Symbolbild: Zwei junge Flüchtlinge sitzen lachend in einem Bus, bei der Ankunft in Deutschland. (Quelle: dpa/Hauke-Christian Dittrich)
Bild: dpa/Hauke-Christian Dittrich

Senat fordert weitere Hilfsaktionen - Berlin nimmt acht Flüchtlingskinder aus Moria auf

Mehrfach hat Berlin seine Bereitschaft erklärt, Geflüchtete aus den überfüllten Flüchtlingscamps in Griechenland aufzunehmen. Jetzt sind die ersten acht Kinder in der Hauptstadt angekommen. Das dürfe nur der Anfang sein, sagt die Jugendsenatorin.

Acht Kinder aus dem griechischen Flüchtlingslager Moria sind am Montag in Berlin angekommen. Wie die Senatsverwaltung für Jugend und Familie mitteilte, handelt es sich um afghanische Jungen im Alter zwischen acht und 14 Jahren.

Die Kinder gehören demnach zu der Gruppe von insgesamt 47 unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten, die Mitte April von der Bundesregierung nach Deutschland gebracht wurden. Sie befanden sich zunächst in Niedersachsen in Quarantäne und wurden sozialpädagogisch betreut.

Situation in griechischen Lagern "entsetzlich"

Die acht Kinder, die jetzt in Berlin angekommen sind, würden nun in Jugendhilfeeinrichtungen betreut, erklärte Jugendsenatorin Sandra Scheeres (SPD). Alle seien gesundheitlich wohlauf.

Scheeres betonte, "diese Hilfsaktion darf nur der Anfang sein". Berlin sei bereit, deutlich mehr Kinder aufzunehmen. Das habe der Senat immer wieder gegenüber der Bundesregierung betont. "Insbesondere für Kinder und Jugendliche ist die Situation in den griechischen Geflüchteten-Lagern entsetzlich und traumatisierend", so Scheeres.

Geisel: Berlin kann mindestens 70 Geflüchtete aufnehmen

Zuletzt hatte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) den Bund zur Aufnahme von mehr Menschen aus dem Flüchtlingslager Moria aufgefordert. Berlin könne mindestens 70 Kinder aufnehmen. Auch mehrere Kommunen in Brandenburg hatten sich bereits mehrfach bereit erklärt, minderjährige Geflüchtete aus den Lagern auf den griechischen Inseln aufzunehmen.

Die Lage in den Flüchtlingslagern gilt als katastrophal: Dort leben knapp 37.000 Menschen in Camps, die eigentlich nur für etwas mehr als 6.000 Menschen ausgelegt sind. Moria allein beherbergt 19.300 Asylsuchende, mehr als sechs Mal so viele wie geplant.

Angesichts der Coronavirus-Pandemie hat die griechische Regierung erneut Flüchtlinge aus dem Lager Moria auf der Insel Lesbos zum Festland gebracht. Es handelt sich vor allem um ältere und kranke Menschen sowie Familien.

Sendung: Abendschau, 04.05.2020, 19:30 Uhr

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61 Kommentare

  1. 61.

    1989 mußte kein DDR-Bürger mehr vor der DDR Diktaur flüchten. Die Stasi wurde abgewickelt. Es gab keinen Krieg, keine Hungersnöte, NICHTS dergleichen. Trotzdem hatten wir es nach der Grenzöffnung (!)mit einer Schwemme von Flüchtlingen zu tun, die die Löhne drückten, die Mieten in die Höhe trieben usw.

    Genau wie fremdenfeindliche Rassisten mit unbewiesenen Zahlen operieren, so verallgemeinere ich diese Zahl auf 17 Millionen. Selbstverständlich wollten nicht alle 17 Millionen der Bundesrepublik beitreten. Man hat die Leute, die die DDR reformieren wollten niedergeschrien. Man wollte DM, DM und nochmals DM!

    Ich halte den fremdenfeindlichen Rassisten die, nicht nur aber zum großen Teil aus den neuen Bundesländern kommen (Wahlergebnisse der rechtsextremen AfD bis zu 20 %)ihren eigenen Zerrspiegel vor.

    Nicht mehr aber eben auch nicht weniger.

  2. 60.

    Sebastian, Mittwoch, 06.05.2020 | 10:33 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 06.05.2020 um 04:36
    Es hat auch nichts mit Egoismus zu tun wenn man sein hart verdientes Brot nicht Teilen möchte."

    Doch, hat es!

    Sebastian:
    "... aber wir haben genug Geld für diejenigen ..."

