Baustelle auf der Karl-Marx-Allee in Berlin (Quelle: dpa/Zinken)
Audio: Inforadio | 11.03.2020 | Ute Schuhmacher | Bild: dpa/Paul Zinken

Grünstreifen statt Autos - Mittelstreifen-Parkplätze an der Karl-Marx-Allee fallen weg

An der Berliner Karl-Marx-Allee werden alle Parkplätze auf dem Mittelstreifen wegfallen. Das bestätigte der Sprecher von Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) dem rbb.

Auf dem zehn Meter breiten Mittelstreifen zwischen Otto-Braun-Straße und Straußberger Platz sollen nach dem Umbau keine Autos mehr parken. Stattdessen werde ein Grünstreifen entstehen. Geparkt werden könne dann noch am Straßenrand. Hier seien 155 Parkplätze vorgesehen, sagte der Sprecher. Im Vergleich zum Jahr 2014 fallen damit in dem betroffenen Abschnitt 185 Parkplätze weg.

So könnte die Karl-Marx-Allee aussehen

Eine Visualisierung zeigt den Mittelstreifen der Karl-Marx-Allee als Grünfläche
| Bild: SenUVK/Freese

185 Parkplätze weniger

Im vergangenen Jahr hatte der für Stadtentwicklung zuständige Stadtrat von Mitte, Ephraim Gothe (SPD), dagegen protestiert, dass die Verkehrsverwaltung die Parkplätze auf dem Mittelstreifen streichen wollte. Nach einer Anwohnerversammlung und Absprachen mit der Kulturverwaltung fallen die Parkplätze nun trotzdem weg.

Der Umbau der Karl-Marx-Allee soll im Spätsommer abgeschlossen sein.

Sendung: Inforadio, 11.03.2020, 6:40 Uhr

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73 Kommentare

  1. 73.

    Logik ist nicht so ihrs oder? Was bringt es noch mehr Busse und Straßenbahnen einzusetzen, wenn die auch im Dauerstau stehen? Fast alle Probleme des ÖPNV lassen sich auf den Dauerstau zurückführen, wenige auf eine Unterfinanzierung.

    Verbote sind auch keine Taktik, sondern eine Notwendigkeit wenn Appelle an den Menschenverstand nicht fruchten. Beispiel Gurtpflicht: Es wurde jahrelang auf Freiwillgkeit gesetzt, den modernen Fünfpunktgurt gibt es seit 1903! Als die Unfallzahlen so dramatisch wurden und die Mehrheit sich trotzdem nicht freiwillig anschnallen wollte, kam 1976 die Gurtpflicht, die weitgehend ignoriert wurde, da sanktionsfrei. Erst mit dem Bußgeld über 40 DM (1984!) kam die Akzeptanz.

    Heute denkt darüber keiner mehr und selbst sie werden den Sinn einer Gurtpflicht nicht anzweifeln oder?

  2. 72.

    Ja wessen Interessen sollten sie denn sonst vertreten wenn nicht die eigenen?? Das war eine demokratische Entscheidung die da damals gefällt wurde. Da wurden durchaus auch anderen Meinungen gehört. Wie das funktioniert muss ich jetzt nicht erklären, oder?

  3. 71.

    Nur ne These. Klingt einfach so. Und ist einfach eine schlechte Grundeigenschaft des Berliners. Bin selbst einer, ich weiß, wovon ich rede. Vielleicht liege ich aber auch falsch und es geht einfach darum, dass es anderen nicht besser zu gehen hat als einem selbst. Was hat im Grunde auch wieder Neid wäre. Warum sonst geilz man sich so hoch daran, dass Berlin gefälligst ein weiteres Stück Brache zu bekommen hat, anstatt sie sinnvoll zu nutzen. Egal...

  4. 70.

    Nö. Sie wollen meine Argumente nur nicht gelten lassen. Heißt ja nicht, dass es keine wären, nur weil Sie sich das so ausmalen. Nochmal: es geht miteinander, nicht gegeneinander. Und im ganz speziellen Fall der KMA: die Leute werden jetzt eben 20x um den Block geschickt. Tolle Lösung für das Problem, das man mit ein paar Stellflächen mehr sicherlich nicht gehabt hätte. Aber schön, Sie kriegen Ihren Rasen.

  5. 69.

    Sie versuchen mir die Worte im Munde zu verdrehen, weil sie keine Argumente haben. Weder neu, noch originell.

    Ihr Versuch das Anrecht auf Leben und Unversehrtheit auf eine Neiddebatte herunterzubrechen schlägt ebenfalls fehl. Merke: Es gibt im GG ein Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit, es gibt aber kein Recht auf einen Parkplatz vor der Haustür, nicht einmal das Recht ein Auto besitzen zu müssen.

  6. 68.

    Es ist allerdings sehr wohl formuliertes Ziel der Alternativen Liste und von Günther, dass der MIV zurückgedrängt wird. Da wäre es doch nur angemessen, wenn die Damen und Herren Senatierende sich ein Beispiel an den Bremer Kollegen nehmen würden. Dort ist der ÖPNV offensichtlich so viel besser ausgebaut, dass die Senatoren sich Dienstwagen teilen können. Hier parken die Damen und Herren mit ihren persönlichen PKW stattdessen direkt an U- und S-Bahnstation mit sehr guter Busanbindung in der Fußgängerzone. Mit Verlaub, verarschen kann ich mich alleine!

  7. 67.

    "Ich halte diesen Weg für grundlegend falsch! "

    ich halte diesen Weg für grundlegend richtig!

