Die Tür zu einem Operationssaal gibt den Blick in einen OP frei (Quelle: dpa/Wiedl).
Audio: Antenne Brandenburg | 24.03.2020 | Katja Geulen | Bild: dpa/Hans-Jürgen Wiedl

Streit um Approbation - Brandenburg will Übergangslösung für Medizin-Absolventen

Im Streit um die Zulassung deutscher Medizin-Absolventen polnischer Universitäten zeichnet sich in Brandenburg eine Übergangslösung ab.  Betroffene können demnach zunächst für 13 Monate eine Berufszulassung erhalten, wie das brandenburgische Gesundheitsministerium auf Nachfrage des rbb am Montag mitteilte.

Damit können die in Polen diplomierten deutschen Mediziner als Assistenzärzte in deutschen Krankenhäusern arbeiten. Eine vollständige Approbation, wie von den Absolventen und Kliniken gefordert, ist das allerdings noch nicht. Nach den 13 Monaten soll eine mündliche Prüfung erfolgen.

Hunderte Absolventen betroffen

Bis zum Sommer 2019 waren Absolventen polnischer Unis automatisch in Deutschland approbiert worden. Eine geänderte Regelung innerhalb Polens sorgt jedoch seitdem für rechtliche Unsicherheit bei den deutschen Behörden.

Betroffen sind Hunderte Absolventen, allein im polnischen Szczecin (Stettin) machen jedes Jahr rund 30 deutsche Mediziner ihren Abschluss, um in deutschen Krankenhäusern zu arbeiten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zuletzt die sofortige Zulassung der Betroffenen empfohlen – auch um die angespannte Situation an Kliniken zu entlasten. Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) sagte: "Ein Gutachten des Parlamentarischen Dienstes des Deutschen Bundestages sieht einen Ermessensspielraum, den die Zulassungsbehörden auf deutscher Seite nutzen können und sollten."

Seit 22 Jahren gibt es an der Pommerschen Medizinischen Universität  in Szczecin einen englischsprachigen Medizinstudiengang für Studenten aus dem Ausland. Der Asklepios-Konzern - speziell das Klinikum Uckermark - arbeitet seit 2013 mit der Uni zusammen, um deutsche Ärzte für seine Kliniken ausbilden zu lassen.

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