Ein Imam betet am 3. Oktober 2019 in der Sehitlik Moschee am Tag der offenen Moschee in Berlin. (Quelle: imago images/Emmanuele Contini)
Audio: Abendschau | 25.02.2020 | Sabrina Wendling | Bild: imago images/Emmanuele Contini

Nach Anschlag in Hanau - Berlin verstärkt Schutz für Moscheen

Nach dem Anschlag von Hanau sollen muslimische Einrichtungen in Berlin besseren Schutz erhalten - sowohl durch höhere Polizeipräsenz als auch durch bauliche Maßnahmen. Zudem wird ein Runder Tisch zur Bekämpfung von Rassismus einberufen.  

Berlin verschärft seine Sicherheitsmaßnahmen für muslimische Einrichtungen. So sollen unter anderem die großen Moscheen der Stadt durch mehr Polizei in Uniform und Zivil besser geschützt werden, kündigte Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Dienstag an.

Insbesondere bei den traditionellen Freitagsgebeten werde der Polizeischutz erhöht. In Berlin gibt es den Angaben zufolge 107 Moscheen.  Neben einem höheren Polizeischutz seien auch bauliche Schutzmaßnahmen geplant. Der antisemitische Anschlag in Halle im Oktober letzten Jahres habe gezeigt, dass eine Schutztür geholfen habe, "ein Massaker zu verhindern", so Geisel. In Berlin stünden für 2020 sowie für 2021 jeweils fünf Millionen Euro für zusätzliche bauliche Schutzmaßnahmen zur Verfügung.

Breitenbach kündigt Runden Tisch an

Die Einrichtungen, zu denen auch Shisha-Bars und Restaurants gehören können, sollen demnach von Polizisten in Uniform und in Zivil rund um die Uhr oder zu bestimmten Zeiten beobachtet werden. In der vergangenen Woche hatte ein 43 Jahre alter Deutscher im hessischen Hanau neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen [tagesschau.de].

Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) kündigte zudem einen Runden Tisch zur Bekämpfung von Rassismus in Berlin an. Dieser solle "so schnell wie möglich" tagen. Daran würden neben Vertretern aus der Politik zahlreiche Vertreter von Migranten- und Integrationsorganisationen teilnehmen. Um besser gegen den heute offen artikulierten Hass vorzugehen, müsse im Austausch mit den Betroffenen umgesteuert werden, sagte Breitenbach.

Sendung: Inforadio, 25.02.2020, 15.20 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Als „Besserwisser“ sollten Sie wissen, dass jüdische Einrichtung schon immer geschützt werden mussten. Und christliche Einrichtungen sind mE nicht bedroht, oder wissen Sie mehr? Und diese antisemitische Al Quds Demo wird immer von der Polizei begleitet.

  2. 3.

    Auch Synagogen werden von der Polizei gesondert geschützt. Weil es in der Debatte um Rechtsterrorismus und geht, der sich in der neueren Deutschen Geschichte selten gegen katholische, orthodoxe oder evangelische Einrichtungen gerichtet hat, findet man in diesem Kontext keine Diskussion um den Polizeischutz für Kirchen.

    Liebe Grüße aus der Redaktion

  3. 2.

    Man könnte natürlich auch vor jede Shisha-Bar einen Polizisten stellen, so werden nicht nur die Besucher geschützt sondern gleichzeitig das Parken in zweiter Reihe geahndet, vielleicht sogar verhindert. Obwohl ... dafür müsste man dort mindestens 2 Polizisten patroulieren lassen.

  4. 1.

    Wieso werden nur Moscheen extra geschützt?
    Was ist mit unseren christlichen und jüdischen Einrichtungen?
    Und wer schützt uns vor der antijüdischen AlQuds-Demo auf dem Ku-Damm?
    Fragen über Fragen...



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