    "So verhärten sich Fronten, werden politische Gefälle und Gräben geschaffen, die es schwer wird auszugleichen."

    richtig- nur dass sie hier die Kausalität versuchen umzukehren. Wer hat denn die letzten Jahrzehnte mit der Schaffung der autogerechten Stadt Fronten gegen Fußgänger, Radfahrer und ÖPNV Nutzer geschaffen?

    Das, was jetzt als Gegenmaßnahmen erfolgt und Autofahrer zugegebenermaßen belastet, ist genau das,, was die nicht Autofahrer die ganzen Jahrzehnte belastet hat.
    Des einen Freud ist des anderen Leid. Bisher waren es ganz überwiegend die Autofahrer, die sich freuen durften.

    IMHO nimmt der Erfolg der Grünen nicht trotz solcher Maßnahmen zu, sondern deswegen. Ich jedenfalls würde keine Partei wählen, die den hier eingeschlagenen Weg wieder verlassen würde.

  8. 66.

    Nur die wenigsten Menschen sitzen rund um die Uhr in ihrem geliebten Auto. Die meisten werden es wohl im Laufe des Tages wieder verlassen. Dann sind sie de facto Fußgänger. Andere "Autofahrer" gehen sogar gänzlich fremd und nutzen neben dem Auto andere Fortbewegungsmittel. So eine "pro Auto" Demo wäre also bestimmt ein Späßchen.

  9. 64.

    Ich find es immer lustig wie Autobesitzer glauben man sei neidisch. Wo kommt das her?

  10. 63.

    Dann sind Sie anscheinend noch nicht mit der U5 im Berliner Berufsverkehr gefahren. Eine Tram würde die U-Bahn weiter entlasten

  11. 62.

    Wenn es die Möglichkeit gäbe einen Parkplatz zu mieten oder zu kaufen, dann würde ich das gern tun. Gibt's aber nicht, und jetzt?

  12. 61.

    Warum sollte man eine Straßenbahnlinie bauen wenn es parallel dazu die U Bahn gibt? Da gibt es wichtigere Projekte in Unterversorgten Bereichen.

  13. 60.

    "Worauf ich hinaus wollte: es muss einen allgemeinverträglichen Weg geben, die erstrebenswerten Ziele der Allgemeinheit zu erreichen. "

    Für die Interessen der Allgemeinheit haben sich die Anrainer aber auch nicht interessiert. Den ging es nur um sich selbst.

  14. 59.

    *prust* träumen Sie weiter. Schon mal darüber nachgedacht, dass es ein logischer erster Schritt wäre, den ÖNV anzufangen auszubauen und halbwegs akzeptable Transpormöglichkeiten zu schaffen, damit man der Blechlawine Herr wird? Ihre tolle Verbotstaktik funktioniert einfach nicht, sehen Sie das mal ein. Ich bin mir SICHER, dass viele derjenigen, die jeden Tag das Auto nutzen, umsteigen, so sie denn überhaupt die Chance hätten da anzukommen, wo sie hin müssen. Und, bitte ersparen Sie uns Ihre Replik, so Sie nicht betroffen sind, denn offenbar wissen Sie gar nicht, was tagtäglich eben nicht klappt beim ÖNV...

  15. 58.

    Wäre es nicht besser, anstelle von 10 Metern breiten Gammelflächen Straßenbahnen fahren zu lassen? Die Karl-Marx-Allee ist ja auch ziemlich lang, das müßte doch gehen?

  16. 57.

    Für Sie sind also die Bewohner, die es wagen noch ein Auto zu besitzen, die unvernünftige Minderheit? Aha. Kommen wir doch mal zum Punkt: Sie unterstellen, dass Stadtbewohner aus reiner Unvernunft, Bockigkeit, weil es Ihnen wurscht ist oder sie auf die Umwelt pfeifen, dazu gezwungen werden MÜSSEN, ihr Auto abzuschaffen. Denn seien wir mal ganz ehrlich, auf nichts anderes läuft as doch hier hinaus. Ich halte diesen Weg für grundlegend falsch! So verhärten sich Fronten, werden politische Gefälle und Gräben geschaffen, die es schwer wird auszugleichen. Was mich entsetzt ist nicht die ganz offensichtlich neidmotivierte Debatte hier, sondern, dass das gewählte Volksvertreter offenbar ganz ähnlich sehen. Gruselig!

  17. 56.

    "Wenn ich ein Auto besitzen möchte, dann muss ich einen Parkplatz dafür mieten oder kaufen."

    ich bezog mich auf diese Ihre Äußerung, mehr nicht. Auch diese These findet sich in keinem Gesetzestext oder der Charta für Menschenrechte. Worauf ich hinaus wollte: es muss einen allgemeinverträglichen Weg geben, die erstrebenswerten Ziele der Allgemeinheit zu erreichen. Es kann nicht sein, dass ich dabei einfach einen Teil der Anrainer übergehe, noch dazu wo es entsprechende Beschlüsse gibt. Mir geht es in erster Linie um das Wie, nicht das Warum. Mal abgesehen davon, dass es weißgott sinnvollere Flächennutzungen geben würde, als den Streifen verdorren zu lassen.

  18. 55.

    "...durch blockieren der Straße samt Radwegen."

    Das machen sie doch schon das ganze Jahr! 24/7. Entweder verstopfen die Dreckschleudern die Straßen oder sie verschwenden öffentlichen Straßenraum, der sinnvoller genutzt werden kann.

  19. 54.

    Sie demonstrieren doch. Jeden Tag terrorisieren sie alle Berliner mit verstopften Straßen, verursachen Tote und Schwerverletzte. Sie vergiften das Stadtklima, sie lassen ganze Kieze zerstören und meinen Berlin gehöre ihnen allein.

    Reicht das nicht? Ich finde es reicht. Schon lange...

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