Symbolbild: Zwei Mitarbeiter des DRK-Brandenburg in Potsdam tragen Atemschutzmasken. (Quelle: imago images)
Video: Brandenburg akuell | 07.04.2020 | Stephanie Teistler | Bild: imago images

BrandenburgTrend - 76 Prozent der Brandenburger halten Corona-Maßnahmen für angemessen

Wie Brandenburger Behörden und Gesundheitseinrichtungen auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie reagieren, wird von einer deutlichen Mehrheit der Bürger begrüßt. Mit der Arbeit der Landesregierung sind deutlich mehr Menschen zufrieden als zuletzt.

Eine deutliche Mehrheit der Brandenburger unterstützt die Maßnahmen, die zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Land ergriffen werden. Das zeigt der BrandenburgTrend, den das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap im Auftrag von Brandenburg Aktuell und Antenne Brandenburg erstellt hat.

Demnach halten 76 Prozent der Befragten die Maßnahmen von Behörden und Gesundheitseinrichtungen für angemessen. 14 Prozent finden, dass die derzeitigen Anstrengungen nicht ausreichen, neun Prozent halten sie für übertrieben. Die Zustimmung mit den Maßnahmen gegen das Coronavirus variiert zwischen den Altersgruppen. 

Zustimmung nach Altersklassen

Besonders gut kommt der aktuelle Kurs bei den über 65-Jährigen an. In dieser Altersgruppe halten 88 Prozent die behördlichen Maßnahmen für angemessen, acht Prozent sind der Meinung, sie seien nicht ausreichend, nur zwei Prozent finden, es werde übertrieben viel getan.

In der Altersgruppe der 45- bis 64-Jährigen halten 73 Prozent der Befragten die Maßnahmen für angemessen, 17 Prozent finden, die Maßnahmen sind nicht ausreichend, neun Prozent halten die Maßnahmen für übertrieben.

Junge Brandenburger im Alter zwischen 16 und 44 Jahren halten die aktuellen Maßnahmen überwiegend auch für angemessen (67 Prozent), 17 Prozent sind der Meinung, es werde nicht ausreichend getan, 15 Prozent halten die Maßnahmen für übertrieben.

Zustimmung zu Corona-Maßnahmen nach Parteizugehörigkeit

Unter den Anhängern der verschiedenen Parteien im Landtag zeigt sich mit Ausnahme der AfD ebenfalls eine hohe Zufriedenheit mit der Arbeit der Behörden und Gesundheitseinrichtungen. Als angemessen werden die Maßnahmen bewertet von 89 Prozent der Anhänger der Grünen, 87 Prozent der Anhänger der SPD, 81 Prozent der Anhänger der CDU, 77 Prozent der Unterstützer der Linken und von 54 Prozent der Anhänger der AfD. 

Unter den Rechtspopulisten gibt es sowohl vergleichsweise viele Anhänger, die finden es werde nicht ausreichend getan (18 Prozent), als auch Menschen, die glauben, die Maßnahmen seien übertrieben (25 Prozent). 

Grafiken zum BrandenburgTrend April 2020

SPD und CDU legen zu, AfD und BVB/Freie Wähler verlieren

Die Arbeit der Landesregierung von Ministerpräsident Dietmar Woidke kommt bei den Brandenburgerinnen und Brandenburgern gut an. 59 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Kenia-Koalition aus SPD, CDU und Grünen zufrieden oder sehr zufrieden. Ein deutlicher Anstieg von 15 Prozentpunkten gegenüber dem Zufriedenheitswert, der im August des vergangenen Jahres der damaligen rot-roten Koalition zuteil wurde.

Damals waren 54 Prozent der Befragten mit der Arbeit ihrer Landesregierung weniger oder gar nicht zufrieden. Derzeit beträgt liegt dieser Wert bei 36 Prozent.

Wäre am Sonntag Landtagswahl in Brandenburg, könnte sich insbesondere die CDU freuen. 19 Prozent der Befragten würden bei den Christ-Demokraten ihr Kreuzchen setzen, ein Plus von fünf Prozentpunkten gegenüber der letzten Befragung aus dem November 2019. Auch die SPD kann um zwei Prozentpunkte zulegen und wäre mit 27 Prozent der Stimmen deutlich stärkste Kraft.

