Die Kreuzung zwischen Tauentzienstraße und Nürnberger Straße (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa/Christoph Soeder

Charlottenburg-Wilmersdorf - Tauentzienstraße wird probeweise für Autos gesperrt

Der Tauentzien ist eine Einkaufsstraße mit Hürden: Will man auf die andere Seite, kämpft man sich durch den Verkehr. Auf Antrag der FDP will der Bezirk die Straße probeweise autofrei machen. Vorgesehen ist zunächst eine Probephase.

Die Tauentzienstraße in der Berliner City West probiert sich als autofreie Promenade. Wie lange und wie genau diese Verkehrsfreiheit aussieht, muss nach Aussagen des verkehrspolitischen Sprechers der Grünen von Charlottenburg-Wilmersdorf, Alexander Kaas Elias, in den nun anstehenden Absprachen mit dem Senat und dem Nachbarbezirk Tempelhof-Schöneberg beraten werden.

Der Verkehrsausschuss der BVV Charlottenburg-Wilmersdorf hatte in der vergangenen Woche mit den Stimmen von Rot-Grün-Rot auf Antrag der FDP beschlossen, die Tauentzienstraße zwischen Joachimsthaler Straße und Wittenbergplatz probeweise für Autos zu sperren. Mit einer Zustimmung für das Vorhaben durch die Stimmen von Rot-Grün-Rot und der FDP in der BVV-Sitzung in der nächsten Woche wird auf Grund der Mehrheiten gerechnet.

Recke: Testphase möglicherweise in der Adventszeit

"Die City West muss unbedingt attraktiver werden, wenn sie berlinweit und auch in Bezug auf den Onlinehandel wettbewerbsfähig werden will", sagte FDP-Fraktionschef Felix Recke als Initiator des Antrags. Der Vorschlag einer temporären Sperrung der Tauentzienstraße sei das Ergebnis eines Bürgerforums im Herbst 2019, an dem auch Anwohner und Vertreter der Wirtschaft teilnahmen.

"Uns ist dabei sehr wichtig, dass wir nicht einfach Maßnahmen vorgeben und Verdrängungseffekte befördern, sondern uns mit allen Beteiligten gemeinsam abstimmen, wie die verkehrliche Anbindung sichergestellt bleibt, die neu gewonnenen Flächen genutzt werden und der Einzelhandel profitiert", betonte Recke.  

Als Testphase würde sich beispielsweise die Adventszeit anbieten, in der der Weihnachtsmarkt auf die Tauentzienstraße ausgeweitet werden könnte. Gleichzeitig würde der Breitscheidplatz massiv aufgewertet, wenn er nicht mehr nur eingekesselt zwischen zwei Straßen liegt. Auch die Sperrelemente zum Terrorschutz könnten neu gedacht werden.

Studie soll das Verkehrsexperiment begleiten

Die Chancen und Folgen einer Sperrung sollten in einer Studie analysiert werden, sagte Kaas Elias. Nach dem Vorliegen solch einer Studie könne man dann beraten und entscheiden, was auf der Straße dann auch baulich verändert werden muss. "Das Ganze bietet die Chance, dass die City-West eine gewissen Aufwertung erfährt."

Kaas Elias erklärte, er rechne grundsätzlich mit einer Zustimmung auch von Senat und vom Nachbarbezirk Tempelhof-Schöneberg. "Grob" habe es hier "schon mal positive Signale" gegeben. Ab der der Nürnberger Straße bis zum Wittenbergplatz gehört die Tauentzienstraße zum Nachbarbezirk.

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32 Kommentare

  1. 32.

    Ihr, sorry Gekeife, ist einfach nur peinlich. Darf ich als Spandauer auch nicht wissen was Berlin braucht oder wo ziehen sie die Grenze? Im Übrigen hat @Helmut Krüger recht. Die Straßenbahn ist ein hocheffizientes Verkehrsmittel und auch deshalb bei Autofanatikern verhasst.

    Man hat eine dumme Ausrede weniger mit dem Auto die Straßen sinnlos zu verstopfen.

  2. 31.

    Zu Ihrer Information: Wenn Sie auf die Karte schauen oder den Magnet benutzen, liegt Potsdam westlich von Berlin.

