Sebastian Czaja (FDP), Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses
ZB/Britta Pedersen
Audio: Inforadio | 19.02.2020 | Ute Schuhmacher | Bild: ZB/Britta Pedersen

Nachfolger bereits ernannt - Czaja tritt als Berliner FDP-Generalsekretär zurück

Sebastian Czaja tritt überraschend als Generalsekretär der Berliner FDP zurück. Er wolle sich auf die Arbeit im Abgeordnetenhaus konzentrieren. Auch sei er bereit, als Spitzenkandidat bei der nächsten Wahl 2021 anzutreten. Und für die hat er große Pläne.

FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja ist überraschend als Generalsekretär der Berliner Liberalen zurückgetreten. Er wolle sich "mit voller Kraft" auf seine Arbeit im Abgeordnetenhaus konzentrieren, erklärte der 36-Jährige am Mittwoch gegenüber der dpa.  

Zudem sei er bereit, bei der nächsten Wahl zum Abgeordnetenhaus im kommenden Jahr wie schon im Jahr 2016 als Spitzenkandidat anzutreten. Parteichef Christoph Meyer unterstütze das.

Nachfolger: Lars Lindemann

Czajas Nachfolger als Generalsekretär ist Lars Lindemann. Der 38-jährige frühere FDP-Bundestagsabgeordnete übernahm das Amt am Dienstag kommissarisch und soll auf einem Parteitag am 24./25. April gewählt werden. Lindemann war viele Jahre Schatzmeister der Berliner FDP und ist Beisitzer im Bundesvorstand. Zudem ist er Hauptgeschäftsführer des Spitzenverbandes Fachärzte Deutschlands. Im Bundestag saß er von 2009 bis 2013.

Czaja zu Thüringen: "fataler Fehler"

Die Ereignisse in Thüringen, wo der FDP-Kandidat Thomas Kemmerich mit den Stimmen seiner Fraktion, von CDU und AfD zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, hatten auch den Berliner FDP-Landesverband erschüttert. Parteichef Meyer hatte Kemmerich in einer ersten
Reaktion gratuliert und erklärt, dieser könne Thüringen mit seinem Politikstil "besser machen". Später war er dann ebenso wie Czaja um Schadensbegrenzung bemüht. Czaja bezeichnete die Wahl als "fatalen Fehler". Für die FDP Berlin werde es keinerlei Zusammenarbeit weder
mit der AfD noch mit der Linken geben.

Sebastian Czaja bekleidete das Amt des Generalsekretärs etwa viereinhalb Jahre. Sein großer Erfolg war der Wahlkampf der FDP zur Abgeordnetenhauswahl 2016. Dieser bestand praktisch nur aus einem Thema, der Offenhaltung des Flughafens Tegel nach der BER-Eröffnung, und brachte die FDP mit 12 Abgeordneten in das Landesparlament.

Czaja visiert Regierungsbeteiligung 2021 an

Mit Blick auf die Wahl 2021 müsse sich die FDP personell breiter aufstellen und ein "vielfältigeres Ansehen in der Öffentlichkeit" bekommen, erklärte Czaja gegenüber der Deutschen Presseagentur. "Unser Ziel ist ganz klar, aus eigener Stärke die Möglichkeit der
Regierungsbeteiligung 2021 zu eröffnen und Vertreterinnen und Vertreter in allen zwölf Bezirken in die Bezirksverordnetenversammlungen zu entsenden", so der 36-Jährige.

Sendung: Inforadio, 19.02.2020, 13:00 Uhr

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    So erfährt mensch zumindest dass es diese Partei und auch diesen Herrn noch gibt. Ich hatte sie schon vergessen und nichts vermisst.

  2. 6.

    Aktuelle Umfragewerte zeigen für CDU und FDP zusammen(!) lächerliche 22%, Tendenz fallend. Die Chancen stehen also gut, dass der Tegel-Fan auch weiterhin nichts zu sagen hat.

  3. 5.

    ... und nun Berlin freue dich! Es wäre zwar noch besser wenn dieser Populist auch noch den Fraktionsvorsitz abgeben büßte, denn politisch zu bieten hatte er eh nie etwas!

  4. 4.

    Ähm, dann wird es für die Berliner FDP auch nicht besser: Sein Nachfolger ist Vorsitzende des Vereins Brandenburg braucht Tegel,

  5. 3.

    Vielleicht fängt Herr Czaja beim BER an.

  6. 2.

    Ist das insgeheim die Resignation indem er langsam begreift, dass es mit dem BER doch etwas wird und die Schließung von Tegel eigentlich schon seit den 90ern unter Dach und Fach ist? Andere Themen in der Berliner Politiklandschaft gab es schließlich für Herrn Czaja kaum...

  7. 1.

    Na endlich,

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