Die AfD verliert zwei Prozentpunkte und liegt nun bei 20 Prozent, die Grünen bleiben bei zwölf Prozent, die Linke verliert einen Prozentpunkt (elf Prozent), BVB/Freie Wähler verlieren zwei Prozentpunkte und liegen nun bei drei Prozent der Stimmen, die FDP verliert ebenfalls einen Prozentpunkt und erhält derzeit die Zustimmung von vier Prozent der Befragten Brandenburgerinnen und Brandenburger.

Wie besorgt sind die Brandenburger vor einer Ansteckung?

Die Corona-Pandemie bereitet großen Teilen der Bevölkerung aber auch erhebliche Sorgen. So gaben 16 Prozent der Befragten an, sie hätten sehr große Sorge, dass sie oder Mitglieder ihrer Familie von dem Virus infiziert würden; weitere 31 Prozent gaben an, dieser Gedanke bereite ihnen große Sorge: insgesamt 47 Prozent.

Eine knappe Mehrheit 52 Prozent der Befragten gab hingegen an, sie empfänden eine weniger große (35 Prozent) oder nur kleine (17 Prozent) Sorge vor einer Ansteckung mit der Lungenkrankheit. Diese Zahlen sind nahezu deckungsgleich mit der bundesweiten Bevölkerung.

Auch hier gibt es Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Unter den 16- bis 44-Jährigen gaben insgesamt 35 Prozent der Befragten an große oder sehr große Sorgen vor einer eigenen Ansteckung oder eines Familienmitglieds zu haben, 62 Prozent bereitet dies weniger große oder kleine Sorgen. Unter den 45- bis 64-Jährigen gab eine Mehrheit von 55 Prozent an, große oder sehr große Sorgen zu haben; 45 Prozent haben weniger große oder kleine Sorgen vor einer Ansteckung. Ausgeglichen wurde diese Fragen von den über 65-Jährigen beantwortet. 49 Prozent gaben an, große oder sehr große Sorgen vor einer Ansteckung zu haben; ebenso vielen bereitet dies weniger große oder kleine Sorgen.

In Braunkohleregionen herrscht mehr Sorge vor wirtschaftlichen Folgen

Etwa einem Drittel der Befragten bereitet die Pandemie Sorge um die persönliche wirtschaftliche Lage. 19 Prozent gaben an diese Sorge sei bei ihnen groß, bei weiteren 15 Prozent sei sie sogar sehr groß. 38 Prozent haben wegen der Pandemie weniger große Sorgen um ihre persönliche wirtschaftliche Lage; 27 Prozent gaben an, diese Sorge sei bei ihnen klein.

Besonder besorgt um die wirtschaftlichen Folgen ist man in den Braunkohleregionen des Landes. Dort gaben 44 Prozent an, große oder sehr große Sorgen um die eigene wirtschaftliche Lage zu haben; gegenüber 55 Prozent, die weniger große oder nur kleine Sorgen deswegen hegen.

Im Berliner Umland Lebende gaben 28 Prozent an große oder sehr große Sorgen vor wirtschaftlichen Folgen für sich selbst zu haben; 69 Prozent haben dort weniger große oder kleine Sorgen.

Zu dieser Umfrage

Das Meinungsforschungsinstitut Infratest Dimap hat für den BrandenburgTrend zwischen dem 31. März und dem 4. April insgesamt 1.000 Brandenburger ab 16 Jahren in Telefoninterviews befragt. Die Stichprobe wurde in einer repräsentativen Zufallsausfall getroffen. Fehlenden Werte zu 100 Prozent sind fehlenden Antworten der Befragten oder Antworten wie "weiß nicht" geschuldet. Die Angaben unterliegen einer Schwankungsbreite von 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.

Sendung: Brandenburg aktuell, 07.04.2020, 19.30 Uhr

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17 Kommentare

  1. 17.

    Immerhin hat er untersucht, das kann und sollte auch ausgeweitet werden. Man kann auch nur die autopsieren, die auch gestorben sind, und das sind eben eher ältere.

