Symbolbild: Ein Telegram-User beugt sich über seine Tastatur und starrt auf seine Telegram-App. (Quelle: imago images)
Audio: Radioeins | 29.05.2020 | Sophia Wetzke | Bild: imago images

Verbreitung von Verschwörungsmythen - "Telegram duckt sich weg"

Der Messengerdienst Telegram wird in Deutschland immer beliebter. So unbegrenzt wie seine Kanäle sind auch die dort kursierenden Themen. Verschwörungsmythen und Rassismus grassieren in vielen Gruppen - und Telegram schaut tatenlos zu. Von Sophia Wetzke

Auf den ersten Blick ist Telegram, einst von russischen Entwicklern als freiheitlicher Gegenentwurf zur Überwachung durch die Putin-Regierung programmiert, ein Chatprogramm wie jedes andere auch. Aber eben nur auf den ersten Blick. Denn wo beispielsweise der Anbieter Whatsapp die Größe seiner Gruppen auf 256 limitiert hat [br.de], dürfen Telegramgruppen unbegrenzt wachsen.

So zählen manchen Gruppen über 10.000 Mitglieder und mehr. Menschen geben sich Nachbarschaftshilfe, posten Jobangebote, suchen nach Wohnungen, teilen Katzenvideos, warnen sich vor Kontrollen in der S-Bahn, tauschen sich innerhalb ihres Studiengangs aus.

Weiteres Alleinstellungsmerkmal von Telegram ist die Kanalfunktion: Jeder kann einen solchen Kanal erstellen und dort Inhalte posten, die wiederum andere Nutzerinnen und Nutzer als Abonnenten lesen, eine Art digitaler Liveticker ohne Rückleitung. Über 50.000 Menschen folgen dem Kanal von Kochbuchautor Attila Hildmann, über 75.000 dem von Sänger Xavier Naidoo [br.de]. Beide waren zuletzt in Rahmen der Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen oder aufgrund von Verschwörungserzählungen in die öffentliche Aufmerksamkeit gerückt.

Die Entwickler sehen sich nicht verantwortlich

Immer wieder gebe es bei Usern, die die Corona-Maßnahmen infrage stellen, starke Schnittmengen mit Rassismus und Antisemitismus. Dies hat zum Beispiel die Amadeu-Antonio-Stiftung in einschlägigen Gruppen mit zum Teil mehreren Tausend Mitgliedern beobachtet. Inhaltlich darf dabei alles gepostet und geteilt werden, denn Telegram setzt seinen Usern so gut wie keine Grenzen.

Manche Gruppen erklären sich selbst zu "Corona-Rebellen" oder vermeintlichen Verteidigern des Grundgesetzes. Teilweise im Minutentakt werden Inhalte geteilt, in denen gegen die angebliche "Merkel-Diktatur", Migranten oder Juden gehetzt wird.

"Alle Telegram- und Gruppen-Chats sind die Privatsache der jeweiligen Nutzer und wir nehmen keine Anfragen dazu an, diese zu bearbeiten", heißt es in einem Statement auf der Website des Anbieters. Mehr als vorformulierte Aussagen lassen sich seitens Telegram nicht in Erfahrung bringen.

Die Entwickler verschleiern sich. Es gibt weder ein Impressum noch eine Kontaktadresse. Eigenen Angaben zufolge besteht das Team aus gut einem Dutzend digitaler Nomaden, die aktuell aus Dubai heraus arbeiten sollen. Geschäftsadressen sind lediglich Briefkästen, niemand scheint zu wissen, wer für Telegram arbeitet. Bekannt ist nur der Name von Gründer Pawel Durow. Ansonsten möchte man anonym bleiben.

Schutz privater Chats auf Messengern ist unbedingt notwendig

Ingo Dachwitz, Kommunikationswissenschaftler und Redakteur bei netzpolitik.org, hält den Schutz privater Chats auf Messengern für unbedingt notwendig. Als Generalentschuldigung lässt er dies aber nicht gelten. Denn Telegram biete eben auch Funktionen für die öffentliche Kommunikation.

