Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) (Quelle: rbb)
rbb
Video: Brandenburg Aktuell | 28.06.2020 | Interview mit Dietmar Woidke | Bild: rbb

"Politik am See"-Sommerinterview - Woidke warnt vor zweitem Lockdown

"Politik am See" - unter diesem Motto führt das rbb-Fernsehen in diesem Jahr seine Sommerinterviews. Den Anfang macht Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Die Themen: Corona und die Folgen, Tesla - und die Lausitz.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat davor gewarnt, nicht in eine neue Phase des Lockdowns zu kommen. "Das wäre für Brandenburg, für die Brandenburger Wirtschaft das Schlimmste was passieren kann", sagte Woidke zum Auftakt der Sommerinterview-Serie "Politik am See" des rbb-Fernsehens. Er rief dazu auf, die Maskenpflicht weiter ernst zu nehmen. Auch für ihn sei die Maske "nervig", räumte Woidke ein. Er glaube aber, "dass diese kleine Unbequemlichkeit viel Schaden vermeiden kann."

"Es war richtig, hier etwas schärfer ranzugehen"

Woidke verteidigte die teils drastischen Einschränkungen, die seine Landesregierung während der Corona-Krise verhängt hat. Der Vergleich mit den USA und den bereits mehr als 120.000 Corona-Toten dort zeige: Es sei richtig gewesen, "hier lieber etwas schärfer ranzugehen", sagte Woidke. Über das Coronavirus wisse man vor allem eines: Es könne viele Menschen das Leben kosten, wenn "wir die falschen Entscheidungen treffen". Deswegen halte er seine Entscheidungen aus dem Frühjahr nach wie vor für richtig. In Brandenburg waren zur Eindämmung der Pandemie beispielsweise wochenlang Schulen und Kitas geschlossen.

Mit Blick auf Kredite und hohe Kosten für Wirtschaftshilfen in der Krise sagte Woidke: "Für unsere Kinder und Enkel ist es das Beste, wenn die Wirtschaft sich wieder möglichst schnell erholt." Brandenburg habe Fachkräfte, Platz und erneuerbare Energien. Diese drei Zutaten garantierten in Zukunft eine gute wirtschaftliche Entwicklung, so Woidke. "Davon bin ich auch heute noch, mitten in der Coronakrise, überzeugt."

Mahnung zu fairer Bezahlung bei Tesla

Vom US-Elektroautobauer Tesla erwartet Woidke, am geplanten Standort in Grünheide für gute Arbeitsbedingungen zu sorgen. Tesla wolle Autos von hoher Qualität bauen. "Hohe Qualität gibt es nicht zum Nulltarif und die gibt es auch nicht mit Billiglöhnen", sagte der Ministerpräsident.

Tesla hat damit begonnen, in der Nähe des Berliner Stadtrandes eine Elektroautofabrik für bis zu 12.000 Arbeitskräfte zu bauen. Die Produktion soll bereits im nächsten Jahr beginnen. Die Genehmigungsverfahren laufen noch. Woidke sprach von einer "großen Verantwortung", die Brandenburg für ganz Deutschland trage: "Die Entscheidung von Tesla war ja nicht nur eine Entscheidung für unser Land, sondern es war eine Entscheidung für Deutschland. Und deswegen sind wir gezwungen zu beweisen, dass Deutschland ein guter Investitionsstandort ist, an dem man in sehr hoher Geschwindigkeit investieren kann."

Strukturwandel in der Lausitz

Mit Blick auf den Strukturwandel in der Lausitz sagte Woidke, Brandenburg könne hier das Beispiel geben, "dass Klimaschutz mit der Schaffung von Arbeitsplätzen, mit Prosperität, mit Wachstum in der Region verbunden wird." Die geplanten Strukturhilfe-Milliarden des Bundes seien daher gut investiertes Geld. Zwar spiele der Tourismus eine große Rolle in der Region, gebraucht würden aber auch Industriearbeitsplätze.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

47 Kommentare

  1. 47.

