0.05.2020, Berlin: Ein Teilnehmer einer Kundgebung gegen den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Bild: dpa/Christoph Soeder

Interview | Berater für Opfer rassistischer Polizeigewalt - "Racial Profiling ist eine der schlimmsten Formen von Rassismus"

George Floyds Tod hat auch in Berlin für Proteste gesorgt. Viele sind erschüttert über die rassistische Gewalt unter Polizisten in den USA. Doch Rassismus ist auch in Deutschland ein Problem, betont Biplab Basu von der "Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt".

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Durch die brutale Tötung von George Floyd aufgerüttelt protestierten auch in Berlin Hunderte Menschen gegen Rassismus. Und auch online bekunden Viele ihre Solidarität und sprechen sich gegen Rassismus aus.

Doch nicht nur in den USA, auch hier ist rassistisches Verhalten und Gewalt durch Polizisten ein Problem. 2017 kam die Expertengruppe der Vereinten Nationen zu Menschen afrikanischer Abstammung zu dem Schluss, dass Racial Profiling, also die Kontrolle von Personen allein aufgrund ihres Äußeren oder ethnischer Merkmale, unter deutschen Polizeikräften weit verbreitet sei.

Biplab Basu arbeitet seit 20 Jahren in Berlin als Berater bei der "Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt" (Kop). In einer Chronik dokumentiert die Initiative Fälle rassistisch motivierter Polizeigewalt in Deutschland.

rbb|24: Herr Basu, mit welchen Fällen haben Sie bei Ihrer Arbeit zu tun?

Biplab Basu: Wenn Sie die Chronik [kop-berlin.de | pdf] durchgehen, dann werden sie viele solcher Berichte lesen, wo die Menschen sagen: "Ich kann nicht atmen, ich bekomme keine Luft. Bitte geh' weg und lass mich aufstehen". Das ist für uns nichts Neues. Das erleben wir, und das ist auch für Menschen mit Migrationshintergrund und Schwarze nichts Neues, sondern das ist in ihrem Alltag integriert.

Was auch sehr wichtig ist: Wenn der Fall von George Floyd nicht aufgenommen worden wäre, gäbe es die Geschichte nicht. Auch die Berliner Polizei geht teils äußerst aggressiv gegen Menschen vor, die filmen. Ich hatte einen Mann in der Beratungsstelle, der filmen wollte und von Polizisten so dermaßen zusammengeschlagen wurde, dass er monatelang seinen Arm nicht bewegen konnte. Auch so etwas passiert - und das muss sich ändern.

Das ist ja auch das Ziel Ihrer Beratungsstelle - wie kann man sich die Arbeit bei der "Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt" vorstellen?

Die Leute haben alle ein Bedürfnis zu erzählen, weil Polizeigewalt von den meisten Leute gar nicht als Gewalt verstanden wird. Die meisten Menschen geben die Schuld den Opfern. Und deswegen ist es sehr wichtig, dass sie einen Ort haben, wo sie erzählen können, ohne Angst zu haben, dass das Gegenüber sie nicht versteht oder ihnen nicht glaubt. Und das passiert bei uns. Wir haben keinen Grund, ihnen nicht zu glauben, wir lassen sie erst einmal erzählen, und dann überlegen wir uns gemeinsam, ob die Person eine Anzeige gegen Polizeibeamten wegen Körperverletzung im Amt stellen oder einen Beschwerdebrief schreiben möchte, oder ob man daran interessiert ist, an die Öffentlichkeit zu gehen.

Das ist sozusagen die Beratung, und dann gibt es finanzielle Unterstützung für die juristische Auseinandersetzung. Wir haben Kop eigentlich als Rechtshilfefonds gestartet. Wir dachten uns, die Menschen müssen irgendwie ein bisschen Geld bekommen, damit sie Anwälte bezahlen können.

Was verstehen Sie unter "rassistischer Polizeigewalt"?

Das sogenannte Racial Profiling, also anhaltslose Kontrolle und Überprüfung von Dokumenten und Taschen, sehen sehr viele Menschen als einen harmlosen Eingriff, aber für uns ist das ein massiver Angriff und auch eine der schlimmsten Formen von Rassismus. Die Kontrolle findet immer in der Öffentlichkeit statt, Hunderte und Tausende von Menschen sehen das. Und deswegen ist sie sehr erniedrigend. Das ist eine Beleidigung für Menschen. Und dann kommt dazu, wenn jemand diese Kontrolle infrage stellt, dann eskaliert das sehr schnell. Die Polizei ist dann not amused, wirft die Menschen auf den Boden, legt Handschellen an und führt sie ab.