    Nein, haben wir nicht, denn wir hungern auch, leben auch in allergrößter Not ohne warme Kleidung, ohne Wohnung und Heizung. Uns geht es genauso dreckig wie den Flüchtlingen, deshalb sind wir absolut nicht in der Lage zu helfen! Das könnte man meinen, wenn man Ihren Kommentar so liest.

    Sebastian:
    "Denken Sie mal nach und sparen sich bitte Ihre typischen Wörter von rechter Gesinnung oder rassistischer Meinung!"

    Ich habe nicht "von rechter Gesinnung oder rassistischer Meinung" geschrieben, sondern von Egoismus und Empathielosigkeit. Aber verstehendes Lesen scheint nicht Ihre Stärke zu sein.

  3. 59.

    Sebastian:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 06.05.2020 um 04:54
    Lustig hier, Immanuel teilt aus aber kann nichts einstecken."

    Was soll ich einstecken? Oder meinen Sie, ich solle meine Meinung nicht erwidern dürfen? Soll es die Meinungsfreiheit nur für die geben, die Ihrer Meinung sind?

    Sebastian:
    "Andreas hat schon Recht, alle die laut Schreien sollen gern von Ihrem Lohn einen etwas dazu geben."

    NEIN, denn die Hilfe für Hilfsbedürftige ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe! Insbesondere, wenn wir in einem Land leben, was von der Billigstproduktion in einigen dieser Fluchtländer lebt.

    Sebastian:
    "Dann werden wir mal sehen wer so 1 bis 2 Jahre später immer noch schreit."

    Sebastian gehört anscheinend zu diesen empathielosen Menschen, die genüßlich zuschauen, wie andere leiden, ohne dass sich bei ihnen irgendein Migefühl regt, und die stattdessen die Mitbürger beschimpfen, die dafür sind, ein wenig unseres Wohlstandes mit Menschen in Not zu teilen. Widerlich!

  4. 58.

    Mark:
    "Die Ostdeutschen waren genau so Wirtschaftsflüchtlinge wie diejenigen, die heute zu uns kommen."

    NEIN, denn DIE Ostdeutschen sind nicht von einem Ort zu einem anderen Ort geflüchtet, sondern die allermeisten Ostdeutschen haben ihre Diktatur gestürzt und abgewählt, statt zu flüchten.

    Mark:
    "Ich benutze den Vergleich immer dann wenn andere Flüchtende über einen Kamm scheren. Wie man am wütenden Gehul merkt, scheint mein Vergleich zu treffen."

    Ihr Ansinnen für Empathie mag ehrenwert und berechtigt sein, die Bezeichnung der Ostdeutschen fälschlicherweise als Wirtschaftsflüchtlinge ist es nicht! Genauso, wie viele der DDR-Übersiedler nicht wegen der Wirtschaft, sondern wegen der DDR-Diktatur flüchteten, flüchten heutzutage auch viele Menschen nicht wegen Wohlstandssorgen, sondern wegen Krieg, Krankheit, Hunger, Tod und Hoffnungslosigkeit. Die allermeisten Menschen würden gern in ihrer Heimat leben bleiben, wenn ein menschenwürdiges Leben dort möglich wäre!

  5. 57.

    Mark, Dienstag, 05.05.2020 | 23:49 Uhr:
    "... 17 Millionen Wirtschaftsflüchtlinge ..."

    Kompletter UNSINN!

    Von wo nach wo sollen denn 17 Millionen DDR-Bürger geflüchtet sein??? Aus Ost-Deutschland und Ost-Berlin nach West-Deutschland und West-Berlin??? Die allermeisten blieben dort, wo sie bis dahin gelebt hatten!

    Die Wirtschaft war NUR EINER von vielen Gründen für das Ende der DDR. Ein anderer wichtiger Grund war die DDR-Diktatur, die das DDR-Volk mehrheitlich nicht wollte!

    Also: "Wirtschafts-" ist falsch und "-Flüchtliing" ist falsch!!! Bleiben Sie bitte sachlich bei Ihrem Geschwafel!

    Mark, Dienstag, 05.05.2020 | 23:49 Uhr:
    "... die Ostdeutschen, die sich nicht nur die Straßen haben vergolden lassen."

    Dann fahren Sie dorthin und kratzen sich das Gold von der Straße, wenn es Ihnen so furchtbar dreckig geht. Aber lassen Sie uns mit Ihrem polemischen Unsinn in Ruhe!

  6. 56.

    Hier "zerfleischt" sich niemand, hier prallen "nur" dumpfer Rassismus, Fremdenhass und Humanismus aufeinander.

