Zuschauer betreten die Komische Oper in Berlin-Mitte (imago images / Schöning)
Video: Abendschau | 24.02.2020 | Christian Titze | Bild: imago images / Schöning

Hohe Kosten und Rechtsstreit - Kulturausschuss befasst sich mit Umbau der Komischen Oper

Die Sanierung der Komischen Oper ist schon seit Jahren ein Sorgenkind der Berliner Politik. Zu aufwendig, zu teuer und rechtlich schwierig. Der Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses will am Montag Experten zu dem Thema anhören.

Zur Sanierung und Erweiterung des Gebäudes der Komischen Oper in Berlin wird der Kulturausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses am Montagnachmittag Experten anhören.

Die Umbauarbeiten rund um das Opernhaus in der Glinkastraße drohen ein Finanzdesaster für die Hauptstadt zu werden. Abgeordnete gehen mittlerweile davon aus, dass die ursprünglich mit mehr als 220 Millionen Euro veranschlagten Umbau- und Neubauarbeiten deutlich teurer werden. Außerdem gaben Denkmalschützer zu bedenken, der alte Zustand der Fassade könne nicht durch eine Rekonstruierung wiederhergestellt werden.

Baubeginn wegen Rechtsstreits verschoben

Der Sitzung im Kulturausschuss geht ein langwieriger Rechtsstreit voraus, der den Start des Umbaus verzögerte. Das Land Berlin und eine Immobiliengesellschaft ringen um Grundstücke neben der Oper. Mitte 2017 hatte das Land einen ersten Erfolg vor dem Landgericht errungen [berlin.de]. Fast zwei Jahre danach signalisierten auch Richter des Kammergerichts, sie würden der Argumentation des Landes folgen.

Weil der bauliche und technische Zustand des Gebäudes veraltet ist, will der Senat das Opernhaus aus dem 19. Jahrhundert erneuern und um einen Bau erweitern. Darin sollen Büros und Probebühnen untergebracht werden. Die Bühnentechnik sei auf dem Stand des Wiederaufbaus des Hauses in den 1950er-Jahren, die Ausstattung auf dem Stand von 1967, heißt es in der Ausschreibung.

Ensemble übergangsweise im Schiller-Theater

Das unbebaute Areal gehört jedoch einem Investor. Er konnte das Grundstück vor 20 Jahren vom Liegenschaftsfonds unter der Bedingung kaufen, er müsse es bebauen. Als dies nicht geschah, trat die Finanzverwaltung vom Kaufvertrag zurück. Sie hatte sich auf eine Klausel berufen, wonach eine Kündigung möglich ist, wenn der Investor die Grundstücke weiterverkauft oder Gesellschaftsanteile übertragen werden.

Der Umbau des Gebäudes zwischen Unter den Linden und Behrenstraße soll 2023 beginnen. Ursprünglich war der Baustart für 2020 vorgesehen. Während der Umbauzeit soll das Ensemble in das Schiller-Theater ziehen, aber auch an anderen Orten in der Stadt spielen.

Sendung: Inforadio, 24.02.2020, 6 Uhr

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