Archiv: Biplab Basu bei einer PK von Geflüchteten in Berlin zu Polizeigewalt im Zusammenhang mit der Besetzung der Nigerianischen Botschaft am 15. Oktober 2012. (Quelle: imago)
Biplab Basu arbeitet auch bei "ReachOut", einer Beratungsstelle für Opfer rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt. | Bild: imago

Welche Menschen sind am meisten davon betroffen?

Junge Männer zwischen 15 und 45 Jahren, Afghanen, Araber, Schwarze Menschen, Türken. Aber auch sehr viele Roma. Viele Roma haben so massiv Angst, dass sie nicht einmal zur Beratungsstelle kommen wollen, nur ab und zu kommen ein oder zwei. Die haben Angst vor Behörden - und dann auch noch die Polizei. Ich habe oft mit ihnen gesprochen und gefragt, warum sie so viel Angst haben, dass wir sie mit Anwälten unterstützen können. Sie meinten, dass Anwälte sie nicht schützen könnten.

Wie können sich Personen verhalten, die hinter einer Polizeikontrolle Racial Profiling vermuten?

Eine standardisierte Empfehlung ist immer schwierig, weil jeder Mensch unterschiedlich ist. Was wir aber versuchen zu sagen: Das Wichtigste ist cool zu bleiben, sich nicht aufzuregen. Viele Polizisten haben traurigerweise nicht gelernt, andere Menschen mit Respekt zu behandeln. Wenn diese Menschen auch noch geflüchtete Migrantinnen oder Schwarze Menschen sind, dann fehlt oft der Respekt.

Deswegen sagen wir: Nicht aufregen und niemals mehr sprechen als notwendig ist. Zum Beispiel: Wie heißt du? Wo wohnst du? Und wie alt bist du? Welche Nationalität? Das reicht. Mehr braucht die Polizei nicht zu wissen. Wenn Sie aber weiterfragen, dann höflich antworten: Ich glaube, diese Frage dürfen Sie nicht stellen, ich rede nicht darüber. Und natürlich immer auch sagen: Ich bin nicht einverstanden mit dieser Taschenkontrolle. Wenn Sie das machen müssen, dann machen Sie, aber ich bin nicht einverstanden. Und die Polizei höflich darum bitten, erst einmal einen Anwalt zu konsultieren, bevor Sie überhaupt etwas sagen.

Wenn es Menschen gibt, die drumherum stehen, dann versuchen Augenkontakt zu halten. Wenn Sie das Gefühl haben, dass sie unterstützt werden können von diesen Menschen, dann das entsprechend signalisieren, z.B. die Telefonnummer oder Kontaktdaten annehmen.

Wie kann man als außenstehende Person helfen, wenn man Zeuge einer solchen Situation wird?

Durch meine Erfahrungen all diese Jahre habe ich gemerkt, dass heutzutage sehr viele unbeteiligte Menschen stehen bleiben, vor allem junge Männer und Frauen beobachten und protestieren dagegen.

Wir versuchen auch auf Veranstaltungen Tipps zu geben: zum Beispiel ein Gedächtnisprotokoll zu schreiben, eine detaillierte Beschreibung der anwesenden Polizeibeamten aufzuschreiben. Wenn Sie Gewalt gesehen haben, schreiben Sie es auf. Welcher Polizist hat Gewalt ausgeübt, fragen Sie ihn nach der Dienstnummer. Zwar geben die Polizeibeamten die nicht gerne raus, aber fragen kann man trotzdem, weil sie das in Berlin eigentlich machen müssen.

42 Kommentare

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  1. 42.

    was babbelst du eigentlich. Racial Profiling gibt es und das ist auch bewiesen. Es gibt sogar einige Interviews mit Polizeichefs aus verschiedenen Bereichen Deutschlands, die es nicht leugnen und sogar offen zugeben das so etwas vermehrt aufgetreten ist und dagegen vorgegangen wird. Racial Profiling ist ein ernst zu nehmendes Thema. Oft endet es für die Opfer sehr schlimm, also hör auf zu versuchen irgendwas zu verharmlosen oder gut zu reden. Am Flughafen kontrolliert zu werden, wie du, das ist nichts Erwähnenswertes. Am Flughafen wird jeder kontrolliert, egal wann, egal wo...das ist Pflicht. Und dieses ''Extra-Kontrollieren'' ist zufällig und da trifft es wirklich jeden, aber auch da ist bestimmt ein Fetzen Racial Profiling vorhanden. Wie auch immer, du dumme hoe, du hast kein Recht als weiße Frau dich darüber zu äußern, weil du mit Rassismus nicht konfrontierst wirst.