    Bei anderen Entscheidungen verlassen wir uns auf Modellrechnungen.

  2. 16.

    der Rechtsmediziner Klaus Püschel, hat lediglich 16 Verstorbene obduziert, daraus Schlüsse für zu ziehen für die Gesamtbevölkerung ist schon merkwürdig . Narürlich hat die Mehrzahl der + 60 jährigen irgendwelche Vorerkrankungen , verstorben wären sie jetzt daran wohl kaum . Seine Argumentation : das Virus hat den unvermeidbaren Tod ledilich vorgezogen

  3. 15.

    Genau diese Seite wurde gestern aktualisiert.
    Zufall???

    Nächstes Mal drucke ich mir das aus.

    Wenn man googlet beziehen sich jetzt noch etliche Seiten auf die "Empfehlung des RKI" und kritisieren diese

  4. 14.

    Hier ist die Seite von dem Tag davor.
    https://web.archive.org/web/20200403151815/https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Verstorbene.html
    Aber nach "sie sollen vermieden werden" steht im nächsten Satz jedoch, wenn diese notwendig sind, können sie durch geführt werden. Die Empfehlung dient also ehr dem Schutz, weil ein Risiko der Ansteckung bei der Leichenschau gegeben ist. Sie verbieten es ja nicht, sondern empfehlen nur es nicht so oft zu machen.
    Muss halt jede Pathologie für sich selbst entscheiden.

  5. 13.

    Genau diese Seite wurde gestern aktualisiert.
    Zufall???

    Nächstes Mal drucke ich mir das aus.

    Wenn man googlet beziehen sich jetzt noch etliche Seiten auf die "Empfehlung des RKI" und kritisieren diese

  6. 12.

    Die Behauptung, dass RKI will keine Untersuchungen soll wo stehen?
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Verstorbene.html

  7. 11.

    Ich habe hier einige ü 8o, die die Maßnahmen zwar hinnehmen (müssen), aber NICHT gut damit leben, denen es auf die Psyche drückt und zwar gewaltig. Zum Glück sind sie nicht im Pflegeheim!!! Es reicht so schon. Und auch die älteren haben ein Recht auf ein würdevolles Leben. Meiner Meinung ist einsam und eingeschlossen nicht würdevoll!

  8. 10.

    Dass die über 80-Jährigen, die höchste risikogruppe, natürlich mit diesen Maßnahmen einverstanden sind erklärt sich wohl von selbst.
    Das ist als würde man ein Autofahrer fragen ob er Autobahnen gut findet.
    Tja am Ende denkt jeder nur an sich, auch die über 80 jährigen.

  9. 9.

    Eben das sollte geklärt werden und zwar bald. Dazu wäre es hilfreich, wenn die Experten sich um Untersuchung kümmern. Prof. Streeck ist wenigstens einer, der beizeiten versucht, Licht ins Dunkel zu bringen, um Lösungen zu finden.
    Es gibt etliche Beiträge von ihm. Ohne ihn würde man noch nicht festgestellt haben, dass viele Geruch- und Geschmack kurzzeitig verlieren.
    Meine Vermutung in dem Zusammenhang war: Ist es so wie mit Herpes, dass es möglicherweise im Körper bleibt und wieder kommt?

  10. 8.

    Warum werden an Covid-19 verstorbene dann nicht häufiger obduziert, um Zusammenhänge zu erkennen und Fakten zu schaffen?

    Die Krankheit wird als gefährlich eingestuft, dann liegt es doch nahe, die Gefahr besser einzuschätzen, um Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Es würde dann doch nur die von der Krankheit ausgehende Gefahr bestätigen.

    Es ist mir ein Rätsel, warum vom RKI nicht mehr Untersuchungen ausgehen bzw. initiert werden. Wir haben schon ein paar Wochen mit dem Virus zu tun, noch Prof. Streeck hält Schmierinfektion für wenig wahrscheinlich. Wäre es nicht Aufgabe unseres Instituts für Seuchenbekämpfung hier anzusetzen?

  11. 7.