    Was das von Ihnen bezeichnete antiquierte Verkehrsmittel anbelangt und Sie die Möglichkeit haben, zu googeln: Einfach mal unter "Eurotram Strasbourg" oder "Tram Jerusalem" klicken und dann werden Sie ein Verkehrsmittel entdecken, gegen das jedes Auto alt aussieht. Soweit die Möglichkeit besteht, können Sie sich das - wie ich im Falle Straßburgs - sogar selber ansehen.

    Guten Tag.

  3. 30.

    H. Krüger; dann bleiben Sie doch im Osten in Potsdam oder gibt es dort nichts einzukaufen? Warum müssen sie nach Berlin fahren zum einkaufen? Beschaulich in Potsdam wohnen und die Infrastruktur in Berlin nutzen wollen. Natürlich wissen sie auch was Berlin braucht als Potsdamer.

  4. 29.

    Ein anschaulicher Blick reicht vollkommen aus: Der Regio bringt jeden Bürger aus Potsdam in 20 Minuten zum Zoo, das schafft kein Auto und allein die Stellplatzsuche liegt oftmals schon über der Fahrzeit. So halten es übrigens sehr viele Menschen, wenn nicht sogar die Meisten aus Potsdam.

    Dass Sie allerdings zuallererst an das Straßen-Verstopfen denken - ich vermute: Sie meinen "Fahrbahn-Verstopfen" damit - zeigt mir allerdings, wie sehr derartige Verkehrsalternativen bei Ihnen außer Acht geraten sind. Deshalb auch, pardon, die Ignoranz gegenüber dem chaotischen Busverkehr vornehmlich in den westl. Bezirken Berlins, sodass eine Linienbündelung per Tram - wie es weltweit geschieht - dem Nahverkehr auf die Sprünge helfen würde.

    Der Wedding - ehemals ja im Westteil Berlins gelegen - macht es seit Jz. vor, Moabit - ebenfalls im eh. Westteil gelegen - folgt gerade. Und in 27 französischen Städten, gewiss nicht "im Osten" gelegen, feiert die Tram gerade ihre Renaissance.

  5. 28.

    Und eben darum muß der Einzelhandel neue Wege gehen. Das schnell hin mit dem Auto, einkaufen und wegfahren ist out. Die Leute wollen bummeln, Eis essen usw.l Da wird aus dem Einkaufen ein Happening. Eben eine Alternative zum Onlineshopping.
    Man darf nur nicht die Fehler der herkömmlichen Fußgängerzonen wie der Wilmersdorfer wiederholen. Die Spandauer Altstadt ist da schon einen Schritt weiter.
    Die autogerechte Stadt war gestern, wenn der Einzelhandel weiter schläft und auf den Parkplatz vor der Tür setzt, dann kann sich in der Tat Bezos freuen, der Bulgare mit Hungerlohn weniger.

  6. 27.

    H.Krüger; Das ist doch toll wenn sie in Potsdam mit der Straßenbahn fahren und in der Fussgängerzone einkaufen gehen. Dann brauchen sie nicht nach Berlin die Straßen verstopfen. Die U-Bahn und der Busbetrieb wenn er richtig organisiert ist reicht völlig aus. Antiquierte Verkehrsmittel können in Potsdam ausgebaut werden.

  7. 26.

    Da sägt man nur an dem Ast auf dem man sitzt! Die Folge:Amozon... und der Bulgare trägts sogar nach oben..

  8. 25.

    Das Gegenteil ist richtig: Jedes öffentliche Nahverkehrsaufkommen, mit dem Busse überfordert sind, sollte zuallererst per Straßenbahn und wenn das nicht mehr geht, dann erst per U- (und S-)Bahn bewältigt werden. Einen chaotisch wirkenden Busverkehr weiterhin fahren zu lassen, grenzt an Fahrlässigkeit. Ihn auf die U-Bahn verlagern zu wollen, wo schon eine U-Bahn unten drunter existiert, erscheint mir absurd. Welche Ideologie, pardon, steckt dahinter, dasjenige Verkehrsmittel, was in den östlichen Bezirken mit gutem Zuspruch und mit klarer Struktur fährt, nicht auf die westlichen Bezirke ausdehnen zu wollen? Der Bezirk Mitte hat eine Straßenbahn, wozu der Altbezirk Mitte gehört, ebenso auch Wedding, wo die Tram mit großem Erfolg fährt, fehlt mithin nur der ehemalige Bezirk und jetzige Bezirksteil Tiergarten. Die Verlängerung nach Charlottenburg-Wilmersdorf ist da nur logisch, so wie die jetzt beginnende Straßenbahnstrecke in Moabit bis zur Turmstraße.

