Herbststimmung in einem Wald im Briesetal
Bild: imago images/McPHOTO

Kiefern-Monokulturen - Brandenburg will deutlich schneller hin zu Mischwäldern

Brandenburg will wegen des Klimawandels schneller weg von Kiefern-Monokulturen, hin zu naturnahen Mischwäldern. Derzeit pflanzt der Landesbetrieb Forst jährlich rund sechs Millionen Laubbäume. Diese Zahl will Umweltminister Vogel deutlich steigern.

Zur Bewältigung des Klimawandels will Brandenburg klimastabile und naturnahe Mischwälder aufbauen. Die aktuelle Waldumbaufläche im Landeswald von rund 1.500 Hektar pro Jahr solle erweitert werden, erklärte Umweltminister Axel Vogel (Grüne) am Donnerstag in Potsdam anlässlich des internationalen Tags des Waldes am 21. März. Derzeit pflanze der Landesbetrieb Forst jährlich rund sechs Millionen Laubbäume, um von den märkischen Kiefern-Monokulturen wegzukommen.

Weg von Kiefern-Monokulturen

Brandenburg verfügt den Angaben zufolge über rund 1,1 Millionen Hektar Wald. Dies entspricht 37 Prozent der Landesfläche. Zum Waldumbau würden am häufigsten Rotbuchen und Traubeneichen gepflanzt, aber auch Stieleichen, Hainbuchen und Bergahorne, hieß es.

Die Mehrheit der Waldflächen bestehe aus gepflanzten Kiefern, die in Brandenburg auch an vielen Standorten gute Erträge bringen, hieß es weiter. Auf mehr als 70 Prozent der Waldflächen im Land sei die Kiefer immer noch die Hauptbaumart. Bis der Anteil reiner Kiefernwälder deutlich verringert werden könne, werde jedoch eine Generation vergehen.

Anfällig für Schädlinge und Klimaextreme

Die kritische Sicht auf die Kiefern-Monokulturen in der Plantagenwirtschaft sei in der Forstwissenschaft nicht neu, betonte Vogel. Die Monokulturen seien besonders anfällig für Schädlinge und Klimaextreme und wiesen eine geringe Artenvielfalt auf.

Der Zustand der Brandenburger Wälder hatte sich nach zwei trockenen und heißen Sommern zuletzt massiv verschlechtert. Mehr als ein Drittel der Waldfläche ist laut Waldzustandsbericht 2019 deutlich geschädigt

Wälder bedecken den Angaben zufolge weltweit noch 30 Prozent der Landoberfläche. Sie speichern etwa die Hälfte des auf der Erde gebundenen Kohlenstoffs.

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5 Kommentare

  1. 5.

    Mischwälder müssen auch dort entstehen, wo im Augenblick, keine Wälder vorhanden sind. Da müsste geschaut werden, welche Städte oder Kommunen, größtenteils nur von Äckern oder Wiesen oder Windrädern umgeben sind. Es ist sehr einseitig, nur immer an gleichen Stellen, Wälder umzubauen. Davon profitieren, wahrscheinlich nur immer die gleichen Städte und Kommunen und Andere, bleiben aussen vor. Da müssten auch mal neue Wege beschritten werden.

  2. 4.

    Wir brauchen viel mehr Waldflächen, viel mehr Mischwälder. Auch in den Landkreisen, wo die Agrarlobby, den Boden durch Landwirtschaft und Massentierhaltung besonders austrocknet. Besonders viele Orte im Brandenburger Westen, benötigen neue Mischwälder und nicht nur Monokulturen und Windkraftanlagen. Auch viele Brandenburger Alleen, sind seit der Wende verschwunden.

  3. 3.

    Ja, Waldumbau ist natürlich immer sehr gut. Aber, Ich denke, mehr Acker-und Brachflächen, sollten aufgeforstet werden.

  4. 2.

    Das ist aber mal eine erfreuliche Nachricht !

  5. 1.

    Das ist nur zu begrüßen was jetzt getan wird. Jeder der schon einmal zu Fuß oder mit dem Radl durch einen Mischwald gefahren ist kann sich an die Farben- und Artenvielfalt erinnern. Klug angelegt, mit Schneisen gegen Brand etc. werden viele Menschen in Zukunft ihre Freude daran haben. Danke!

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