    Wie sehen denn ihre Maßnahmen aus gegen die übermächtige Waffen- und Lebensmittelindustrielobby aus? Mit bloßer EU Schelte kommen sie da nämlich nicht weiter.

    Wo waren ihre Proteste gegen G20 Gipfel usw.?

  7. 55.

    Mit Menschen in Not nicht teilen zu wollen hat also nichts mit Egoismus zu tun, aha. Vor allem wrnn man bedenkt, dass durch eine Aufnahme von Geflüchteten niemandem etwas weggenommen wird. In Berlin gibt es genügend freie ungenutzte Plätze für Unterbringung und Versorgung.

  8. 54.

    Es hat auch nichts mit Egoismus zu tun wenn man sein hart verdientes Brot nicht Teilen möchte. Ich arbeite im Gesundheitswesen in einem systemrelevanten Beruf, und gehöre damit leider nicht zu den bestverdienern. Der Staat schaft es nicht mal den Lohnbonus den wir erhalten sollen aus eigener Tasche zu bezahlen, aber wir haben genug Geld für diejenigen die mit den Bussen hier ankommen und später die restliche Familie nachholen! Und jetzt Denken Sie mal nach und sparen sich bitte Ihre typischen Wörter von rechter Gesinnung oder rassistischer Meinung!

  9. 53.

    Lustig hier, Immanuel teilt aus aber kann nichts einstecken. Andreas hat schon Recht, alle die laut Schreien sollen gern von Ihrem Lohn einen etwas dazu geben. Dann werden wir mal sehen wer so 1 bis 2 Jahre später immer noch schreit. Was tun Sie Immanuel den so für die Flüchtlinge außer hier große Sprüche klopfen?

  10. 52.

    Während sich hier die Kommentatoren zum teil fast "zerfleischen" verdient die Rüstungsindustrie mit freundlicher Unterstützung der Regierung die nächste Milliarden am Elend in der Welt. Im gleichen Zeitraum verschifft die EU hoch subventionierte Billiglebensmittel nach Afrika und zerstört wissentlich die Existenz der einheimischen Erzeuger. Im gleichen Zeitraum versickern Milliardenhilfsgelder in den Taschen korrupter Politiker und Funktionäre in Afrika. Die Politiker machen weiter. Das funktioniert gerade so gut, weil sich die braven Wähler derart beschimpfen. In der Historie heißt das Teile und Herrsche. Bis heute funktioniert es.

  11. 51.

    Andreas, Müncheberg, Dienstag, 05.05.2020 | 14:13 Uhr:
    "Berlin könnte alle 37000 Flüchtlinge problemlos aufnehmen und versorgen....wenn alle Befürworter dieser Politik endlich für ihr Wohlwollen in Haftung genommen werden und ihren Teil dazu beitragen. Unterkunft und Finanzierung gehören in die Hände derer die so etwas befürworten denn nur dort sind sie am besten aufgehoben."

    Was für ein widerlicher, empathieloser Egoismus!

  12. 50.

    goetze:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 05.05.2020 um 12:51
    Ich denke, meine Frage, wie Achtjährige den Weg von Afghanistan bis Griechenland geschafft haben, hat sehr viel mit dem Sachverhalt zu tun, um den es sich hier handelt. Ihr Tip, ich persönlich könnte ja mal recherchieren, ist wohlfeil, aber neben der Sache liegend. Allenfalls der Umstand, warum die offiziell Bestallten auf diese naheliegende Frage bisher keine Antwort lieferten, kann so interpretiert werden, daß die Wahrheit nicht ins Konzept passt."

    Wenn Sie eine Antwort wollen, dann recherchieren Sie oder bezahlen Sie jemanden dafür. Niemand ist verpflichtet, all Ihre Fragen auf eigene Kosten zu recherchieren, um sie Ihnen zu beantworten.

    Kleiner Tip am Rande: Jede Geschichte ist anders!

    Ihre Frage und eine eventuelle Antwort darauf löst nicht die Not dieser Menschen und hat deshalb hier mit dem Thema nichts zu tun, sondern soll nur vom Thema ablenken.

  13. 49.

    Kai:
    "Antwort auf [Steffen Barsch] vom 04.05.2020 um 22:17
    Ihnen ist schon bewusst, das wir noch immer an der Beseitigung der Probleme der ersten Flüchtlingswelle 2015 arbeiten, oder?"

    Ihnen ist schon bewusst, dass wir noch immer an der Beseitigung der Folgen des II. Weltkriegs und der DDR arbeiten. Und trotzdem bezahlen wir Kultur, Sozialleistungen etc. pp. Denn das Eine schließt das Andere nicht aus. Es gibt kein Naturgesetz, das vorschreibt, dass man erst alle anderen Probleme vollständig gelöst haben muss, ehe man sich anderen dringenden Problemen zuwendet. Multitasking gibt es auch in der Politik!

