Kammergericht
Video: Abendschau | 19.02.2020 | Florian Eckardt | Bild: imago images / Mike Wolff

Cyberangriff auf Kammergericht - Richter erhöhen Druck auf Berliner Senat

Berliner Richter machen Druck für eine bessere IT-Ausstattung an den Gerichten. Der Senat tue zu wenig, um die Arbeitsfähigkeit beim Virus-geschädigten Kammergericht wiederherzustellen, beklagten am Mittwoch Mitglieder des Richterrats in einer Stellungnahme im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses. Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) sagte, er verstehe die Ungeduld und habe höchsten Respekt vor allem vor der Leistung der Mitarbeiter in den Geschäftsstellen. Geld stehe ausreichend zur Verfügung - aber an der Sicherheit dürfe es keine Abstriche geben.

Das IT-Dienstleistungszentrum Berlin hatte den Virus im Computersystem des Kammergerichts im September vergangenen Jahres bemerkt. Die Rechner wurden daraufhin umgehend vom Internet getrennt und das Kammergericht vom Landesnetz genommen. Ein Übergreifen auf andere Systeme der Verwaltung sei so verhindert worden, hieß es.

Präsident Pickel: 150 Notebooks schon im Keller

Der Präsident des Kammergerichts, Bernd Pickel, erklärte, 150 bereits beschaffte Notebooks würden derzeit im Keller gelagert und könnten nicht eingesetzt werden, weil sie ohne Netzzugang nutzlos wären. Das Kammergericht müsse aber erst die hohen Sicherheitsanforderungen erfüllen, die das Berliner IT-Dienstleistungszentrum als neuer Dienstleister stelle. Bis Ende März sollten aber 500 Arbeitsplätze eingebunden sein.

Es gebe keine Erkenntnisse darüber, ob die Angreifer nicht nur automatisiert, sondern sich möglicherweise auch persönlich im IT-System des Kammergericht umgesehen haben, sagte der Gerichtspräsident. Die Experten gehen von einem Standard-Angriff des weltweit verbreiteten Trojaners aus.

Sendung: Inforadio, 19.02.20, 18:05 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Ein Mangel kommt selten allein.

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