Trotz eines Demonstrationsverbots demonstrieren einige hundert Menschen auf der Rosa-Luxemburg-Straße gegen die die Corona-Einschränkungen.
Bild: Video: rbb|24 | 25.04.2020 | Material: TeleNewsNetwork, Abendschau

Demo gegen Corona-Maßnahmen - Mehrere Hundert Menschen protestieren vor Berliner Volksbühne

In Berlin-Mitte haben am Samstag Hunderte Menschen versammelt, um gegen die Einschränkungen während der Corona-Pandemie zu protestieren. Die Polizei riegelte den Platz ab - und forderte die Teilnehmer auf, den Platz zu räumen. 

Trotz eines weitgehenden Verbots von Demonstrationen wegen der Corona-Pandemie haben sich am Samstag in Berlin mehr als Tausend Menschen versammelt, um gegen die derzeitigen massiven Einschränkungen zu protestieren.  Viele der Demonstranten standen vor Absperrgittern, die die Polizei rund um den Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte aufgestellt hatte, um zu verhindern, dass der Platz zu voll wird. Die Polizei forderte die Menschen immer wieder auf, den Ort zu verlassen. "Ich weise Sie darauf hin, dass Sie eine Straftat begehen." Einzelne Teilnehmer wurden von der Polizei vorläufig festgenommen. 

Polizei forderte Demonstranten auf, den Platz zu verlassen

Schließlich zerstreute sich die friedliche Menschenmenge nach und nach am Nachmittag. Genaue Zahlen zu Teilnehmern und Festnahmen lagen zunächst noch nicht vor. 

Die Polizei zog eine positive Bilanz und sprach von einem erfolgreichen Einsatzkonzept. Es sei verhindert worden, dass sich eine große geschlossene Menschenmenge gebildet habe, sagte Polizeisprecher Thilo Cablitz. Die Polizei war mit knapp 200 Beamten, die Schutzmasken trugen, im Einsatz. Schon an den vergangenen vier Samstagen hatten sich trotz des Verbots Demonstranten versammelt. Für den 1. Mai ist eine weitere Kundgebung im Internet angekündigt. 

Die Mehrheit der Protestierer ließen sich nicht eindeutig bestimmten politischen oder anderen Gruppen zuordnen. Das unterschied die Demonstration zum Teil von den meisten anderen Kundgebungen. 

Rechtspopulisten und Verschwörungstheoretiker

Unter den Teilnehmern waren einige bekannte Rechtspopulisten und Verschwörungstheoretiker. Andere Menschen saßen meditierend auf dem Boden. Eine Frau schwenkte den Koran. Ein Mann spielte ständig das komplette Deutschlandlied inklusive der ersten Strophe ab. Auf Plakaten stand "Schützt das Grundgesetz" und "Wir sind das Volk".  

Zwei junge Frauen verkündeten auf Schildern: "Mütter für Freiheit + Grundrechte". Politisch ordneten sie sich nach eigenen Angaben eher links ein. Auf die Straße war der politische Slogan der Unterstützungsbewegung für Flüchtlinge gesprüht: "Leave no one behind". 

Einige Meter entfernt vom Platz und den Absperrungen protestierten etwa 20 linke Aktivisten gegen die größere Kundgebung. Im Internet kritisierten sie: "Dieser sogenannte "demokratische Widerstand" ist weder widerständig noch demokratisch".

Sendung: Inforadio, 25.04.2020, 19 Uhr 

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86 Kommentare

  1. 86.

    Gerade wenn man sich als Demokrat versteht, sollte man zu Demonstrationen gehen und sich gegen die Einschränkungen wehren. Ich bin kein Verschwörungstheoretiker und kein Populist.
    Die Masse hat nur leider noch nicht verstanden, dass wir von Anfang an belogen wurden. Nach 6 Wochen eine Maskenpflicht beim Einkaufen einzuführen, ist jenseits von allem. Plötzlich rudert die Regierung zurück, ohne Plan und Verstand und erlaubt die Fußballspiele der Profisportler. Mit Verstand wäre dieser Lock-Down zu umgehen gewesen. Aber möglicherweise möchte man den Mittelstand vernichten, was dann auch sicherlich gelungen ist. Die ,Großen, dürfen sich mal wieder unter einen Rettungsschirm flüchten, die Kleinen bekommen Almosen, die zudem irgendwann vom gemeinen Steuerzahler zurückzuführen sind..

  2. 85.

    Ich denke schon, daß es Ausdruck der Hybris der Gesellschaften in den industrialisierten Staaten ist.
    Wer es sehen wollte, konnte es schon immer tun: auch wenn Deutschland im Zuge des Wiederaufbaus nach dem Krieg zunächst geteilt und dann teilweise "entnazifiziert" wurde, verschwand ja das Gedankengut nicht. Es war nur nicht opportun, sich dazu offen zu bekennen.
    Was da mittlerweile noch alles reinfließt an kruden Ideen und Gedanken, von denen verschiedene Leute schon seit Jahren und Jahrzehnten versuchen, sie wieder "salonfähig" zu machen ...
    Prinzipiell ist es ja richtig, für die Grundrechte einzustehen. Ich frage mich nur: wenn man sich als Demokrat versteht, will man dann zu einer Demonstration gehen, die ganz offensichtlich zunehmend von Verschwörungstheoretikern und Rechtsextremisten gekapert wird?