"Aus Messengern muss sich der Staat raushalten und das ist auch gut so, weil der Kollateralschaden zu groß wäre, wenn der Staat in die privaten Kommunikationsräume schauen würde", sagt Dachwitz. Spannend seien an Telegram aber die Räume, wo man eigentlich von einer Öffentlichkeit spreche, sagt er. Wie die Kanäle, mit denen Einzelne zu Massen sprechen. "Wo Telegram ähnlich wie ein soziales Netzwerk funktioniert."

Technisch und juristisch sei diese Differenzierung nicht ungewöhnlich. So würden auch Facebook und Instagram direkte Messenger sowie parallel Funktionen für die öffentliche Kommunikation anbieten. Für letztere seien die Anbieter nach geltender Gesetzeslage verantwortlich zu machen. Meldemöglichkeiten und Ansprechpartner für die User und verschiedene Löschmechanismen für rechtswidrige Inhalte seien ein Weg, den andere große Dienste gingen. Lediglich Telegram ducke sich weg.

Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz sollte greifen

"Wir haben ein Telegramproblem, kein generelles Messengerproblem", sagt Dachwitz. "Man muss da ansetzen, dass Telegram in Teilen wie ein soziales Netzwerk behandelt wird, und dafür haben wir ja Regeln wie das Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Dort wo strafbare Inhalte auf einem Netzwerk mit mehr als zwei Millionen Nutzerinnen und Nutzern auftauchen, müssen eben bestimmte Standards eingehalten werden. Dann muss ein Kontaktbeauftrager da sein, dem man Post zustellen kann, es muss eine Moderation geben, eine Möglichkeit, Inhalte zu melden."

Auf ihrer Website räumen die Macher von Telegram ein, zumindest terroristische Gruppen beispielsweise des IS unter Umständen zu löschen und dies in der Vergangenheit bereits getan zu haben, ebenso öffentlich zugängliche Kanäle mit Pornografie oder Spam. Ob und nach welchen Mechanismen der Dienst dabei vorgeht, lässt sich für die Nutzerinnen und Nutzer allerdings nicht nachvollziehen.

Längst nicht so sicher, wie der Dienst vorgibt

Dass die Firma Telegram als Ansprechpartner nicht greifbar ist, hat in anderen Ländern natürlich auch Vorteile. Denn wo Überwachung und Autokratie herrschen, sind Messenger oft ein wertvolles Kommunikationsmittel der Opposition. Wer sich auf Telegram besonders sicher wähnt, sitze jedoch einem Mythos auf, so Dachwitz, denn in vielen Fällen biete dieser Dienst keine standardmäßige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung an. Andere Messenger hätten Telegram in Sachen Sicherheit längst überholt.

Nun könnten Urheber der follower-starken Kanäle wie Hildmann und Co. aus ihren öffentlich zugänglichen Monologen einfach geschlossene Gruppen machen, sich so dem NetzDG entziehen und die Grauzone für sich nutzen. So oder so brauchen wir, so Dachwitz, aber neue Definitionen: Wenn sich in den Echokammern vermeintlich geschlossener Gruppen 10.000 und mehr Mitglieder befinden, müssten wir mindestens darüber nachdenken, von Öffentlichkeit sprechen.

Sendung: Radioeins, 27.5.2020, 17:38 Uhr

Beitrag von Sophia Wetzke

65 Kommentare

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  1. 65.

    So wie meine Zeitung aus gesellschaftlicher Verantwortung unter jedem Artikel zu Suiziden hilfreiche Telefonnummern und Kontakte für Suizidgefährdete veröffentlicht, um Suizidgefährdete mit diesem thema nicht allein zu lassen, erwarte ich von allen anderen Medien, dass sie gefährliche Artikel mit entsprechenden einordnenden und aufklärenden Links versehen, um leichtgläubige Menschen vor Wahnvorstellungen zu schützen, und besonders gefährliche Artikel löschen.