  2. 41.

    Polizisten sind nicht da, um die "Bürger" zu schützen. Sie schützen Eigentum und vertreten die Interessen der Elite. Es gibt dutzende Erfahrungsberichte von Freunden/ehemaligen Kollegen der Polizei, die klar stellen, dass man als Polizist of nichts zu tun hat und als "faul" bezeichnet wird, wenn man nicht regelmäßig "Kriminelle" festnimmt. Also stoppt und sucht man "Verdächtige" durch, die durch Racial Profiling meistens schwarz oder äußerlich als Menschen einer anderen Kultur/Herkunft erkennbar sind. Diese Leute werden nicht durchsucht, weil sie am Flughafen beim Metalldetektor biepen, sie werden willkürlich angehalten und befragt, weil sie eine dunklere Hautfarbe haben. Das ist nichts total überraschendes oder neues, das wird den Polizisten so beigebracht. Als weiße, privilegierte Frau haben Sie offensichtlich auch keinen Grund, sich diskriminiert oder bedroht zu fühlen; Menschen, mit dunkler Hautfarbe müssen jeden Tag fürchten, mit Gewalt und Rassismus konfrontiert zu werden.

  3. 40.

    Die Zensur meines Kommentars war mir schon beim schrieben klar und zeigt deutlich das du der rbb das Thema nur von einer Seite sieht. Traurig aber war, die Zensur ist das gängige Mittel des rbb, es lässt sich die Nähe zum Rundfunk der ddr kaum
    Noch leugnen.

  4. 39.

    Ich finde es schrecklich wie man den Leuten hier vermitteln möchte, dass die Polizei zielgerichtet Taschen kontrolliert um deren Besitzer zu erniedrigen, bzw den Leuten eintrichtert, dass es eine Schande ist und sie sich schämen und vorverurteilt fühlen müssen, wenn sie kontrolliert werden. Wenn ich (weiß, blond, weiblich) auf öffentlichen Plätzen kontrolliert werde, oder am Flughafen extra kontrolliert werde (schon sehr oft passiert, nicht nur in Deutschland), oder sonst nach meinem Ausweis gefragt werde und in meine Tasche geschaut wird - dann weiß ich auch dass ich nichts falsch gemacht hab und die Polizei oder Security nur ihren Job macht um es für alle sicherer zu machen, ich bin nicht direkt pikiert und beleidigt. Nie habe ich mich geschämt, verurteilt gefühlt, wieso auch? Wo soll das denn hin führen, das man niemanden mehr kontrollieren darf, weil jeder sich sofort beleidigt fühlt? Weil jeder (außer weiße männer) sofort einen Grund findet sich diskriminiert fühlen zu dürfen?

  5. 38.

    Anti-Rassismus ist unser Grundgesetz, es ist quasi die in Stein gemeißelte Antwort auf Rassismus. Parteien und Aktivisten die meinen Probleme, Narrative und Identitätspolitik aus den USA. ohne zu hinterfragen, importieren zu müssen sind toxische Scharlatane. Wir sehen schon wie die Sprache der Sklavenhalter von Weißen und Schwarzen (PoC) importiert wird. Wenn es um Rassismus Aufklärung geht sind die USA ein dritte Welt Land. Warum existiert "Racial Profiling" nur für PoC´s aber nicht für "weiße" Hooligans? Existiert nun auch Altersdiskriminierung? Als junger "weißer" wurde ich auch häufiger in gewissen Bundesländern kontrolliert als in anderen. Vor dem GG sind alle Gruppen gleich, also bitte auch im Diskurs.

  6. 37.

    Was bei einigen Kommentaren besonders deutlich wird ist, dass irgendein abstraktes Weltbild was von irgendwelchem Hörensagen gespeist wird, als konstruktive Diskussion verkauft wird. Ich denke die meisten können sich überhaupt nicht in einen diskriminierten Menschen hineinversetzen. Die besonders harten Fälle, denen jegliche Emphatiefähigkeit abgeht, machen sich "mit ihrer Volksgemeinschaft" dann einfach mal selbst abstrakt zum Opfer. Das wird daran deutlich, wie dünnheutig oft reagiert wird. Solche Aussagen wie, "eher müssen sich Polizisten Rassismus von Ausländern gefallen lassen", oder "wenn nicht jede Minderheit ihren Willen bekommt" oder "Ausländer akzeptieren nicht deutsche Gesetze" machen deutlich was ich mit Trump und AFD- Manier meinte.

