Schüler am Eingang der Thomas-Mann-Grundschule in Berlin-Prenzlauer Berg (Symbolbild) (Quelle: imago images/Seeliger)
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Überarbeiteter Musterhygieneplan - Mindestabstandsregel an Berliner Schulen wird aufgehoben

Zum Ferienbeginn hebt die Senatsbildungsverwaltung die Mindestabstandsegel an Berliner Schulen auf. Senatorin Scheeres mahnt dennoch weiterhin zur Vorsicht. Der Gewerkschaft Erziehung und Wisenschaft ist das nicht genug.

Die Senatsbildungsverwaltung hat am Mittwoch einen überarbeiteten "Musterhygieneplan" an die Berliner Schulen verschickt. Er gilt bereits ab dem ersten Ferientag, ab dem 25. Juni. Die wichtigste Änderung: Die Mindestabstandsregel von 1,50 Metern wird "für alle unmittelbar in der Schule aktiven Personen" - also im wesentlichen Lehrerkräfte und Schüler - aufgehoben.

Eine Einschränkung gibt es allerdings: Wo immer es möglich ist, solle der Mindestabstand aber weiter eingehalten werden, heißt es in der Senats-Miiteilung. Dies betreffe vor allem die Aufenthaltsräume des pädagogischen Personals.

Regelmäßiges Lüften wichtig

Klassenverbände und Lerngruppen sollen sich, soweit es organisatorisch möglich ist, nicht untereinander mischen. Auch sei ein regelmäßiges Lüften der Räume wichtig. Des Weiteren sollen schulfremde Personen das Schulgebäude nur mit einem Mund-Nasen-Schutz betreten dürfen - ausgenommen sind Reinigungskräfte.

Bildungssenatorin Sandra Scheeres mahnte, dass die Corona-Gefahr weiter bestehe. "Der überarbeitete Musterhygieneplan macht hier klare und hilfreiche Vorgaben, um die Ferienbetreuung und die Rückkehr zum Regelbetrieb nach den Ferien gewährleisten zu können", so die Senatorin. Das neue Schuljahr startet in Berlin am 10. August.

GEW fordert Gesamtkonzept

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert ein Gesamtkonzept, wie Schule ab August aussehen kann. Sie hält nicht zuletzt aus Gründen des Gesundheitsschutzes kleinere Lerngruppen, zusätzliche Fachkräfte, die Schaffung einer digitalen Infrastruktur und die Sicherung von Hygienemaßnahmen an Schulen für nötig. Hier stehe in den Sommerferien viel Arbeit an.

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14 Kommentare

  1. 14.

    Ich frage mich wie sie auf diesen Blödsinn kommen? Ich selber kenne genug Kinder und auch Eltern die zur Risikogruppe gehören. Und ganz ehrlich das ist unverantwortlich dem Schulbetrieb normal laufen zu lassen. In Israel beginnt gerade die 2 Welle, verursacht durch Schulkinder, mehr als die Hälfte der Infektionen sind Kinder. Auch hier in Berlin steigt die Zahl der infizierten Kinder jetzt schon an.

  2. 13.

    Die Entscheidung ist längst überfällig. Kinder, Jugendliche, Lehrer und Eltern gehören nun einmal grundsätzlich nicht zu den Risikogruppen. Die Verantwortlichen haben wohl mittlerweile eingesehen, dass das Virus weitaus weniger gefährlich ist als ursprünglich angenommen. Nur hat die Politik, wie man allein schon an etlichen Kommentaren in diesem Chat sieht, mit ihren völlig übereilten, panischen und unausgegorenen pandemiebedingten Einschränkungen offensichtlich zu vielen Menschen eine unglaubliche Angst vor dem Virus eingepflanzt. Unreflektiert verweisen die Ängstlichen auf die Situationen in Italien, den USA und Südamerika, ohne zu differenzieren, dass die dortigen strukturellen gesellschaftlichen und gesundheitssystemischen Probleme mit katastrophalen Fehlsteuerungen bei der Bewältigung der Pandemie eben nicht auf unsere Verhältnisse zu übertragen sind. Bei uns schulischen Normalbetrieb weiter zu verweigern, nimmt unseren Kindern die Zukunft, ist schlichtweg verantwortungslos.

  3. 12.

