Archivbild: Ein DHL-Paketbote schiebt eine Sackkarre mit Paketen. (Quelle: dpa/Malte Christians)
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Audio: Radioeins | 18.02.2020 | Comedy von Florian Schröder | Bild: dpa/Malte Christians Download (mp3, 3 MB)

Neue Idee des CSU-Politikers - Verkehrsminister Scheuer plant spezielle U-Bahn für Pakete

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will testen lassen, ob Pakete in Zukunft per U-Bahn ausgeliefert werden können. Denn immer mehr Paketautos würden die Straßen verstopfen, daher müssten neue Lösungen her, sagte Scheuer am Samstag den Zeitungen der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft.

Für ein entsprechendes Pilotprojekt müsste eine normale U-Bahn in eine spezielle Paket-U-Bahn umgebaut werden. "Ich wäre dazu bereit, ein Pilotprojekt mit einer Stadt zu machen, wo wir eine U-Bahn umbauen und eine spezielle Paket-U-Bahn daraus machen", sagte der CSU-Politiker.

Paket-U-Bahn könnte ab 2.00 Uhr nachts fahren

Solche U-Bahnen würden ab 2 Uhr nachts fahren und Pakete zu Zwischenlagern an unterschiedlichen Haltestellen transportieren. Von dort könnten Boten die Sendungen per Elektro-Lastenfahrrad weitertransportieren, glaubt der Bundesverkehrsminister, der derzeit wegen der gescheiterten PKW-Maut erheblich unter Druck steht.

Dem Bericht zufolge rechnet Scheuer damit, dass der Lieferverkehr in den Städten dadurch um bis zu 20 Prozent reduziert werden könnte. Auch Branchenvertreter glauben angesichts klimaschädlicher Emissionen, dass Änderungen nötig sind.

"Durchaus diskutieren und abwägen"

"Dazu ist eine Verlagerung von Verkehren, sowohl für Personen als auch Güter, auf die umweltfreundlichen Verkehrsmittel zwingend notwendig", sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Oliver Wolff, der Nachrichtenagentur DPA am Samstag. Für Scheuers Idee zeigte er sich offen: "Um dies zu erreichen, sollte man auch auf den ersten Blick ungewöhnliche Ideen durchaus diskutieren und abwägen."

Sendung: Abendschau, 15.02.2020, 19.30 Uhr

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22 Kommentare

  1. 22.

    Warum in aller Welt denkt dieser Minister nicht nach, bevor er sich äußert. Nachts sind bekanntlich die Straßen leer, also warum sollen die Paketdienstleister die Metro benutzen? ...vom Aufwand des Umladens mal ganz abgesehen! Einfach nur peinlich, wer in diesem Land hohe politische Ämter bekleiden darf.

  2. 21.

    Versteh ick nich.. Nachts um 2 nimmt doch niemand Pakete an. Da müssen die Postautos ja dann doch zu Normalzeiten die Straßen oder Lastenfahrräder die Gehwege verstopfen. Oder wie wärs neben Bus- und Fahrradspur noch mit einer zusätzlichen Paketspur? Ich meine, dass die BVG die Straßen verstopft und alle paar Meter mitten auf der Straße stehen bleibt und die Ampelphasen versaut und das 24 Stunden am Tag juckt ja auch niemand.
    Sinn würde es machen im U-Bahnhof Paketstationen zu installieren obwohl die mir vorm Supermarkt lieber sind, weil ich kein ÖPNV nutze. Und außerdem haben wir dann wieder mehr Nachtpersonal. Da soll man lieber die Späties lassen.

  3. 20.

    Wusste gar nicht, dass die Cargotram in Dresden schon wieder eingestellt ist .Gab es auch zu DDR Zeiten in Ost-
    Berlin zu. Bsp.in Köpenick für SERO. mit Anschlussgleisen. Paket U-Bahnen gab es meines Wissens auch in London.

  4. 19.

    Nachts um 2 sind die Straßen leer. Da verstopfen keine Postautos die Straßen. Warum soll dann um- und umgepackt werden, wenn die gleich die Verteiler (Minihubs...) anfahren können. Also was soll die U-Bahn da besser machen?

  5. 18.

    Warum nur habe ich den Eindruck dass jeder Geistesblitz von Maut-Andi beScheuert ist?

  6. 17.

    Und wie werden die Stationen in der Nacht dann gereinigt wenn diese Bahnen fahren sollen?

  7. 16.

    Redet von Straßen verstopfen und dann 2 Uhr nachts?

  8. 15.

    Gab es nicht vor etlich langer Zeit schon mal die Idee einer Paketrohrpost? Da sollten so wie Briefe auch Pakete befördert werden. Sogar von Stadt zu Stadt .

  9. 14.

    Nein, man muss nicht alle auf den ersten Blick "ungewöhnliche" Vorschläge diskutieren. Wenn der Vorschlag schon nach kurzem Nachdenken Unsinn ist, kann man sich diskutieren sparen.