  7. 36.
    Antwort auf [Mark] vom 05.06.2020 um 15:27

    Doch, müsste ich. Und nun? Sie lesen nur, was Sie lesen wollen und deuten es eh um. Geht mir am Allerwertesten vorbei.

  8. 35.

    Meinen Sie Empirie im eigentlichen Wortsinn, also im Sinne alltäglicher Beobachtung? Oder meinen Sie Empirie in soziologischen Facharbeiten, in denen nicht sein kann was nicht sein darf? Letzteres beweisen Sie gerade wieder eindrucksvoll: Die Behauptung, es gebe keinerlei Rassismus gg Deutsche ist einfach grotesk. Das Schimpfwort "Du Scheiss-Kartoffel" z.B. ist also vermutlich eine Erfindung der "Rechten"? Die Beschimpfung "Du Nazi" in einem Streit im Strassenverkehr hat also jeder Deutsche verdient? - Aber das ist hier eigentlich gar nicht das Thema. Hier muss es darum gehen, wie man rassistisches Verhalten im Alltag auch und gerade durch Staatsdiener effektiv minimieren kann. Hier müssen wir Lösungen finden, und keine Schwarz-Weiss-Gefechte führen!

  9. 34.
    Antwort auf [Mark] vom 05.06.2020 um 16:12

    Wenn ich im Beitrag von "Idealist" Schwarz-Weiss-Denken sehe und Sie nicht, dann könnten wir z.B. darüber diskutieren, ob meine Ansicht gerechtfertigt ist: Ob es z.B. realistisch ist, pauschal zu behaupten, es gäbe ausschließlich (!) unschuldige Opfer und bösartige Täter. Ob man nicht viel stärker differenzieren muss, zwischen den und teils innerhalb der unterschiedlichen Fälle. Ob die Verwendung des Schlagworts "institutioneller Rassismus" überhaupt dazu geeignet ist, Verhaltensweisen von Individuen zu verbessern. Ob es konstruktiv ist, mal wieder die Trump- und AfD-Keule rauszuholen. All das und noch mehr könnten wir diskutieren. Statt dessen kochen Sie die Schlagworte von "Idealist" einfach noch mal auf und stopfen mich mit derselben Denke wie ein Rassist in eine Schublade mit "meinesgleichen". Und fordern hierfür auch noch Fettschrift. - Auf diesem Level keine Diskussion, Mark.

  10. 33.

    Ein sehr wichtiges Interview, endlich mit Expert*innen zum Thema rassistische Polizeigewalt.

    Wie wichtig es ist, zeigen die unzähligen verächtlichen Kommentare. Betroffenen einer Kontrolle werden Rechtsansprüche abgesprochen, Zeug*innen kriminalisiert. Dass bei Racial Profiling, einem wissenschafltich anerkannten Fachbegriff, werte Hobby-Akademiker*innen, Rassismus vorliegt, liegt in der stereotypisierenden, weil kriminalisierenden, sowie biologisierenden Weise der Polizei. Die Gewalt liegt auch in der Anlasslosigkeit: Es gibt keine Einstiegsklausel für solches Polizeiverhalten. Es ist schlicht Willkür, bricht Verfassungs- wie EU-Recht.

    Rassismus bei Teilen der Polizei gänzlich in Frage zu stellen sowie die Polizeigewalt zu rationalisieren mit vermeintlicher Gewalt der Betroffenen, widerspricht der Empirie! Das sind vorsätzliche, manipulative Falschbehauptungen.

    Rassismus gg. Deutsche o. Weiße gibt es nicht. Auch gibt es keine Rassen, deren Konstruktionen aber schon.

  11. 32.

    Hier wird m.E. recht konstruktiv über mögliche Ursachen und Lösungen diskutiert. Dabei ist es in der Mehrheit der Fälle absolut nicht sinnvoll, ein simples Schwarz-Weiss-Denken an den Tag zu legen, wie ich es aus Ihrem Beitrag lese.

  12. 30.

    Woher wollen Sie den wissen, ob eine Kontrolle begründet ist oder nicht? Sollen die Polizeibeamten in Berlin erst die Passanten fragen, ob sie Verdächtigen xyz kontrollieren dürfen?

    Oder vielleicht würde auch ein Stuhlkreis helfen.

    Ich habe übrigens den allgemeinen Terminus, gebraucht (Par. 11 Abs. 1 Nr. 2 StGB), da dieses Gesetz auch alle anderen Beschäftigten, Beamte etc des öffentl. Dienstes unter Generalverdacht stellt.