    Wenn z.B. Trump darüber schwadroniert, dass man Desinfektionsmittel, die wirksam Corona-Viren abtöten, vielleicht oral oder intravenös zu sich nehmen könnte, so hat jedes Medium, welches viele Menschen erreicht eine gesellschaftliche Verantwortung, die Menschen, die das lesen, darüber aufzuklären, dass dies gefährlicher Unsinn ist! Alternativ kann solch ein Unsinn natürlich auch gelöscht werden.

    Denn nicht alle Menschen sind so schlau und wissen, dass dies gefährlicher Unsinn ist.

  2. 64.

    Steffen, Berlin, Sonntag, 31.05.2020 | 17:31 Uhr:
    "Antwort auf [Geli] vom 31.05.2020 um 15:30
    Das ist doch völlig unstrittig, Geli. Strafbares muss verfolgt und geahndet werden, dafür reichen sämtliche Gesetze völlig aus, sie müssen vom Staat nur durchgesetzt werden. Zensur darf aber nur durch die Judikative erfolgen."

    Sie bringen hier etwas durcheinander. Staatliche Zensur gibt es nicht.

    Jeder haftet aber für das, was er tut. Der, der Strafbares oder Unsinn schreibt, ebenso wie der, der es ungeprüft veröffentlicht.

    Private Zensur gibt es selbstverständlich und ist auch nicht Sache der Judikative: Jede Zeitung prüft ihre Inhalte vor Veröffentlichung, denn sie ist verantwortlich dafür, was sie veröffentlicht. Das kann man Zensur nennen, wenn Leserbriefe mit strafbarem oder gefährlichem Inhalt oder Verschwörungswahn nicht veröffentlicht werden. Denn jeder ist dafür verantwortlich, was er veröffentlicht!

  3. 63.

    max W., Montag, 01.06.2020 | 09:05 Uhr:
    "..."Verschwörungswahnschreihälse" die persöhnliche ehre absolut verletzen ..."

    Wen habe ich mit diesem Wort beleidigt? Wissen Sie denn, wen ich damit meine? Nein? Dann können Sie auch nicht behaupten, ich hätte damit jemanden beleidigt, wenn Sie nicht einmal mehr wissen, wen ich damit meine!

    Es dürfte unstreitig sein, dass es eindeutige Verschwörungswahnvorstellungen gibt und Menschen, die diese auf Demos und anderswo laut rausschreien. Das sind dann Verschwörungswahnschreihälse. Das ist dann keine Beleidigung, sondern eine Tatsache oder zumindest eine Meinungsäußerung.

  4. 62.

    Mark, wenn Ihre Botschaft mehrfach nicht ankommt, sollten Sie überlegen, ob das ein klein' bisschen auch an Ihnen liegen könnte. Wenn jmd versucht, Ihre Argumente zu verstehen, sollten Sie dahinter keine Spielchen (womöglich gar Verschwörungen?) vermuten, sondern eigentlich froh sein. - In #54 sagen Sie z.B.: "Da hilft kein Schönreden oder von 'persöhnliche ehre' [sic!] zu fabulieren. Nennen sei uns doch mal EIN einziges sachliches Argument, den [[sic!]] diese 'Verschwörungswahnschreihälse' haben." In der Diskussion zu einem Artikel, der von telegram ganz allgemein Taten "gegen Rassismus und Verschwörungsmythen" fordert, finde ich zu solch einem Kommentar die Nachfrage (!) legitim, ob Sie sowas zensieren wollen oder nicht. Offenbar wollen Sie es nicht. Hätten wir das auch geklärt.

  5. 61.

    Wollen sie mich absichtlich falsch verstehen oder was wird das hier für ein merkwürdiges Spielchen?

    Ich habe mich klar und deutlich geäußert. Mehrmals.

