Ein Demonstrationszug von Hunderten Schwulen, Lesben und Transsexuellen zieht bei der "Pride Berlin: Save our Community, Save our Pride" durch die Stadt. (Quelle: dpa/Annette Riedl)
Video: rbb|24 | 27.06.2020 | Material: Abendschau | Bild: dpa/Annette Riedl

"Black lives matter"-Demo und LGBT-Protest - Rund 3.500 Menschen bei "Pride"-Kundgebung in Berlin

Die große CSD-Parade wurde für dieses Jahr abgesagt - stattdessen fand am Samstag eine Demo unter dem Motto "Berlin Pride 2020" statt. Etwas weniger Teilnehmer kamen zu einer weiteren "Black Lives Matter"-Demo im Tiergarten.

Ein Demonstrationszug von Schwulen, Lesben und transgeschlechtlichen Menschen ist am Samstag zum Christopher Street Day (CSD) gegen Diskriminierung durch Schöneberg und Mitte gezogen. Unter dem Motto "Berlin Pride 2020" führte der Zug am Mittag vom Nollendorfplatz über Potsdamer Straße, Wilhelmstraße und Unter den Linden zum Alexanderplatz.

Die offizielle CSD-Parade mit Zehntausenden Teilnehmern und diversen Partywagen, die eigentlich am 25. Juli hätte stattfinden sollen, war wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Wie der Polizeisprecher Thilo Cablitz rbb|24 sagte, nahmen etwa 3.500 Menschen an der Kundgebung teil, die am Zielpunkt von der Versammlungsleitung beendet wurde. "Vereinzelt wurde der Mindestabstand unterschritten", bilanzierte Cablitz. Aufforderungen, Abstand zu halten, seien die Teilnehmer aber schnell nachgekommen.

Bilder der Kundgebungen von Presseagenturen und in sozialen Medien zeigen allerdings gedrängtere Menschenmengen ohne großen Abstand.

Teilnehmende der "Black Lives Matter"- Demonstration halten Schilder und Transparente in die Höhe. (Quelle: dpa/Christophe Gateau)

"Black Lives Matter"-Demo im Tiergarten

Mehr als 1.000 Menschen demonstrierten am Samstagmittag zudem auf der Straße des 17. Juni an der Siegessäule gegen Rassismus. Ein Polizeisprecher schätzte die Zahl der unter dem Motto "Black Lives matter" Versammelten auf etwa 1.100; ursprünglich waren 1.500 Teilnehmer angemeldet.

Auf Transparenten zeigten die Demonstranten Slogans wie "Polizeigewalt tötet", "I can't breathe", "Rassismus hat auch hier System" und "White silence is violent". Auf einer Bühne wurde Musik gespielt.

Die Organisatoren baten die Demonstranten im Berliner Tiergarten zu Beginn, die Regeln zum Schutz gegen Corona zu beachten, also einen Abstand von eineinhalb Metern voneinander zu halten und einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Polizeisprecher Cablitz sagte, die Abstandsregeln seien bei dieser Demonstration sehr gut eingehalten worden. "Wirklich vorbildlich", lobte Cablitz. Es seien auch im Vorfeld Abstandsstriche auf dem Boden aufgemalt worden.

Kommunikationsteams im Einsatz

Anfang Juni hatten sich auf dem Alexanderplatz wegen der Tötung des Afroamerikaners George Floyd durch einen Polizisten in den USA 15.000 Menschen versammelt. Nach der Demo warfen sich Polizei und Demonstranten gegenseitig Gewalt vor. Laut Polizeisprecher Cablitz wurden bei der Kundgebung am Samstag nun zusätzlich Kommunikationsbeamte in neonfarbenen Westen eingesetzt.

Sendung: Abendschau, 27.06.2020, 19:30 Uhr

 

Kommentarfunktion am 27.06.2020 um 19:44 Uhr geschlossen

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34 Kommentare

  1. 34.

    Heike, sie haben genau das ausgedrückt, was ich auch denke!Danke

  2. 33.

