Ein Mann geht an dem Logo der Agentur für Arbeit vorbei.
Bild: ZB/Sebastian Kahnert

Linke fordert Corona-Zuschlag - Hohes Armutsrisiko für Arbeitslose in Brandenburg

Etwa zwei Drittel (67 Prozent) der Arbeitslosen in Brandenburg gelten als armutsgefährdet. In Berlin gilt das für 59 Prozent der Menschen ohne Job. Damit liegen beide Länder über dem Bundesschnitt (57,4 Prozent). Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Frage der Linke-Fraktion im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Nur in Sachsen-Anhalt (74,9 Prozent), Sachsen (69,6) und Mecklenburg-Vorpommern (69,0) war die Armutsrisikoquote nach jüngsten Daten für 2018 bei Arbeitslosen höher als in Brandenburg.

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens zur Verfügung hat. Für 2018 lag diese Schwelle für ganz Deutschland bei 1.035 Euro im Monat für einen Einpersonenhaushalt.

Armutsrisiko im Osten höher

Bundesweit gibt es weiter erhebliche regionale Unterschiede. In den westlichen Bundesländern galten 53,7 Prozent der Erwerbslosen nach jüngsten Daten für 2018 als armutsgefährdet - in den östlichen Ländern mit Berlin waren es dagegen 67,1 Prozent.

In Deutschland galten 2018 nach Daten des Mikrozensus 57,4 Prozent aller Arbeitslosen als armutsgefährdet, nachdem es 2005 noch 49,6 Prozent gewesen waren. Zwischenzeitlich betrug der Anteil schon 59 Prozent. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung lag die Quote armutsgefährdeter Menschen bei 15,5 Prozent.

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, nannte es einen Skandal, dass die Bundesregierung einer Ausbreitung und Verfestigung von Armut nicht entgegensteuere. Schon bisher sei mit den Hartz-IV-Regelsätzen ein Leben kaum möglich gewesen. "Besonders dramatisch ist die Situation derzeit in der Corona-Krise." Die Linke fordert einen Pandemie-Zuschlag von 200 Euro pro Person.

Sendung:  Inforadio, 21.05.2020, 9 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Sie sind definitiv falsch informiert. Denn meine Beschreibung ist meine Erfahrung. Ich habe nichts über Arbeitslosengeld geschrieben, sondern über Kurzarbeiter die durch Corona aufstocken müssen. Es gibt keine Vereinfachung der Anträge für die Privathaushalte. Eine komplette Offenlegung mit z.B. Kontoauszüge aller Konten ist eine Vermögensprüfung ! Es wird mit zweierlei Maß gemessen. Eine Seite der Bürger, andere Seite die Unternehmen. Der Arme ohne Vermögen und Immobilien wird wieder übersehen. Ich nehme an, dass Sie nie in diese Lage gekommen sind, HartzIV beantragen zu müssen. Daher haben Sie keine Ahnung, wie sich ein Betroffener fühlt !

  2. 4.

    2/3 der Arbeitslosen sind armutsgefährdet. Und das restliche 1/3 der Arbeitslosen sind reichtumsgefährdet?

  3. 3.

    Wo genau liegt denn das menschenverachtende, bzw. die Schande?
    Das Sie dem Amt mitteilen müssen, über welche Vermögenswerte Sie verfügen und was für Konten Sie besitzen? Das Sie mitteilen müssen wie viel Geld Sie von wem bekommen, also Einkommen aus einer Tätigkeit, KuG, regelm. eBay Verkäufe, etc.? Das Sie offen legen müssen ob Sie z.B. Immobilien besitzen (sie glauben gar nicht, wie viele SGB II Bezieher hier oder im Ausland Immobilien besitzen). Ist schon schlimm was man alles wissen will, wenn sie steuerfinanzierte Leistungen in Anspruch nehmen wollen.
    Des Weiteren ist der Bezug von Arbeitslosengeld I gerade um weitere 3 Monate, unabhängig der Anspruchszeit, verlängert worden. Beim vereinfachten Antrag auf SGB II wird auf die tiefergehende Vermögensprüfung verzichtet. Es war noch nie so einfach an Hilfen für Privatpersonen zu kommen wie im Moment. Man muss sich nur kundig machen und aktiv werden.

  4. 2.

    Es wird Zeit, dass auch die Privathaushalte bedacht werden. Ständig wird nur über die Unternehmen gesprochen aber wie die wirklich Armen und durch Corona in Armut Getriebene es schaffen sollen, redet keiner. Dazu kommt noch, dass Menschenverachtende Antrag stellen. Von schnelle und unkomplizierte Hilfe für Prifathaushalte keine Spur. Denn sie müssen alles komplett offen legen auch für Kurzarbeiter die aufstocken müssen. Mit Kontoauszüge aller Konten auch PayPal, Arbeitsvertrag, Mietvertrag, Nebenkostenabrechnung komplett, Schmuck ect. Darüber wird in der Presse nicht oder wenig berichtet.
    Eine Schande

  5. 1.

    Das ist der Beweis, die Linken sind die Guten. Jetzt noch das Geld aus der prallen Geldschatulle nehmen und umverteilen.
    Weiter so für soziale Gerechtigkeit.

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