Straßenbauarbeiter beim Verlegen neuer Straßenbahnschienen in Berlin. (Quelle: dpa/Siegfried Grassegger)
Bild: dpa/Siegfried Grassegger

Von Schöneweide nach Adlershof - Tram-Verlängerung in Treptow wird wohl ab Mai gebaut

Der Straßenbahn-Ausbau geht voran: In einigen Wochen soll der Ausbau der Tram-Strecke zwischen Schöneweide und Adlershof beginnen. Beim Berliner Fahrgastverband IGEB kommt nicht allzu große Freude auf - denn bei anderen Projekten stockt es.

Der Bau der neuen Straßenbahnstrecke zwischen Schöneweide und Adlershof soll bereits im Mai beginnen. Darüber berichtet die Zeitung "Neues Deutschland" am Dienstag. Die Pressestelle der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) wollte dies auf Anfrage von rbb|24 mit Verweis auf das immer noch laufende Planfeststellungsverfahren nicht bestätigen. BVG-Sprecherin Petra Nelken sagte der "nd" allerdings: "Wir gehen davon aus, dass uns sehr bald der Planfeststellungsbeschluss vorliegt."

Die auch als "Adlershof II" bekannte Strecke soll die Lücke zwischen dem S-Bahnhof Schöneweide und der Karl-Ziegler-Straße in der Wissenschaftsstadt Adlershof schließen. Dort endet die Tram-Strecke (Linie 61 und 63) bislang. Die Bahnhöfe Adlershof und Schöneweide wären damit durch S-Bahn und Straßenbahn miteinander verbunden.

Andere Projekte wichtiger?

Jens Wieseke, stellvertretender Vorsitzender des Berliner Fahrgastverbands IGEB, bezeichnet im Gespräch mit rbb|24 die Freude über den bevorstehenden Baustart als "gezügelt". "Sicherlich ist der Baubeginn der Tramstrecke wichtig", sagt er. Schließlich entstünden in der Gegend viele neue Wohnungen, diese müssten ins Netz eingebunden werden. Allerdings gebe es vor allem in der Innenstadt viele Projekte, die dringend vorangetrieben werden müssten.

Tatsächlich wäre der Neubau der Strecke zwischen Schöneweide und Adlershof das einzige von vier Vorhaben, das 2016 im Koalitionsvertrag vereinbart wurde und noch vor Ende der Legislaturperiode im Herbst 2021 in Betrieb genommen werden kann. Die anderen Bauvorhaben werden indes wohl nicht mehr in diesem Zeitfenster realisiert. Sie betreffen den Umbau des Bahnhofs Ostkreuz und den Ausbau der Straßenbahnlinie 21, die Verlegung der Endstelle am S-Bahnhof Mahlsdorf (Linie 62) sowie die Verlängerung der Strecke zwischen Hauptbahnhof und U-Bahnhof Turmstraße.

Bis zu 12.700 Fahrgäste täglich

Wie "Neues Deutschland" erfahren haben will, soll der Planfeststellungsbeschluss für die Tramstrecke zwischen Schöneweide und Adlershof bereits in den nächsten Tagen vorliegen. Dieser muss dann zwei Wochen öffentlich ausgelegt werden, damit beginnt eine einmonatige Klagefrist. Macht niemand davon Gebrauch, wird der Beschluss rechtskräftig. Die Bauarbeiten könnten dann am 19. Mai beginnen.

Die neue Strecke soll – so der Plan – 2,6 Kilometer lang sein und fünf Haltestellen umfassen. Bis zu 12.700 Fahrgäste sollen die Straßenbahnstrecke täglich nutzen können.

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19 Kommentare

  1. 19.

    Also ich benötige genau diese Verlängerung von Adlershof nach Berlin Schöneweide dringend um den Anschluß an die Regionalbahn zu kriegen! Der 160 iger Bus hält an jeder Milchkanne, fährt nur alle 20 min und ich bin beruflich an der Ecke Rudower Chaussee / Wegedornstraße nicht wirklich fussläufig an den S-Bahnhof Adlershof angebunden. Die Busse fahren zudem sehr unregelmäßig, weil unter anderem viele Autos den Weg verstopfen. Die Straßenbahn sollte den Autos gegenüber Vorrang haben, immerhin hat sie dort ein eigenes Gleisbett. Der ÖPNV soll attraktiver werden, dann steigen vielleicht ja auch einige Autofahrer um. Zudem kann und will nicht nicht jeder mit dem Auto unterwegs sein, daran sollte man auch mal denken.