    Für die Schulen wieder "Feuer frei" - aber Kinos, Theater und weitere Kulturstätten bleiben geschlossen, in (den zumeist Geiz-Ist-Geil-Billigfliegern *würg*) darf man Dicht an Dicht oxidieren, wenn auch mit Maske, trotzdem sollen wir Abstand halten - kann mir einer mal dieses Wischiwaschi von Regelungen, die so unsinnig wie bekloppt sind, erklären?
    Jeder macht was er will, Bewohner bestimmter Regionen müssen ein Attest mitführen, damit sie irgendwo unterkommen können, hier in Berlin ist es egal - was soll dieser ganze Scheiß überhaupt?
    Wie soll dieses Virus, gegen das es noch kein Medikament gibt, dann eingedämmt werden? Damit wird doch dem Egoistentum immer mehr Vorschub geleistet.
    Wie es ein bekannter Schauspieler schon mehrfach gebrüllt hat: "was ist denn das für ein Scheiß?"

  4. 10.

    "Gemeinsames Singen in geschlossenen Räumen" ist laut Pressemitteilung über die morgen zu erwartende Senatsbestimmung UNTERSAGT und wird mit Bußgeld zwischen 25 und 500 € belegt. WIE bitte passt dies zu Nr. 7 zum Thema Musik: "Chorproben können bis auf weiteres stattfinden"? Beide Verlautbarungen stammen aus dem gleichen Senat...Völlig absurd!

  5. 9.

    Bemerkenswert auch der Zeitpunkt der Veröffentlichung: Am Nachmittag des letzten Schultags vor den Sommerferien, wo die vom Coronahalbjahr (zusätzlich zu den bereits krassen "normalen" Arbeitsbedingungen an Berliner Schulen) geplätteten Lehrkräfte wirklich keine Kraft mehr haben und auch nicht mehr zusammen kommen können, um sich dagegen zu organisieren.

  6. 8.

    "für alle unmittelbar in der Schule aktiven Personen" - also im wesentlichen Lehrerkräfte und Schüler - ... "
    weil in den Ferien ja auch so viele Lehrkräfte in den Schulen sind... von ErzieherInenn, die das ab morgen dann ausbaden dürfen - kein Wort!

    Und Klassenverbände oder Lerngruppen gibt es in den Sommerferien bekanntlich auch nicht. Also dürfen wir alle bisherigen Notbetreuungsgruppen ab morgen dann zusammenmischen und das Virus nimmt ab morgen dann auch etwas mehr Rücksicht... nehme ich an...

    Still not loving Fr. Scheeres !!!

  7. 7.

    Das ist alles nicht verständlich... Corona breitet sich bei beengten Vrrhältnissen rasant aus und in der Schulr wird der Mindestabstand abgeschafft. Die Gesundheit Schüler und deren Angehörigen ist unserer Senatorin Scherres völlig egal. Besonders sie selber hält in Ihren Versammlungen einen Riesen Abstand zu den anderen Politikern...dieser sollte auch abgeschafft werden. Kinder der Risikogruppen oder die Angehörige der Risikogruppe haben sollen jetzt laut Ihrer Aussage zuhause bleiben weil diese nicht mehr geschützt werden können. Das Ist eine totale Ausgrenzung dieser Kinder. Das alles endet in einer Katastrophe 1000de Kinder zusammengefercht zu Coronazeiten...das wird ein schlimmes Ende nehmen. Hoffentlich wird das Ruder noch umgerissen.

  8. 6.

    Eine angesichts der aktuellen Entwicklungen nicht nachvollziehbare Entscheidung.

  9. 4.

    Tja, anders ist wohl der Normalbetrieb nach den Ferien, der jetzt scheinbar wichtiger ist als die Gesundheit von Schülern und Lehrern, wohl nicht zu machen. Es bleibt nur zu hoffen, dass noch rechtzeitig zurückgerudert wird.

  10. 3.

    In Brandenburg müssen im neuen Schuljahr - fairerweise dazugesagt: Stand jetzt - nur noch die LEHRER den Mindestabstand einhalten. Das ist natürlich auch eine Art der Wertschätzung;¬)! - Unfassbar, wirklich!

  11. 2.

    Was für ne Verarsche! Sehe das ähnlich... nachdem alle im Urlaub waren, dürfen sich alle gegenseitig die Viren geben, aber in den letzten Wochen wurde solch ein großes Tamtam aufgefahren, obwohl alle lokal begrenzt mit äußersten Kontaktbeschränkungen dann doch weitestgehend virenfrei lebten. Warum konnte denn in den letzten Wochen kein regulärer Unterricht stattfinden?? Ist doch alles paradox.

  12. 1.

    Glückwunsch, was haben Sie an Covid19 eigentlich nicht verstanden? Der einzige Schutz ist Mindestabstand und Maskenpflicht. Nach den Ferien wenn alle aus dem Urlaub kommen ist das eine super Sache, das gibt eine richtige Coronaparty. Ich hoffe die Verantwortlichen Politiker werden dann zur Rechenschaft gezogen!

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