    Nehmen wir an, dass an jedem zweiten U-Bf ein Paketlager entsteht. Das Lager bekommt Platz für den Inhalt von zwei heutigen Zustellfahrzeugen. Damit wäre das Lager schon ziemlich groß. In einem U-Bahn-Zug passen dann 20 Container mit dem Inhalt eines Zustellfahrzeuges. Somit können mit einem Zug 10 Lager bedient werden. Das Ausladen der Container darf dann je Bahnhof max. 6 Minuten dauern, da sonst die Strecke zu lange blockiert wird. Am Tagen mit durchgehendem Nachtverkehr ist keine Bedienung möglich.
    Es müsste also um das Aus- und einladen der leeren Container in 6 Minuten zu schaffen, am jedem Bf Personal vorgehalten werden. Mehrere Züge müssen betrieben werden, damit genug Kapazitäten und Reserven da sind. Damit explodieren die Lieferkosten.

    Das System ist für sowas nicht ausgelegt!

  10. 13.

    Die Nächte werden zur Wartung genutzt. Somit wird es hier kaum fest planbare Kapazitäten für eine Paket-U-Bahn geben. Erinnern tut mich das ganze stark an die SERO-Straßenbahn, welche damals nach Grünau fuhr. Das Konzept war seinerzeit sehr gut und es konnte in den bestehenden Takt integriert werden. Somit könnte es zumindest im Teil Berlin mit einer Pakettram vielleicht was werden. Da das Tramnetz auch flexibler ist und Bauarbeiten tlw. umfahren werden können, könnte man doch zuvor sowas testen. Alte Tatra Trams hat die BVG doch noch und die könnte man doch zum Umbau nehmen.

  11. 12.

    Herr Scheuer ist bescheuert.
    Wer soll die Pakete in die U Bahn runter tragen und wieder rauf? Wer soll die Leute einstellen und die Nachtarbeit bezahlen. Wer bezahlt die E Fahrräder und den Mehrbedarf an Verteilern.
    Ich sage nur es wird immer bescheuerter....

  12. 11.

    Paketautos verstopfen die Straßen so lange, wie die Unternehmen sich nicht an die Verkehrsregeln halten müssen. Wenn nur 10% der 2.-Reihe-Auslieferungen geahndet werden, sind Mikrodepots konkurrenzlos günstiger.
    Bis jetzt subventioniert die Polizei Amazon & co.
    Und wahrscheinlich reichen sogar Paketwagen in den Randstunden, damit das auch mit den benötigten Betriebspausen hinhaut...

  13. 10.

    Ja das ist schon spannend in Dresden experimentierte man lange mit der Cargo Tram - eingestellt! Nun diese tolle Idee von einem 100% der gummilobby unterstehenden Verkehrsminister! Sorry das kann ich nicht ernst nehmen! Generell wieder mehr Güter auf die Bahn, wenn er damit anfängt dann können wir mal ernsthaft diskutieren alles andere ..... ? Indiskutabel! Aber wir wollen ja die verkehrswende;-)

  14. 9.

    Um 2 Uhr nachts können auch Paketautos fahren, ohne die Straßen zu verstopfen.

  15. 7.

    Nicht in jeder Nacht wird das gesamte Streckennetz gewartet. Bei Wartungsarbeiten an der Infrastruktur müssen die Pakete mit dem Schienenersatzverkehr fahren.

  16. 6.

    Offenbar hat Scheuer wenig Ahnung von E-Logistik. Besser ist der berlinweite Tram-Ausbau! Wie und wo sollen die Pakete nach unten und oben transportiert werden, wenn das schon für Menschen herausfordernd ist (barrierefreie Mini-Aufzüge)? @rbb "Die Idee ist gar nicht so neu: Schon vor dem Ersten Weltkrieg transportierten Trambahnen in Deutschland Güter, bis 1935 brachte die Straßenbahn in Berlin den Menschen ihre Postpakete. Durch Dresden ist nach einer kurzen Unterbrechung bereits seit zwei Jahren wieder eine Güterstraßenbahn ohne Fenster und Sitzplätze im Einsatz, die Teile für den E-Golf befördert."
    https://www.zeit.de/mobilitaet/2019-08/logistik-pakete-co2-emissionen-transportfahrzeuge-umweltschutz/seite-3

  17. 5.

    Sehr gute Idee nach Uber und Co. zu pushen („Mobilitätswende „) Maut-Deasaster und Änderungsversuche der StVO. Andreas hat im noch etwas zu bieten.

  18. 4.

    Welche Ideen aus dem Zweiten Weltkrieg kann man denn noch reaktivieren?

  19. 3.

    Herr Scheuer sollte mal darüber nachdenken, wie er den Paketdienst auf dem Lande regeln möchte. In der Stadt gibt es viel mehr Möglichkeiten als auf dem Land. Hier kann man nicht Paketbahnen fahren lassen, wie haben ja noch nicht einmal Bahnlinien für die Bevölkerung. Da muss er zuerst seine Hausaufgaben machen, solange werden wir notgedrungen mit PKWs fahren müssen (E-Mobile sind nicht erwähnenswert.
    Grüße aus Südbrandenburg

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