    Wenn damals die Alliierten erst ihre eigenen (Wirtschafts)Probleme vollständig gelöst hätten, bevor sie Deutschland befreien, dann hätten wir jetzt wahrscheinlich ganz andere Probleme!

  14. 48.

    Mark, Dienstag, 05.05.2020 | 18:17 Uhr:
    "Antwort auf [Kai] vom 05.05.2020 um 09:29
    "Ihnen ist schon bewusst, das wir noch immer an der Beseitigung der Probleme der ersten Flüchtlingswelle 2015 arbeiten, oder?"
    Wir "arbeiten" sogar noch an der viel größeren Fluchtwelle 1989, als das Land von 17 Millionen Wirtschaftsflüchtlingen überschwemmt wurde."

    Naja, die meisten blieben aber in ihrem Land und überschwemmten NICHTS in West-Deutschland oder West-Berlin! Und außerdem hat die Bundesrepublik als Ausgleich ordentlich viel Land dazubekommen.

  15. 47.

    Sebastian, Dienstag, 05.05.2020 | 17:57 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 05.05.2020 um 12:45
    ... Aber respektieren Sie die Meinung der anderen, ohne diese gleich in die rechte Ecke zu stecken!"

    Ja, ich respektiere die Meinung anderer Menschen, auch die von empathielosen Egoisten!

  16. 46.

    Reimann, Berlin, Dienstag, 05.05.2020 | 17:14 Uhr:
    "So wird es sein, mir ist unbegreiflich wie Eltern so junge Kinder alleine auf so eine gefährliche Reise schicken können."

    So etwas gab es auch schon mal in Deutschland, dass Eltern ihre Kinder unbegleitet auf die Reise gesschickt hatten. Die anderen jüdischen Kinder, die nicht unbegleitet auf die Reise geschickt wurden, wurden vergast.
    Es gibt Verzweiflung und Not, in denen Menschen Sachen machen (müssen), die uns in unserem Wohlstand unbegreiflich sind.

  17. 45.

    Realist, Berlin, Dienstag, 05.05.2020 | 15:17 Uhr:
    "Immanuel, was tun Sie eigentlich für die Flüchtlinge.....Sie ganz persönlich?????...außer Forderungen stellen...."

    Ich hetzte nicht hämisch gegen Hilflose und Hilfsbereite oder gegen Menschen, die es organisieren einen kleinen Teil unseres Luxus mit Hilfsbedürftigen zu teilen. Und das ist schon sehr viel mehr Positives, als manch egoistischer Hater hier tut. Oder tun Sie mehr für Hilfsbedürftigen?

  18. 44.

    Die Ostdeutschen waren genau so Wirtschaftsflüchtlinge wie diejenigen, die heute zu uns kommen. Nicht alle, es sind ja auch nicht alle Ostdeutschen so von Gier, Neid und Hass zerfressen dass sie alles Fremde ablehnen und verunglimpfen.

    Ich benutze den Vergleich immer dann wenn andere Flüchtende über einen Kamm scheren. Wie man am wütenden Gehul merkt, scheint mein Vergleich zu treffen.

  19. 43.

    „Kommt die D-Mark, bleiben wir, kommt sie nicht, geh'n wir zu ihr!“ Schon vergessen?

    Und nein, ich habe nicht vergessen wer den großen Reibach in der DDR gemacht, genaus so wenig wie die Koffer des Hr. Kohl.

    Wenn es nur die Berlin Zulage gewesen wäre. die Reallöhne sanken, die Renten wurden beschnitten und auch Hartz IV geht auf die 17 Millionen Wirtschaftsflüchtlinge zurück. Irgendwer mußte ja den Traum vom "Heim ins Reich" bezahlen.

    Auch die Westdeutschen haben teuer für die Wende bezahlt, mehr noch als die Ostdeutschen, die sich nicht nur die Straßen haben vergolden lassen.

  20. 42.

    Wenn man nichtmal Empathie für Kriegswaisen aufbringen kann, ist in der Kindheit gehörig etwas schiefgelaufen... Ich hoffe die Kinder und Jugendlichen finden ein gutes Zuhause hier in Berlin und dass Berlin noch weitere Menschen aus den schrecklichen Lagern evakuiert - wie hieß es heute aus der Bundesregierung: Die Lager auf der griechischen Inseln sind eine Schande für Deutschland!!

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