Ein Mann befährt mit seinem Fahrrad einen temporären Radverkehrsstreifen auf dem Kottbusser Damm in Berlin-Kreuzberg (Bild: dpa)
Bild: dpa

Berlin - Organisationen demonstrieren für mehr Pop-up-Radwege

Radfahrer haben am Samstag in Berlin und vielen anderen deutschen Städten neue Wege für sich geschaffen - symbolisch. Anlass war der von Greenpeace und dem ADFC ausgerufene "Aktionstag Pop-Up-Radspuren".

Die Teilnehmer richteten am Mittag in Reinickendorf und im Wedding vorübergehend neue Radstreifen ein – mit Menschen und Pylonen als Abgrenzung. "Wir demonstrieren bewusst in Bezirken, in denen es Radfahrende besonders schwer haben. Hier trauen sich Menschen nicht auf das Rad, weil sie schlichtweg Angst vor dem Pkw-Verkehr haben", teilte der teilnehmende Verein Changing Cities mit. Am Nachmittag gab es Aktionen in Charlottenburg an der Kaiser-Friedrich-Straße und in Neukölln an der Hermannstraße.

In der Hauptstadt sind im Zuge der Corona-Pandemie in den vergangenen Wochen ganz offiziell temporäre Radwege auf Straßen und Parkstreifen geschaffen worden, um die Einhaltung der geltenden Abstandsregeln zu erleichtern.

Streese: Viele Pop-up-Radwege sollen bleiben

Viele der Pop-up-Radwege sollen auch nach der Corona-Krise bleiben, sagte Ingmar Streese (Grüne), Staatssekretär für Verkehr in Berlin, am Samstag dem rbb. Die meisten dieser Radwege seien ohnehin geplant gewesen, so Streese. Die temporäre Anordnung müsse nun lediglich in eine dauerhafte überführt werden. Dabei würden auch die Interessen der Anlieger, der BVG und anderer einbezogen.

Im Senat werde damit gerechnet, dass sich der Anteil des Radverkehrs in der Stadt weiter erhöhen wird, sagte Streese weiter. Schon vor der Corona-Pandemie seien 18 Prozent der zurückgelegten Wege mit dem Rad gefahren worden. In den vergangenen Wochen habe sich die Radnutzung überproportional gesteigert.

Sendung: Inforadio, 23.05.2020, 9:00 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    "In den vergangenen Wochen hatte sich vor allem am Wochenende die Radnutzung gesteigert - schreibt zumindest der RBB."

    Stellen sie die Zahlen in Frage? Dann liegt es an ihnen, den Gegenbeweis anzutreten. Der Rest ihrer Ausführungen sind themenfremd und/oder nicht ernst zu nehmen. Ganz besonders der Unsinn "Die Nomenklatura ließ sich schließlich auch im PKW chauffieren."

    Aber wenn es um ihre Lieblingshassobjekte geht, dann bleibt halt die Logik und Sachlichleit auf der Strecke.

  2. 2.

    Alle die auf den neuen Spuren geradelt sind, wissen dass das eine sinnvolle Sache ist. Leider geht es nicht ohne Poller.

  3. 1.

    In den vergangenen Wochen hatte sich vor allem am Wochenende die Radnutzung gesteigert - schreibt zumindest der RBB. Leider ist Herr Streese nicht so umtriebig, wenn es um Pop-Up-Busspuren geht. Für die sind anders als bei den Radwegen nicht vor allem die Bezirke verantwortlich, sondern die Verkehrssenatorin. Wo kämen wir aber hin, wenn die Klimaschutzsenatorin wie Ihre Parteifreunde in Bremen auf den persönlichen Dienstwagen verzichten würde und stattdessen mit der S-Bahn von Köpenick in die Innenstadt pendeln würde? Die Nomenklatura ließ sich schließlich auch im PKW chauffieren.

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