28.05.2020, Berlin: Ein Landwirt demonstriert mit mit einem Schild mit der Aufschrift ""Sorry! Aber sonst werden wir nicht gehört" auf seinem Traktor vor dem Bundesamt für Umwelt und Naturschutz in Berlin-Mitte. (Quelle: dpa/Sommer)
Audio: Journal | 28.05.2020 | Bild: dpa

Landwirte protestieren in Berlin - Demonstration mit 100 Traktoren zieht durch Mitte

Aufgrund motorisierten Protests ist auch am Donnerstag mit Behinderungen auf den Berliner Straßen zu rechnen: Landwirte wollen mit 100 Traktoren gegen die Bundesumweltministerin protestieren. Sie fühlen sich durch einen Bericht zur Lage der Natur diffamiert.

Kaum ist die Demonstration von Busreise-Unternehmen Geschichte, wird es auf den Straßen in Berlin-Mitte wieder voll: Rund 100 Traktoren waren am Vormittag auf den Straßen rund um das Willy-Brandt-Haus unterwegs, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Der Verkehrsdienst der Polizei werde die Traktoren begleiten, hatte es schon vorab geheißen. Betroffen waren neben der Wilhelmstraße die Stresemannstraße, die Schöneberger Straße und das Hallesche Ufer. Der Trecker-Korso zog von der Parteizentrale der SPD zum Bundesumweltministerium

Landwirte fühlen sich durch Bundesumweltministerium diffamiert

Zu der Demonstration aufgerufen hatte der Zusammenschluss "Land schafft Verbindung". Die Landwirte fordern von der Politik einen Natur- und Umweltschutz, der nachhaltig für Natur, Umwelt, Gesellschaft und Betriebe sei.

In einer auf Facebook veröffentlichten Pressemitteilung fordert der Verein sogar den Rücktritt von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) [facebook.de]. Diese hatte vergangene Woche den "Bericht zur Lage der Natur" [tagesschau.de] vorgestellt, aus dem hervorgeht, dass die industrielle Landwirtschaft unverändert für starke Verluste bei Insekten- und Vogelarten sorgt. Das gilt besonders für Schmetterlinge und andere Insektenarten, die auf blütenreiche Wiesen und Weiden angewiesen sind. 70 Prozent sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Starke Verluste gibt es dem Bericht zufolge auch bei Vogelarten, die in Agrarlandschaften leben.

"Land schafft Verbindung" fühlt sich durch die Politik "diffamiert", wie es heißt. Der Rückgang der Biodiversität müsse "ganzheitlich betrachtet werden und nicht einseitig". Nicht nur die Landwirtschaft trage zum Verlust der Artenvielfalt bei, sondern die gesamte Gesellschaft.

Sendung: Abendschau, 27.05.2020, 19:30 Uhr

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35 Kommentare

  1. 35.

    Dank den Grünen und deren Verzicht auf Pflanzenschutz werden viele kleine Waldbauern ruiniert.

  2. 34.

    Ihr und eure Angehörigen und Angestellten sollten einfach diese Parteien und die, mit denen sie kungeln nicht mehr wählen.
    Bauern, Autofahrer -händler und -bauer, Fleischesser + Produzenten und Angestellte, Vermieter, Bauunternehmen etc.
    Ein paar Minderheitenparteien kungeln sich zusammen und stechen die die stärkeren aus. (Bis zur Neuwahl siehe Rammelow)
    Dann ist Schluss mit dem Zirkus.

  3. 33.

    Was für eine Antwort. Mitnichten sind mir Hungernde Menschen egal. Mein Antwortkommentar zu Steffen wurde ja nicht freigeschaltet. Den Rest erspare ich mir hier.

  4. 32.

    Wie Steffen zu recht feststellt "idyllische Landwirtschaft die heutige Weltbevölkerung längst nicht mehr ernähren". Ihre Antwort kaufe dennoch in den Bio-Supermarkt. Das Menschen hungern ist ihnen offenbar egal. Wenn Sie sich über Wachs aufregen, sollten Sie sich besser über die Pestizide der Biobauern informieren. Die Pestizide der Biobauern sind schädlich für Mensch und Umwelt.

  5. 31.

    Ja Lothar, so Unrecht haben Sie da natürlich nicht. Aber, seien wir ehrlich, wir können uns das leisten, mancher Geringverdiener nicht. Die große Mehrheit könnte zwar mehr fürs Essen ausgeben, setzen aber lieber andere Prioritäten. Dabei gebe ich Ihnen beim Fleisch Recht, wenn das Tier ökologisch mit artgerechter Ernährung aufwachsen könnte. Da gibt es geschmacklich Riesen-Unterschiede. Bei Obst und Gemüse liegt es aber in der Regel an der Sorte sowie am Reifegrad bei Ernte. Konventionell werden meist geschmacklose, aber ertragreiche Sorten angebaut, Vielfalt gibt es kaum noch. Bei Äpfeln zum Beispiel gibt es nahezu nur noch vier Sorten. Die sehen toll aus, schmecken aber langweilig. Manche Ökobauern haben aber noch leckere alte Sorten im Angebot, oft aber nur im Vorverkauf. Auch da kommt nicht jeder Berliner hin.

