Archivbild: Eine Photovoltaikanlage ist am 10.06.2010 auf dem Dach des Roten Rathauses installiert. (Quelle: dpa/Arno Burgi)
Audio: rbb 88,8 | 10.03.2020 | Martin Friede | Bild: dpa/Arno Burgi

Fotovoltaik-Anlagen auf Berliner Dächern - Senat will mit Förderplan Solaranlagenbau vorantreiben

Berlins Senat will mit einem Förderprogramm den Ausbau von Solaranlagen auf Dächern ankurbeln. Künftig soll es leichter werden, Photovoltaik-Anlagen an das öffentliche Stromnetz anzuschließen. Für das Vorhaben hat der Senat einen "Masterplan" aufgelegt.

Rot-Rot-Grün in Berlin will mit verschiedenen Maßnahmen den Ausbau und die Nutzung von Solaranlagen in der Stadt befördern. Am Dienstag verabschiedete der Senat den "Masterplan Solarcity" mit 27 Maßnahmen sowie dem Plan für eine begleitende Studie des Fraunhofer Instituts.

Geplant ist unter anderem, eine Koordinierungsstelle einzurichten. Vorgesehen ist auch, auf möglichst allen öffentlichen Gebäuden solche Anlagen zu installieren. Eine generelle Solarpflicht für Neubauten und bestimmte Bestandsbauten ist zunächst nicht vorgesehen, soll aber geprüft werden.

Der "Masterplan" umfasst zudem mehr Förderung und Beratungsangebote für Hauseigentümer, einfachere Verfahren beim Anschluss von Fotovoltaik-Anlagen an das Stromnetz und den Abbau von Barrieren etwa durch den Denkmalschutz. Leuchtturmprojekte sollen die Vorteile der Photovoltaik einem breiteren Publikum deutlich machen.

Solaranteil am Strommix soll massiv ausgebaut werden

Ziel des Programmes ist es, den Anteil des Solarstroms spätestens bis zum Jahr 2050 auf 25 Prozent zu erhöhen - eine solches Potenzial hatten Fachleute in einer Studie errechnet. Derzeit decken Solaranlagen 0,7 Prozent des Stromverbrauchs in Berlin ab.

"Wir müssen dafür den Solarausbau in der Stadt beschleunigen", sagte Energiesenatorin Ramona Pop (Grüne). "Es ist notwendig, dass die Bundesregierung den rechtlichen Rahmen für Solarenergie in den Städten endlich verbessert. Die vorhandenen Spielräume wollen wir dennoch auf Landesebene aktiv nutzen."

An einem Hochhaus am Helene-Weigel-Platz in Berlin-Marzahn sind Fotovoltaik-Anlagen angebracht (Quelle: Bildagentur-online/Schoening)

Sendung: Radioeins, 10.03.2020, 10 Uhr

Kommentar

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17 Kommentare

  1. 17.

    Welche Bank vergibt Kredite "praktisch umsonst"?
    Ich habe leider bis heute keine gefunden.
    Was bedeutet bei ihnen "praktisch"?
    Die Kreditvergabe ist im Augenblick die einzige Möglichkeit für Banken Geld zu verdienen.
    Da schmeißt keiner Geld weg oder einem hinterher.
    Die Kalkulation ist auch nicht so einfach, da die Einspeisevergütung gerne einmal von der Politik gekappt wird.

  2. 15.

    Investoren, die die Dachfläche dann kostenlos nutzen könnten und durch den erzeugten Strom Geld machen. Wie ein andrer Kommentator schon geschrieben hat gibt es Kredite zur Zeit praktisch für umsonst und nach ein paar Jahren hat man Kosten wieder drin und fährt Gewinne.

  3. 14.

    Wird dieses Förderprogramm wie die "Förderung der Lastenräder" durch das Land Berlin wieder eine Medienblase ohne Inhalt?

  4. 13.

    Ich verstehe ihren Einwand nicht.
    Es stellt sich die Frage, wer diese Anlagen bezahlen soll, bzw. woher die Vermieter dank Absenkung der Mieten durch den Mietendeckel noch das Geld für die Errichtung der Anlagen nehmen sollen!?
    Die sozialistische Denkweise" die Vermieter können verpflichtet werden..." hilft nicht weiter.
    Wer bezahlt den Statiker, der sich erst einmal anschaut, ob die Traglast des Daches für die Anlagen ausreicht?!
    Es gibt auch Vermieter, die jahrelang keine oder kaum Mieterhöhungen durchgesetzt haben und deswegen Mieten entgegennehmen, die weit unter den ortsüblichen Vergleichsmieten des geltenden Mietspiegels von 2019 liegen.

  5. 12.

    Schön, dass Sie einen Beschluss des Berliner Senats zum Anlass nehmen, über die „Merkel-Regierung“ zu jammern. Noch schöner, dass Sie sich dabei auf einen neun Jahre alten Artikel stützen, dessen Autor seine schönen Kernkraftwerke behalten wollte (aber gegen ein Endlager in seiner Wohngegend Sturm laufen würde).

