Das Logo der Tageszeitung "taz" ist am Eingang des Redaktionsgebäudes in Berlin-Mitte zu sehen. (Quelle: dpa/Sven Braun)
Bild: dpa

Nach Kolumne über Polizei und Müll - "taz" wendet sich wegen bedrohter Kolumnistin an Polizei

Eine Kolumne der Berliner "taz" über die Polizei beschäftigt erneut die Beamten: Die Autorin der umstrittenen Kolumne "All Cops are berufsunfähig" wird so massiv bedroht, dass die Chefredaktion die Polizei um ein Sicherheitsgespräch gebeten hat.

Die Autorin der umstrittenen "taz"-Kolumne "All cops are berufsunfähig" wird laut einem "Focus"-Bericht massiv bedroht. Die Chefredaktion der "taz" bestätigte dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Sonntag in Berlin, dass Justiziariat und Redaktionsleitung Kontakt zur Berliner Polizei aufgenommen haben. Dies sei aber nicht wie in dem Magazinartikel dargestellt, im Auftrag von Hengameh Yaghoobifarah geschehen, betonte die Chefredaktion der "taz".

Laut "Focus" wurde die Berliner Polizei um ein Beratungs- und Sicherheitsgespräch im Zusammenhang mit der Kolumne gebeten. Das Nachrichtenmagazin berief sich auf Informationen aus Berliner Polizeikreisen vom Sonntag. In der Redaktion seien zu diesem Zeitpunkt zahlreiche Telefonate und E-Mails eingegangen, von denen einige als direkte Gefährdung für das körperliche Wohl der Journalistin eingestuft werden könnten.

Polizei kümmert sich um Sicherheit der Redaktion

Beamte eines benachbarten Polizeiabschnitts werden sich laut dem Magazin um die Sicherheit der Redaktion kümmern. Die Berliner Polizei wollte sich nicht zu dem Fall äußern.

Yaghoobifarah hatte in ihrer Kolumne Überlegungen angestellt, wo Polizisten arbeiten könnten, wenn die Polizei abgeschafft würde. Sie kommt zu dem Schluss, dass es nur "eine geeignete Option" gebe, "die Mülldeponie". Der am Schluss des Textes formulierte Vergleich von Polizisten mit Abfall sorgte für Empörung und auch für Diskussionen innerhalb der "taz". Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) verzichtete entgegen einer früheren Ankündigung in der vergangenen Woche schließlich auf eine Strafanzeige gegen die Kolumnistin.

Nach "Focus"-Informationen werden sich Beamte eines benachbarten Polizeiabschnitts um die Sicherheit der Redaktion kümmern. Die Berliner Polizei wollte sich laut dem Magazin nicht zu dem Fall äußern.

 

Yaghoobifarah hatte in ihrer Kolumne Überlegungen angestellt, wo Polizisten arbeiten könnten, wenn die Polizei abgeschafft würde. Sie kommt zu dem Schluss, dass es nur "eine geeignete Option" gebe, "die Mülldeponie". Der am Schluss des Textes formulierte Vergleich von Polizisten mit Abfall sorgte für Empörung und auch für Diskussionen innerhalb der "taz". Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) verzichtete entgegen einer früheren Ankündigung in der vergangenen Woche schließlich auf eine Strafanzeige gegen die Kolumnistin.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die Autorin habe selbst um ein Beratungsgespräch bei der Polizei gebeten. Das ist falsch, Kontakt zur Polizei nahmen das Justiziariat und die Redaktionsleitung der "taz" auf. Wir haben den Artikel entsprechend korrigiert.

Kommentarfunktion am 28.06.2020, 18:30 Uhr geschlossen

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21 Kommentare

  1. 21.

    Ich finde auch, dass solche Kommentare hier nichts zu suchen haben. (@rbb)

  2. 20.

    “Pressefreiheit hat genau wie die Meinungsfreiheit keine Grenzen.“

    Das ist so natürlich Quatsch. Es gibt immer Grenzen. Sie können zum Beispiel nicht offen zur Ermordung einer Person aufrufen ohne dass das juristische Konsequenzen hätte. Das würde weder unter die Pressefreiheit noch unter die Meinungsfreiheit fallen.

  3. 19.

    Ich bin sehr dankbar für die tägliche Arbeit der Polizei - zutiefst!
    Für diese Kolumne fremdschäme ich mich - ebenfalls zutiefst!

  4. 18.

    Natürlich gibt es Grenzen. Machen sie sich erstmal schlau, bevor sie so einen pauschalen Unsinn veröffentlichen: https://m.bpb.de/apuz/231303/pressefreiheit-in-deutschland?p=all

  5. 16.

    Manche Sprüche bergen doch ab und zu etwas Wahrheit in sich: z.Bsp.: "man sieht sich immer 2x im Leben". Tja was nun? Sollen jetzt die "Müllmänner" helfen? Die Müllmänner, für die die Dame in unserer Gesellschaft keinen Platz, keine Aufgabe mehr hat?
    Wer eine derartig fiesen und gemeinen Text über unsere Polizei publiziert und dieses dann unter dem Deckmantel der Pressefreiheit als Satire verharmlosen möchte, sollte sich VORHER darüber im Klaren sein, dass dies eventuell Folgen haben könnte. Wie wäre es mit einer offiziellen Entschuldigung, angefangen bei den Beamten, die jetzt für die Sicherheit der Journalistin sorgen sollen.