  2. 18.

    Diese neue Trasse kann auch als "Betriebsstrecke" genutzt werden. Wenn z.B die Lange Brücke in Köpenick gesperrt wird, gäbe es zwischen Alt-Schmöckwitz und Karl-Ziegler-Straße ein Inselbetrieb, wenn es diese Trasse nicht gäbe.

  3. 17.

    Wahrscheinlich liegen Sie mit Ihrer Vermutung richtig!
    Trotzdem sollte die Option , U5 zum Flughafengelände , nicht durch die Straßenbahnverlängerung blockiert werden.

    @ Ralph Besser eine spätere Anbindung an das Ostkreuz, als überhaupt keine, schließlich ist Ostkreuz
    Fern- und Kreuzungsbahnhof.

  4. 16.

    Als in Ost-Berljn noch 20 Autos auf 10000 Menschen war es noch OK über die Strassenbahn nachzudenken. Heute gehört jeder Schienengebundener Verkehr unter die Erde oder auf Flächen die keinen Verkehr kreuzen.

  5. 15.

    Das mit der Dringlichkeit der Anbindung von Ostkreuz erzählen sie mal den dortigen Anwohnern. Denen sind die Parkplätze, die durch die Straßenbahn wegfallen würden, tausend mal wichtiger. Und da ja in Deutschland jeder gegen alles klagen kann, wird es am Ostkreuz wohl noch etwas dauern.

  6. 14.

    Ich habe eine furchtbare Nachricht für Sie: Die meisten der schönen freien Flächen rund um den Groß-Berliner Damm sollen in den nächsten Jahren bebaut werden. Da "sollen die Fahrgastzahlen herkommen" und deshalb entsteht dort jetzt die Straßenbahn - um all die Wohn- und Gewerbebauten zu erschließen, was mit einer Straßenbahn effizienter und umweltfreundlicher ist als mit einem Haufen Bussen, auch wenn Sie das laute Geknattere stinkender Dieselmotoren womöglich schöner finden als das leise Surren emissionsfreier Elektromotoren.

    Abgesehen davon entsteht südlich des Bahnhofs Adlershof ein neuer Trambetriebshof, vor allem weil der sehr alte Hof in Köpenick längst nicht mehr den Anforderungen genügt. Und die neue Straßenbahnstrecke bindet nicht nur diesen neuen Hof mit an, sondern schafft auch eine zweite Verbindung zwischen dem Tramnetz in Köpenick und dem im "restlichen" Berlin.

  7. 13.

    Sollte nächste Woche ein Meteorit in Berlin einschlagen, wären alle Planungen für das Tegeler Flughafengelände überflüssig.

    Und das wäre immer noch wahrscheinlicher als dass Sie oder ich noch die weitere Verlängerung der U 5 irgendwohin (Tegel? Reinickendorf? Spandau? Falkensee?) erleben.

  8. 12.

    Von den vier Straßenbahnstrecken des Koalitionsvertrages, die bis 2021 in Betrieb hätten gehen sollen, sind bereits im Februar '17 laut Nahverkehrsplan nur noch drei übrig geblieben: Diese, die zum Ostkreuz und die Verlängerung ab Hauptbahnhof.

    Ich drücke die Daumen, dass die Tram-Schienenbilanz von RRG nicht negativ bleibt. Dort ist zumindest viel Platz, so dass schnell gebaut werden könnte.

  9. 9.

    Früher galt immer der Grundsatz : " Parallelverkehr ist zu vermeiden". Deshalb wäre hier die Anbindung an den Bahnhof Ostkreuz dringlicher. Hier könnte die Linie 21 Ostkreuz - Karl-Ziegler- Straße fahren, die Linie 61 bräuchte nicht verlängert werden und die Linie 63 könnte - nach Fertigstellung der Brücke über den Teltowkanal - wieder nach Altglienicke fahren.
    Damit wären vorerst die wichtigsten Strassenbahnverbindungen abgeschlossen.

