Symbolbild: Das Wrack eines PKW steht auf der Bundesstraße B107 zwischen Paplitz und Tucheim am Straßenrand. (Quelle: dpa/C. Dettlaff)
Video: rbb24 | 21.02.2020 | 13 Uhr | Bild: dpa/C. Dettlaff

Bilanz für 2019 - Weniger Verkehrstote in Brandenburg - aber mehr Unfälle

Im vergangenen Jahr kamen in Brandenburg 125 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Das sind 13 Prozent weniger als noch 2018. Besonders gefährdet sind Senioren.

Die Zahl der Verkehrstoten in Brandenburg ist erneut zurückgegangen. Das teilte Innenminister Michael Stübgen (CDU) am Freitag bei der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz 2019 in Potsdam mit. Demnach kamen im verganenen Jahr im Brandenburger Verkehr 125 Menschen ums Leben. Das entspricht einem Rückgang von rund 13 Prozent - im Vergleich zu 2018 mit 143 Verkehrstoten.

Laut dem Innenministerium ist das der zweitniedrigste Wert seit Bestehen des Landes Brandenburg. "Der Rückgang fällt damit deutlich stärker aus als in Deutschland insgesamt", sagte Stübgen weiter. Allerdings liege Brandenburg, bezogen auf die Bevölkerungszahl, im bundesweiten Vergleich leider immer noch im oberen Drittel. 

Zahl der Verletzten steigt

Einen leichten Anstieg verzeichnet dagegen die Zahl der im Verkehr Verletzten. Sie ging um ein Prozent auf 11.819 Menschen hoch. Das waren 113 Betroffene mehr als 2018. Auch die Zahl der getöteten Senioren stieg im vergangenen Jahr auf 44. So kamen knapp fünf Prozent mehr ältere Menschen im Verkehr ums Leben, als vor zwei Jahren. Insgesamt gab es 18.724 Unfälle in der Altersgruppe 65plus, von denen mehr als 70 Prozent durch die Senioren selbst verursacht wurden.

Polizeipräsident Roger Höppner erklärte daher: "Besondere Schwerpunkte werden wir im Rahmen unserer Verkehrsunfallprävention in diesem Jahr auf Kinder und Senioren legen." 2019 kamen drei Kinder im Straßenverkehr ums Leben, 2018 starb ein Kind. Allerdings waren insgesamt weniger Kinder in Verkehrsunfälle verwickelt: 752 statt 777 im vor zwei Jahren. Zudem sank die Zahl der verletzten Kinder um rund fünf Prozent auf 1.081. Auch die Schulwegunfälle sind weniger geworden (2019: 239, 2018: 243).

Mehr Unfälle innerorts, weniger auf Autobahnen

Deutlich mehr Verkehrsunfälle gab es innerhalb geschlossener Ortschaften: Die Zahl stieg um rund 17 Prozent auf 53.781. Auch außerorts gab es einen Anstieg um mehr als sechs Prozent. Gesunken ist dagegen die Zahl der Unfälle auf Autobahnen: von 8.151 im Jahr 2018 auf 7.931 im vergangenen Jahr.

Verkehrsminister Guido Beermann (CDU) erklärte: "Brandenburgs Autobahnen sind sehr sicher. Weniger Unfälle, weniger Verletzte - und das alles bei den vielen Autobahnbaustellen des vergangenen Jahres." Diese Entwicklung sei erfreulich. "Allerdings sind die immer noch hohen Zahlen von Unfällen in Brandenburg insgesamt ein Zeichen, dass die Verkehrssicherheit weiterhin im Mittelpunkt unseres Handelns stehen muss", sagte Beermann.

Schnelles Fahren verursacht die meisten Unfälle

Überhöhte Geschwindigkeit ist laut Statistik die Nummer eins bei den Unfallursachen. Die Zahl der durch zu schnelles Fahren verursachten Unfälle stieg um mehr als 27 Prozent auf 4.619 Fälle. Dagegen sank die Zahl der Unfälle durch Alkohol (2019: 1.202, 2018: 1.235), während die Zahl der Unfälle unter Drogeneinfluss stieg (2019: 195, 2018: 180). "Leider führt zu hohe Geschwindigkeit immer noch zu den meisten Verkehrstoten und im vergangenen Jahr auch zu deutlich mehr Unfällen", sagte Innenminister Stübgen.

Insgesamt kam es im vergangenen Jahr zu 83.827 Verkehrsunfällen in Brandenburg. Das sind knapp zwei Prozent mehr als 2018. 

Kategorie 2019 2018
Verkehrstote 125 143
Verletzte im Verkehr 11.819 11.706
Fahrradunfälle 3.886 3.874
Motorradunfälle 1.299 1.374
Unfälle mit Güterverkehr 12.819 13.452
Unfälle innerorts 53.781 53.471
Unfälle außerorts 22.115 20.840
Unfälle auf Autobahnen 7.931 8.151
Unfälle mit Senioren 18.724 18.321
Unfälle mit Kindern 752 777
Unfälle insgesamt 83.827 82.462

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.02.2020, 10:30 Uhr

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4 Kommentare

  1. 3.

    Wossi spürt offenbar den Atem der "Linkspopulisten" im Nacken, die daruf drängen, dass auf Deutschen Autobahnen bald Tempo 80 eingeführt werden soll, nehme ich an . . . ;-)

  2. 1.

    Obwohl die Autobahnen Dtl.s sicherste Straßen sind, muss dem Gefühl bestimmter Populisten wertschätzend entsprochen werden: Ein Tempolimit von 126,3 km/h ist im ersten Step die richtige Wahl um dann später auf 80,3 km/h noch mehr Unfälle zu vermeiden...

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