ShaNon Bobinger (Quelle: privat)
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Protokoll | Schwarz sein in Berlin - "Es sollte nicht so viel über, sondern mit uns gesprochen werden"

Seit sieben Jahren lebt ShaNon Bobinger in Berlin. In der Zeit habe sich ihr Bewusstsein als schwarze Person geschärft, sagt sie. Protokoll eines Gesprächs über das Leben in der Hauptstadt, fehlende Medienpräsenz, unproportional verteilte Privilegien und über Rassismen.

 

Seit sieben Jahren lebt ShaNon Bobinger in Berlin. Für das Gespräch kommt sie zu einem Abendspaziergang nach Alt-Pankow - in einen Stadtteil, in dem sie sonst nicht so oft unterwegs ist, wie sie sagt. Doch gleich auf der Straße in der Nähe der S-Bahn-Station passiert ein schwarzer Mann mittleren Alters die 33-Jährige und die Protokollantin. "Hallo ShaNon, wie geht's", fragt er, lächelt und geht weiter. "Ein Bekannter", sagt ShaNon Bobinger.

ShaNon Bobinger ist in Uganda geboren und in Süddeutschland aufgewachsen. Sie arbeitet als Moderatorin für TV-Sender und Onlinevideo-Plattformen sowie als Personal-Coach.

Rassistische Vorkommnisse

"Ich habe keine gravierenden rassistischen Erfahrungen gemacht, sondern es gibt eher viele kleine Vorkommnisse. Die tun dann aber, wie ein kleiner Riss im Fingernagel, manchmal besonders weh - obwohl es nur eine kleine Verletzung zu sein scheint. Von den deutlicheren und offensichtlichen Erfahrungen kann ich mich da teils sogar besser distanzieren."

Umgekehrter Rassismus

"Es gab jemanden aus meinem weißen Familienkreis, der mir 'reverse racism', also umgekehrten Rassismus, vorgeworfen hat. Ich würde Menschen mit weißer Haut rassistisch ausgrenzen. Das hat mich schon sehr erstaunt. Für mich gibt es keinen Rassismus gegen weiße Menschen. Umgekehrter Rassismus ist historisch und wissenschaftlich unmöglich.

Wenn ein weißer Mensch im Ausland zum Beispiel mehr bezahlen soll als jemand Einheimisches, würde ich das eher als opportunistisches Verhalten bezeichnen. Die Konnotation ist da ja eine ganz andere. Es wird davon ausgegangen, dass das Gegenüber reich ist – und nicht, dass es weniger wert ist. Die Menschen, von denen da Dinge gekauft werden, sind oft ja gar nicht selbst in der Lage in ein Flugzeug zu steigen und woanders Souvenirs zu kaufen. Es werden dem Gegenüber also Privilegien zugesprochen, die es im Regelfall auch hat. Schon allein durch die Tatsache, vor Ort sein zu können."

Leben in Berlin

"Ich lebe seit sieben Jahren in Berlin. Ich bin also im verflixten siebten Jahr – und hadere durchaus. Vor allem im Winter wird es immer sehr schwer zwischen Berlin und mir. Wie ich mich in meinem Alltag hier fühle, hat sich mit dem Grad meines Bewusstseins, eine Schwarze Frau mit großem S zu sein, verändert. [Anm. d. Red.: Infos zur Schreibweise mit großem S liefert zum Beispiel das Glossar der Neuen Deutschen Medienmacher] Mein Blick auf das System, in dem wir hier leben, ist anders geworden. Ich habe besser verstanden, wie es funktioniert, für wen es ausgerichtet ist und wem es Hürden in den Weg legt. Ich bin wesentlich aufmerksamer, weil ich verstanden habe, dass ich für mein Gegenüber meistens 'besonders' bin.

Manchmal besonders interessant und manchmal besonders seltsam. Ich werde selten einfach nur als Mensch wahrgenommen. Ich mache das an der Qualität des Miteinanders fest. Ich spüre, wie mich mein Umfeld sieht. Da ist mein Bauchgefühl sehr gut und ich merke schnell, um was es gerade geht. Als ich noch in der süddeutschen Kleinstadt in weitgehend weißem Umfeld lebte, in der ich zum großen Teil aufgewachsen bin, hatte ich dieses Bewusstsein noch nicht. Das hat mich auch ein Stück weit geschützt. Da habe ich seltsame Vorkommnisse selten auf mein Schwarz-Sein bezogen. Obwohl ich auf meinem Gymnasium eins von insgesamt drei Schwarzen Kindern war.