    Sollte später das Tegeler Flughafengelände an die U5 angeschlossen werden, wäre die Verlängerung der Strassenbahn Hauptbahnhof - Turmstrasse überflüssig.

  10. 8.

    Vielleicht von den Leuten, die bereits in der M17/61/63 sitzen und bisher zwangsweise in Schöneweide respektive Adlershof umgestiegen sind? Zudem wächst Adlershof seit Jahren und rund um den Groß-Berliner-Damm sowie am Betriebsbahnhof Schöneweide entstehen weitere neue Gewerbegebiete.

    Und wie schon geschrieben: Spätestens wenn die S-Bahn ausfällt oder bestreikt wird, platz der Bus aus allen nähten.

  11. 7.

    Ich wohne an dieser neuen Strecke und laufe täglich 20 min nach Adlershof ins Büro. Der Bau ist absolut Sinnlos. Es gibt einen Bus. Dazu kommt, dass ich vorm Fenster bereits genug Lärm vom täglichen Verkehr habe, dazu ständiges Sirenengeheul wenn Feuerwehr und Krankenwagen losfahren. Auf ewige Baustelle vor der Tür und gequietsche von der Bahn kann ich verzichten. Auf der Strecke gibt es ein paar Firmen die gut mit dem Bus abgedeckt werden können. Keine Ahnung wo die Fahrgastzahlen herkommen sollen

  12. 5.

    Völlig sinnlose Strecke, die derzeit bereits per Bus erschlossen ist und parallel zur S-Bahn führt. Dort wäre es sinnvoller, die alte Strecke der Tram 84 nach Altglienicke zu reaktivieren, wo nun auch endlich ein Neubau der Brücke über den Teltowkanal angekündigt wurde und davor ein neuer Tram-Betriebshof entsteht.

  13. 4.

    Im Beitrag steht das die Linien 60/61 in der Karl Ziegler Straße enden aber das ist nicht so.Die 60 fährt seit Ende 2015 nicht mehr zur Ziegler Straße.
    Nur jetzt seit der Havarie in Köpenick aber normalerweise enden dort die Linien 61/63.

  14. 3.

    Mal abseits des bereits angesprochenen Punkts der Naherschließung, gibt es für die Strecke noch weitere Argumente.

    Einerseits als neue Verbindung aus dem Osten Berlins nach Adlershof (M17) - auf der Route liegen u.a. die HTW, S3, U5 und unzählige Anwohner, die vielleicht auf dem WISTA-Gelände arbeiten. Spätestens beim nächsten S-Bahn-Streik/Ausfall ist eine Umfahrung ferner eh sinnvoll - wie ich selbst vor einigen Jahren erfahren durfte. Die Bus-Verbindung ab Schöneweide kann das nicht abfangen.

    Zudem entsteht am S-Bahnhof Adlershof demnächst ein neues Straßenbahn-Betriebswerk, das für die ganzen Linien mit Endpunkt Schöneweide/Johannisthal so erst sinnvoll erschlossen werden kann. Der Umweg über Köpenick ist z.T. eingleisig und so ein Nadelöhr, wenn viele Züge in kurzer Zeit in den Dienst gehen sollen.

  15. 2.

    "Parallel zur S Bahn in vielleicht nicht mal 200 Meter Sichtweite zur Bahn? "

    und was genau hat man von der Sichtweite zur Bahnstrecke? Die Züge halten immer noch an den Bahnhöfen- und da sind die Entfernungen wesentlich höher.
    Vielleicht nicht das dringendste Projekt in Berlin, aber nichtsdestotrotz auch wichtig. Und dadurch, dass dieses hier realisiert wird, muss ja kein anderes warten (zumindest ist davon hier nichts zu lesen).

  16. 1.

    Parallel zur S Bahn in vielleicht nicht mal 200 Meter Sichtweite zur Bahn? Haben wir wirklich keine dringenderen ÖPNV Probleme? Die Straßen sind absolut ruhig, Bus fährt dort auch, wahrscheinlich hofft man auf wenig Klagen auf dieser Strecke, anders als bei den dringenderen Ausbaustrecken.

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