Marie-Elisabeth-Lüders Haus am Spreebogen im Regierungsviertel. (Quelle: imago images/Christian Reister)
Bild: imago images/Christian Reister

Umweltschutzauflagen im Regierungsviertel - Teile der Lüders-Haus-Erweiterung müssen abgebaut werden

Noch bevor der Erweiterungsbau neben dem Lüders-Haus eröffnet wird, muss ein Blockheizmodul wieder raus. Der Grund: Die eingebauten Module genügen nicht mehr den Umweltschutz-Richtlinien.

Vor der Eröffnung des Erweiterungsbaus am Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses muss eines der Blockheizkraftwerke wieder aus dem Gebäude raus. Wie das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) am Montag mitteilte, genügen die drei eingebauten Blockheizkraftmodule nicht mehr den Abluftgrenzwerten, die die EU im vergangenen Sommer beschlossen hat. Zuerst hatte der Tagesspiegel darüber berichtet. 

Demnach müsse eine zusätzliche Abgasreinigungsanlage für die verbleibenden zwei Blockheizkraftmodule eingebaut werden. Der Umbau diene der Einhaltung der neuen Umweltschutzauflagen und sei "im Sinne der Nachhaltigkeit des Bundesbaus und des Umweltschutzes alternativlos". Das aus Platzgründen abgebaute dritte Modul soll an anderer Stelle wieder genutzt werden.

Nach Angaben des BBR wird der Termin für die Übergabe des Erweiterungsbaus wegen des Abrisses nicht verschoben. Die Kosten für den Bau einer zusätzlichen Abgasreinigungsanlage soll vier Millionen Euro kosten.

Zeitplan nicht eingehalten, Kosten deutlich höher

Ursprünglich hatte das Gebäude schon 2012 fertig werden sollen. Wegen früherer Probleme war der Termin bereits auf 2016 verschoben worden. 2015 informierte das Bauamt dann über Schäden an der Bodenplatte. Gerichtlicher Streit um den Schuldigen für die Misere und das Vorgehen bei der Sanierung sorgten seither für Verzögerungen.

Die veranschlagten Kosten für den Neubau - mit zusätzlichen Abgeordnetenbüros und Besprechungsräumen - sind nach Angaben des Bundesamtes für Bauwesen inzwischen von ursprünglich 190 Millionen auf jetzt 247 Millionen Euro gestiegen. 

Sendung: Abendschau, 03.02.2020, 19:30 Uhr

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9 Kommentare

  1. 9.

    Mich kann nichts mehr umwerfen. Gemessen an den sonstigen Flops sind das doch Peanuts. Ist mir doch egal.

    "Bundestagsneubau könnte vor Fertigstellung abgerissen werden
    Wegen Baumängeln stehen die Arbeiten an einem Anbau des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses still. Verantwortlich ist offenbar schlechte Planung durch das Bundesbauamt. " schrieb vor paar Jahren die ZEIT.

  2. 8.

    Wir werden bei den zu erwartenden Preissteigerungen für Strom und Gas noch zu ganz anderen Maßnahmen greifen müssen. Wie meine Eltrn es taten; eine dicke Decke, die das halbe Fenster verbarg; die Kälte abschirmte hing vor allen Fenstern. Berlin ist Stromvergeuder Nr. 1 ; hier wird der Himmel Ri. West nie dunkel; Lichtverschmutzung.

  3. 7.

    Es ist nicht zu fassen wie immer wieder Steuergelder verschwendet werden.

  4. 6.

    Dieser viele Beton am Spreebogen und dann die ungekonnte Optik für so viel Geld. Sind da die sprudelnden Steuereinnahmen so verlockend nur noch Mist zu machen ?

  5. 5.

    Nur noch Dilletanten am Werk.

  6. 4.

    Vorschlag: Heizung raus und Pullover anziehen, wurde in Kitas und Schulen schon praktiziert...

  7. 3.

    2012 waren die Werte ja noch in Ordnung, 2020 eben nicht. Altanlagen bekommt man eben nicht mehr als Neuenlagen genehmigt, schön das man die nachrüsten kann und nur eine weg muss. Die Nachrüstung von Solar und Wärmepumpen, wäre natürlich klasse.

  8. 2.

    Arrrr das ist doch alles nicht mehr zu ertragen!
    Schildbürger hoch 10.

  9. 1.

    Da können sie dann ja gleich stattdessen ein paar Wärmepumpen und Solaranlagen dazubauen. Warum der Bund Heizungen verbaut, die nicht nur fossil sind, sondern auch noch wohl grade so den geltenden Umweltschutzregeln genügt haben ist ein Rätsel.

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