    Wer gibt Ihnen eigentlich das Recht über andere wildfremde Menschen zu urteilen? Sie sollten lernen andere Meinungen zu akzeptieren und nicht mit beleidigungen antworten nur weil es ihnen nicht in den Kram passt! Im übrigen gibt es auch Menschen die gegen Rassismus sind aber keine Lust oder Zeit haben sich jedes Wochenende einer Demo anzuschließen.

  3. 32.

    Liebe Toska. ICH soll Toleranz gegenüber solch sinnfreie Kommentare bloß wegen Unwissenheit üben? Bei allen Respekt. Wenn nicht einmal alle meine Kommentare zum Thema CSD Pride hier freigeschaltet werden, wie der an@Heike, nur weil etwas persönliches drinsteht, bin ich noch mehr eingeschnappt.

  4. 31.

    Diskriminierungen wegen seiner sexuellen Ausrichtung - i s t ein w i c h t i g e s gesellschaftliches Thema.
    Polizeigewalt generell und ganz übel in diesem Zusammenhang - i s t ein w i c h t i g e s Thema.
    Aber natürlich auch Ihr "Frieden statt Krieg, Abrüstung statt Hochrüstung" (Sie verzeihen ich habe das mal korrigiert).
    Allerdings liebe/r/* Burki mit Ihrer "angeblichen" Corona-Ungleichbehandlung habe ich so meine Probleme, finde das nicht, im Gegenteil meine/unsere Regierung hat, was selten genug geschieht, ihren Job zum Wohle der Bürger ganz herausragend gemacht und wenn jetzt der Bürger auch noch mitzieht, wird es uns rasch wieder besser gehen.
    Und nein, ich bin kein Politiker, sondern ein Bürger der, wie zum Glück immer noch die große Masse in der BRD, vor allem dumme Polemik hasst.
    Herzliche Grüße & schön gesund bleiben!

  5. 30.

    So sehe ich das auch. Ich war mittendrin Durch die, für eine Demo, extrem schnelle Geschwindigkeit des Zuges, hat sich das Feld stark auseinander gezogen und die meisten haben den Abstand gut eingehalten. Bis auf ein paar Engstellen auf der Strecke hatten wir immer die Möglichkeit auf Abstand zu gehen. Auch hat sich die große Mehrheit an die MaskenPflicht gehalten. Ignoranten gibt es auch tagtäglich in Bus, Bahn und beim Einkaufen!

  6. 29.

    Eventuell sollten Sie etwas tolleranter auf Kommentare antworten die nun mal nicht in diese Richtung gehen. Man kann nicht von der ganzen Menschheit verlangen das die nun alle das wunderbar finden. Im übrigen finde ich die Kommentare zu diesem Thema hier von @Sebastian gut.

  7. 28.

    Die Bilder, wo die Leute vermeintlich zu dicht stehen, sind mit einem Tele-Objektiv aufgenommen worden. Das ist ein optisch komprimiertes Foto, daher kann man auf solchen Bildern die Relationen nicht mehr richtig sehen. Wenn man das Berliner Stadtpanorama von oben per Tele aufnimmt, dann steht der Fernsehturm am Alex auch plötzlich ganz dicht neben dem Brandenburger Tor. In Wirklichkeit ist aber genug Abstand dazwischen.

  8. 27.

    Sind wir noch zu retten? Die von der Politik erhoffte VERNUNFT der Bürger, scheint ein Irrglaube zu werden. Ein relativ kleiner Teil der Bundesbürger hat für sich die alleinige Wahrheit gepachtet und spielt mit der Gesundheit der "restlichen" Bevölkerung.
    Warum eigentlich? Was haben sie davon, wenn sie in bestimmten und eng begrenzten Bereichen keine Maske tragen und auf Abstandsregeln pfeifen? Entspricht das deren Auffassung von Demokratie und Freiheit?
    Der Staat scheint wehrlos zu sein. Was soll er auch machen? Wasserwerfer, Pferdestaffel und Knüppel frei - ist möglicherweise nicht die erste Wahl. Und der Rest der Gesellschaft schaut mit Abstand und Masken tragend zu.
    Sind wir noch zu retten?

  9. 26.

