Archivbild: Karl-Marx-Denkmal, Strausberger Platz in Berlin Friedrichshain. (Quelle: imago images/Schoening)
Bild: imago images/Schoening

Aktion in Berlin - AfD-Politikerin von Storch verhüllt Marx-Denkmal

Die AfD-Politikerin Beatrix von Storch und einige Mitglieder der Jugendorganisation Junge Alternative (JA) haben das Karl-Marx-Denkmal am Strausberger Platz in Berlin zeitweise verhüllt. Am frühen Dienstagmorgen stülpten sie einen dunklen Plastiksack über die Bronzebüste und fixierten ihn mit Klebeband, wie ein Internetvideo der AfD zeigt. Nach etwa 20 Minuten gaben sie Marx wieder frei.

Mit der Aktion wollte von Storch nach eigenen Angaben gegen die aktuelle Rassismusdebatte in Deutschland protestieren. Diese sei "zur Bilderstürmerei verkommen" und habe die Zerstörung des politisch-kulturellen Erbes zum Ziel. Die Linken, so von Storch, verschonten dabei lediglich ihre Ikone Karl Marx (1818-1883), dessen Namen viele Straßen in Deutschland tragen. Das sei heuchlerisch. "Marx war Rassist und Antisemit", erklärte die AfD-Politikerin.

Auch Polizei vor Ort

Im Zuge der Rassismusdebatte wird auch über die Umbenennung von Straßen diskutiert, die etwa nach Kolonialisten benannt sind oder von manchen Menschen als rassistisch empfunden werden. Ein Beispiel ist die Mohrenstraße in Berlin. Über die Umbenennung des gleichnamigen U-Bahnhofs wie der Straße selbst wird derzeit kontrovers diskutiert.

Von Storchs Protestaktion rief auch Polizisten auf den Plan, wie das Video zeigt. Nach Angaben eines Sprechers der Politikerin nahmen sie vor Ort Personalien auf. Von der Polizei war zunächst keine Stellungnahme zu der Aktion zu erhalten.

Sendung: Abendschau, 14.07.2020, 19:30 Uhr

 

Kommentarfunktion am 14.07.2020, 20:20 Uhr geschlossen

Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

 

6 Kommentare

  1. 6.

    Wollen wir doch mal einigen Trollen das lassen. Ansonsten beschmieren diese immer Personen der Zeitgeschichte.
    Es wäre gut, wenn man mal die Schriften von Karl Marx lesen und studieren würde. Das gehtaber vielen zu weit. Denn dann müsste man sich mit Geschichte und Wissenschaft und Latein und Altgriechich beschäftigen. Rechnen sollte man auch schon können.
    Es ist doch schön, wenn diese dann Ihr Umwissen kundtun. Da kann man nur müde darüber lächeln über ein beschänktes Wissen. Es wäre aber zu simpel, dass nur die AfD Dummbatzen hat.
    Aufgrund seines Judentums und mit der progressiven Beschäftigung dessen hat er eben nachgedacht.
    Frau Storch ist einfach unwissend und dumm. Ansonsten hätte diese Person viel mehr die Schriften für sich positiv genutzt und ausgewertet.
    Man kann nur sagen - erbärmlich. MItleid?

  2. 5.

    Einige der Familie von Storch waren einst stramme Nazis. Da ist Marx doch ein Waisenknabe.

  3. 4.

    Wird die JA nicht vom Verfassungsschutz beobachtet, weil rechtsextrem? Und mit diesen Klientel veranstaltet diese Politikerin eine Protestaktion?

  4. 3.

    Neonazis und Altnazis sprechen Marx und anderen Kommunisten oft schon nur wegen ihres Judentums den Geltungsanspruch als Mensch ab. Viele bedeutende frühe Kommunisten waren nämlich Juden. Daher wurde und wird der Kommunismus von Nazis oft als "jüdische Verschwörung" dargestellt. Dass die AfD also Marx, einen Juden, verhüllt ist einfach nur widerlich. Es ist jedenfalls sehr scheinheilig einem ethnischen Juden (Marx) Antisemitismus zu unterstellen.

  5. 2.

    "Marx war Rassist und Antisemit", erklärte die AfD-Politikerin. Billige Aktion. Marx war vor allem selber ethnisch ein Jude. Das heisst Marx hatte jüdische Vorfahren. Z.B. waren beide Großväter Rabbiner gewesen.

  6. 1.

    Tolle mutige Aktion, was mich etwas wundert warum schreibt der RBB in diesem Zusammenhang nicht von Frau Storch als Aktivistin wie es sonst bei ähnlichen Aktionen üblich ist.

Das könnte Sie auch interessieren