Archivbild: Sawsan Chebli, Berliner Staatssekretärin, am 25.07.2019 in Berlin. (Quelle: dpa/Britta Pedersen)
Audio: rbb 88,8 | 21.07.2020 | 13:00 Uhr | Ricardo Westphal | Bild: dpa/Britta Pedersen

Morddrohungen mit Absender "NSU 2.0" - Auch Chebli erhält rechtsextreme Drohmail

Die Serie rechtsextremer Drohmails mit der Unterschrift "NSU 2.0" reißt nicht ab. In der Nacht zum Dienstag haben mehrere Politikerinnen Mails mit Morddrohungen erhalten - darunter auch die Staatssekretärin in der Berliner Senatskanzlei, Sawsan Chebli.

Unbekannte haben in der Nacht zum Dienstag erneut Drohmails mit rechtsextremistischem Inhalt und Morddrohungen an Politikerinnen geschickt.

Betroffen ist zum ersten Mal die Staatssekretärin in der Berliner Senatskanzlei, Sawsan Chebli (SPD), aber auch zum wiederholten Male unter anderem die Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne), die Linken-Vorsitzende Katja Kipping, Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt, die Abgeordneten Martina Renner (Linke) und Karamba Diaby (SPD).

Adressaten als "Menschendreck" verunglimpft

Unter den Adressaten einer Sammelmail, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, sind auch der "Welt"-Journalist Deniz Yücel, der Publizist und TV-Moderator Michel Friedmann und die frühere Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth. Sie werden dort als "Menschendreck" verunglimpft. "Wir wissen alle genau, wo ihr wohnt", heißt es weiter. "Wir werden euch alle abschlachten." Unterzeichnet ist die Mail wie schon andere zuvor mit "NSU 2.0" und "Der Führer".

Seit Tagen gibt es immer wieder Meldungen über derartige Drohschreiben. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main ermittelt. Bei mindestens drei der bislang bekannt gewordenen Fälle waren vor dem Versand der Mails persönliche Daten der Empfänger von hessischen Polizeicomputern abgefragt worden.

Der Grünen-Politiker Volker Beck erhielt nach eigenen Angaben ebenfalls eine "NSU"-Drohmail. Sie beziehe sich auf frühere, gleichwohl nicht öffentliche Wohnanschriften, twitterte Beck. Der Verschwörungstheoretiker Attila Hildmann soll am Wochenende bei einer Demo in Berlin die "Todesstrafe" für Beck gefordert haben. Mehrere Behörden ermitteln gegen Hildmann, der zuletzt auch als Gegner der Corona-Maßnahmen der Bundesregierung in Erscheinung trat.

Die Bezeichnung "NSU 2.0" bezieht sich auf die Terrorgruppe NSU ("Nationalsozialistischer Untergrund"), die zwischen 2000 und 2007 in Deutschland zehn Menschen ermordete. Bei den Opfern handelte es sich um acht türkischstämmige und einen griechischstämmigen Kleinunternehmer sowie eine Polizistin.

Kommentarfunktion am 22.07.2020, 14:04 Uhr geschlossen

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18 Kommentare

  1. 18.

    Sorry. Aber das ist ja lachhaft.

    Einfach mal eine These in den Raum hauen und diese als "Fakt" erscheinen lassen.
    Beweisen sie doch erstmal das das der Wahrheit entspricht.
    Und bitte nicht die Bild oder sonstige"verlässliche Quellen" angeben.

    Leite die wie sie hier "argumentieren" kann und darf man einfach nicht für voll nehmen.

  2. 17.

    Florian,
    die Mitgliedschaft zu einer gewissen "alternativen" Partei, die zwar demokratisch gewählt wurde (was ja nicht heißt, dass sie das auch ist) wird für Beamte immer mehr zum Spagat zu ihrem Amtseid. Nicht, weil die plötzlich auf der Bühne war, nein, weil die Partei sich immer mehr outet, was selbst ihren Parteiprogramm widerspricht.

  3. 16.

    John,
    "JohnBerlinDienstag, 21.07.2020 | 18:47 Uhr
    Antwort auf [Torsten] vom 21.07.2020 um 18:39
    Es geht bei unser Diskussion um den Absender der Email und nicht um die LOG Datei der Pozileidatenbank."

    Netter Versuch. Die Logik sollte AUCH Ihnen was anderes sagen. Dort, wo die Daten abgeschöpft wurden, also bei der Polizei, beginnen die Ermittlungen (hier gibt es den ersten Täter, Geheimnisverrat, Verstoß gegen das Datenschutzgesetz), um sich so an den Schreiber heranzuarbeiten. Vielleicht ist erstere Täter in der zweiten Sache auch nochmals Täter, vielleicht ist der zweite durch Weitergabe der aus dem Polizei-PC Täter, also eine weitere Person.

  4. 15.

    Ich kann den Usern @ Torsten und @ Mo H. Mett nur zustimmen.

  5. 14.