  6. 15.

    Über (mißlungene) Satire lässt sich streiten aber die Billigung von Straftaten ist eine Straftat. Das sollte der eine oder andere Schreiber oder der sich klammheimlich freut, hier wissen.

    "Pressefreiheit hat auch Grenzen und man sollte sich vorher überlegen was man schreibt." könnte man als Billigung von Straftaten verstehen. StGB § 140.

  7. 14.

    Pressefreiheit hat genau wie die Meinungsfreiheit keine Grenzen. Ich persönlich fand die Kolumne witzig und schön böse und sarkastisch. Vor allem auch im Zusammenhang mit den letzten Vorfällen; betrachtet man es aus dieser Sicht, müsste man eigentlich verstehen, dass eine arbeitslose Polizei auf der Mülldeponie tatsächlich niemanden schaden kann. Wer sich da beleidigt fühlt, hält offenbar nichts von den dort Arbeitenden, sind auch ehrbare Jobs. Also, alles immer im Kontext betrachten.

  8. 13.

    "Pressefreiheit hat auch Grenzen und man sollte sich vorher überlegen was man schreibt."

    ach, sagen sie nur. Allerdings hat sich die Autorin hier ganz sicher nicht über diese Grenze bewegt. Weswegen von berufener Seite ja auch nach lautem Getöse und anschließendem Schlau machen keine Strafanzeige gestellt wurde.

    Ob einem gefällt, was hier geschrieben wurde oder nicht, man hat es hinzunehmen und alle nicht rechtsstaatlichen Aktionen sind zu verurteilen- und auch noch mit Beifall, Häme und Spott anzufeuern. Freiheit (und dazu gehört auch die Presse/Meinungs/Redefreiheit) ist immer immer die Freiheit der Andersdenkenden. Und die hat die Polizei auch dann zu beschützen, wenn sie selbst (negativer) Gegenstand dieser freien Rede ist.

    So wie andererseits ja auch AfDler und Reichsbürger von der Polizei geschützt werden.

  9. 12.

    “Häme ist jetzt ebenso wenig angebracht wie es der Text von Yaghoobifarah war.“

    Doch, absolut. Häme fällt unter die Meinungsfreiheit und ist abgesehen davon in dieser Situation auch vollkommen angemessen. Wer soviel Hass in sich trägt wie Yaghoobifarah, muss auch mit Gegenwind rechnen.

  10. 11.

    " Jetzt bittet sie die um Hilfe, die sie auf den Müll wünscht."

    Haben sie die Kolumne überhaupt gelesen oder nur aus der "AfD kompakt" davon erfahren? Man kann über Satire streiten und sie war auch in der taz nicht unumstritten aber man sollte erst lesen über das worüber man sich echaffieren will. Es fängt schon mit der Überschrift, an der sogar der Dümmste die Satire erkennen kann.

    "All cops are berufsunfähig

    Falls die Polizei abgeschafft wird, der Kapitalismus aber nicht: Was passiert dann mit all den Menschen, die heute bei der Polizei sind?"

    https://taz.de/Abschaffung-der-Polizei/!5689584/

  11. 10.

    War sie denn bei ihrem Bericht auch so massiv eingeschüchtert????Oh man.

  12. 9.

    Nein, natürlich ist das kein Scherz. Es ist die standardmäßig erwartbare Doppelmoral moderner staatsfeindlicher Kulturmarxisten. Alles keine Überraschung.

  13. 8.

    Häme ist jetzt ebenso wenig angebracht wie es der Text von Yaghoobifarah war.

  14. 7.

    Bravo! Die geistigen Brandstifter, die auch hier ihren Hass versprüht haben, haben ganze Arbeit geleistet.

  15. 6.

    Welch spektakulärer Showdown. Jetzt bittet sie die um Hilfe, die sie auf den Müll wünscht.

  16. 5.

    Bedrohung ist auch keine Lösung aber schon absurd,dass die Polizei nun wieder gut genug ist.
    Hat die Dame keine geeigneten Mitarbeiter einer Mülldeponie für ihren Schutz gefunden?
    Wie gesagt, Bedrohungen sind nicht das Mittel der Wahl,genauso wenig die Verunglimpfung eines ganzen Berufsstandes in absolut respektloser Weise. Aus meiner Sicht hat Pressefreiheit dort ihre Grenzen,wo sie zur Beleidigung wird. Man kann kritisieren,aufklären und informieren.Aber der Ton macht die Musik. Das erkennt hoffentlich auch Frau H.Y.

  17. 4.

    Pressefreiheit hat auch Grenzen und man sollte sich vorher überlegen was man schreibt.

  18. 3.

    Vielleicht findet die "Journalistin" auf der Müllkippe jemanden, der ihr hilft!

  19. 2.

    Na da kann man für die Polzisten ja nur hoffen, dass dieser feinen Journalistin nichts passiert. Sonst dürfen sich die Beamten noch Dank der Herren Geisel und Behrendt wegen Diskriminierung verantworten.

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