In den letzten Monaten habe ich mir die Frage, ob ich als Schwarze Frau hier Kinder aufziehen würde, zum ersten Mal nicht beantworten können. Auch meine eigene Mutter hat sich laut gefragt, ob es die richtige Entscheidung war, uns, ihre Kinder, hier großwerden zu lassen. Was ich aber definitiv weiß, ist, dass ich gerne Familie und Kinder haben möchte. An welchem Ort, kann ich gerade nicht wirklich sagen. Am wenigsten Alarm schlägt mein Bauchgefühl da beim Gedanken an den afrikanischen Kontinent. Oder einen Ort, an dem es viel Diversität gibt. Ich würde meine Kinder jedenfalls definitiv nicht in Brandenburg großziehen wollen."

Hadern mit Brandenburg

"Wenn ich nach Brandenburg fahre, frage ich mich vorher, bis wohin ich mich zum Beispiel beim Gebrauch öffentlicher Verkehrsmittel wohl fühle. Gefühlt kippt die Stimmung da manchmal für mich schon zwei Stationen nach der Stadtgrenze. Da muss dann gar nichts Konkretes vorgefallen sein – es geht um das Bauchgefühl. Ich habe da glücklicherweise ein sehr sensibles Umfeld. Wenn ich Ausflüge nach Brandenburg mit Freunden mache, lassen sie mich mitunter von sich aus gar nicht den Zug nehmen. Weil sie als Weiße das Risiko eines Übergriffs als zu groß einschätzen.

Aber es gibt natürlich auch in Berlin Orte, wo ich eher nicht hinfahre. Marzahn-Hellersdorf muss ich beispielsweise überhaupt nicht haben. Es gibt ja genug andere Bezirke und Kieze, in denen ich mich wohl fühle. In Berlin bewege ich mich vor allem in Kreuzberg, Mitte, Prenzlauer Berg, Charlottenburg und Neukölln. Auch im Wedding. Das funktioniert gut. Ich vertraue da aber auch auf die Erfahrungswerte anderer PoC [Abkürzung für "Person of Colour", Anm. d.Red.]. Ich selbst gebe meine Erfahrungen auch an andere weiter."

Politisch Schwarz sein

"Sich als Schwarz zu positionieren hat heutzutage eine wahnsinnig starke politische Komponente. Schwarz mit großem 'S' zu sein ist 'political Black'. Da geht’s nicht um das phänotypische Schwarz-Sein. Es geht um viel mehr: um die Anerkennung und Benennung struktureller Benachteiligung - und im Idealfall auch um das Wirken, dass sich daran etwas ändert. Diese Benachteiligung geht Hand in Hand mit der Privilegierung weißer Menschen. Es geht um die Diskriminierung, die - in diesem Fall - ich dadurch erlebe. Mit Privilegien als solches habe ich gar kein Problem - wenn sie nicht disproportional verteilt sind und ich sie auch haben kann. Privilegien werden erst dann ein Problem, wenn sie ungleich verteilt sind. Ein Beispiel: Als ich vor einer Weile mit meinem damaligen, ebenfalls Schwarzen, Partner zu einer Wohnungsbesichtigung war, waren wir die einzigen vor Ort, die einfach gar nicht beachtet wurden. Dabei hatten wir beide unbefristete Festanstellungen. Aber wir kamen gar nicht dazu, das für uns geltend zu machen. Während alle anderen von dem Makler eine gewisse Aufmerksamkeit und Feedback bekamen. Es war, als könne man durch uns durchsehen."

Bisherige Veränderungen

"Werbekampagnen beispielsweise sind sehr viel diverser geworden in den letzten Jahren. Da sind Frauen mit kurzem Afro und sehr krausem Haar zu sehen. Auch in den sozialen Medien sind Schwarze Menschen sichtbarer geworden. Es haben sich also Dinge verbessert. Die Frage ist aber: zu welchem Preis und auf wessen Kosten?"

Der Fall George Floyd

"Wenn wir auf den aktuellen Fall mit George Floyd schauen, muss man sich doch fragen, ob dieser Mensch wirklich hätte sterben müssen, damit endlich verstanden wird, dass Polizeigewalt und Rassismus echte Probleme sind? Wer will seinen Vater dafür opfern, dass die weiße Mehrheitsgesellschaft das versteht. Wie viele Opfer braucht es noch, bis man das als das anerkennt, was es ist?"

