Zwei Flüchtlingskinder in einem Flüchtlingslager (Quelle: dpa/Jörg Carstensen)
Bild: dpa/Jörg Carstensen

In Schönefeld gelandet - Brandenburg nimmt Flüchtlinge aus griechischen Lagern auf

Die ersten Familien aus griechischen Flüchtlingslagern sind in Brandenburg angekommen. Das teilten Innenminister Michael Stübgen (CDU) und Integrationsministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis90/Die Grünen) am Freitag mit.

Die insgesamt 18 behandlungsbedüftigen Kinder und ihre Familien seien zunächst in der Zentralen Ausländerbehörde (ZABH) in Eisenhüttenstadt untergebracht worden.

Insgesamt will Brandenburg 44 Geflüchtete aufnehmen

Wie die beiden Brandenburger Ministerien mitteilten, werden weitere 26 Personen in den kommenden Wochen in Brandenburg erwartet. Mit der Aufnahme von insgesamt 44 hilfebedürftigen Personen aus überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln beteilige sich das Land an der Aufnahme von 243 Kindern und deren Familienangehörigen, die von der Innenministerkonferenz im Juni beschlossen worden ist.

"Wir helfen Menschen in Not, so gut wir können", teilte Innenminister Stübgen mit. "Unsere Kapazitäten sind aber nicht grenzenlos." Deshalb konzentriere man die humanitäre Hilfe auf diejenigen, die sie am nötigsten brauchen.

Auch Integrationsministerin Ursula Nonnemacher begrüßte in der Mitteilung die Ankunft der Hilfebedürftigen. "Nach den medizinischen Erstuntersuchungen möchten wir die Familien so schnell wie möglich auf Kommunen verteilen, damit sie dort zur Ruhe kommen und entsprechend medizinisch versorgt werden können." Die Corona-Pandemie habe das Leid der Geflüchteten aus dem öffentlichen Blickfeld gerückt. Weiterhin bräuchten die Menschen dort dringend Hilfe.

90 Menschen am Freitag angekommen

Insgesamt kamen laut Bundesinnenministerium am Freitag 90 Menschen aus 22 Familien am Freitag aus Lagern in Griechenland am Flughafen Schönefeld an. Etwa die Hälfte von ihnen stammt aus Afghanistan. Weitere Schutzsuchende kommen aus Kamerun, Kongo, Somalia, Syrien, Irak und den palästinensischen Gebieten.

Die Ankömmlinge werden neben Brandenburg auch auf Berlin, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern aufgeteilt.

Bereits vor einer Woche waren acht unbegleitete Kinder zwischen acht und 14 Jahren nach Berlin gekommen, die zuvor in einem griechischen Lager festsaßen.

Grundlage für die Verteilung ist laut Bundesinnenministerium ein gemeinsames Bund-Länder-Konzept; auch weitere Kriterien wie familiäre Bindungen oder medizinischer Bedarf spielten eine Rolle.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 31.07.2020, 19.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

9 Kommentare

  1. 9.

    Kompliziertes Thema Menschen in Not brauchen Hilfe, keine Frage. Ich bin aber nach wie vor der Meinung, dass verurteilte Straftäter umgehend in ihre Heimatländer zurückzuführen sind. Dann wird Raum für Hilfsbedürftige und ich denke, die Akzeptanz in der Bevölkerung steigt.
    Mal abesehen davon, dass einheimische Straftäter in Haft gehören.
    Die Gewährung von Hilfe vor Ort sollte immer die erste Option sein. Kommen Menschen in unser Land, sollten sie die Gesetze unseres Landes achten, so wie ich es im Ausland tue. Ändert sich die Situation im Heimatland zum Positiven, können die Menschen wieder nach hause.

  2. 8.

    Bitte erklären Sie mir den Grund der Flucht dieser Menschen und die Anerkennung der Fluchtursachen Kamerun? Kongo? Somalia? Und sich den Krieg in Afghanistan und Syrien liegt nicht in meiner Verantwortung. Aber die Allgemeinheit soll für die Einladungen aufkommen? Und ich begrüße auch den Vorschlag, dass die Kommunen und Privatpersonen für die ausgesprochenen Einladungen finanziell aufkommen. Siehe die Städte der "sicheren Häfen". Irgendwann ist mal genug, die meisten Städte verfügen nicht einmal über genügend Wohnraum oder die finanziellen Mittel.

  3. 7.

    .Verantwortung Kommunen, Land...? Nee, Einzelhaushalte. Grosse Sprücheklopfer aus der politischen Ebene haben hier nichts zu suchen.
    Wie war das gleich in Stahnsdorf? Undankbarkeit!

  4. 6.

    Kann mich nur anschließen, wir haben genug getan.
    Das sollen andere Länder erst mal nachmachen.

  5. 5.

    Wenn ich auf die Herkunftsländer schaue fehlt mir für diese Maßnahmen jedes Verständnis. Wieso schreitet Herr Seehofer hier nicht ein???

  6. 4.

    Völlig verrückt, immer mehr Armutsmigranten aufzunehmen, die in der Regel lebenslang alimentiert werden müssen. Das ist auf Dauer garnicht mehr bezahlbar. Einmal in Deutschland, will man auch bleiben. Schließlich gibt es hier eines der besten Sozialsysteme. Und wer will die Menschen, die kein Recht auf Asyl haben, dann wirklich wieder in die Heimat schicken? Unsere linksgrüne Regierung bestimmt nicht. Schließlich ist das inhuman. Dass wir dafür aber auch mit unschönen Nebenwirkungen bezahlen müssen, danach fragt keiner. Wir sind halt stark und schaffen das. ;-)

  7. 3.

    Wenn die Kommunen dauerhaft, wie Sie vorschlagen die ganzen Unterhaltskosten übernehmen müssen, dann sieht es völlig anders aus. Mit anderem Geld kann man immer großzügig sein!

  8. 2.

    Die sollten sich mal um die eigenen BürgerInnen kümmern.In Deutschland leiden 50% unter 700 € Rente, 700.000 Menschen leben auf der Strasse,Schulen verfallen,Infrastruktur verrottet,Pflegepersonal fehlt,und vieles andere dinge die in 30 Jahren vereinigtem Deutschland versäumt wurden.Deutschland ist nicht für alle Probleme der Welt zuständig.Wenn soviel Geld in den Kasse ist,warum werden dann nicht die Rentner und Obdachlosen besser versogt?Und bevor über eine zusätzliche Aufnahme geredet wird,muss erstmal die Rechtslage so geändert werden das Kommunen die freiwillig mehr aufnehmen dauerhaft alle mit der Mehraufnahme entstehenden Kosten dauerhaft von dieser Kommune alleine getragen werden müssen!Bin gespannt wie es dann mit der Bereitschaft dazu aussieht!

  9. 1.

    Viel zu wenig, aber trotzdem danke.

Das könnte Sie auch interessieren

Stadt Nauen in Brandenburg (Quelle: rbb/Oliver Soos)
rbb/Oliver Soos

Fünf Jahre nach Brandanschlag in Nauen - Als wäre nichts passiert

Vor fünf Jahren brannte in Nauen eine Turnhalle, die eigentlich eine Flüchtlingsunterkunft werden sollte. Es war der Höhepunkt einer Serie von fremdenfeindlichen Anschlägen. Fünf Jahre später spricht man darüber in Nauen nicht mehr so gern. Von Oliver Soos