Ein Schild der Polizei bzw. des Landeskriminalamtes an einem Gebäude in der Keithstraße in Berlin. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Politiker und Journalisten betroffen - Berliner Staatsschutz ermittelt wegen rechtem Drohbrief

Nach Auftauchen eines rechten Drohbriefs mit Morddrohungen und NS-Grüßen ermittelt jetzt der Berliner Staatsschutz. Es werde untersucht, ob der Brief zu der Serie von Drohmails mit rechtsextremem Hintergrund gehört, die seit vergangenem Juni an verschiedene Adressaten verschickt worden seien, sagte ein Sprecher der Berliner Polizei am Dienstag. Zu Einzelheiten wollte er sich unter Hinweis auf die Ermittlungen nicht äußern.

Zuvor hatte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) darüber berichtet. Demnach wurden wortgleiche Schreiben in der vergangenen Woche an zwei Bundestagsabgeordnete, zwei Landtagsabgeordnete aus Mecklenburg-Vorpommern und Bayern, die Staatsanwaltschaft Schwerin sowie neun Redaktionen und eine Berliner Rechtsanwaltskanzlei verschickt. Absender der Briefe sei das sogenannte "Staatsstreichorchester".

Auch Berliner Abgeordneter Schreiber betroffen

Zu den Adressaten gehört laut eigener Angabe auch der Berliner SPD-Innenexperte Tom Schreiber. Wie Schreiber auf Twitter mitteilte, hat er Strafanzeige gestellt.

Er habe die Drohmail am 21. April erhalten und Strafanzeige gestellt, sagte Schreiber, Mitglied im Berliner Abgeordnetenhaus, der Deutschen Presse-Agentur. Die Mail sei mit "Sieg Heil" und "Heil Hitler" unterschrieben gewesen.

Schon mehrere Drohmails vom "Staatsstreichorchester"

Das "Staatsstreichorchester" war in der Vergangenheit schon mehrmals durch ähnliche Morddrohungen aufgefallen. In dem neuen Brief hieß es, man habe ausreichend Munition, um jeden der Adressaten zu liquidieren.

Ermittler gehen davon aus, dass das "Staatsstreichorchester" im Zusammenhang steht mit einem 32-Jährigen, gegen den zurzeit vor dem Berliner Landgericht wegen Drohmails an Behörden und Politiker verhandelt wird. 

Sendung: Inforadio, 05.05.2020, 9 Uhr

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