    Hallo Berlinerun, danke für Ihren Hinweis. Nur ist es bei Ihnen eh verlorene Zeit. Sie können maximal andere Beiträge kommentieren. Selbst haben Sie keine konstruktiven Lösungen oder Beiträge. Weiter so, Sie sind auf dem richtigen Weg!

  2. 46.

    @ Berthold Genauso sehe ich das auch. Leider gibt es zu wenig, die unserer Meinung sind. Der Ministerpräsident passt gut zu unserem RB Müller. Frau Merkel macht jetzt in EU Vorsitz. Hoffentlich dringt sie auf Einführung gleicher Standards in der EU, damit beispielsweise die Intaliener auch so lange arbeiten müssen bis zum Rentenalter wie wir. Oder erkaufen die sich mit unserem Geld die Herabsetzung ihres Rentenalters.

    Zurück zum Thema mich grault es, wenn das alles mit Corons bis zum Sanktnimmerleinstag so weiter gehen soll mit den Maßnahmen.

  3. 45.

    Woran erinnern mich die ständigen Drohungen mit einem neuen Lockdown? Ganz einfach: "Wenn du nicht gleich brav bist nehm ich dir das Spielzeug weg und es gibt Hausarrest. "
    So kann man vielleicht mit kleinen Kinden umgehen aber nicht mit Erwachsenen.

    Und dann diese ständigen Prophezeiungen und Hiobsbotschaften zur Rechtfertigung. Wie nach der Demo auf dem Alex: In 2 Wochen gibt es das Ergebnis... Jetzt sind über 3 Wochen um, und was ist passiert???
    Vor ein paar Tagen war z.B. zu lesen "Die 2. Welle in Korea hat begonnen..." Genau, 42 Fälle am Tag bei 50 Mio Einwohnern. Aber die Schlagzeile klingt erst mal bedrohlich. Und die Presse macht fleißig mit. Super

  4. 44.

    So unwahrscheinlich ist das nicht: an Impfstoff gegen HIV wird seit Jahrzehnten geforscht - bis heute ohne Erfolg.

  5. 43.

    Danke für die Hinweise und es tut mir Leid, dass Sie zu wenig Grundwasser haben, denn Sie haben definitiv zu wenig getrunken.

  6. 42.

    Hoffentlich haben sie recht. Ihr Vertrauen in Industrie, Wissenschaft und Politik ist zumindest bemerkenswert, nach der Theorie kann es ja gar keine Krankheit ohne Impfstoff geben.

  7. 41.

    Es befinden sich mehrere Impfstoffe in der frühen Testphase. Das keiner von denen funktioniert ist relativ unwahrscheinlich.

  8. 40.

    Hallo Berlinerin, was finden Sie an meinem Kommentar grenzwertig? Ihnen steht die Möglichkeit offen mich zu melden und eine Anzeige bei den zuständigen Stellen zu erstellen. Viel Spaß!
    Grenzwertig finde ich zum Beispiel, dass die Beriner Wasserbetriebe im Berliner Umland Grundwasser fördern und nichts für die Rückführung von gereinigten Abwasser zur Auffüllung des Grundwasserspiegels tun. Das gereinigte Abwasser wird über Flüsse und Kanäle abgeleitet und ist damit verloren.Der Grundwasserspiegel sinkt seit Jahren. Und wo bleibt da die entsprechende Reaktion der Berliner*innen? Aber bei Ihnen sprudelt es ja aus dem Wasserhahn, oder?

  9. 39.

    Mich macht vor allem die Unehrlichkeit wütend: es wird so getan, als ist der ganze Dreck in ein paar Wochen vorbei, wenn wir brav auf Papa Woidke hören. Sonst muss er leider, leider einen 2. lockdown anordnen. Nur: da ist kein Ende abzusehen, ein Impfstoff ist mehr als ungewiss, und dann? Nie mehr die Eltern/ Großeltern umarmen? Auf ewig maskiert herumlaufen? Immer Angst vor dem nächsten lockdown haben? Ist das der Plan der Politik?

  10. 37.

    Mich wundert schon, nach welchen Kriterien der rbb die Kommentare auswählt. Ihrer ist schon grenzwertig.

  11. 36.

