Pankower Tor. (Quelle: imago images/Jürgen Ritter)
Audio: Holger Hansen | rbb 88,8 | 10.03.2020 | Bild: imago images/Jürgen Ritter

2.000 Wohnungen geplant - Pankower Tor wird frühestens ab 2023 bebaut

Ursprünglich wollte der Möbel-Unternehmer Kurt Krieger ein Einkaufszentrum auf der Brache des Pankower Tors errichten, doch dieser Plan hat sich zerschlagen. Stattdessen sollen Tausende Wohnungen entstehen. Doch bis zum Baubeginn vergehen noch Jahre.

An dem geplanten Berliner Bauprojekt Pankower Tor können voraussichtlich in vier Jahren die Bagger rollen. Der Bezirk Pankow hat inzwischen den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst, damit der Investor Krieger auf dem ehemaligen Bahngelände zwischen Pankow und Heinersdorf ein neues Stadtquartier errichten kann.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) sagte am Dienstag, wo ursprünglich ein reiner Einzelhandelsstandort entstehen sollte, werde es jetzt einen Mix aus Wohnen, Gewerbe, Büros und Einzelhandel geben. Das sei ein großer Erfolg.

Lompscher will Bürgerbeteiligung auf den Weg bringen

Am Pankower Tor sollen 2.000 Wohnungen entstehen, 30 Prozent als Sozialwohnungen, außerdem zwei Kitas und eine Grundschule. Wo zusätzlich eine weiterführende Schule errichtet wird, ist jedoch weiterhin unklar. Ebenso ist noch offen, was mit den denkmalgeschützten Lokschuppen auf dem Gelände geschehen soll.

Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) sagte, als nächster Schritt solle ein Masterplan als Grundlage für die Bürgerbeteiligung erarbeitet werden. Mit dem Bau könne voraussichtlich in drei bis vier Jahren begonnen werden.

Pankower Tor erhält Tram-Anbindung

Der Pankower Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) äußerte sich am Dienstag erleichtert. Es sei an der Zeit gewesen, "einmal zu Potte zu kommen". Schließlich sei das 40 Hektar große Areal nahe des U- und S-Bahnhofs Pankow eine städtebauliche Wunde.

Der Möbelhausbetreiber Krieger (Höffner, Möbel Kraft) hatte das Gelände an der S-Bahn-Trasse vor rund einem Jahrzehnt gekauft. Seither ringt er mit den Behörden um Lösungen, die für alle Seiten akzeptabel sind. Krieger wollte zunächst viel Handel. Nun soll ein gemischtes Quartier entstehen. Zur besseren Anbindung soll die Tram von Weißensee verlängert werden, geplant ist auch ein Fahrradparkhaus.

Sendung: Abendschau, 10.03.2020, 19:30 Uhr

Kommentarfunktion am 11.03.2020, 14.25 Uhr geschlossen. Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

15 Kommentare

  1. 15.

    "Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) sagte, als nächster Schritt solle ein Masterplan als Grundlage für die Bürgerbeteiligung erarbeitet werden"
    Ein weiterer Versuch der Senatorin dieses Bauvorhaben zu torpedieren. 2010 fand die erste Bürgerversammlung dazu statt.
    Und wie die Bürgerbeteiligung der Senatorin aussieht, kann man gerade beim "Blankenburger Süden verfolgen. Die Bürger sollten schön "über den Tisch gezogen" werden.

  2. 14.

    "Der Senat hat wirklich verstanden, wie wichtig neue Wohnungen sind... "

    Wieso der Senat? Es war Herr Krieger der das nicht so sah; der wollte "viel Handel". Nun soll es - Dank der Politik - ein "gemischtes Quartier" werden.

  3. 13.

    Nach nur schlappen 10 Jahren wurde ein Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan gefasst. Der Senat hat wirklich verstanden, wie wichtig neue Wohnungen sind...
    Ich kann wernotto nur beipflichten, Respekt für Herrn Krieger, nicht längst hingeworfen zu haben.
    Man erinnere sich: vor der letzten Wahl bestand eigentlich schon Einigkeit. Der damalige Senat wollte nicht unterschreiben, um für den nächsten Senat keine "vollendeten Tatsachen" zu schaffen (bei viel weitreichenderen Entscheidungen hat man diese Befürchtungen ja nicht...). Nun steht bald die nächste Wahl an. Ich wünsche Herrn Krieger, ein seeehhr hohes Alter zu erreichen, um den Erfolg seiner Bemühungen hoffentlich eines Tages noch miterleben zu können.

  4. 12.