    Nein, ich würde mich nicht wundern oder ärgern. Ansonsten gilt natürlich, wie es in den Wald reinschalt, schalt es wieder raus. Nach Ihrer Logik müssten dann alle Ladendiebe ungestraft davon kommen. Die Polizei darf ja nicht kontrollieren, selbst wenn sie eine genaue Beschreibung des Täters bekommen hat.

  13. 29.

    Es ist schon seltsam, in den USA wird mal wieder ein Schwarzer von der Poilzei ermordet. dann wird berechtigterweise nachgefragt ob es sowas hierzulande auch gibt. Das Ergebnisse eine Vielzahl von anonymen Kommentaren, die eigentlich den Betroffenen von Rassismus die Schuld in die Schuhe schiebt. Irgendwie typisch und so richtig nach Trump und AFD Manier. Natürlich wird man hier auch angepöbelt wenn man blond und blauäugig ist. Aber wird man deswegen an der Supermarktkasse, dei der Wohnungssuche oder von der Polizei schlechter behandelt? Wir reden hier von Rassismus der in Institutionen fest verankert ist.

  14. 28.

    Ich finde es falsch, die Gewalt seitens der Polizei auf Rassismus zu beschränken, denn es sind mitnichten nur Farbige betroffen. So mancher Polizist ist von grund auf gewalttätig.

  15. 27.

    In der Schule habe ich gelernt, die USA ist der "Schmelztiegel" von unterschiedlicher Bevölkerung. Jetzt habe ich eher den Eindruck, da ist nichts "geschmolzen". Das wirft etliche Fragen auf.

  16. 26.
    Antwort auf [Mark] vom 05.06.2020 um 11:32

    Die Realität von Todesumständen in Gewahrsam tut nicht nur weh, sondern ist vielen auch nicht bekannt ("nicht vergleichbar mit den USA...").
    https://deathincustody.noblogs.org/
    https://de.wikipedia.org/wiki/Oury_Jalloh
    https://taz.de/Tod-im-Polizeigewahrsam/!5684340&s=grieche+berlin+polizei/
    Der untere Artikel der Taz wurde am 23.5.2020 veröffentlicht.

  17. 25.

    Dieses Interview geht sicherlich nicht als Meilenstein des kritischen Journalismus in die Geschichte ein.
    Man sollte sich mit einer Sache, über die man berichtet, nicht gemein machen, auch nicht mit einer guten. Der Hinweis auf möglicherweise bei der Polizei vorkommenden Rassismus ist richtig und wichtig, der Hinweis auf Schwarze/Roma/Flüchtlinge als Täter ebenso.

    Dieses Thema ist nicht so einfach zu durchdringen, wie Herr Basu das gerne hätte. Chance vertan. Schade.

  18. 24.

    Teilweise ist wohl weniger die vermutete Herkunft aus bestimmten Ethnien die Ursache für eine verstärkte Kontrolle. Sondern die vermutete Zugehörigkeit zu einer Gruppen mit bestimmten Verhaltensweisen: Unter vielen jungen Männern etwa ist ja ein gewisser Machismo samt klarer Bewunderung für Delinquenz verbreitet. Als optische Unterstreichung dient nach aktuellem Mega-Trend eine Frisur mit ausrasiertem Nacken und kurzem Haupthaar. Auch das dürfte also eine relevante Rolle spielen bei der Auswahl potenziell Verdächtiger. Damit will ich das nicht rechtfertigen; halte es aber teils zumindest für erklärbar. Jedenfalls muss "Profiling" nicht unbedingt mit Rassismus zu tun haben. Man kann z.B. durchaus auch mal eine Stunde zur Feststellung einwandfreier Personalien festgehalten werden, wenn man optisch absolut nicht ins Schema "Jung, männlich, Migrationshintergrd" passt - in den Augen eines einzelnen (!) Polizisten aber ein anderes Klischee erfüllt; z.B. das eines vermeintlich Arbeitslosen.

  19. 22.

    Das ist schon schlimm genug, aber wissen Sie, wie man als blonde Frau beschimpft wird. Ebenso werden auch Afrikanerinnen übelst schikaniert. Das wird noch verstärkt, wenn man sich gepfegt oder etwas sexy kleidet.
    Übelste Beleidigungen, denen man wehrlos ausgesetzt sind.
    Dieser Rassismus übelster Art wird verschwiegen und als Verwirrung Jugendlicher mit Kriegstrauma abgetan.
    Die Berliner Polizei ist bis auf sicherlich einige Einzelfälle sehr human gegenüber Migranten.

  20. 21.

