Anschlag auf das Bürgerbüro von Innensenator Andreas Geisel (Quelle: Morris Pudwell)
Bild: Morris Pudwell

Staatsschutz ermittelt - Bürgerbüro von Innensenator Geisel attackiert

Erneut ist das Bürgerbüro des Berliner Innensenators Andreas Geisel (SPD) in Berlin-Karlshorst beschmiert und beschädigt worden. Der für politische Straftaten zuständige polizeiliche Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Die Täter hinterließen in der Nacht nach Angaben der Ermittler Farbschmierereien mit Beleidigungen sowie auf einer Hauswand den Slogan: "Wir bleiben alle!" Das Glas eines Fensters und der Eingangstür sowie die Schaufensterscheibe wurden laut Polizei beschädigt.

Zunächst hatte die "B.Z." berichtet.

Losung "Wir bleiben alle" oft bei Anti-Räumungsprotesten verwendet

Der Slogan "Wir bleiben alle" taucht immer wieder bei linksextremen Protesten gegen die Räumung einst besetzter Häuser auf. Innensenator Geisel war am Morgen selbst vor Ort und begutachtete den Schaden.

Die Besatzung eines Funkstreifenwagens war gegen 1.20 Uhr alarmiert worden und fuhr in die Dönhoffstraße. Dort stellten sie die Schäden fest. Die Täter waren bereits geflüchtet.

Bereit im Dezember auf das Büro

Der Grünen-Abgeordnete Benedikt Lux twitterte, Geisel mache eine sehr gute Arbeit für Rechtsstaatlichkeit, Schutz und Sicherheit in Berlin. Dass er damit sinnlose Wut und Gewalt auf sich ziehe, sei leider unvermeidbar. "Meine volle Solidarität hat er. Ein dickes Fell und langen Atem sowieso."

Zuletzt war das Geisel-Büro kurz vor Weihnachten angegriffen worden. Damals war der gleiche Schriftzug mit roter Farbe auf die Hauswand gesprüht worden. Auch die Eingangstür sowie Fensterscheiben wurden beschmiert. Damals hatte Geisel mitgeteilt, Gewalt und Sachbeschädigung seien für ihn keine Mittel der politischen Auseinandersetzung.

Sendung: Inforadio, 29.07.2020, 7 Uhr

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11 Kommentare

  1. 11.

    Die plumpe Delegitimation von Antifaschist*innen und queer-feministischen Projekten sollte hier keinen Platz haben.

  2. 10.

    Interessant, dass Sie wissen wollen, wie die Finanzierung der überwiegend mit Mietverträgen ausgestatteten Wohnungen abläuft. Woher nehmen Sie das Wissen? Oder trifft hier der Anschein plumper Delegitimation von Antifaschist*innen auf Ihren Beitrag zu?

    Dass Schmierereien nicht das Mittel sind, um drohende Räumungen von alternativen Wohnprojekten zu problematisieren, ist allen klar.

    Ich würde mir einen Tag mal Chancengleichheit und Gleichbehandlung auf dem Berliner Wohnungsmarkt wünschen. In allen Ecken werden Pfuschbauten hochgezogen zu horrenden Mieten, sozio-ökonomische Verdrängung und Segregation gefördert. Was wäre es schön, mal zu sehen, wenn unberechtigte Grundbucheinsichten, Mietenwucher, Schikane von Altmietenden, Steuervermeidung oder -hinterziehung von Vermietenden, Vernachlässigung der Wartung durch Eigentümer mit dem gleichen Eifer verfolgt würden wie kleine alternative Projekte, gegenüber denen man teils Hundertschaften an Polizei plus Heli auffährt.

  3. 9.

    Nun gut, eine beschmierte Wand iund eine kaputte Scheibe muss man nicht so aufbauschen, aber mich wundert die Aktion:
    Unter Geisel und RRG sind Konsequenzen für linke Straftäter doch eher gering.
    Allerdings muss der rbb hier berichten.
    Trotzden wäre es schön, wenn in den Nachrichten auch die Gewalt gegen einfache Bürger stärker thematisiert wird.

  4. 8.

    ... und wo bleiben die Reportagen über den täglichen (!) Naziterror in Neukölln und anderswo?

    Mit dem klitzekleinen Unterschied zwischen beschmieren von Fassaden und Morddrohungen und verübeten Mordanschlägen.

    Stattdessen darf sich hier die eindeutige Szene deren Unterstützer über einen dummen "Anschlag" freuen, wo noch nicht einmal klar ist wer das war.

  5. 7.

    Sie scheinen zu fantasieren. Dass die Linksradikalen in den vom Steuerzahler hochsubventionierten Quartieren "bleiben" wollen, ist nun doch wirklich keine Neuigkeit. Da brauchen die Medien nichts zu "replizieren".

  6. 6.

    Mal eben ein Anschlag mit (eindeutigen!) politischen Botschaften, und die Medien replizieren es, mitsamt Photos, wie der Innensenator Notiz davon nimmt. So treibt eine Handvoll Krimineller in einer 4-Millionen-Stadt die Berichterstattung und die Politik vor sich her. Ziel erreicht, Gratulation.

  7. 5.

    "Wir bleiben alle" - Alles klar. Linksradikale Hausbesetzerszene, die gerne "bleiben" will in den von ihnen heruntergewirtschafteten und stadtbekannten Objekten, möglichst natürlich für lau, finanziert mit monalich Tausenden von Euros aus der Steuerkasse.

  8. 4.

    Na na, das war doch kein Anschlag sondern eine "Aktion"! Das darf keineswegs als Einschüchterungsversuch verstanden werden, denn hier haben doch bestimmt nur ein paar hilflose "Mieter" versucht, auf eine eventuell drohende Räumung aufmerksam zu machen. Keinesfalls darf man diesen Incident jetzt aufbauschen, sonst spielt man den Falschen in die Hände. Also bitte weitergehen, es ist nichts passiert.
    Wer's noch nicht erkannt hat, das war natürlich nicht ernst gemeint sondern reiner Sarkasmus, angesichts dessen, dass man der politischen Gewalt in dieser Stadt nicht Herr wird, egal aus welcher Ecke er kommt. Aber es gibt bestimmt bald wieder welche hier, die das als bloße Sachbeschädigung verharmlosen und unverhohlen Sympathie bekunden werden. Merke: Nicht jeder, der gegen Nazis kämpft, ist für Demokratie.

  9. 3.

    Es war bestimmt die verdammte Nazi-Brut, die die Demokratie unterwandern und zerstören wollen.
    Wann unternimmt er Staat konsequent etwas gegen diesen radikalen Mob?

  10. 2.

    Altes Sprichwort : " Wer Wind säht wird Sturm ernten " - manchmal ist die Welt so einfach ...

  11. 1.

    Na Ja!?!

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