    @ ChrisBerlinMittwoch, 11.03.2020 | 00:54 Uhr

    Ganz ehrlich: Wenn Sie keine Ahnung haben, dann schreiben Sie doch bitte auch keine Unwahrheiten ! Ich wohne dort, der Lurch ist eine Kreuzkröte, der Ruf mehrere hundert Meter weit zu hören. Die Tiere sind nicht ausgesetzt worden, sondern sind aufgrund der jahrelangen Brachlage dort eingewandert, was ein vollkommen natürlicher Prozess ist. Vermutlich aus den angrenzenden Schrebergartengeländen "Am Feuchten Winkel".... Im Übrigen weiss Krieger schon seit zig Jahren von dem Vorkommen seltener Tierarten auf dem Gelände.
    Dieses "Grünenbashing" geht mir langsam auf den Zeiger. Meist komischerweise von Schreibern, die wenig Fundiertes beisteuern und meist ihr Ego befriedigen wollen.

  5. 11.

    Aber ist nicht einer der großen Diskussionspunkte der Abriss von den denkmalgeschützten Bauwerken? Die auch im Vorhinein bekannt waren?

  6. 9.

    Vor rund einem Jahrzehnt hat Herr Krieger das Grundstück gekauft. Da war die SPD in der Verantwortung (Müller bzw. Köhne) - so wie in Treptow-Köpenick (Igel). Bzw. Die Linke (Lompscher bzw. Benn) sind es erst seit 3 Jahren.

  7. 8.

    Wie ich nun in einigen Kommentaren schrieb: vorwiegend lag es nicht an den linken... Viel mehr den Grünen die dort einen seltenen Lurch gefunden haben. Zufällig wo dort schon die Bagger rollten. Ich bin nicht der einzige der vermutet, die Lurchart wurde dort absichtlich ausgesetzt

  8. 7.

    Diese Wohnungen wären längst fertig. Aber es gab nen dringenden Baustop. Geplant ist das nämlich schon seit einigen Jahren.

  9. 6.

    S und Strassenbahn gibt es dort doch auch. Sogar die U Bahn. Oder sind sie der Meinung man könne das Gelände nur über einen Umweg betreten? Und selbst wenn, gäbe es vom s und u Bahnhof Pankow sogar Busse.

  10. 5.

    Werde es jetzt geben? Das wollte man längst so bauen. Nur dann wurde angeblich eine seltene Lurchart gefunden und die Bagger rollten wieder ab. Die Pläne standen schon längst. Man wäre ohne diesen Lurch womöglich schon fertig mit den Bauten.
    Ich wohne seit 8 Monaten in unmittelbarer Nähe und davor fuhr ich viele viele Jahre jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit und nach Hause daran vorbei. Die Zeitung "Berliner Woche" hat auch schon mehrfach darüber berichtet.

  11. 4.

    Da wäre schon längst ein Untersuchungsausschuss fällig, um zu klären, wer das Projekt mit immer neuen Forderungen an den Investor verhindert.
    Ich verfolge das Ganze seit der 1. Bürgerversammlung 2010, in der Krieger seinen Entwurf mit 500 Wohnungen, Park in der Mitte, Möbel- und Kaufhaus vorgestellt hatte, was auf große Zustimmung traf.

  12. 3.

    Wenn ich der Herr Krieger wäre würde ich diesem unfähigen Bezirk und der noch unfähigeren Bauverwaltung von Frau Lompscher den ganzen Kram vor die Füsse werfen, das Grundstück verkaufen und mich meines Lebens freuen.
    Da gibt es mal einen echten Berliner der in seiner Stadt investieren und bauen will und seit Jahren werfen ihm diese "Linken" verschlimmbesserer nur Knüppel zwischen die Beine.
    Hej Leute, schaut doch mal auf Köpenick. Hier wird beantragt, geplant und gebaut, dass es die reine Freude ist. Nicht alles schön aber vieles sehr ansehnlich . Liegt wohl daran das die entsprechenden Stellen nicht von "Linken" und "Grünen" Ideologen besetzt sind!!!

  13. 2.

    Seit Jahren (25?) stehen an der Wartenberger Straße/Gehrenseestraße in Hohenschönhausen Gebäuderiegel leer und verfallen. Es wäre so einfach, daraus Wohnraum zu schaffen - wenn denn der (politische) Wille da wäre (Eigentum verpflichtet und so weiter). Der Rohbau steht quasi, Anschlüsse sind da. Aber nein, da wird lieber ein Gewese gemacht um ... lächerliche 2.000 geplante (! ggf. in einigen Jahren fertig beziehbare) Wohnungen auf 40 Hektar?

  14. 1.

    Das hört sich gut an. Nur verstehe ich nicht warum man nicht in Marzahn und Hellersdorf baut. Hier gibt es S und Straßenbahn. Ja und Platz ist auch genug da. Rohre bräuchten wars heimlich auch nicht umgeleitet werden. Der Weg des leichteren Widersstand ist manchmal der Bessere.

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