  3. 84.

    Bemerkenswert, wie ein Naturereignis in Form einer neuartigen Infektionserkrankung ohne kausale Therapiemöglichkeit die Gesellschaft durcheinanderwirbelt. Da erkennt man, wie dünn der Lack der Demokratie und des friedlichen Miteinanders ist. Nicht auszumalen, was passiert, wenn mal ein richtiges Killervirus aufsteht. Andere Regionen auf der Welt müssen mit Millionen Tuberkulose- und Malariatoten "leben" - tja, vielleicht ist das Ausdruck unserer eigenen Hybris.

  4. 83.

    Zur einer korrekten Berichterstattung gehört auch, von den unprovozierten Gewaltangriffen der Polizei auf friedlich Kundgebungsteilnehmer zu berichten. Das wurde vielfach auf Video dokumentiert - teilweise sind die Gesichter der Gewalttäter gut erkennbar.

  5. 82.

    Hallo Jan, Sie sprechen mir aus der Seele. Was hier inzwischen abgeht ist kaum noch zu ertragen. Was kommt denn noch?
    Was lassen wir uns noch alles gefallen? Wir tragen jetzt Maulkorb......Auch in meinem Umfeld habe ich komplett hysterische Menschen die sich total freuen ihren mundschutz zu tragen und ganz glücklich sind ihre Nachbarn zu denunzieren weil sie mit anderen ein Glas Wein auf der Terrasse trinken.... schöne neue Welt.... Ich hoffe das die Zahl der Demonstranten größer wird bevor man uns erklärt wir müssen auf allen Vieren gehen und an der Leine...weil es vor dem Virus schützt... und ganz viele würden es tun.....

  6. 81.

    Rechte rufen nur nach dem Rechtsstaat, wenn es gegen politisch andersdenkende oder Migranten geht. Aber in der Gefährdung von Polizisten mit Corona sehen sie kein Problem.

  7. 80.

    Sie müssen ja die DDR Diktatur sehr vermissen wenn sie schon Zwangsarbeit fordern. Achja, unsere Intensivstationen sind weitgehend leer, zum Glück. Aber so ist das wenn man seine Informationen von ganz bestimmten Seiten zieht.

  8. 79.

    Das ist das wichtigste in diesen Zeiten. Endlich wieder demonstrieren zu gehen ohne Rücksicht auf andere. Deckmantel Grundrechte wird dankend angenommen. Vielen Dank .

  9. 78.

    Erstmal gebe ich Ihnen Recht. Was hier einige Gutmenschen unter Freiheit verstehen entschließt sich jeglicher Logik.
    Gesetze und Verordnungen sind zum Schutz der Bürger da und die Polizei hat die Aufgabe die Einhaltung durchzusetzen. Nicht mehr und nicht weniger. Dafür übrigens meinen Dank.
    Hier geht es in erster Linie um unser aller Gesundheit und auch um den Erhalt unserer Wirtschaft. Eine zweite Infektionswelle und die daraus folgenden Maßnahmen wird weder unser Gesundheitswesen noch unsere Wirtschaft aushalten.
    Dann kann ja wieder demonstriert werden. Diesmal dann gegen Arbeitslosigkeit und Verarmung der Gesellschaft usw.
    Mal darüber nachdenken und dann Losschreien.

  10. 77.

    Warum gibt es ein Seuchenschutzgesetz, wenn es nicht rigoros angewandt wird?
    Warum wird von der Polizei nicht genau das Gleiche angewandt, wir sie es in Parks und öffentlichen Grünanlagen vorgenommen wird, wenn sie dort kontrollieren und Strafverfahren durchsetzen. Konsequente Personenkontrollen, Platzverweis und Strafen, wie es das Seuchenschutzgesetz vorsehen? Anscheinend scheut die Polizei die Auseinandersetzung mit den Renitente.
    In jeden Fall ist es schon eine gute Methode, die "Demonstranten" in die rechte Ecke zu drängen.

  11. 76.

    Eine "wilde" Demo muss grundsätzlich eine Option sein können, sie muss sich halt nur mit ihrer nicht unwahrscheinlichen Verhinderung/Auflösung abfinden müssen. Ging es der Mehrzahl der Demonstranten nicht darum aufzuzeigen, dass und wie die "Staatsmacht" die demonstrative Meinungsäußerung abwürgen will?
    Nicht dass ich unsere Berliner Behörden für sonderlich offen, flexibel und kompromissbereit halten würde, aber ob überhaupt ein Veranstalter mit einem gesellsch.polit. Anliegen und einer nachvollziehbaren Performance nebst schlüssigem (Selbst-)Sicherheitskonzept angemeldet hat (und abgelehnt worden ist), ziehe ich mal vorsichtig in Zweifel. Oder weiß jemand Genaueres?