  6. 30.

    Ja habt mal Verständnis für Landwirte ihr glaubt ja wohl nicht dass die Schlepper alle bezahlt sind, momentan sind industrielle die Grund und Boden sowie Ställe aufkaufen. Dass Landwirte solche Schlepper fahren hat auch etwas mit Gesetzen zu tun oder auch der Straßenverkehrsordnung. Mann sollte erst genau wissen bevor man urteilt.
    Und Subventionen bekommen alle, andere wie Frankreich noch viel mehr. Man könnte sie abschaffen aber dann würden Lebensmittel richtig teuer und man könnte nicht jedes Jahr ein Urlaub und teurere Smartphons sich leisten.
    Wenn man meckert dann auf Politiker oder dem Nabu der einerseits erneuerbare Energie haben möchte, anderseits aber wo welche kommen sollen sie blockiert. Ich sage nur Armes Deutschland. Fazit wenn es Landwirten so gut geht warum sterben gerade jetzt massenhaft Familienbetriebe wo Politik was anderes möchte . Und was meint ihr was ohne Baukindergeld oder Andere Finanzspritzen der Wirtschaft mit jedem von uns passieren würde.

  7. 29.

    Man schaue sich einmal auf den aktuellen Seiten (vor allem facebook) der AFD um. Da findet man die wahren Unterstützer de Bauerndemos. Gemeinsam verleugnet man den Klimawandel, das Insektensterben und die Grundwasserverseuchung.
    An einer Wand unserer Stadt steht dick gesprüht: Bauern wählen AFD So wird es sein!

  8. 28.

    Ich frage mich, warum diese Demos überhaupt genehmigt werden?

    1. Gilt schon immer "(StVO) § 30 ....(1) ... Unnützes Hin- und Herfahren ist innerhalb geschlossener Ortschaften verboten, wenn Andere dadurch belästigt werden." - und belästigt fühlen sich viele.

    2. Haben wir doch inzwischen den Klimanotstand und a l l e Entscheidungen der Verwaltung sind auf ihre Umweltverträglichkeit zu prüfen.

    Wie kann man da Demos mit Bussen und Traktoren genehmigen? Andere haben auch legitime Anliegen und schaffen es die leise und abgasarm zu vermitteln, man muss nur wollen.

  9. 27.

    Auch wieder richtig. Doch wenn ich z.B. in den R...City Supermarkt gehe, nur um mal schnell meine GRUNDNAHRUNGSMITTEL einzukaufen, dann muß ich jedesmal vorbei an die Wurst und Fleischabteilung. Und welcher Name springt mir da immer wieder ins Auge, dass mir regelrecht schlecht dabei wird? Richtig, großes W ( Vorname)und Brandenburg. Schon beim Anblick dieser Fleischprodukte hat es mich regelrecht zum Fleischeinkauf in den Bio-Supermarkt getrieben. Wer hier behauptet, es gäbe da keinen geschmacklichen Unterschied, die oder der irrt sich aber gewaltig. Ebenso ergeht es mir beim Einkauf von Obst in besagten Supermarkt. Besonders bei den Äpfeln. Manche schmecken einfach nach nichts und nur wässrig. Aber mit na dicken Wachsschicht umgeben und wer weiß was sonst noch alles. Nee danke.

  10. 26.

    Alles richtig. Nur kann diese idyllische Form der Landwirtschaft die heutige Weltbevölkerung längst nicht mehr ernähren und selbst in Deutschland würden viele dann wieder Hunger leiden. Ohne moderne, wenn auch ökologisch rücksichtsvolle Landwirtschaft geht es schon lange nicht mehr.

  11. 25.

    Ihr Kommentar zeigt, dass Sie die Forderungen und Probleme der Bauern überhaupt nicht verstanden haben. Es geht nicht darum, dass es keine Änderungen geben darf oder die Bauern vor dem Handel in Schutz genommen werden wollen. Es geht darum, dass Bauern fairen Wettbewerb brauchen, um am europäischen Markt bestehen zu können, denn einen rein deutschen Markt, der sich allein reguliert, gibt es lange nicht mehr. Wenn aber nun Bauern in Deutschland exorbitant höhere Auflagen bekommen als die europäische Konkurrenz, dann gefährdet das unmittelbar deren Existenz. Es geht nicht darum, dass Verbesserungen dringend nötig sind, diese müssen aber europaweit greifen sonst gibt es Obst, Gemüse und Getreide bald nur noch aus Italien, Polen und Spanien, zu wesentlich geringeren Umweltstandards.

  12. 24.