  9. 24.

    Wenn Potsdam auf Strassenbahn steht ist das mir egal, aber in Berlin hat das Verkehrsmittel nicht verloren. Der Haupt-ÖPVN muss unter die Erde und max. ein paar Busse als Zubringer, bzw. Versorger auf der letzten Meile.

  10. 22.

    Sehr gut! Niemand muss in diesen Teil der Stadt mit dem eigenen Auto fahren.

  11. 20.

    Dann sollte uns mal Egon erklären warum man die Taktung (Umlaufzeiten) nicht zugunsten der Fußgänger ändert.

    Egon, du hast doch immer einen Plan!

    Gruß Kjeld ;-)

  12. 19.

    Wer jemals zu Hauptverkehrszeiten des Fußverkehrs an einer Ampel in der Tauentzien gestanden hat, kann den sachlich zutreffenden Begriff "Kampf" sehr wohl nachvollziehen. Wer in der dritten Reihe steht, hat verloren.

  13. 18.

    " ... wo man nur auf Straßenbahn achten muss und nicht entspannt flanieren kann."

    Das "Nur" halte ich für vollkommen zutreffend, dass aber nicht entspannt flaniert werden könne, aber deshalb nicht.
    Im Gegenteil: Die Tramgleise sind genauso bevölkert wie das Areal drumherum. Deshalb ist die Straßenbahn das einzig urban verträgliche Verkehrsmittel, das auf dem kürzesten Wege erreicht werden kann. Für die Tauentzien würde das auf mittlere und lange Sicht auch gelten: Statt zehn Buslinien zwei oder drei Tramlinien. Bei einem 2 bis 2 1/2 Minuten-Betrieb pro Richtung käme auch der Fußlahmste doppelt und dreifach über den Fahrweg der Tram.

  14. 17.

    Genau, die Gehwege sind an dieser Stelle wahrlich breit genug und bieten ausreichend Fläche um fussläufig die Geschäfte zu erreichen.Sie waren wohl schon länger nicht mehr auf dieser Straße unterwegs denn das Gedränge ist nun wahrlich überschaubar geworden.Auch die Straße zu queren ist gefahrlos möglich s. Kommentar v. Herrn Kempgen!
    Man muss natürlich die Verkehrsregeln achten, als Fussgänger, Auto und Radfahrer....

  15. 16.

    Der Einzelhandel profitiert in der Regel von mehr Fußverkehr. Hier wird also im Gegenteil der stationäre Einzelhandel gefördert.

  16. 15.

    Was für ein zieloses Vorhaben.Ein weiterer Schritt um dem stationären Einzelhandel das Wasser, in diesem Fall die Kunden,abzugraben....
    Und das ganze in einer Straße die nicht zu den stark befahrenen dieser Stadt gehört!
    Die Zeiten des Boulevard Kurfürstendamm sind seit 25 Jahren Geschichte und werden durch diese Maßnahme auf jedenfall nicht wider belebt.
    Ohne Sinn und Verstand.

  17. 14.

    die Zeit der autogerechten Stadt ist vorbei. gewöhnt euch daran.

  18. 13.

    Die Idee ist grundsätzlich gut. Aber was ist mit dem Quervekehr der Nürnberger str.? Die Autos können weiterhin durchfahren. Also wird das Problem nur verlagert. Dann muss es auch für die BVG gelten. Keine Busse durchfahren lassen!!! Es fahren dort fast 10 Buslinien durch. Also fast jede Minute ein Bus. Es gibt die U-
    BAHN. Entweder man macht es richtig wie in Spandau oder man lässt es.
    Das ist genauso Sinnbefreit wie auf dem Alex, wo man nur auf Straßenbahn achten muss und nicht entspannt flanieren kann.
    In der Friedrichstraße fährt kein Bus. Dort ist es dann eine wirkliche Fußgängerzone.

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