    Als Berliner Innen-Sen.vwltng. würde ich mir aber auch verschaukelt vorkommen, wenn sich mit einer illustren Schar Wirrköpfe verschiedenster Couleur ausgerechnet diejenigen auf den Rechtsstaat berufen, denen eine latente Ablehnung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung innewohnt.

  12. 75.

    Warum gibt es ein Seuchenschutzgesetz, wenn es nicht rigoros angewandt wird?
    Warum wird von der Polizei nicht genau das Gleiche angewandt, wir sie es in Parks und öffentlichen Grünanlagen vorgenommen wird, wenn sie dort kontrollieren und Strafverfahren durchsetzen. Konsequente Personenkontrollen, Platzverweis und Strafen, wie es das Seuchenschutzgesetz vorsehen? Anscheinend scheut die Polizei die Auseinandersetzung mit den Renitente.
    In jeden Fall ist es schon eine gute Methode, die "Demonstranten" in die rechte Ecke zu drängen.

  13. 74.

    Hallo an die, die sich über die Demonstranten aufregen und sie bestrafen wollen.
    Die Bundesregierung wusste seit 2013 dass eine Pandemie auftreten kann . Das rki hat das als Drucksache für den Bundestag niedergeschrieben. Das Papier ist öffentlich und nachzulesen.
    Es hat keinen interessierten. Dafür müssen die Politiker verantwortlich gemacht werden.
    Job nicht gemacht und somit die Wirtschaft ruiniert und jetzt machen sie Angst und Panik.
    Bitte erst informieren...

  14. 73.

    Hier wird wegen der geringfügigen Einschränkungen solch ein Theater gemacht. Seht euch mal an was in Spanien abgeht. Dort gilt seit 15.03. ein Notstandsgesetz und wenn die Spanier Glück haben wird dieses zum 02.05. etwas gelockert.
    Dann können sie mal wieder vor die Tür. Sollten wir durch die Unvernunft einiger weniger ebenfalls in die Situation mit Notstandsgesetzen kommen dann gute Nacht. Dann wird der Sommer bei 30° in der Bude verbracht. Viel Spaß!
    https://www.zdf.de/nachrichten/politik/coronavirus-spanien-lockerungen-100.html

  15. 72.

    Für einige ist es die Todesstrafe, weil die Regeln nicht eingehalten werden!

  16. 71.

    Ach wenn ich hier die schönen Kommentare lese „... die Polizei soll mit aller Härte durchgreifen!“ ja mal sehn wir reden alle am 2 oder 3 Mai nochmal über diese Aussagen! Die Polizei ist leider nur Mittel zum Zweck einer völlig außer Kontrolle geratenen Politik wo sich jedes Bundesland nur übertreffen will/muss! Zum Glück müssen unsere Politiker nicht um ihre Jobs oder Gehaltskürzungen bangen! Oder gar vor Konsequenzen wenn dann doch mal einer fragt warum das ganze nötig war in dieser aufgeblasenen Dimension! Schutz ja wichtig für Risiko Gruppen aber das was hier täglich passiert ist absurd!

  17. 70.

    Hätten Sie Betroffene Corona Erkrankte im Familien oder Freundeskreis würden Sie anders denken, aber hier herrscht bei einigen nur die ICH ICH Mentalität, das ist einfach widerlich. Hätten auch Sie sich an die Beschränkungen in den ersten Wochen gehalten wäre fast alles ausgesessen, aber bei solchen Leuten wie Sie habe ich null Mitleid und da muss das Gesetz mit voller Härte eingreifen. Wir haben in Deutschland genug Demokratie, und Freiheiten auch jetzt.

  18. 69.

    Ich staune, wie oberflächlich, rücksichtslos, egoistisch, verantwortungslos und einfältig Leute mit dieser Pandemie umgehen und wir stehen erst am Anfang! Ich vergleiche das Verhindern der Ausbreitung mit dem Löschungsversuch eines Waldbrandes. Bleiben einzelne Glutnester übrig, entfacht sich das Feuer immer wieder von neuem. Wie viel Tote soll es denn noch geben, bis man den Ernst der Lage erkennt? Es ist geradezu absurd, gegen die auferlegten Beschränkungen zu demonstrieren. Sie dienen doch dem Schutz der Bevölkerung und damit unterstützen sie die Grundrechte der Menschen, nämlich das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Wenn wir jetzt nicht vernünftig an einem Strang ziehen, dann werden wir das später alle bitter bereuen. Es sind nicht nur Risikipatienten die Opfer, die Zeche zahlen wir ALLE gemeinsam. Bedanken können wir uns dann bei denjenigen, die glauben sie wüssten alles besser und dabei keine Ahnung haben.

  19. 68.

    Es müssen noch viel, viel mehr Menschen auf die Straße,
    Freiheit gibt es nicht geschenkt, jeder einzelne ist aufgefordert für unsere Verfassung auf die Straße zu gehen

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