    In einem Punkt hätten Sie recht, wenn Sie ihn so formuliert hätten: Dass die deutsche Solarindustrie vor zehn Jahren zusammengebrochen ist, hängt auch mit der industriepolitischen Kurzsichtigkeit aller Merkel-Kabinette zusammen. Außerdem mit Marktgläubigkeit und Schwarze-Null-Fetisch. Bei der Windkraftindustrie droht sich das nun zu wiederholen. Aber lassen Sie mich raten: Das sind für Sie alles keine Kritikpunkte.

  6. 11.

    Was ist eigentlich mit den -zig Millionen solartechnisch ungenutzter Autodaecher ?
    Warum gibt s dafuer keine staatliche Foerderung ?

  7. 10.

    "Die Solarenergie kostet die Verbraucher Jahr für Jahr hohe Milliardenbeträge, verteuert den Klimaschutz, lässt sich nicht wirtschaftlich speichern und fällt in mehr als der Hälfte des Jahres fast komplett aus. Auch industriepolitisch ist die Solarförderung ein gewaltiger Schuss in den Ofen: Bereits mehr als 70 Prozent der in diesem Jahr in Deutschland verbauten Solarmodule stammen aus Asien."
    Warum forciert die Merkel-Regierung trotzdem diesen Irrweg? Zu groß ist die Sorge, vor den anstehenden Landtags- und Bundestagswahlen vom ökologischen Mainstream der Bevölkerung abgestraft zu werden.

    Hier die Details in der WELT:

    https://www.welt.de/dieweltbewegen/article13451001/Der-grosse-Schwindel-mit-der-Solarenergie.html

  8. 9.

    Das hätten sie auch schon früher haben können,als erste Maßnahme die Hürden abbauen,und Fördergelder auch rückwirkend bewilligen.Die Steuern auf den Eigenverbrauch und auf die Mehrwertssteuer bei der Installation verzichten.

  9. 8.

    Den Teil mit "könnte man dazu verpflichten ihre ungenutzten Dachflächen kostenlos zur Verfügung zu stellen" haben Sie überlesen?

  10. 7.

    Süd Dachflächen....sind bei der neuesten Generation von doppelglas Solarmodulen aus deutscher Produktion nicht zwingend notwendig.
    Auf dem Sparbuch Null Zinsen. Ich investiere jetzt zum Eigenstromverbrauch 6200 Euro, Komplettpreis inklusive Montage. Ohne Speicher, der ist bei kleinen Anlagen unwirtschaftlich, Übers Jahr 70 % weniger Stromkosten. Mehr Rendite gibt es nirgends. Entgegen der landläufigen Meinung hilft das auch das Stromnetz zu stabilisieren. Zu dem Thema sollten sich Interessenten Sachkundig machen.

  11. 6.

    Kredite sind billig wie noch nie und amortisieren sich bei den heutigen Strompreisen sehr schnell. Ich frage mich ja eher, wie stur und vernagelt man sein muss, dass man seine Süd-Dachflächen nicht schon längst mit Solarkollektoren und PV-Modulen vollgepflastert hat.
    Ich träume mir das nicht zusammen. Ich bin Ingenieur und weiß wovon ich rede.

  12. 5.

    Eigentlich wäre das eine Bundesaufgabe. Aber die Bundesregierung wirft die Milliarden lieber den Energiekonzernen in den Rachen, um ihnen den gaaanz langsamen Abschied von der Kohle zu versüßen.

  13. 4.

    Das ist schon dreist.
    Woher sollen Berliner Vermieter für die Anlagen Geld nach dem Mietendeckel haben.
    Vielleicht bei einer 100 prozentigen Förderung.
    Woher soll das ganze Geld kommen?

  14. 3.

    Finde ich auch gut...und ja, der Denkmalschutz sollte in meinen Augen hinter den Lösungen zur Abwendung einer Klimakatastrophe definitiv zurückstehen.

    In der Stadt können wir halt leider keine Windräder oder große Solarfelder aufbauen. Hier geht es eben nur kleinteilig. In der Summe macht das aber eben auch was aus.

    Eigentümer, die hier selber nicht tätig werden wollen oder können, könnte man dazu verpflichten ihre ungenutzten Dachflächen kostenlos zur Verfügung zu stellen. Ersteller, Betreiber (und Nutznießer) wäre dann die öffentliche Hand.

  15. 2.

    Der Denkmalschutz kann gerne auch beim Thema Dämmung die Klappe halten. Wieviel CO2 rausgepustet wird weil wegen des Denkmalschutzes keine modernen Fenster eingebaut werden ist skandalös.

  16. 1.

    Zeit wirds! Es gibt so endlos viele Dachflüchen in Berlin, die ordentlich Strom liefern könnten.
    Verbunden mit lokalen Stromspeichern und der Förderung von BHKW ließe sich die Umwelt massiv entlasten, ohne die Netzstabilität zu gefährden.

    Und hier denke ich tatsächlich mal daran, Eigentümer in die Pflicht zu nehmen - denn die Maßnahme frisst unter dem Strich kein Brot und schlicht sinnvoll. Vorausgesetzt, die Einspeisevergütung sackt nicht weiter ab.

    Ich hoffe, der RBB bleibt am Thema und berichtet!

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