Persönliche Erlebnisse

"Mit jedem Gespräch über das, was mir als Schwarzer Mensch schon widerfahren ist, fällt mir der Striptease schwerer. Meine Toleranz wird immer geringer, genau wie meine Bereitschaft. Es scheint auch in keiner Proportion zu stehen zu den Veränderungen, die daraus resultieren. Es fühlt sich daher für mich oft an, als würde es sich nicht lohnen. Der Preis dafür ist ja meine mentale Gesundheit. Der Lerneffekt einzelner, die sich dann je nach Laune dafür entscheiden können, ob sie meine Geschichte als für sich selbst relevant erachten wollen oder nicht, ist mir zu oft hoch. Das Gegenüber kann ja auswählen, ob es ihm vielleicht heute nicht danach ist. Weil das Thema Rassismus dann irgendwann anstrengend wird und man vielleicht lieber mal über was anderes nachdenken möchte."

Privilegien

"Sich eigene Privilegien einzugestehen würde auch bedeuten, dass viele Errungenschaften gar keine sind. Vielleicht würde der eine oder andere auch seine eigene Mittelmäßigkeit anerkennen müssen. Und man müsste sich eingestehen, dass man durch den Genuss der Privilegien aktiv dazu beiträgt, dass andere weiterhin diskriminiert werden. Da gibt es vielleicht eine gewisse Scham, sich als Teil eines Problems zu sehen."

Rassisten und rassistisches Verhalten

"Man muss kein Rassist sein, um rassistisch zu agieren. Was viele nicht gut verstehen ist, dass es einen Unterschied gibt, ob man ein Rassist ist oder sich rassistisch verhält. Das gilt auch für die Anerkennung der Tatsache, in einem rassistischen System zu leben - und daran mitzuwirken. Sich das einzugestehen, geht natürlich mit einer gewissen Verantwortung einher. Die im Zweifelsfall viele unangenehme Gespräche beinhaltet und wo derjenige an vielen Stellen selbst in Frage gestellt wird. Da kommt im Zweifelsfall Feedback, das man vorher nie bekommen hat. Viele Menschen haben ja aufgrund ihrer Privilegierung nie erlebt, als Mensch in Frage gestellt zu werden. Nicht aufgrund ihres Geschlechts, ihrer politischen Haltung und auch sonst nicht. Da muss man ein Stück seiner eigenen Identität aufgeben – und das ist beängstigend für die meisten."

Mediale Präsenz

"Mir fällt auf, dass auch renommierte Medien nach wie vor nicht am Zahn der Zeit sind, was Begrifflichkeiten, Sprech- und Sendezeiten angeht. Ich höre gern das Morning Briefing, einen Podcast, von Gabor Steingart. Und da ärgere ich mich, dass noch immer von 'sogenannten Flüchtlingen' gesprochen wird oder das 'Black Lives Matter'-Thema gefühlt möglichst wenige Minuten an Sendezeit bekommt. Obwohl sonst mit Gott und der Welt über alles Mögliche gesprochen wird. Aber Experten und Expertinnen aus der PoC-Communtiy kommen nicht zu Wort. Und wenn doch, sind es immer dieselben Leute. Da würde ich mir mehr Recherche von den Redaktionen wünschen. Denn: Es gibt uns. Wir sind sichtbar, wir sind online. Man kann uns oder die bekannten Netzwerke kontaktieren. Sie sprechen dann gerne Empfehlungen aus und vermitteln Gesprächspartner. Wir brauchen nicht nur Sichtbarkeit, sondern viel mehr – auch Medien-Präsenz. Es sollte nicht mehr so viel über uns gesprochen werden, sondern mit uns. Wir sollten Teil des Dialogs sein."

Gesprächsprotokoll: Sabine Prieß

 

Kommentarfunktion am 06.07.2020, 16:30 Uhr geschlossen

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39 Kommentare

  1. 39.

    Das ist auch meine Meinung, die wurde hier aber nicht veröffentlicht. Eine Frau voller Vorurteile.....

  2. 38.

    Der Ursprung rassistischer Gewalt und rassistischen Denkens liegt in der Rassenlehre, die den Imperialismus, die Ausbeutung der Kolonien, die Idee einer überlegenen weißen Rasse manifestieren sollte und dies auch tat, auch wenn uns das Bewusstsein dafür bis heute immer wieder abhanden kommt. Diese Geschichte gehört in den Lehrplan aller Schulen.

  3. 36.

    Wenn das mal nicht ein klassisches Eigentor gewesen ist Frau ShaNon Bobinger.

  4. 35.