    Der Artikel verdreht jede Menge.
    Vorurteilsfreies, bedingungsloses Vertrauen haben einige der aufgezählten "Opfer" längst verspielt.
    Durchgriff von Polizeibeamten als konstitutionellen Rassismus zu bezeichnen zeigt nur Ihren Kompass!
    Klar hat jeder Mensch vernünftige Behandlung verdient.
    Wenn jemand aber im Görlitzer Park beim Dealen oder am Kottbusser Tor beim Frauen belästigen festgesetzt wird, muss sich niemand wundern.
    Eher müssen sich Polizisten täglichen Rassismus gegen Deutsche/Weiße/Frauen/ vor allem von Ausländern gefallen lassen.
    Klar, es gibt auch Deutsche Rassisten. Bestreitet keiner.
    Bitte berichten Sie als ÖR mit Maß.

  21. 20.

    In der Schule habe ich gelernt, die USA ist der "Schmelztiegel" von unterschiedlicher Bevölkerung. Jetzt habe ich eher den Eindruck, da ist nichts "geschmolzen". Das wirft etliche Fragen auf.

  22. 19.

    Das Hauptproblem liegt noch nicht mal in den benutzten Wörtern sondern in der ungenauen Abgrenzung der Begrifflichkeit dahingehend, was darunter fällt und was nicht. Wenn irgendeine Minderheit nicht ihren Willen bekommt, wird sofort mit dem Kampfbegriff Rassismus um sich geworfen. Nicht immer geht es dabei aber um Diskriminierung. Auch Minderheiten haben nicht nur Rechte sondern auch Pflichten und diese müssen sie auch akzeptieren, wollen sie von der Mehrheit akzeptiert werden. Alle Menschen sind gleich. Der gebürtige hellhäutigen Deutsche muss vieles akzeptieren, genau so muss das auch ein Nichthelljähriger oder ein nicht in Deutschland geborener. Nur so funktioniert eine vielfältige Gesellschaft. Echter Rassismus muss klar benannt und bekämpft werden, da gibt es gar keine Frage. Aber die Mehrheit muss nicht vor Minderheiten zurück stecken. Manchmal wünsche ich mir auch von der "anderen" Seite mehr Verständnis für die Mehrheit.

  23. 18.

    Es geht hier nicht um einen Aufruf zum Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte (so der richtige Terminus), sondern darum, dass man einfach von seinem Recht Gebrauch machen sollte, eine unbegründete Kontrolle zu hinterfragen und gegenüber den Beamten Zweifel anzumelden.

    Würden Sie nicht auch fragen, was das soll, warum man Sie und Ihre Tasche kontrolliert, wenn Sie von der Polizei unbegründet kontrolliert werden?

    Ich selbst habe solche Dinge als Dolmetscherin mitbekommen und war bloß froh, dass die das nicht verstanden haben und ich habe das auch nicht übersetzt.

    So wurde über einen Afrikaner aus Äquatorial Guinea auf übelste Weise hergezogen. Der Junge saß im Gewahrsam. Er ist am Morgen überfallen und mit einem Pflasterstein ins Gesicht geschlagen worden. Als ich sah, wie er die Augen verdrehte und merkte, dass ihm die Sprache "wegrutschte", fragte ich, ob ihm schwindelig ist. Als er das bejahte, habe ich das den Beamten gesagt. Es hat sie nicht die Bohne interessiert.Anstatt die Vernehmung abzubrechen, haben sie ihn angeschrieben und einfach weitergemacht...

    Eine zweite Sache ereignete sich, als ich beim Gericht eine Berufungsverhandlung dolmetschen musste. Der Betreffende saß in Haft und der Verteidiger wollte eine Strafaussetzung zur Bewährung erwirken. In seinem Plädoyer sagte der Verteidiger u.a. folgendes: "Wie wäre das Urteil ausgefallen, wenn mein Mandant KEIN Ausländer wäre?"

  24. 16.

    Viele Personen, die von den Polizisten kontrolliert werden, stellen diese Kontrollen nicht nur infrage, sondern wehren sich körperlich gegen diese, beleidigen oder bespucken diese.
    Herbeigerufene Sympathisanten attackieren die Polizeibeamten gerne, bewerfen Sie mit Gegenständen etc.
    Alles schon gesehen.
    Unter Alkohol-/ oder Betäubungsmitteleinfluss steigert sich das noch, da die Hemmschwelle sinkt.

  25. 15.