    "Verschwörungsmythen UND Rassismus grassieren in vielen Gruppen - und Telegram schaut tatenlos zu." Es gibt keinen Ansprechpartner um STRAFBARE Handlungen/Aussagen zu melden.

    "Ich möchte solche Gesinnungen oder Weltanschauungen weder verbieten, noch kontrollieren ob jemand eine solche Gesinnung hat."

    Oder zusammenfassend, Geli hat es erneut auf den Punkt gebracht:

    "Obwohl das ganze Problem, um das sich der Artikel dreht, darin besteht, dass man eben *nichts* gegen strafrechtlich Relevantes auf Telegram tun kann."

    Ist das jetzt unmißverständlich angekommen? Oder wollen sie ihr Spielchen noch weitertreiben? Dann aber ohne mich!

  6. 60.

    Und nochmal die Frage: Auf was wollen Sie hinaus?? Sie wollen anprangern? Bitteschön, hat niemand was gegen gesagt. Sie wollen strafbare Inhalte verhindern? Bitteschön, zum zigsten Mal Zustimmung. Sie wollen Inhalte zensieren, die Sie für verschwörungstheoretisch halten, die aber nicht strafbar sind? Ja? Falls Sie tatsächlich diese Zensur wollen, sagen sie das doch endlich mal klar. Aber dann sagen Sie bitte genauso klar, dass Sie hierfür grundlegende Freiheitsrechte opfern wollen.

  7. 59.

    "Wollen Sie hier einen Konflikt am Laufen halten, der in dieser Form gar nicht besteht? Wenn ja, warum? "

    Und auf was wollen sie mit diesem Unsinn hinaus? Wollen sie mir etwas andichten? "Steffen" hat sich mit " Es geht um die Verbreitung von Verschwörungstheorien, dagegen argumentiert wird aber mit strafbaren Inhalten, die nie jemand verteidigt hat. Dummheit und deren Veröffentlichung ist aber nicht strafbar und darf in einer freien Gesellschaft ohne Angst vor Bestrafung und Zensur veröffentlicht werden."klar positioniert, wenn er nachher, wie so oft, zurückrudert, bzw. relativiert ist das nicht mein Problem.

    Bei Rassismus und Rechtsextremismus sind "Steffen" und ich eben unterschiedlicher Meinung. Er verharmlost, ich verurteile solche Gesinnungen und stelle das an den Pranger.

  8. 58.

    "Obwohl das ganze Problem, um das sich der Artikel dreht, darin besteht, dass man eben *nichts* gegen strafrechtlich Relevantes auf Telegram tun kann."

  9. 57.

    "Wollen Sie hier einen Konflikt am Laufen halten, der in dieser Form gar nicht besteht? Wenn ja, warum? "

    Und auf was wollen sie mit diesem Unsinn hinaus? Wollen sie mir etwas andichten? "Steffen" hat sich mit " Es geht um die Verbreitung von Verschwörungstheorien, dagegen argumentiert wird aber mit strafbaren Inhalten, die nie jemand verteidigt hat. Dummheit und deren Veröffentlichung ist aber nicht strafbar und darf in einer freien Gesellschaft ohne Angst vor Bestrafung und Zensur veröffentlicht werden."klar positioniert, wenn er nachher, wie so oft, zurückrudert, bzw. relativiert ist das nicht mein Problem.

    Bei Rassismus und Rechtsextremismus sind "Steffen" und ich eben unterschiedlicher Meinung. Er verharmlost, ich verurteile solche Gesinnungen und stelle das an den Pranger.

  10. 56.

    Gut, dass sich wenigstens etwas der Zensur und Bevormundung entzieht. Der Einflussnahme... der Friede-Freude-Eierkuchen-Welt. Genau das Gleiche braucht man bei Währungen... unabhängig von Manipulation und Steuerung und staatlichen- weltanschaulichen Spielchen.
    Die Welt besteht nunmal aus unterschiedlichen Ansichten. Warum sollte eine richtiger sein als die andere.
    Das sieht jeder für seine eigene Anschauung so und versucht alle anderen zu unterdrücken.