    Herr Woidke‘s Aussage früher bei einer Pressekonferenz „wenn wir nur ein Leben retten, dann haben wir gewonnen“ (oder war ähnlich die Formulierung).
    Das ist grundsätzlich richtig und gut. Aber es gibt nicht nur schwarz und weiß. Wenn wir ein Leben von Corona gerettet haben, dann hinsichtlich der brandenburgischen Situation auch den Preis dafür sehen: viele andere nicht diagnostizierte Krankheiten wie Herzinfarkte und Schlaganfälle oder auch Tumore, die später entdeckt werden und die Therapie verzögert wird (oder gar nur noch Palliativ möglich), die Arbeitslosigkeit, die Schulden und die fehlende Ausbildung unserer Kinder. Wie sieht jetzt die Rechnung aus?
    Leider so wird selten bis gar nicht darüber berichtet, die Politik will scheinbar auch darüber nichts hören.

  12. 35.

    Es geht um Brandenburg!! Die Mehrzahl der Artikel kommt aus Berlin??? Warum wohl???

  13. 34.

    Frau Tina, es tut mir leid wenn Sie Texte lesen und nicht verstehen. Vielleicht haben Sie aber auch kein Kurzzeit Gedächtnis. Vor Corona Zeiten hat fast jede Firma, Konzern usw. händeringend Fachkräfte gesucht. Das hat absolut nichts mit Arbeiten wollen zu tun. Haben Sie es jetzt verstanden??? Und ich habe Niemanden unterstellt nicht arbeiten zu wollen! Haben Sie diesen Sachverhalt jetzt verstanden? Und nun wundern Sie sich als Berlinerin bestimmt warum der Länderzusammenschluss Berlin/Brandenburg am Veto der Brandenburger Bürger scheitert? Jetzt verstanden?

  14. 33.

    Mein Nick wurde gekapert :-). Post 28 ist nicht von mir. Wenn ich so was sagen würde, darf man mich einweisen.

  15. 32.

    Wollen wir doch mal Dinge einordnen und ein wenig Panik rausnehmen:

    In Berlin sterben pro Tag grob ca. 110 Menschen. In den letzten Tagen starben in Berlin zwischen Null und zwei Leuten an Corona. Das sind extremst niedrige Zahlen - Gott sei Dank! (Quelle RBB-Coronablog - vielen Dank dafür!!) Insgesamt sind etwas mehr als 200 Menschen in Berlin an Corona gestorben.

    Ich finde es schon einen großen Unterschied, ob man eine Krankenversicherung hat oder nicht. Denn bei jeder Viruserkrankung spielt die Verschleppung eine große Rolle. Gott sei Dank muss bei uns niemand überlegen, ob es genug Geld hat zum Arzt zu gehen!

    Wir sollten nüchtern bleiben und die Fähigkeit zur sachgemäßen Einschätzung von Gefahren nicht verlieren!

  16. 31.

    Das machen Sie diesen rücksichtslosen, oberschlauen Besserwissern mal klar. Vielleicht ist es denen aber auch egal weil sie nur sich sehen. Entweder können oder wollen die nicht begreifen, dass es sich hier nicht um eine Grippe handelt.

  17. 30.

    Natürlich habe ich mir darüber schon Gedanken gemacht, deshalb ist es um so wichtiger, rücksichtsvollzu sein und die Regeln hinsichtlich Schutzmaske und Abstand einzuhalten und, wie ich finde, nicht auch noch Massenveranstaltungen (dazu zähle ich auch eine Parkpartys und Strände) zu besuchen. Wir werden uns doch wohl mal ein Jahr lang zusammen nehmen können. Ich verstehe die vielen Egoisten einfach nicht.

  18. 28.

    Was die Maskenpflicht angeht. Das Virus ist nicht nur eine Atemwegserkrankung sondern das Virus kann so gut wie alle Organe befallen, einschliesslich des Gehirns und des ZNS. Das kann niemand für sich wollen. Die Langzeitfolgen sind insoweit noch nicht abschätzbar und noch nicht erforscht! Daher tragt einfach eine Maske. Es ist das mindeste.

Das könnte Sie auch interessieren