    An die Redaktion: Geht es bitte auch auf deutsch? Wir haben eine Sprache, die sehr, sehr genaue Formulierungen schafft, wenn man mit ihr umgehen kann. Globalisierung hin und her: Je mehr Fremdwörter und Begriffe ausländischer Sprachen Sie benutzen, desto distanzierter wird die Formulierung. Das fängt bei dem Wort race in den englischen Sprachen an. Der Bezug zwischen Rasse und Mensch geht auf die Theorie von Arthur Gobineau zurück, in einer Zeit als das reiche Bürgertum "Rassehunde" liebte und immer neue Exemplare züchtete. Es gibt aber menschlichen Rassen. Es gibt Volksgruppen, ethnische GRuppen, es gibt Menschen mit unterschiedlichen Hautfarben etc. Das sind in der Regel klimatische Anpassungen, keine Züchtungen. Also, ich bin der Meinung, daß der Begriff Rassismus gestrichen werden muß. Gemeint ist Diskriminierung, in deutscher Sprache: Ausgrenzung, Benachteiligung. Machen Sie sich doch bitte die Mühe, Menschen in solch wichtigen Themen immer auch aufzuklären.

  26. 14.

    rassismus ist ein dämon mit vielen gesichtern.
    auch in deutschland und auch gegen deutsche.
    mir zb ist es egal ob jemand schwarz, weiss, geld grün oder sonstwas ist, aber mich verärgert das folgende und ich ertappe mich selbst dabei das ich dann 'rassistisch denke':
    man kauft im türkischen supermarkt ein und wird von jemandem mit kopftuch angepöbelt 'scheiss deutscher, geh wo anders einkaufen, das ist unser geschäft' es war nicht der bestitzer, den kenne ich gut, freundlicher mensch, es war ein kunde....
    oder:
    wir wenden vor unserer haustür einer kleinen strasse an der einfahrt einer sackgasse um dann ein zu parken.
    kommt ein grosses pompöses auto und parkt gegen die fahrtrichtung in die parklücke ein.
    als ich die herren ansprach würde ich verhöhnt und 'hol doch die polizei' und nach 'is das hier dein privatparkplatz' gefragt.
    man drehte den wagen mit viel hin und herfahren in der parklücke/strasse um, das es nimmer sieht das man falschrum parkte.
    so entsteht/ist rassismus

  27. 13.

    Traurigerweise gehen Menschen immer weniger Respektvoll miteinander um. Wenn Sie hier schon von IQ bei der Polizei sprechen zeigt das auch über wenig Respekt. Das scheint das Grundproblem zu sein in unserer Gesellschaft.

  28. 12.

    Schon ein interessantes Interview! Nun warte ich mal auf das Interview von der anderen Seite im RBB. Nicht auf ein Statement irgendwelcher Parteien sondern auch von Betroffenen.

  29. 11.

    Es ist aber auch leider so, daß etliche Migranten deutsche Gesetze nicht anerkennen und keinen Respekt vor Polizisten, erst recht nicht vor Polizistinnen, haben. Die Polizisten werden beschimpft und angespuckt, dafür gibt es genügend Beispiele. Gerade Berliner sollten das wissen.

  30. 10.

    Es scheint Herrn Basu eben nicht um mögliche Zeugen zu gehen:
    Es geht um "Unterstützung" in der jeweiligen Situation. Diese "Unterstützung" mündete schon oft genug in Gefangenenbefreiungen und Angriffe auf die Polizeibeamten. Das Problem besteht darin, dass Sie als Passant nicht die ganze Situation gesehen haben. Nur weil jmd am Boden liegt, fixiert wird und um Hilfe ruft heißt das noch lange nicht, dass sie dazwischen gehen können. Das Gewaltmonopol liegt beim Staat und nicht bei den Bürgern. Und nein, ich kenne im Deutschland des 21. Jahrhunderts keine systematische Diskriminierung. Obwohl.. die Polizei in Berlin wird gerade systematisch diskriminiert.

  31. 9.

    Völlig richtig. Bewerber aus der Bevölkerung sind ihr Spiegelbild und nicht jeder ist charakterlich geeignet,selbst wenn er vllt den Sportteil der Prüfung besteht. Ein gewisser Bildungsstand sollte auch bereits vorhanden sein. Polizisten sind leider vielen körperlichen und verbalen Angriffen ausgesetzt,weil sie Recht und Gesetz im direkten Kontakt durchsetzen müssen und das wird nicht leichter sondern schwerer. Das A&O ist also ein vernünftiges Auswahlverfahren ,die Ausbildung und die mentale Befähigung, um den Job gut zu machen.
    Es würde allen Polizisten/Polizistinnen sicher auch bei der täglichen Arbeit helfen,wenn ihnen mehr Respekt entgegengebracht würde. Das ist aber mittlerweile ein generelles Problem unserer Gesellschaft. Viele Mitmenschen verhalten sich rücksichtslos,respektlos und rüpelhaft. Damit als Privatmensch umzugehen ist etwas anderes als im Dienst als Polizist.

