Teilnehmer einer Kundgebung gegen den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd durch einen weißen Polizisten halten vor der US-Botschaft ein Plakat mit der Aufschrift „Racism kills, white silence, white violance, black lives matter“ (Rassismus tötet, weißes Schweigen, weiße Gewalt, Schwarze Leben zählen) hoch. (Quelle: dpa/C. Soeder)
Bild: dpa/C. Soeder

Protest auf dem Alexanderplatz - "Silent Demo" gegen Rassismus auch in Berlin geplant

In 19 deutschen Städten wollen Menschen am Samstag gegen Rassismus demonstrieren, Anlass ist erneut der gewaltsame Tod des Afroamerikaners George Floyd. Zur Demo auf dem Alexanderplatz werden mindestens 1.500 Menschen erwartet.

Anlässlich des Todes des Afroamerikaners George Floyd soll es am Wochenende in mehreren deutschen Städten erneut Demonstrationen gegen Rassismus und rassistische Polizeigewalt geben. Auf dem Berliner Alexanderplatz ist am Samstag um 14 Uhr eine Kundgebung unter dem Motto "Silent Demo - Nein zum Rassismus" geplant.

Die Veranstalter teilten in ihrer Ankündigung im Internet mit, die Demo sei für 1.500 Teilnehmer angemeldet. Auf Nachfrage von rbb|24 sagte ein Polizeisprecher am Freitagabend allerdings, es liege noch keine Anmeldung vor. Die Veranstalter ließen eine erneute Anfrage von rbb|24 daraufhin zunächst unbeantwortet. Ursprünglich war die Demo auf dem Potsdamer Platz geplant. Auf der Facebook-Seite der Veranstaltung hatten am Freitagabend etwa 6.500 Leute zugesagt, mehr als 8.000 ihr Interesse bekundet [facebook.com].

Schwarze Kleidung und Mundschutz

Floyd war am 25. Mai durch einen brutalen Polizeieinsatz in der US-Großstadt Minneapolis gestorben. Die vier beteiligten Polizeibeamten wurden mehrere Tage nach Floyds Tod entlassen und verhaftet. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Mordes erhoben. Wegen Floyds Tod kam es zu Protesten und teilweise auch Ausschreitungen und Plünderungen in mehreren Städten der USA.

Die Veranstalter der Demos am Samstag in 19 deutschen Städten, darunter Hamburg, Dortmund, Frankfurt am Main und Stuttgart, baten die Teilnehmer, in schwarzer Kleidung zu erscheinen und Mundschutz zu tragen, um das Coronavirus nicht zu verbreiten. Man wolle während der Demonstration still und schweigend (also "silent") und friedlich an den Tod von Floyd erinnern. Die Teilnehmer wurden außerdem aufgefordert, "keine beleidigenden oder gewaltverherrlichenden Aussagen" auf mitgebrachte Plakate und Transparente zu schreiben.

Bereits am vergangenen Wochenende waren unter anderem in Berlin viele Menschen auf die Straße gegangen. 1.500 Demonstranten zogen am Sonntag durch Kreuzberg. Am Samstag hatten etwa 2.000 Menschen vor der US-Botschaft in Berlin protestiert.

Überschneidung mit Corona-Maßnahmen-Gegnern

Bleibt es bei den Plänen der "Silent Demo"-Veranstalter, könnte sich ihre Kundgebung mit einer anderen überschneiden: Um 15:30 Uhr ist auf dem Alexanderplatz eine Versammlung unter dem Motto "Für Freiheitsrechte und Demokratie" angemeldet, sagte ein Polizeisprecher rbb|24. 

Letztere ist eine von erneut mehreren Demonstrationen in der Stadt gegen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen, wenngleich die Kundgebungen in den vergangenen Wochen sinkenden Zulauf hatten. 

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20 Kommentare

  1. 20.

    Corona ist noch nicht besiegt. Traurig, das soviel Unvernunft wohl wieder für steigende Zahlen sorgen wird!!!

  2. 18.

    Dank all dieser Demo-Touristen werden die Coronazahlen in den nächsten Tagen bei uns wohl mächtig steigen. Die Konsequenzen müssen natürlich die Berliner tragen, die dann unter erneuten Lockdowns und Kontaktverboten zu leiden haben. Vielen Dank im Voraus an alle Teilnehmer. Leute, fliegt in die USA und demonstriert dort.

  3. 17.

    Ihr Kommentar ist wunderschön und freut mich richtig, solche Menschen wie Sie braucht das Land. Gehen Sie ruig zu Demos so oft und so viel Sie können. Aber der Bericht des rbb's24 vom Alex sieht mir nicht gerade Corona gerecht aus.
    Also meckern Sie nicht hinterher wenn Sie erkranken.
    Wünsche Ihnen wirklich von Herzen viel Erfolg bei und mit den Demos, morgen ist alles anders auf dieser Welt und das haben wir dann den Demos zu verdanken.

  4. 16.

    Weil Polizisten einen knochenharten Job haben, dürfen sie also Rassisten sein? Oder wie soll man diesen Kommenatar verstehen?

    Wer sich ordentlich und gesetzestreu verhält, hat doch nichts zu befürchten tönt es doch sonst immer. Also, wenn Polizisten ihren Job ordentlich und gesetzestreu machen, haben sie nichts zu befürchten.

  5. 15.

    Sie haben Recht, Rassismus ist kein ausschl. ´weisses Ding´.
    Es geht bei der Demo auch um strukturellen also (indirekten )staatlichen Rassismus und eben auch um Polizeigewalt.
    Kommt eben auf Dauer nicht gut an, friedliche Demonstranten weg zuknüppeln, egal wo!

  6. 13.