    Warum sollte ein bekennender Rechtsextremist gegen sich selbst demonstrieren? Lassen Sie sich von solchen rechten Hohlbirnen nicht ärgern!

  10. 25.

    Ich kann zwar nicht viel dazu sagen, aber lieber Lothar es tut gut zu lesen, dass Du dich gut fühlst und Du sollst wissen es stehen viele Menschen hinter Euch. Liebe Grüße

  11. 24.

    Danke Ihnen dafür, dass Sie das auch hier mal erwähnt haben. Besonders Transsexuelle Jugendliche begehen häufiger Selbstmord, weil sie in unserer ach so aufgeklärten Zivilgesellschaft nicht wahrgenommen, gemobbt und alleine gelassen werden. Auch dafür bin ich heute in Gedenken aller Jugendlichen Schwulen, Lesben UND Transgender die umsonst ihr Leben gelassen haben, als ältere Schwuchtel mit marschiert. Trotz der drückenden Hitze.

  12. 23.

    na, liebe berliner,

    was ist denn da schiefgegangen, dass es nicht mehr gelungen ist diese beiden demos zusammenzulegen um die beiden kämpfe miteinander zu verbinden?

    das haben die ja selbst in atlanta hinbekommen, berlin ist mal wieder schlusslicht. :)

  13. 22.

    Ach je,ach je. Noch wieder jemand, der den Sinn und Zweck BEIDER DEMOS entweder nichts abgewinnen kann, oder den Anlass dieser z.B. kleinen sehr politischen CSD Demonstration nicht versteht. Im übrigen geht der CSD dieses Jahr Millionenfach Weltweit“ Online „vonstatten. Falls es Sie überhaupt interessiert.

  14. 21.

    Aber die Spaltung unserer Gesellschaft durch Homo-Hass (und ich schreibe hier bewusst -Hass, weil eine Phobie eine krankhafte ANGST vor bestimmmten Ausloesern ist, und das, was gerne mal als *phobie bezeichnet wird, in Wahrheit oft genug tatsaechlich Abneigung und regelrechter Hass ist!), bedarf keiner Reaktion? Sind ja nur 'n paar Schwule, wenn die diskriminiert oder sogar verletzt werden, oder sich ein paar Jugendliche mehr als der Durchschnitt SELBST TOETEN, dann ist das ja egal, oder wie darf ich Ihren Kommentar verstehen? (Kleine Randbemerkung: homosex. Jugendliche begehen 5-7 mal oefter Suizid, als sog. "Normale"!)
    Aber es gibt tatsaechlich auch andere Themen, gegen die DRINGEND demonstriert werden muesste: Klimawandel, soz. Ungerechtigkeit, Lobbyismus, .....

  15. 20.

    Beschämend finde ich nur Ihren Kommentar. Anstatt selber, zumindest gegen rechts auf die Straße zu gehen, sondern Sie nur inhaltslose Worte hier ab.

  16. 19.

    Herr Meister. Ich bin zurück von der Pride Demonstration. Habe mich lange nicht mehr so gut gefühlt wie am heutigen Tag. Soviel an Solidarität tut not. Und ja, es finden immer wieder auch Veranstaltungen gegen Rechts und Homophobie in Neukölln statt. Wir alle müssen wachsam sein. Nicht nur in Berlin. Sondern Bundesweit.

  17. 18.

    Warum sagt man den CSD ab? Der hätte ja dann mit begrenzter Teilnehmerzahl auch stattfinden können? Das erkläre mir mal einer. Es kommt doch nicht auf den Anlass sondern auf die „Menge“ an, wenn ich das mal so naiv sagen darf. Und natürlich immer auf Abstandsgebot und Maskenpflicht. Aber doch nie auf den Anlass... Demo ist Demo.

  18. 17.

    Ja guter Vorschlag, vom Hermannplatz die Sonnenallee runter und über die Karl-Marx-Strasse zurück!

  19. 16.

    Wieviel Einwohner hat Berlin nochmal? Ich finde es ,, beschämend " das in dieser bunten Stadt und zu einer solchen noblen Veranstaltung nicht mehr Leute gehen :) Aber In Berlin finden ja mehr Demos statt , als der Eiffelturm Nieten hat.

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