    Und wenn Sie nicht so wäre? Das schreibe ich deswegen, weil es Klagen darüber gibt, dass nur wenn man auf Erfolgskurs ist, bestimmte anerkannte Eigenschaften/Fähigkeiten, Geld, Status usw hat, man wirklich dazu gehört/dazu gehören darf. Auch darüber kann man mal nachdenken: inwieweit all diese unausgesprochenen Forderungen nicht auch rassistisch zu nennen sind bzw. ihre Wurzel im Rassismus der Kolonialzeit haben.

  5. 34.

    Doch das hilft weiter. Einmal Gegenverallgemeinern. So funktionieren unsere Vorurteile nun Mal. Für differenzierter ist dann später noch Zeit.
    Im übrigen liegen Sie meines Wissens nicht ganz richtig. Die arabische (-persische), dokumentierte Wissenschaft gab es vor der altgriechischen. Und die Hanse ist gegenüber den Phöniziern - für die es ja auch noch x Namen gibt - ein Dorfladen gewesen. Und laut unserem derzeitigen Modell kann es grundlegend eh nicht anders gewesen sein. Denn danach liegt die Wiege unserer Zivilisation dort, von wo jetzt Tausende geflüchtet kommen.
    Worum es mir geht sollte klar sein. Ein Bewusstsein darüber wer wir wirklich sind. Und das bedeutet: Wir sind schwarz, sehen aus wie ein Araber, oder sommersprossiger Rothaariger aus Dänemark, oder wie ein Kurde.
    Das ist die Zivilisation sind die Wurzeln die wir zu verteidigen haben. Interessiert euch füreinander. Kennen tut ihr euch seit tausenden Jahren. Wenn ihr wollt.

  6. 33.

    Zitat: "Zum "umgekehrten Rassismus" Frau Bobinger, eine Frage:
    Wenn Sie, als Bürgerin von Berlin, in z.B. Südafrika einkaufen gehen, bezahlen Sie dann mehr, weil Sie Berlinerin sind, oder weniger, weil Sie eine dunkle Hautfarbe haben ? Und als was würden Sie dann bezeichnen ?"

    Sie wird mehr bezahlen müssen, weil sie höchstwahrscheinlich schnell als westliche Touristin erkannt wird. Das hat nichts mit ihrer Hautfarbe zu tun, sondern wie sie schrieb damit, dass wohl viele Händler dort davon ausgehen, "Westler" seien grundsätzlich reich - was ja verhältnismäßig auch stimmt.

  7. 32.

    Peinlich ist eher, dass Sie sich einen Rassismus innerhalb der eigenen Hautfarbe nicht vorstellen können.

    Als im 19. Jahrhundert die Polen aus Masuren ins Ruhrgebiet kamen, waren sie die "Polacken", desgleichen im Nachkriegsdeutschland die "Maccaronis" bzw. "Itaker", nach heutiger Betrachtung alles "Weiße" und damit von den deutschen Einheimischen nicht zu unterscheiden. In Asien begründeten die Japaner die Unterjochung Korea, Chinas etc. mit rassischer Überlegenheit. In Südafrika kommt es seit Jahren zu Morden und sogar Pogromen gegen Einwanderer aus Simbabwe und anderen ärmeren afrikanischen Ländern. Auch der Völkermord durch Extremisten der Hutu-Volksgruppe an der Tutsi-Volksgruppe in Ruanda 1994 gehört in diese Kategorie.

  8. 31.

    Ein schöner Artikel. Er zeigt eigentlich ein generelles Problem unserer Gesellschaft auf.

    Rassismus gegen Weisse mag nicht historisch sein, aber dennoch kann er existieren. Wenn nur Weisse rassistisch sind, aber schwarze nicht, würde dies ja im Umkehrschluss bedeuten, dass Weisse - oder Schwarze - anders sind, und dadurch wieder ein rassistisches Argument stärken. Paradox.
    Ein Mensch ist ein Mensch und kann einen anderen Menschen aus diversen Gründen ausschliessen.

    Brandenburg hat durchaus mit einigen Vorfällen negativ auf sich aufmerksam gemacht - genauso wie Berlin. Trotzdem wird Berlin nicht per se als "Stadt voller Nazis" empfunden. Berlin kennt man, Brandenburg hingegen nicht - und allem Fremden ist man misstrauisch gegenüber.

    Ein schöner menschlicher Artikel in meinen Augen, der zeigt, dass alle unsere Ängste den selben Ursprung haben - nämlich die Angst vor dem Fremden.

  9. 30.

    Taffe, junge, intelligente Frau. Keine weiteren Attribute, weil unnötig.
    Ich wünsche Ihnen, dass Sie eines Morgens aufwachen und denken...
    irgendwie ist da was anders...

  10. 29.

