Symbolbild: Viele Raupen des Forstschädlings Kiefernspinner (Dendrolimus pini) am 01.07.2014 am Stamm einer Kiefer in der Lieberoser Heide nahe Lieberose (Brandenburg). (Quelle: dpa/Pleul)
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Audio: Inforadio | 14.07.2020 | 07:30 Uhr | Bild: dpa/Pleul

Besitzer entfernen Dürreschäden nicht - Brandenburg will Privatwälder notfalls selbst bewirtschaften

Das Land Brandenburg kommt an viele Besitzer von Privatwäldern nicht heran. Das ist ein Problem, denn durch Trockenheit und Schädlinge abgestorbene Bäume müssten dringend entfernt werden. Notfalls will das Land nun selbst aktiv werden.

Angesichts der andauernden Trockenheit in Brandenburgs Wäldern will das Land private Flächen notfalls staatlich bewirtschaften. Das sagte Umweltminister Axel Vogel (Grüne) am Dienstag dem rbb. Vogel kündigte an, den Waldumbau voranzutreiben. Ziel sei es, den Anteil von Laubbäumen zu erhöhen. Es sei wichtig, die rund 93.000 privaten Waldbesitzer zu erreichen. Vogel kritisierte, viele hätten die Dürreschäden der vergangenen beiden Jahre nicht behoben. Geschädigten privaten Wald müsse notfalls das Land bewirtschaften.

Vogel: Sieben Monate lang doppelt so viel Niederschläge notwendig

Nach den drei Dürrejahren bestehe im oberen Bereich, der für Pflanzen erreichbar ist, aktuell eine Wassersättigung von nur 30 Prozent. "Das heißt, dass auch für die Landwirtschaft die Trockenheit noch nicht überwunden ist – eine Folge des sehr trockenen Aprils", sagte Vogel. Um die Trockenheit der letzten Jahre auszugleichen, müsste es in Brandenburg sieben Monate lang doppelt so viel Niederschläge geben wie normal, so Vogel.

Der Umweltminister befürchtet, dass aufgrund des Klimawandels, sich diese Dürren weiter verstärken werden, und dass auch andere Extremwetter Ereignisse, wie zum Beispiel Orkane auftreten könnten. "Und wir sind aktuell schlecht darauf vorbereitet, weil 80 Prozent unserer Bäume Kieferbäume sind, die schadanfällig sind." Stattdessen müsse man mehr Laubbäume in die Wälder bringen.

Land müsse Schadbäume auch aus Privatwäldern entfernen

Obwohl der Bund und das Land entsprechende Mittel zur Verfügung stelle, scheitere dies an der Bereitschaft vieler Waldbesitzer. "Waldbrandschutzwege, Schutzstreifen, Löschwasserentnahmestellen zahlen wir bis zu 100 Prozent. Aber die Schwierigkeit ist, dass wir an viele Waldbesitzer gar nicht herankommen", so Vogel. Das sei bei Schädlingsbefall sehr problematisch.

Bisher sei das Land sehr zurückhaltend damit umgegangen, aber nachdem ungefähr 500 Hektar Kiefernwälder in Südbrandenburg abgestorben seien und weitere 7500 Hektar schwer geschädigte sein, werde man Schadbäume auch aus kleinen Privatwäldern entfernen müssen.

Sendung: Inforadio, 14.07.2020, 08:30 Uhr

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10 Kommentare

  1. 10.

    Es gibt viel zu besprechen. Wer Gutes will und Böses schafft!Wir sind es dem Land und den Menschen und den Wäldern schuldig. Bei allem Respekt, aber welche Berater haben Sie zu solcher Aussage gebracht?

  2. 9.

    Dann soll mal das Land bei sich selbst anfangen. Mein Waldnachbar ist ein Brandenburgischer Landesfonds. Dieser Wald sieht aus wie Sau. Käferbäume wo man hinschaut. Redet man mit dem Revierförster heißt es nur, da haben wir keine Chance, an die kommen wir nicht ran. Also lieber Herr Minister, erstmal vor der eigenen Tür kehren.

  3. 8.

    Ist doch das Projekt für Arbeitslose und Freiwillige/Geflüchtete! Ick würde im Winter auch mitmachen!

  4. 7.

    Für einen Waldumbau bedarf es exakt 0€ und man sollte die Füsse stillhalten. Das erledigt sich von ganz alleine. Einfach mal in den Böhmerwald oder den Harz fahren und sich anschauen, wie das funtioniert. Brennholz für den Eigenbedarf wirft so eine Nichtbewirtschaftung immer noch genügend ab. Geldverdienen geht dann allerdings nur mit Touristen.

  5. 6.

    Für einen Waldumbau bedarf es exakt 0€ und man sollte die Füsse stillhalten. Das erledigt sich von ganz alleine. Einfach mal in den Böhmerwald oder den Harz fahren und sich anschauen, wie das funtioniert. Brennholz für den Eigenbedarf wirft so eine Nichtbewirtschaftung immer noch genügend ab. Geldverdienen geht dann allerdings nur mit Touristen.

  6. 5.

    Mich deucht, bei Ihnen wurde was ganz anderes enteignet ...
    Immer der gleiche Blödsinn... die Masse der privaten Waldbesitzer in Brandenburg hat nur einige Hektar in Besitz, weil die Waldstücke Teil der Bauernhöfe waren und der Eigenversorgung dienten.
    Wenn man Wald umbauen möchte, sind etwa 20000 Euro pro Hektar aufzubringen. Kahlschläge sind nur in sehr begrenztem Umfang möglich, also kann man nur einen Teil des Bestandes aus dem Wald ziehen (wenn der denn ein verwertungsfähiges Alter hat). Es müssen Wildzäune angelegt werden, damit die Jungbäume nicht verbissen werden und vielleicht Hecken an den Waldrand. Das ist ein Projekt, von dem nur die kommenden Generationen profitieren.
    Zu Ihrer Info : Sie dürfen sich in jedem Wald in BBg erholen egal ob privat oder nicht. Wertschätzen Sie bitte die Arbeit der Eigentümer !

  7. 4.

    Wo kommt denn dann der " Brandenburgische Staatsregen " für die enteigneten Wälder her ? - Aus " Berliner Mooren " ?

  8. 3.

    Eigentum verpflichtet. Warum soll das Land Brandenburg dafür aufkommen? Eine Strafe in Höhe der Kosten für die Eigentümer und allen ist geholfen.

  9. 2.

    Was besagt GG Artikel 14 "Eigentum verpflichtet" wenn jetzt der Staat einspringen muss, sollte man vielleicht an Enteignung denken

  10. 1.

    Wo will das Land denn die Kapazitäten hernehmen ?
    Der Umbau des Waldes erfordert entsprechende Förderprogramme, auf welche die Besitzer auch aufmerksam gemacht werden müssen. Schon da mangelt es dem Land an Kapazitäten, da auch das Land bei der Einstellung von Förstern massiv gespart hat. Beim Tag der Offenen Tür 2019 in der HNE Eberswalde konnte man erfahren, dass in den vergangenen drei Jahren nicht ein Absolvent vom Land eingestellt wurde, und die HNE hat einen guten Ruf.
    Durch die niedrigen Holzpreise wird es vielen Kleinbesitzern schwer fallen, den Eigenanteil für die Förderung aufzubringen.

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