    Es gibt auch ein soziales Leben;
    Geld verdienen, Fern-Beziehung, Freunde, Bedürfnisse.
    Risiko, zu erkranken, gehört zum Leben dazu.
    Am Ende fragt jeder, ob jemand Kohle hat, oder nicht. Der Staat hat alles verboten - also ist er in der Haftung. Maskenpflicht: Ja, wen der Staat diese Masken kostenlos verteilt, in Stützpunkten. Anderweitig fordert er sonst ja, das wir es selbst bezahlen müssen. Per Zwang.

  12. 6.

    Covid greift auch das Herz an. https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/wissen/mensch/2053914-Sars-CoV-2-kann-auch-andere-Organe-befallen.html
    In der Nature wurde eine Arbeit dazu geschrieben, dabei wurde festgestellt, dass etwa 20% der Coronaviren Eiweiße (ACE-2) angreifen und diese liegen unter anderem auch im Herzen. Übrigens sollte Herr Prof. Streeck wissen, dass man nicht immer nur an einer Lungenentzündung sterben muss. Woher haben sie denn diese Aussage von ihm?

  13. 5.

    n-tv ist von der RTL Medien-Gruppe, d.h. das Niveau ist dort ala Sat.1 und RTL. Der Herr Püschel wirkt wie der Quoten Rechtsmediziner. In seiner Stichprobe hat er nur Raucher gehabt, soll das jetzt repräsentativ für alle sein? Übrigens sein Behauptung "Ohne Vorerkrankung noch keiner gestorben" wurde in der Boulevardzeitung Mopo veröffentlich. Also diese Behauptung ist schon mehrfach wiederlegt, auch ohne Vorerkrankung kann man sterben. Der Typ ist von der gleichen Art, wie damals dieser angebliche Lungenarzt im Dieselskandal. Nachdem seine Rechnungen falsch waren, hat man nie wieder was gehört.

  14. 4.

    Der traut sich ja was. Das RKI rät ausdrücklich von Obduktionen von Covid-19-Patienten mit Verweis auf die Infektiösität ab (s. Website RKI), den Ärzten wird stattdessen empfohlen "Covid19" als Todesursache anzugeben. Warum? Warum werden nicht mehr dieser Todesfälle untersucht.
    Auch Prof. Streeck hat bei seiner Studie festgestellt, dass ein Todesopfer 100 Jahre alt war und ein Todesopfer trotz Todesursache: Covid19 keine Lungenentzündung hatte, sondern an Herzversagen gestorben ist.

  15. 3.

    Es gibt doch heutzutage nur noch wenige ganz kerngesunde Menschen. Herz-Kreislauferkrankungen sind weit verbreitet, ebenso Schädigungen der Organe durch jahrelange Fehlernährung (zu viel Zucker, zu viel Fleisch, zu viel Zusatzstoffe)und Alkoholkonsum. Es rauchen immer noch sehr viele Menschen regelmäßig und schädigen damit nicht nur ihre Lunge massiv. Theoretisch ließe sich daher bei sehr vielen Menschen eine "Vorerkrankung" feststellen, die einen schwereren Verlauf bei Covid-19 begünstigen könnte.

  16. 2.

    Da wird der Fachmann Recht haben. Ich frage mich nur, was wird wenn der Virus im Körper ohne Symptome verbleibt und man im späteren Jahren das Immunsystem mal schwächelt? Ahnlich dem Herpes-Virus...

  17. 1.

    Der Hamburger Rechtsmediziner Klaus Püschel, der mit seinem Team die Corona-Opfer der Hansestadt obduziert, hält die Angst vor dem Virus für überzogen. In Hamburg sei bisher kein einziger nicht vorerkrankter Mensch an dem Virus gestorben, sagte er der "Hamburger Morgenpost". "Alle, die wir bisher untersucht haben, hatten Krebs, eine chronische Lungenerkrankung, waren starke Raucher oder schwer fettleibig, litten an Diabetes oder hatten eine Herz-Kreislauf-Erkrankung." Das Virus sei in diesen Fällen der letzte Tropfen gewesen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe. In Hamburg sind bisher 20 Menschen an dem Coronavirus gestorben. Quelle: n-tv.de

    Gibt es solch eine Auswertung auch für Berlin und / oder Brandenbutg auch? Liebes RBB Team, bitte mal recherchieren. Dankeschön

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