    Vielen Dank, genauso habe ich auch gedacht.
    Rassismus ist keine Einbahnstraße, es ist das Bewerten seines Gegenübers aufgrund äußerer Merkmale. Lasst es, in welche Richtung auch immer.

  11. 28.

    Das ging mir ganz ähnlich. In Geschichte war deutscher Kolonialismus noch nicht einmal eine Leerstelle. In den Geschichtsbüchern von Älteren war die deutsche Kolonialisierung im damaligen "Deutsch-Südwest" sogar noch wohlwollend beschrieben und mit leichtem Bedauern, dass die Briten später das Rennen machten.
    Über Kolonialismus lernte ich in der Schule in Geografie und in (katholischer) Religion, dort sehr viel! Es gab und gibt eben nicht nur die "erzkatholischen Idioten".

  12. 27.

    Danke für die Antwort.
    Also die explizit deutsche Kolonialpolitik habe ich als recht kurzen Abriss in Erinnerung. Von Völkermord war nie die Rede.

  13. 26.

    Im Ausland mehr als Einheimische zu zahlen, hat mit Rassismus gar nichts zu tun. Ich habe in Italien in mverschiedenen Regionen erlebt, dass eineTouristen speisekarte und eine für Einheimische gibt.

  14. 25.

    O je, schön abstrakt und nicht ganz richtig:
    "[...] und die antiken Griechen hätten Naturwissenschaft und Mathematik nicht in der arabischen Welt abschreiben könne."
    Die altgriechischen Schriften wurden zuerst ins Arabische transkribiert, das ist ein Beleg für die akademische Mittlerrolle der altislamischen Gelehrten (von denen fundamentalistische und auch "aufgeklärte" Kreationisten geistig heute meilenweit entfernt sind, was hier nix zur Sache tut, aber ihren etwas einseitigen Feuereifer bremsen darf).
    Solche Verallgemeinerungen und sehr weiten Rückgriffe zur Kulturgeschichte Europas helfen hier nicht viel weiter, sondern nur das Fassen an die eigene Nase, die Aufarbeitung der eigenen - deutschen im europäischen Kontext der Kolonialzeit - Geschichte, das Zuhören, Hinhören und Hinsehen.
    Btw. gibt es auch positive Vorurteile, zum Glück. Sonst wäre ein Vertrauensvorschuss nie möglich. Aber sogar die können den Blick verstellen.

  15. 24.

    Ich möchte, und hoffe das ist nicht unpassend zu Ihrem guten Kommentar, als kleine Fußnote anfügen, dass "Black is Beautiful" dann prompt von der Jungen Union für ein Plakat für Eigenwerbung gekapert wurde.

  16. 23.

    Volksgruppen? Innerhalb der eigenen Hautfarbe? Autsch. Klassifikation nach Hautfarbe? Jedes Volk hat seine Hautfarbe? Ähm... Denken Sie echt so? Das ist megapeinlich, was hier so freigeschaltet wird.

  17. 22.

    Das erklären Sie bitte in Ihrem Milieu. Daraufhin verbietet sich in einem Einwanderungsland wie Deutschland, einer Einwanderungsregion wie Europa. Einem Auswanderungsland wie Deutschland, einer Auswanderungsregion wie Europa, auch nur den Anflug irgendwelcher homogenisierten, bürokratisch zurecht drangsalierten Gesellschschaften und Gemeinwesen zu propagieren.
    So schlicht und einfach ist es nämlich. Deutschland, Europa hat der Realität ins Auge zu sehen, dass es der Migration alles verdankt was es ist. Wer das weiterhin bestreitet, oder aus den völlig normalen Konflikten die im zusammen Leben und bei Verteilungs- und Berechtigungsfragen entstehen, Krise, Krieg, Deportation, bürokratisierte Entrechtung, entwertende Zuschreibungen eskaliert, befindet sich im Zug der Verbrechen. Steht schlicht nicht zur persönlichen Auswahl.
    Sie argumentieren winkeladvokatisch um nicht über reale Machtverhältnisse zu sprechen. Der rassistische Indianer gründete keine Weltherrschaft auf seinem Rassismus

  18. 20.

    Ja, wir hatten im Gechichtsunterricht nicht nur WW2, sondern auch Kolonialpolitik mit ihren Auswirkungen und Genozide der Europäer auf dem Amerikanischen Kontinent. Dazu hatte ich einen überzeugten Nazi-Opa, der selbst aus Russischer Gefangenschaft nichts gelernt hatte und Eltern, die sich strikt gegen Rasismus, Faschismus und Diktatur aussprachen.

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