01.05.2020, Berlin: Teilnehmer einer Bild-Aktion des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zum Tag der Arbeit halten vor dem Brandenburger Tor ein Banner mit der Aufschrift «Solidarisch ist man nicht alleine!». (Quelle: dpa/Soeder)
Video: rbb|24 | 01.05.2020 | Material: Abendschau, DGB, rbb-Reporter | Bild: dpa/Soeder

1. Mai in Berlin - DGB demonstriert wegen Corona nur symbolisch

Normalerweise werden am 1. Mai um die Mittagsstunden massenweise Gewerkschaftsfahnen am Brandenburger Tor geschwungen. Dieses Jahr ist das anders: Wegen Corona beschränkt sich der DGB auf symbolische Aktionen - und verlegt die große Kundgebung ins Netz.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund Berlin-Brandenburg (DGB) hat am Tag der Arbeit wegen der Corona-Pandemie nicht wie sonst mit Kundgebungen, sondern mit einer symbolischen Aktion für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Am Freitagmorgen stellten sich DGB-Vertreter mit einem großen Banner mit dem diesjährigen Slogan "Solidarisch ist man nicht alleine!" vor das Brandenburger Tor.

Die Gewerkschaften kämpften für eine Anhebung des Kurzarbeitergelds, für die Stabilisierung des Sozialstaats, für mehr Mitbestimmung und für faire Löhne, hieß es in einem Tweet des DGB Berlin-Brandenburg.

Weitere kleine Aktionen in Berlin und Brandenburg waren geplant: In fast allen Berliner Bezirken und auch in Brandenburger Städten sollten Zweierteams unterwegs sein, die mit roter Sprühkreide den Slogan und andere Motive sprühen sollten, wie eine Sprecherin des DGB Berlin-Brandendburg sagte.

Livestream statt großer Kundgebung

"Die Einschränkungen der Demokratie sind weitgehend", sagte der Vorsitzende des DGB Berlin-Brandenburg, Christian Hoßbach, laut Mitteilung. Er forderte Politik und Medien auf, die Position der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzubeziehen. Hoßbach erklärte: "Viele Berufe im Dienstleistungsbereich - etwa Gebäudereinigung und Pflege - werden in der Krise plötzlich als systemrelevant wertgeschätzt. Wenn jetzt von Heldinnen und Helden des Alltags die Rede ist, wünschen wir uns diesen Respekt aus der Bevölkerung dauerhaft - von den Arbeitgebern fordern wir ihn." Zur Wertschätzung gehörten bessere Arbeitsbedingungen und auskömmlichere Gehälter.

Der DGB macht zum Tag der Arbeit am 1. Mai dieses Jahr wegen der Corona-Krise vor allem digitale Aktionen. Um 11 Uhr startete ein Livestream [dgb.de], bei dem Interviews sowie Auftritte verschiedener Künstler gezeigt werden sollten.

Insgesamt sind in Berlin für den Mai-Feiertag rund 30 Demonstrationen genehmigt worden. Linke Gruppen haben zudem nicht genehmigte Protestaktionen angekündigt.

In der Walpurgisnacht war es zuvor verhältnismäßig ruhig geblieben.

Sendung: Abendschau, 01.05.2020, 19:30 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    In der Tat. Diese "Demo" steht symbolisch für Zustand und Glaubwürdigkeit von Gewerkschaften und gewissen Parteien. Wer sich derart am Nasenring durch die Manege führen läßt, hat es nicht besser verdient. Gestern hat ein hoher brbg. SPD-Funktionär auf seiner Facebookseite ein Bild von sich gepostet, wie er mit Maske zu Hause "demonstriert". Dieses Foto ist an Symbolkraft nicht zu überbieten. Das erweckt nicht mal mehr Mitleid, sondern nur noch Betroffenheit, Unglaube und Fremdscham. Leute wie Bebel würden sich im Grabe umdrehen.

  2. 4.

    Wow, da waren die Gewerkschaften mal wieder richtig mutig.

    Frau Merkel hat sich bestimmt bedankt!

  3. 2.

    Ja, sehr gut! Wie hoch ist denn der Organisationsgrad der Gewerkschaften bei den achso wertgeschätzen Pflegekräften und Gebäudereinigern?

  4. 1.

    Die Überschrift von diesem Artikel ist irgendwie witzig...
    Die Gewerkschaften sind doch seit Jahren nur noch symbolisch unterwegs...

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