04.07.2020, Berlin: Teilnehmer der «Black Lives Matter»-Demonstration tanzen auf der Straße des 17. Junis. (Quelle: dpa/Fabian Sommer)
Video: rbb|24 | 04.07.2020 | Material: Abendschau | Bild: dpa/Fabian Sommer

Proteste im Stadtzentrum - Fast 2.000 Menschen demonstrieren in Berlin gegen Rassismus

Hunderte Menschen haben am Samstag friedlich gegen Diskriminierung und Rassismus in der Berliner Innenstadt protestiert. Gleichzeitig führte der Attila Hildmann erneut einen Autokorso an, bei dem unter anderem gegen 5G-Masten protestiert wurde.

Bei zwei Demonstrationen haben in Berlin am Samstag rund 2.000 Menschen gegen Rassismus protestiert.

Bei der größeren Veranstaltung in Mitte haben sich Teilnehmer zunächst auf dem Gendarmenmarkt versammelt. Die Demonstranten zogen dann zum Großen Stern im Tiergarten. Die Route führt auch durch die Mohrenstraße, um deren Namen seit Jahren eine Rassismus-Debatte geführt wird. An der Demonstration unter dem Motto "Nein zu Rassismus" nahmen der Polizei zufolge etwa 1.800 Personen teil. Der Veranstalter hatte mit bis zu 5.000 Teilnehmern gerechnet.

Fast zeitgleich führte eine Anti-Rassismus-Demonstration vom Neuköllner Hermannplatz bis zur US-Botschaft am Brandenburger Tor. Nach Polizeiangaben nahmen etwa 100 Menschen daran teil. Der Protestzug unter dem Motto "Black Lives Matter" führte nach Angaben der Verkehrsinformationszentrale Berlin über Kottbusser Tor, Adalbertstraße, Oranienstraße, Rudi-Dutschke-Straße, Friedrichstraße und Unter den Linden.

Die Polizei begleitete beide Protestzüge und sprach von einer friedlichen Lage ohne Zwischenfälle.

Protest gegen Verschwörungsmythen

Auch die Mitarbeiter des Alten Museums auf der Museumsinsel haben sich gegen Rassismus positioniert. An den Säulen vor dem Eingang hängt ein Banner mit der Aufschrift "Für Weltoffenheit und demokratische Werte. Gegen Rassismus, Antisemitismus, Nationalismus und Hetze". Am Samstag protestierten vor dem Museum zudem mehrere Personen gegen Verschwörungsmythen. Sie zeigten unter anderem ein Plakat, auf dem "Verschwörungsideologien begraben. Archäolog*innen gegen Antisemitismus" stand.

Im Lustgarten vor dem Museum hatte zuletzt Attila Hildmann Kundgebungen veranstaltet. Hildmann verbreitet über seinen Telegram-Kanal Verschwörungsmythen und schreibt dort unter anderem von einem geplanten Völkermord durch Impfungen gegen das Coronavirus. Am Samstag führte er erneut einen Autokorso an, der dieses Mal vor dem Hauptbahnhof endete. Einige Teilnehmer hatten Banner an ihren Fahrzeugen befestigt, auf denen Zusammenhänge zwischen der Mobilfunktechnik 5G und der Corona-Pandemie hergestellt wurden.

Polizei in der Innenstadt mit 600 Beamten im Einsatz

Die Polizei hat sich zudem auf zahlreiche weitere Einsätze am Wochenende eingestellt. Dazu gehört auch das Pokalendspiel am Samstag zwischen dem FC Bayern München und Bayer Leverkusen, das um 20 Uhr im Olympiastadion aufgrund der Corona-Einschränkungen unter Ausschluss des Publikums stattfindet. Etwa 600 Beamte, darunter Kollegen der Bundespolizei, seien in der Innenstadt im Einsatz, teilte die Polizei auf Twitter mit.

