehen noch akzeptieren.
    Gewalt ist kein Mittel und wer sich daran nicht hält, wird sicher nicht mit Wattebäuschen beworfen.
    Und der Hinweus, selbst ausgesucht ,man muss den Job ja nicht ergreifen, ist voll daneben.
    Gehen Sie ins Boxstudio und werden Sie dort Ihre Aggressionen los,alle Gleichgesinnten auch und lassen Sie UNSERE Polizei und Rettungskräfte in Ruhe.

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