    Schon ist, daß Sie nicht bestreiten, daß auf sehr vielen Öko-Bauernhöfen fleißig Pestizide gespitzt werden. Nichtachtung könnte wir auch denen vorwerfen welche nicht anerkennen, daß es die moderne Landwirtschaft ist welche die Menschheit ernährt und daß es eben nicht die Ökos sind.

  13. 22.

    Wann merken die Protestierenden endlich, dass vom Schlepperfahren durch Innenstädte die Umweltprobleme nicht kleiner werden? Und in Coronazeiten ist der Protest der Großgrundbesitzer und Massentierhalter für mehr Subventionen und gegen die Rechte der Natur einfach infam. Die Bauern wirken in er Öffentlichkeit zur Zeit als Rüpel. Die Menschen, die jetzt um ihren Arbeitsplatz bangen , haben kein Verständnis für die Fendt Vario 900 fahrenden reichen Junker auf Berliner Plätzen..
    Die Proteste haben es nicht auf tagesschau online, nicht auf faz online, nicht auf heute online, nicht auf zeitonline und nicht auf spiegelonline geschafft. Da können sie sogar von Glück sprechen. Ihnen schlägt nur Unverständnis und Häme entgegen. Und die AfD fischt bei den Protestlern. Das wird dann der Untergang der Bauernschaft. So verspielt man die letzte Sympathie der Bevölkerung.

  14. 21.

    Leider ist wohl die Mehrheit der deutschen Bevölkerung ähnlicher Meinung wie Cabomba peltata. Es geht den Landwirten aber nicht um "Profit" wie von ihm gemeint, sondern schlicht und einfach ums finanzielle Überleben. Immer schärfere Auflagen wie die neue Düngeverordnung bedeuten höhere Kosten bei sinkendem Ertrag und gleichbleibenden Erzeugerpreisen. Der Chef des Einzelhandelsverbandes, Sanktjohanser, hat ja nach der Gesprächsrunde im Kanzleramt zur Presse gesagt, daß der Einzelhandel keine höheren Erzeugerpreise zahlen werde.
    Biolandbau in großem Stil ist aber wohl auch keine Lösung. Wieviel Bundesbürger sind wohl in der Lage und bereit, doppelt bis dreimal so viel Geld wie bisher für Lebensmittel auszugeben? Urlaub, Miete und Autofinanzierung gehen halt vor........ und viele Biobauern wollen gar keine großen Ausbau des Biolandbaus, weil sie davon ausgehen, daß dann die Erzeugerpreise für Bioprodukte drastisch sinken werden................

  15. 20.

    Doch, den Bauern wollen alle. Nur nicht die Giftspritzer, Tierquäler und Grundwasserschänder.
    An den teuren Schleppern erkennt man das Motiv: Profit

  16. 19.

    Bitte nicht schon wieder diese Leier. Von wegen Ökos setzen auch Pestizide ein. Gehen Sie mal auf einen echten Öko Bauernhof. Da werden Sie aber aus dem Staunen nicht mehr rauskommen. Fängt schon mit vernünftiger Tierhaltung an.
    Das diese Lobbybauern mit ihren Traktoren durch die Stadt herumkutschieren ist schon ein deutliches Zeichen für Nichtachtung.

  17. 17.

    Hallo

    Ich bin selbst Landwirt ( Milchvieh + Ackerbau)
    War im November dabei in Berlin.
    Ich würde lieber von den Produkten wo ich verkaufe leben können und kein Geld mehr aus Brüssel bekommen.
    Nur müssten sie dann beim Einkaufen etwas tiefer in die Tasche greifen wenn sie einheimische Milch und Fleisch haben wollen.
    Sie können natürlich auch Billig fleisch aus Südamerika kaufen, Nur für diesen C02 Ausstoß kann ich oft auf Berlin Fahren (Komme aus dem Nördlichen Bayern)
    Dabei darf man ja nicht vergessen das die Kulturlandschaft auch erhalten werden soll,

    Vielleicht verstehen sie die Landwirte wenn sie mal zu ihren nächsten Landwirt gehen und ihn mal fragen was er alles für Auflagen und Gesetzte erfüllen muss um seinen Hof zu betreiben.

    MFG

  18. 16.

    Das stimmt ja so nicht. Die Bauern müssen sich auf Veränderungen einstellen, ebenso wie der Kunde. Was die Bauern aber nicht getan haben, ist auf die sich schon vor Jahren abzeichnenden Probleme zu reagieren. Stattdessen wird gejammert und gehupt...Die Bauern haben eine durchaus gut funktionierende Lobby. Diese bekommt es nicht hin sich gegen den Handel zu positionieren??? Und da soll ein Hupkonzert helfen??Und das was Leute wie ich äußern ist kein "Hass", sondern Kritik. Bauern sind keine Schützenswerte Spezies, sondern müssen wie alle anderen ebenso, Kritik aushallten können.

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