Außenansicht der Botschaft von China. (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)
Bild: dpa/Jörg Carstensen

Coronavirus - Chinesische Botschaft sorgt sich um zunehmende Anfeindungen

Das Coronavirus führt nicht nur zu Angst vor einer Ansteckung mit der Krankheit, sondern nach Ansicht der chinesischen Botschaft in Berlin auch zunehmend zu Diskriminierung von Menschen mit asiatischen Wurzeln. Sie hat sich nun ans Auswärtige Amt gewandt.

Pauschale Verdächtigungen wegen des Coronavirus und ein körperlicher Angriff: Die chinesische Botschaft in Berlin sorgt sich um die Sicherheit ihrer Staatsbürger in Deutschland.

"Die jüngsten Anfeindungsfälle und die fremdenfeindlichen Äußerungen in einzelnen Medien haben nach dem Coronavirus-Ausbruch zugenommen und sind besorgniserregend", teilte die Botschaft auf Anfrage der Deutschen Presse Agentur mit. Man habe beim Auswärtigen Amt notwendige Maßnahmen gefordert, um "die Sicherheit, legitimen Rechte und die Würde der chinesischen Staatsbürger zu gewährleisten".

Auch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher China-Gesellschaften (ADCG) beobachtet "drastisch steigende Verunglimpfung und Ausgrenzung von chinesischen Menschen bis hin zum offenen Rassismus", wie ADCG-Vizepräsident Felix Kurz laut einer Mitteilung sagte.

Antidiskriminierungsstelle sind keine Übergriffe bekannt

Menschen mit asiatischen Wurzeln würden pauschal als chinesisch und damit als potenzielle Ansteckungsgefahr wahrgenommen, schreibt der ADCG unter Berufung auf Erzählungen Betroffener. Eine Frau im Supermarkt soll etwa Menschen aufgefordert haben, zuhause zu bleiben und aufzuhören, "das Virus zu verbreiten". Der Patient einer Ärztin habe darüber gescherzt, ihr nicht die Hand schütteln zu wollen. Mitschüler eines Kindes sollen davon gesprochen haben, es auf das Virus testen zu wollen.

Bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes sind bislang allerdings keine verbalen oder körperlichen Übergriffe gemeldet worden, wie diese auf Anfrage mitteilte.

Angriff auf Chinesin am Freitag

Nach einem Angriff auf eine Chinesin in Berlin habe man sofort die Polizei kontaktiert, teilte die chinesische Botschaft mit. Wie die Berliner Polizei mitteilte, sollen zwei Frauen am vergangenen Freitagnachmittag im Stadtteil Moabit eine Chinesin rassistisch beleidigt, bespuckt, an den Haaren zu Boden gerissen sowie geschlagen und getreten haben. Die 23-Jährige wurde demnach am Kopf verletzt und ambulant in einem Krankenhaus behandelt. Die Angreiferinnen flüchteten. Die Polizei verwies auf Nachfrage zu den Beleidigungen auf laufende Ermittlungen.

Nach dem Fall habe man die chinesischen Staatsbürger in Deutschland auf sozialen Medien und über die eigene Webseite auf die aktuelle Situation hingewiesen, erklärte die Botschaft. Man habe Ratschläge für den Fall einer Provokation oder sogar Straftat gegeben und Aufmerksamkeit in Bezug auf den Schutz der eigenen Sicherheit angemahnt.

"Schlimmer als das Virus sind blinde Diskriminierung und Hass gegenüber den Menschen und diese fördern nur eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen den Deutschen und Chinesen", sagte der Vorsitzende der Düsseldorfer Gesellschaft für deutsch-chinesische Freundschaft, Dieter Böning, laut der AGDC-Mitteilung.

Sendung: Abendschau, 05.02.2020, 19:30 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Ich bekomme keinen Termin für eine Schmerztherapie wegen meiner chronischen Rückenschmerzen. Auch nach zwei E-Mails und Nachricht auf den AB meldet sich die Angestellte nicht mehr bei mir, obwohl ich mit ihr mehrmals telefoniert hatte und sie über die Dringlichkeit meines Anliegens informiert ist. Sie meinte, dass der Chefarzt darüber entscheiden müsse und sie mir dann bescheid gibt. Das war vor einem Monat, danach kam nichts mehr von ihr. Es ist bestimmt auch, weil ich ja den Rest der Ist Patienten in Angst und Schrecken setze, mit meiner Anwesenheit, das wollen die natürlich nicht. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich mich gegen eine Therapie im Akutzentrum entschieden habe und versuche mich selber zu therapieren. Armes Deutschland, so unterbelichtet von einigen Leuten behandelt zu werden, habe ich nicht erwartet.

  2. 5.

    Sicher, die Spiele sind mal wieder Schuld. In welchem Jahr leben Sie?

  3. 4.

    Corona ist doch nur ein Vorwand rassistischem Hass auszuleben. Letztendlich wird sich diese zerstörerische Energie gegen alle richten, die die Täter*innen als Zielscheibe ausmachen wollen...
    Dank an die Entwickler*innen von Computer-Gewaltspielen, ihr habt mit zur Verrohung beigetragen - vielleicht könnt Ihr jetzt mal Games entwickeln, die den sozialen Frieden fördern?

  4. 3.

    " Pauschale Verdächtigungen wegen des Coronavirus "

    aus Angst und Unkenntnis , jeder mit asiatischem Phänotyp erscheint jetzt verdächtig, man weiß ja nicht ob er möglicherweise aus Wuhtan kommt . Wäre Europa das Epizentrum der Coronavirusinfektion, ja dann... könnte man ja vom äußeren Erscheinungsbild nichts ablesen ,wie zB bei den infizierten Deutschen in Ouarantäne ... hat halt `ne Erkältung

  5. 2.

    Leider gibt es zu viele Dummköpfe dieser Art die zur Zeit in Deutschland sind.
    Beleidigungen oder Angriffe auf Menschen anderer Nationalität sind einfach dumm, blöde und gehören sich nicht.
    Hier sollte die Justiz richtig kräftig durchgreifen wenn der oder die Täter gefasst werden.

  6. 1.

    Finde schon, dass sich Deutschland immer mehr nach rechts bewegt. Es erschüttert mich was zur Zeit hier passiert. Ich bin selber persönlich betroffenen, da ich viel Asiaten kenne und was für ein Licht das auf Deutschland wirft. Ich würde jeden anzeigen der dumme Sprüche in dieser Richtung von sich gibt. Das ist Rassismus.

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