  11. 55.

    Nein, ist leider nicht klar.

    "Die Mittel dafür gibt es!"
    Das behaupten Sie wiederholt. Obwohl das ganze Problem, um das sich der Artikel dreht, darin besteht, dass man eben *nichts* gegen strafrechtlich Relevantes auf Telegram tun kann.

    Also bitte konkret, wenn Sie wissen, dass es die Mittel dafür gibt:
    Welche sind das?
    Wie können Sie oder ich oder sonstwer dafür sorgen, dass ein rechtswidriger Inhalt auf Telegram beseitigt wird?
    Und - da Sie die Justiz als einzige Instanz bezeichnen, die das Recht hätte, Inhalte als rechtswidrig/strafbar zu werten und löschen zu lassen, wenn ich Sie richtig verstehe - wie gelangen die betreffenden Inhalte denn zur Justiz?

  12. 54.

    Vreschwörungstheorien, wie sie von Hildmann und Konsorten verbreitet werden und "sachlichen argumenten" stehen sich halt diametral gegenüber.

    Da hilft kein schönreden oder von "persöhnliche ehre" [sic!] zu fabulieren. Nennen sei uns doch mal EIN einziges sachliches Argument, den diese "Verschwörungswahnschreihälse" haben.

  13. 53.

    vorweg. der kommentar mit der entfaltung der persöhnlichkeit ging eigentlich an JanoshausLE. da ist was schief gelaufen beim senden glaube ich.

    ich wollte ihnen eingentlich nur antworten das ich, was ihren kommentar zum "wahrheitsministerium" absolut teile! wenn diese aktuelle situation in die wir hineingezwungen wurden etwas offen gelegt und sichtbar gemacht hat, dann ist es die erschreckende autoritätshörigkeit die in unserem land verbreiteter ist als ich es jeh für möglich gehalten habe. anderer meinung zu sein als der mainstream ist in diesem land extrem gefährlich geworden. wie schnell man in diesem land verspottet wird wenn man aus der reihe tanzt ist erschreckend.

  14. 52.

    absolut.
    aber das sollten dann juristen und nach geltendem recht ausdeklinieren und entschieden werden.
    denn wenn sich jeder nach seiner nase anmaßt recht oder unrecht zu sprechen, führt das so eine regelung ad absurdum. jeder kann jeder zeit behaupten das die freie entfaltung der persönlichkeit des anderen das eingene recht verletzt. das würde dann bedeuten auge um auge, zahn um zahn - und das hat mit rechtsstaatlichkeit wenig bis gar nichts zu tun.
    im übrigen freut es mich das sich hier jetzt so viele als "advokat für das recht" einbringen. ich hoffe nur das das allen auch noch bewusst ist wenn sie das nächste mal vorschnell und subjektiv über jemanden urteilen der ihnen widerspricht.

  15. 51.

    da stimme ich ihnen zu.
    wenn der schutz der persöhnlichen ehre tatsächlich von allen geachtet wird. und ich finde das beschimpfungen und herrabwürdigende bezeichnungen wie zb. "Verschwörungswahnschreihälse" die persöhnliche ehre absolut verletzen. aber es ist zur zeit eher oportun zu beleidigen statt sich mit den sachlichen argumenten die vielfach zu finden sind ernstahft auseinanderzusetzen. frei nach dem motto: alle menschen sind gleich aber manche sind eben gleicher.

  16. 50.