    @ Torsten

    So lange eine Partei nicht verboten ist und die Partei zu Wahlen zu gelassen ist. Kann ein Beamter Mitglied dieser Partei sein, er darf nicht sein dienstliches Verhalten durch die Mitgliedschaft einer Partei beeinflussen lassen.
    Seien wir doch einfach ehrlich, in der Rigaer Straße oder der Hamburger roten Flora wird man kaum Angehörige der Polizei, der Bundeswehr oder anderer Uniformberufe finden.
    Aber es ist halt einfach zu sagen die sind alle Nazis.
    Aber interessant ist es schon, erst hat kaum jemand diese Mails bekommen und jetzt auf Einmal gibt es immer mehr Empfänger.

  6. 13.

    Na, eben! Sie geben doch zu, dass das ganze Kommunikationszeugs gespeichert wird. Dann wird doch das keine große Kunst sein mit den heutigen technischen Möglichkeiten, solche Idioten dingfest zu machen - ganz gleich ob innerhalb oder außerhalb der Polizei. Beamte sollten sich immer mal nach dem inneren Konflikt befragen gegen die Rechtsordnung vorzugehen, auf deren Verfassung sie einen Eid abgelegt haben; echt paradox!

  7. 12.

    Na gut, fangen wir doch mal ganz klein an.

    "In Berlin waren führende Polizisten Mitglieder der rechtsextremen Reps und anderer rechtsextremer Organisationen und wurden bis heute nicht aus dem Polzeidienst entfernt. "

    So meine Aussage, können sie die widerlegen?

  8. 10.

    Auch wenn sie's in jedem Post wiederholen....wo ist denn bitte belegt, dass die Polizei ei n"riesiges Problem" mit Rechtsaußen haben soll?
    Dieses Geplärre ist ja zum ......

  9. 9.

    Mich würde nicht wundern, wenn es sich bei diesem sehr mitteilungsbedürftigen Typen (ich gehe mehr oder weniger von einem Einzeltäter aus) entweder um einen mittelaten Frustkopp - er verschickte auch Faxe - oder/und um einen "Incel" Versager handeln würde. Der offensichtliche Frauenhass deutet m. E. darauf hin.

  10. 8.

    Quatsch. Aber immer mal gegen den Staat wettern. Der Staat hält die Daten nicht vor, er darf sie aber mit richterlicher Genehmigung beim jeweiligen Provider abfordern, dieser muss die Daten eine Zeitlang vorhalten. Und bitte, welche Dienststelle hört Sie denn wie und wann ab? Mal ganz konkret bitte. Dieses pauschale Meckern ist ja schlimm.

  11. 7.

    Es geht bei unser Diskussion um den Absender der Email und nicht um die LOG Datei der Pozileidatenbank.

  12. 6.

    Der "Absendetrottel" ganz sicher aber nicht die Beamten, die Zugriff auf den Polizeiserver hatten. Oder glauben sie etwa das wird nicht protokolliert?

    Bislanghat man sich auf die Ausrede verständigt dass der eine Beamte behauptet er wäre es nicht gewesen.

    Wie gesagt, die Polizei hat ein riesiges Problem mit Rechtsextremisten in den eigenen Reihen und das nicht erst seit gestern. Da wird gedeckt, vertuscht und gemauschelt.

  13. 5.

    Eben nicht, Temp-Mailadressen, Verschlüsselungen und VPN Dienste machen dies annähernd unmöglich.
    Der Absendetrottel scheint diese Tools zu nutzen.

  14. 4.

    "Ist CORONA daran Schuld?"

    Die Polizei, nicht nur in Hessen, hat ein riesiges Problem mit Rechtsextremisten in den eigenen Reihen und das nicht erst seit gestern.

    Deswehen weigert man sich in Brandenburg ja auch Untersuchungen zum Thema racial profiling durchzuführen.

    In Berlin waren führende Polizisten Mitglieder der rechtsextremen Reps und anderer rechtsextremer Organisationen und wurden bis heute nicht aus dem Polzeidienst entfernt.

    In Neukölln "ermittelt" man seit Jahren und kann die Täter nicht überführen, obwohl diese polzeibekannte Rechtextremisten sind. Im Gegenteil, die abgeblichen Pannen, Treffen von Polzisten mit den mutmaßlichen Terroristen erklären warum keine gerichtsfesten Beweise ermittelt werden.

    Und was unternimmt die Polizei? In Berlin nichts, in Hessen darf die Polizei gegen sich selbst ermitteln. Seit wann befragt man Frösche ob deren Sumpf trockengelegt werden darf?

  15. 3.

    Oder haben Sie Ihren Kommentar "ironisch" gemeint? Ansonsten schlage ich Ihnen Lektüre über Server-Hosting, VPN und TOR vor. Man...

  16. 2.

    Es sollte doch möglich sein den Absender zu ermitteln. Verstehe aber auch nicht warum der Staat sich so schwer tut mit Ermittlungen. Ist CORONA daran Schuld?

  17. 1.

    Na, super! Überall werden wir überwacht und unsere Telefonate und E-Mails und SMS, etc. können/dürfen von Staats wegen als Vorratsdaten gespeichert werden und wenn's mal drum geht, gemein gefährlichen Schwachsinn zu verbieten, zu verhindern und die Idioten zu ermitteln und aus dem Verkehr zu ziehen, passiert einfach nix! Hauptsache wir lassen uns schön überall auf elektronischem Wege bespitzeln.

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