    Das ist traurig wenn sie wegen ihrer Orientierung angegriffen wurden. Aber statt Minderheiten gegeneinander auszuspielen sollten alle zusammen für eine solidarische und inklusive Gesellschaft eintreten, deswegen solche Demos.

  7. 12.

    Einige Kommentatoren sollten sich mal mit dem Alltag der Beamten beschäftigen. Ich finde es beschämend, deren Arbeit so in den Dreck zu ziehen. Wenn die wegen Ruhestörung, Auseinandersetzungen oder als Unterstützung von der Feuerwehr gerufen werden, sind leider oft auch Leute mit Migrationshintergrund dabei. Wenn es um Drogen geht, wissen wir oft, wer dahinter steckt. Wenn Personen zur Fahndung ausgeschrieben sind, müssen es nicht immer „Deutsche“ sein. Bei Taschendiebstählen handelt es sich auch oft um Banden, die hier nicht wohnen. Sollte unsere Polizei jetzt nicht mehr einschreiten?

  8. 11.

    Ich finde das Bild des Artikels rassistisch.
    White violence, white silence.
    Ich bin Deutscher und möchte mit meinen Mitmenschen vernünftig zusammenleben.
    Mich stören weder Türken noch Afrikaner, kenne selbst einige.
    Ich nutze keine Ausländer aus und bewege mich in der Mitte der Gesellschaft. Ich habe mir mein kleines bescheidenes Leben selbst aufgebaut mit Fleiß und wurde als Weißer auch nicht institutionell gefördert.
    Ich wurde schon oft von der Polizei angehalten wegen Nichtigkeiten, aber als Staatsgewalt haben sie das Recht dazu. Wer zur Polizei vernünftig ist, muss nichts befürchten.
    Ich wurde auch schon aufrund meiner sexuellen Orientierung und weil ich Deutscher bin beschimpft und bedroht.
    Traurig, aber hören Sie bitte auf, Ausländer immer nur als Opfer hinzustellen.
    Sie sind Menschen wie wir auch.
    Es gibt rassistische Deutsche und auch rassistische Ausländer.
    Es würde viel mehr bringen, Gewalttäter zu bestrafen als solche Demos anzuzetteln.

  9. 10.

    Sie behaupten, es gäbe viele Täter. Definieren Sie doch Mal VIELE, welche Zahlen verbergen sich denn dahinter? Ich halte diese so einfach dahingesagte Vokabel für eine Unterstellung, die absolute Mehrheit der Beamten verhält sich trotz Anfeindungen, Angriffen auf sie und mangelnder Rückendeckung durch den Dienstherrn immer noch absolut korrekt.

  10. 9.

    Rassismus ist kein amerikanisches Problem, sondern geht uns genauso an. Demos gegen Corona-Beschränkungen gibt es heute, wie Sie lesen konnten, ebenfalls. In einer Demokratie gibt es kein entweder/oder, zum Glück demonstrieren Menschen parallel für alle möglichen Anliegen. Interessant, dass Sie damit ein Problem zu haben scheinen, was Ihnen nicht passt und sich nur das von Ihnen Gewünschte herauspicken wollen. Ich kann wiederum mit diesen Impfgegnern rein gar nichts anfangen, respektiere aber genauso dass die demonstrieren dürfen. "Haben die keine anderen Probleme" zeugt m. E. von einem sehr Schwächen Toleranzverständnis. Ich freue mich über die Demo auf dem Alex gegen Rassismus und hoffe, dass möglichst viele Menschen (Corona gerecht) demonstrieren.

  11. 8.

    Klar, und in Deutschland gibt es keinen Rassismus, rechte Tendenzen und Voreingenommenheit gegen Minderheiten in der Polizei, gegen die es sich zu demonstrieren lohnt? Augen auf und Arsch hoch kriegen!

  12. 7.

    Wir haben zwar zum Glück nicht solche Zustände wie in den USA. Und wir erleben es selten, dass Polizisten hier zum Mörder werden. Jedoch haben wir bei der Polizei auch das Problem, dass es viele Täter in Uniform gibt und hier nicht konsequent verfolgt wird. Machtpositionen locken auch immer Fragwürdige Personen an, daher ist hier besonderes Augenmerk darauf zu legen, dass hier die richtige Auswahl getroffen wird.

  13. 6.

    Stimmt, Faschismus, Machtmissbrauch und andere reaktionäre Einstellungen spielen auch eine Rolle. Super Sache mit der Demo, hoffentlich hat sie viel Zulauf, wie z.B. Paris und Wien.

  14. 5.

    Geht es noch, den schwarzen Block auch noch gesellschaftsfähig zu machen?

  15. 4.

    Komisch bei so einem wirklich wichtigen Thema, hört man plötzlich nichts mehr von den ganzen lockdown Befürwortern.

  16. 3.

    Ich weiss nicht warum solch eine Demo stattfindet, das ist ein Problem in Amerika. Rassismus und Polizeigewalt war in Amerika schon immer vorhanden, man sollte damit aufhören sich in andere Staaten ein zu mischen. Das wird wieder von den Medien so hoch geputscht von Corona ist überhaubt keine Rede mehr
    Mir gehen diese Demos auf den Nerv, haben die echt nichts anderes zu tun.
    .

  17. 2.

    Die Vorfälle allein auf Rassismus zu begrenzen, wäre ein Fehler!

  18. 1.

    Es ist schön zu sehen, dass sich viele Menschen klar gegen Rassismus stellen! Das zeigt auch, wie wichtig das Berliner Antidiskriminierungsgesetz ist um endlich durchzusetzen, was selbstverständlich im gesellschaftlichen Miteinander sein muss: Keine Benachteiligung aufgrund Hautfarbe, ethnischer Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion oder Behinderung!

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