    Warum so irritiert? Ich bezog mich auf den Verlauf der Diskussion, die durchaus das Mittel der Zensur thematisiert hat. Wenn ein Dienst sich den aktuellen Vorgaben entziehen kann, glauben Sie wirklich, dass der sich an noch schärfere Gesetze hält? Ich finde es richtig, wenn Anbieter die Grenzen der Meinungsfreiheit ausschließlich bei der Strafbarkeit gezogen werden. Alles andere ist beliebig auslegbar und beschneidet damit, wenn auch vielleicht ungewollt, wichtige demokratische Freiheiten. Für die Wertung ist die Justiz zuständig, kein Mainstream und keine Stiftung, ja noch nicht einmal der Anbieter selbst. Der darf und soll zwar offensichtlich strafbare Äußerungen löschen, verpflichtend in einer Demokratie darf das aber erst dann sein, wenn die Justiz das feststellt. Die Mittel dafür gibt es! Verschwörungstheorien sind zwar meist dumm, aber in aller Regel nicht strafbar. Also müssen wir damit leben, wenn Menschen so etwas äußern und können nur dagegen argumentieren. Jetzt alles klar?

  17. 49.

    Worauf wollen Sie hinaus, Mark? Eigentlich sind sich doch fast alle einig, dass strafbare Inhalte in geeigneter Form unterbunden werden sollen. Auch Steffen hat dies in #43 klar artikuliert. Wollen Sie hier einen Konflikt am Laufen halten, der in dieser Form gar nicht besteht? Wenn ja, warum?

  18. 48.

    Worum geht es denn hier? Doch nicht um Zensur, sondern um das, was in dem obigen Artikel beschrieben wird. Der quasi rechtsfreie Raum, der auf Telegram existiert. Wo ganz offensichtlich derzeit nicht eingegriffen werden kann, wenn strafrechtlich relevante Inhalte verbreitet werden, und zwar ohne Limit. Es geht weder um die Diskriminierung von Verschwörungserzählern, noch um das Verbieten sonstiger Meinungen. Es geht darum, dass weder Volksverhetzung noch Rassismus noch Aufrufe zu Gewalttaten einfach so auf einer Plattform öffentlich gemacht werden dürften, ohne dass irgendwer was dagegen unternehmen kann. Es ist eigentlich unfassbar. Das ist so, als könnten wir uns auf den Alexanderplatz stellen und zum Völkermord aufrufen, 1000 Leute jubeln, und die Polizei würde per Glasscheibe abgetrennt daneben stehen und könnte nichts tun. Es muss doch IRGENDWAS getan werden können! Offensichtlich reichen eben die derzeitigen Gesetze und/oder Durchsetzungsmöglichkeiten des Staates NICHT aus.

  19. 47.

    "Strafbares muss verfolgt und geahndet werden, dafür reichen sämtliche Gesetze völlig aus, sie müssen vom Staat nur durchgesetzt werden."

    Wie soll das funktionieren, wenn man keinen Ansprechpartner hat, um z.B. strafbare Aussagen löschen zu lassen?

    "Immer wieder gebe es bei Usern, die die Corona-Maßnahmen infrage stellen, starke Schnittmengen mit Rassismus und Antisemitismus. Dies hat zum Beispiel die Amadeu-Antonio-Stiftung in einschlägigen Gruppen mit zum Teil mehreren Tausend Mitgliedern beobachtet. Inhaltlich darf dabei alles gepostet und geteilt werden, denn Telegram setzt seinen Usern so gut wie keine Grenzen. [...] Die Entwickler verschleiern sich. Es gibt weder ein Impressum noch eine Kontaktadresse".

  20. 46.

    "Hören Sie auf, mir Dinge zu unterstellen, die ich nie gesagt habe!" Nein aber geschrieben.

    "Die Diskussion ist doch immer die Gleiche. Es geht um die Verbreitung von Verschwörungstheorien, dagegen argumentiert wird aber mit strafbaren Inhalten, die nie jemand verteidigt hat."

    Es geht eben nicht nur um Verschwörungstheorien, wie aus dem Artikel eindeutig hervorgeht.

    "Verschwörungsmythen und Rassismus grassieren in vielen Gruppen - und Telegram schaut tatenlos zu."

    Aber sicher habe ich sie nur wieder falsch verstanden oder kann nicht lesen.

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