Mit einem oekumenischen Gottesdienst in der Potsdamer Nikolaikirche haben am Montag 3. Oktober 2005 die zentralen Feiern zum Tag der Deutschen Einheit begonnen. (Quelle: dpa/Schölzel)
Audio: Antenne Brandenburg | 24.06.2020 | Torsten Sydow | Bild: dpa/Schölzel

Konzept für die Einheitsfeier - Brandenburg will 30 Tage lang 30 Jahre Einheit feiern

Die Feiern anlässlich des 30. Jahrestags der Deutschen Einheit sollen trotz der Corona-Pandemie stattfinden. Doch statt des geplanten großen Fest kündigt das Ausrichterland Brandenburg nun eine "innovative Lösung" mit räumlicher und zeitlicher Entzerrung an.

Der 30. Jahrestag der Deutschen Einheit soll wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr auf 30 Tage verlängert werden. Eine "Einheits-Expo" soll als weiträumige Ausstellung in einer "begehbaren Stadtkulisse" bereits 30 Tage vor dem Festakt am 3. Oktober starten.

"Weil wir aus Gründen des Gesundheitsschutzes auf das geplante große Einheitsfest verzichten müssen, werden wir auf andere Art innovativ und kreativ Deutschlands Einheit begehen", kündigte Staatskanzleichefin Kathrin Schneider (SPD) am Mittwoch in Potsdam an.

Brandenburg hat Vorsitz im Bundesrat

Der Festakt am 3. Oktober mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier soll als Höhepunkt der Feierlichkeiten mit deutlich weniger Gästen begangen werden, als zunächst geplant. Der Festakt werde live von der ARD übertragen, hieß es. Der traditionelle ökumenische Gottesdienst aus der katholischen St. Peter-und-Paul-Kirche soll zuvor im ZDF übertragen werden.

Zum Festakt sind neben den Verfassungsorganen, den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten, den Landtagspräsidentinnen und -präsidenten auch Bürgerdelegationen aus allen Bundesländern eingeladen. 30 Jahre Deutsche Einheit "angemessen und würdig zu feiern", sei für Brandenburg "Ehre und Verpflichtung zugleich", erklärte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Mit der räumlichen und zeitlichen Entzerrung sei eine innovative Lösung für das Fest gefunden worden.

Weil Brandenburg derzeit den Vorsitz im Bundesrat innehat, werden die Feierlichkeiten in Potsdam ausgetragen. Zunächst waren Feierlichkeiten geplant, zu denen mehrere hunderttausend Besucher erwartet wurden.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 24.06.2020, 19:30 Uhr

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6 Kommentare

  1. 6.

    Das Foto passt prima. Soll es Sehnsucht nach Saalfüllenden Jubelfeiern befördern?
    Sinnvoll wäre, wenn Medien mal wahrheitsgemäß mitteilen würden, was da vor 30 Jahren tatsächlich ablief. Nämlich dass nach Artikel 23 des damaligen Grundgesetzes des einen von 2 Staaten der andere angeschlossen wurde. " Wiedervereinigung " ist ein reines Propagandawort, kreiiert zugunsten von Kanzler Kohl, dem bei der im Herbst 1990 in der BRD anstehenden Bundestagswahl die Niederlage drohte. Kohl brauchte die Wähler aus dem Anschlussgebiet als Stimmvieh.

  2. 5.

    Ja, so wird die Obrigkeit wieder einmal in ihren Kreisen feiern. Aber es gibt keine bessere Ausrede, Corona sei gedankt. Demos werden erlaubt, Feiern im Freien sind nicht gewollt. Wo ist denn der Bürgerdialog von Herrn Woidke geblieben? Ach ja, die Wahlen sind ja vorbei. Das Volk wird zu solchen Feierlichkeiten nicht gebraucht. Eigentlich ist es nur noch traurig. In Deutschland wird nur noch vom Volk die Steuereinnahmen gebraucht und alle 4 Jahre ein Kreuz auf dem Wahlzettel. Schämt euch!

  3. 4.

    Ich frage mich wirklich, ob das alles über so lange Zeit notwendig ist..

  4. 3.

    30 Tage lang die Einheit feiern? Vielleicht sollte man das Geld besser mal in den Straßenbau investieren, damit Brandenburg nach 30 Jahren auf Westniveau kommt.

  5. 2.

    Ich möchte zur Bürgerdelegation gehören.
    1989 gehörte ich mit meiner damals 6-jährigen Tochter zu denen, die am 07. Oktober am Schweigemarsch durch die Potsdamer Innenstadt teilnahmen. Auch zur Demo am 04.11.89 auf dem Potsdamer Luisenplatz war ich dabei.

  6. 1.

    "Bürgerdelegationen aus allen Bundesländern eingeladen" Wie kommt man auf die Liste? Ich möchte gerne Merkel aus der Nähe sehen, sie war ja in letzter Zeit kaum noch in der Öffentlichkeit, allenfalls nur vor handverlesenem Publikum zu sehen.

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