  32. 8.

    Es gibt immer zwei Seiten zu hören. Und die der Polizisten in Berlin ist auch nicht ohne, da sie nun hauptsächlich mit ausländischen oder anders abstammenden Kriminellen und Unruhe Stiften zu tun haben sind sie automatisch beeinflusst und nicht so neutral. Auch wenn ich das nicht gut finde, verstehe ich die Reaktionen, wie oft werden sie bespuckt und beschimpft oder mir Gewalt konfrontiert. Und einer der sich nicht festnehmen lassen will und sich wehrt tut sich auch weh dabei. Aber ich habe auch andere Geschichten gehört im Bekanntenkreis wo türkisch aussehende Jugendliche von Polizisten besonders hart angefasst wurden zum Vergleich zu fest genommene deutsch aussehende Jugendliche. Diese Jugendlichen waren zusammen unterwegs. Und das ist Rassismus!

  33. 7.

    " Viele Polizisten haben traurigerweise nicht gelernt, andere Menschen mit Respekt zu behandeln" - das dürfte das Grundproblem sein. Das betrifft racial profiling genauso wie Diskriminierung von Frauen, älteren Menschen, eigentlich allen, die nicht dem gleichen (Prallel-)Universum entstammen wie der einfache Polizist selber.

    Dagegen hilft nur Einstellungskriterium IQ / Bildung. Eine Sportprüfung bringt da nix beim Recruiting...

  34. 6.

    Aufgepasst: Das ist ein Interview mit einer Beratungsstelle. Natürlich berichten sie aus ihrer Perspektive und nicht aus der der Polizei o.a. Aber vielleicht ist es für manche schwer auszuhalten, diese Erfahrungen mal in geballter Form präsentiert zu bekommen. Und andere Stimmen kommen auf rbb schon auch zu Wort (s. CDU, FDP...).

  35. 5.

    Zwei Anmerkungen: Erstens geht es um mögliche Zeugen und Zeuginnen des Vorfalls, nicht um potenziellen Widerstand gegen die Staatsgewalt. Und zweitens zeigen solche Kommentare, dass selbst keinerlei Erfahrung mit systematischer Diskriminierung vorliegt sonst würden die hier geschilderten Erfahrungen nicht so abgetan werden.

  36. 4.

    Danke für diese schockierenden Einblicke. Die Dokumentation im link ist lesenswert und sehr beunruhigend. "Vorfall:»Am frühen Morgen des 2. Juli 2019 drang die Polizei gewaltsam in eine Jugend-WG des TrägersEvin e.V. ein. Die Beamten traten Türen ein, zogendort schlafende Jugendliche mit vorgehaltener Waffe aus den Betten und legten Sie in Handschellen. Bei keinem der Jugendlichen gab es einen Verdacht auf eine Straftat. Die Polizei wollte die Räume eines dort gemeldeten jungen Menschen durchsuchen, der bereits vor zwei Monaten in eine andere Jugendhilfeeinrichtung verlegt worden war. Der Flüchtlingsrat Berlin, der Bundesfachverband umF, ReachOut – Berlin und Evin e.V. fordern die Berliner Polizei, den Senator für Inneres und die Senatorin für Jugend auf, den Fall aufzuklären und sicherzustellen, dass bei Polizeieinsätzen in Jugendhilfeeinrichtungen unbeteiligte dort lebende junge Menschen vor rechtswidrigen und unverhältnismäßigen Maßnahmen geschützt werden."...
    https://kop-berlin.de

  37. 3.

    Welche Berufsgruppe wird mehr beschimpft und beleidigt als diese?
    Dumme Bullensch....e etc. ist keine Beleidigung und Diskriminierung?

  38. 2.

    Ein fürchterlicher, einseitiger Artikel. So ein Geschreibsel tut schon weh.

  39. 1.

    "Wenn Sie das Gefühl haben, dass sie unterstützt werden können von diesen Menschen, dann das entsprechend signalisieren, z.B. die Telefonnummer oder Kontaktdaten annehmen."

    Wow.. das ist im schlimmsten Fall ein Aufruf zum Widerstand gegen die Staatsgewalt. Unfassbar das sowas im ÖRR auch noch publiziert wird. Wenn das nächste Mal wieder Gefangene befreit werden und Polizisten verletzt werden, brauchen sich die Täter nur auf dieses Interview zu beziehen.

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