Igor Levit; © SONY/Felix Broede
Video: rbb|24 | 27.10.2020 | Material: Brandenburg aktuell | Bild: SONY/Felix Broede

Starpianist Igor Levit spielt in Potsdam - Klavierkonzert gegen die Wahl des neuen AfD-Fraktionschefs

Unter dem Motto "Flügel statt Flügel" haben der Starpianist Igor Levit und weitere Künstler am Dienstagvormittag vor dem Brandenburger Landtag gegen die Wahl des neuen AfD-Fraktionsvorsitzenden demonstriert - mit einem Klavierkonzert.

Mit einem Klavierkonzert unter dem Motto "Flügel statt Flügel" haben der Starpianist Igor Levit und weitere Künstler am Dienstagvormittag vor dem Brandenburger Landtag gegen die Wahl des neuen AfD-Fraktionsvorsitzenden demonstriert.

"Ein Rechtsextremist wird gegen den anderen getauscht"

"Bei dieser Wahl wird ein Rechtsextremist gegen den anderen ausgetauscht", sagte der Organisator und Brandenburger Künstler Rainer Opolka am Dienstag zu Beginn des Konzerts auf dem Alten Markt in Potsdam. "Wir wollen die Dummheit und den Hass mit hellen Flügeltönen aus der Welt klimpern." Bei dem Konzert trat auch der Sänger und Frontmann der Band "Die Prinzen", Sebastian Krumbiegel, auf. "Man muss sich dem, was hier im Parlament passiert, klar entgegenstellen", sagte Krumbiegel.

Organisator Opolka verwies darauf, dass sowohl der zurückgetretenen Andreas Kalbitz als auch seine drei Nachfolgekandidaten Protagonisten des inzwischen aufgelösten völkisch-nationalen Flügels der AfD seien.

Unterdessen hatte die AfD-Fraktion bereits den Landtagsabgeordneten Christoph Berndt zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der 64-Jährige setzte sich gegen zwei Mitbewerber, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Birgit Bessin und den Parlamentarischen Geschäftsführer Dennis Hohloch, durch. Berndt leitet den Verein "Zukunft Heimat", der vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird.

Preis für Verständigung und Toleranz für u.a. Levit

Igor Levit erhält in diesem Jahr auch den Preis für Verständigung und Toleranz. Levit und die ehemalige US-Außenministerin Madeleine K. Albright bekommen die Auszeichnung vom Jüdischen Museum Berlin an diesem Samstag. Die Laudatorin für Levit ist die Moderatorin und Journalistin Dunja Hayali.

Mit dem Preis für Verständigung und Toleranz werden seit 2002 Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Wirtschaft ausgezeichnet, die sich "auf herausragende Weise um die Förderung der Menschenwürde, der Völkerverständigung, der Integration von Minderheiten und des Zusammenlebens unterschiedlicher Religionen und Kulturen verdient gemacht haben".

Sendung: Inforadio, 27.10.2020, 12 Uhr

22 Kommentare

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  1. 22.

    ToleranzPreis für Levit. Lachhaft und gaga. Wer Anhänger bestimmter Parteien das Menschsein abspricht ist nicht tolerant sondern ein schönes Beispiel für die aktuelle Diskussion über Tendenzen in der Gesellschaft nur noch bestimmte Ansichten und Meinungen zuzulassen.

  2. 21.

    Früher hätte man gesungen: "Schlag nach bei Shakespeare...".

    Heute sagt man: "Google mal bei Youtube".

  3. 20.

    Ich kenne auch nur wenige berühmte Konzertpianisten, aber das ist kein Banausentum, sondern einfach eine Nische in der Musik, die nicht so oft bedient wird. Auch andere Musiker aus der Klassik sind mir nicht immer ein Begriff, obwohl ich in Sachen Musik sehr offen bin und auch Klassik nicht unbedingt verschmähe.

    Wen man kennt oder nicht, hängt auch immer vom Interesse jedes einzelnen ab.

  4. 19.

    Untermalen? Bitte noch einmal den Artikel richtig lesen. Es war eine PROTESTAKTION der Musiker.

  5. 18.

    Nur weil man nicht jeden bedeutungslosen Selbstverwirklicher auf der Welt kennt ist man noch längst kein Kulturbanause. Was ist denn das für eine Kulturrassistische Einstellung.

  6. 17.

    Ich sage auch "WER ? Was für ein Star ?" Stars sind im allgemeinen weltbekannt. Dieser hier offensichtlich bis heute nicht. Ich mag dann zwar auch ein Kulturbanause sein aber ich erarbeite das Geld für die Arbeitsbanausen UND für meinen eigenen Lebensunterhalt. Ja, ich gebe es zu, ich bin ein Selbstbedienungsladen. Für die Preisverleiher und deren Musen.
    Ich habe eben andere Interessen als diese "Kultur" die ja im Auge des Betrachters liegt. Und ob letztendlich politische Preise noch viel mit Kunst zutun haben darf man auch bezweifeln.

  7. 16.

    Es würde mich interessieren welches Klavierkonzert der Herr Levit gespielt hat
    und mit welchem Orchester zusammen.
    Ziemliche Aufwertung für die AfD einen Wahlvorgang von ihr kulturell zu untermalen.

  8. 15.

    Frank schrieb: "WER ? Was für ein Star ?" - Tja, Kulturbanausen werden ihn nicht kennen und nicht dulden.

  9. 14.

    Meine Oma atmet gegen die AfD und wenn sie dafür in die Presse kommt, dann atmet sie auch gegen alles andere. Sie macht übrigens auch Kartoffeln schälen für den Frieden und Sozialismus seid bereit.. ach das war ja was anderes.
    Mit wieviel Geld war der Preis dotiert oder wie sagt man das? Und wievele gut bezahlte Ehrenauftritte auf politischen Veranstaltungen hängen da dran?

  10. 13.

    WER ? Was für ein Star ?

  11. 12.

    Was wurde eigentlich gespielt? War die Playlist dem Anlass angemessen bedeutungsschwanger?"
    Wer hört bei einem solchen Anlaß nicht den kleinen Sachsen?
    Für die Besorgten Braunblauen den Nibelungenritt (in Dauerschleife).

  12. 11.

    Da es Frau Bessin nicht geworden ist, leider keine Klavierbearbeitung des "Walkürenritts", sondern "Der Einzug der Götter in Walhall" ähm, des Bernds in den Fraktionsvorsitz.

  13. 10.

    Wenn sich mal wieder die "bürgerlich konservativen" ärgern und aufregen, wurde mal wieder alles richtig gemacht.

  14. 9.

    Hallo Ralf!

    Schlagen Sie doch mal nach, was mit "Gratismut" gemeint ist.

    Viele Gruesse,
    Maik

  15. 8.

    Was wurde eigentlich gespielt? War die Playlist dem Anlass angemessen bedeutungsschwanger? Mendelssohn Bartholdy? Schönberg? Hindemith? Oder wurde improvisiert?

  16. 7.

    Alles gegen rechts ist gut und wichtig, Kunst sowieso!

  17. 6.

    Eine schöne Form der Meinungsfreiheit - versteht Herr/Frau RaS.... wie auch immer, nur nicht. Besser als Schimpftiraden, Hassreden, Gewalt und Schreierei.

  18. 5.

    Na nun war ja der "Künstler" Opolka auch mal wieder in den Medien. Wie schön

  19. 4.

    Der nimmt bestimmt nur die schwarzen Tasten...

  20. 3.

    .... ist doch klar, dass das für eine bestimmte Klientel zu hoch ist. Ich finde die Aktion jedenfalls wichtig und gut.

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