Zudem kündigte die Polizei Kontrollen in Parks der Hauptstadt und an den Seen an. Ziele dieser Einsätze sei die Durchsetzung der noch geltenden Corona-Auflagen.

Sendung: Abendschau, 04.07.2020, 19.30 Uhr

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37 Kommentare

  1. 36.

    Ich habe nicht mit „anderen“ gesprochen sondern konkret mit Reimann. Aber bitte, wenn Sie sich den Schuh anziehen wollen, er scheint zu passen. Eine Meinung zu Thema haben Sie nicht geäußert. Auch Ihr gutes Recht. Aber dann lassen Sie mich bitte in Ruhe.

  2. 35.

    Sobald man über Rassismus nicht als Beleidigungswort, sondern über Struktur, Haltung, über Reflexe spricht, ist es möglich sich selbst zu sehen. Wir alle haben Vorurteile. Unser Gehirn funktioniert so. Greift auf Stereotypen zurück. Deshalb gehen Sie davon aus, eine Kartoffel ist lecker. Obwohl Sie diese Kartoffel, die gerade vor Ihnen liegt gar nicht kennen. In Wirklichkeit unterhalten wir uns also nicht darüber, was uns die Diskurshasser wie Diskursverweigerer aufzwingen wollen: Wer der bessere, oder gar gute Mensch ist.
    Ich Martina habe Vorurteile und funktioniere in vielem mit Reflexen, deren Grundierung in ihrer Gesamtheit von mir gar nicht persönlich gelegt sind. Ich bin nämlich wie alle: Sozialisation. Nicht bloss Produkt meines eigenen freien Willens.
    Also ist mein Job meine Vorurteile, meine Stereotypen, mein Gehirnarchiv zu hinterfragen. In dem der schwarze Mensch das befremdliche bis kriminelle ist. Während ich weiss: Meine Reflexe beschreiben nicht ihn. Es sind nur meine.

  3. 34.

    Herr kramme666 - Ihre Kommentare nach den Regeln des Handbuchs für social media von "Identitärer Bewegung" und "Reconquista Germanica" nerven. Ihnen muss man überhaupt keine Belege für irgendwas liefern. Das ist bloss Kommunikationstechnik. Sachlich sind Sie uninteressiert. Das ist 1.Semester Klippschule sogenannte psychologische Kriegsführung. Geheimdienst-Propganda-Sprech-Mechanik. Halten Sie einfach die Leute die Sie anquatschen nicht für blöde.
    Im nächsten Schritt werden Sie Quellen anzweifeln. Können Sie das nicht mehr, werden Sie beleidigend oder entwertend.
    Das ist alles bereits bekannt. Wenn Sie sich für Rassismus als Haltung und Struktur tiefer interessieren, dann bilden Sie sich fort. Das ist Ihr Job. Selbstverständlich gibt es Rassismus gegen Weisse. Steht grad nur nicht zur Debatte. Die soziale, politische Realität ist nicht black supremacy. Falls Sie akademische Diskurse wünschen, besuchen Sie eine Universität.

  4. 33.

    Aus historischer Sicht mag da was dran sein und die Geschichte von kolonialem Denken wirkt ja bis in die Gegenwart. Ich denke gerade weil Schwarze versklavt wurden, werden sie heute manchmal besonders entmenschlicht behandelt. Aber es geht ja darum rassistische Mechanismen zu bekämpfen und das geht am besten indem man diese überwindet und sich zusammen tut. Zudem ist es sehr schwierig bei den Opfern von Hanau etc. eine Verbindung zu irgendwelchen Sklavenhaltern zu ziehen. Anders verhält es sich mit Leuten die in Zuwanderung und Multikulturalismus eine Gefahr sehen, den da wird ja teilweise bewusst eine "Weiße Rasse- Ideologie" vertreten

  5. 32.

    Vorallem, warum schließt man von der Hautfarbe auf die Herkunft und die Kultur? Schwarze sind Schwarze. Sie können überall geboren und in jeder Kultur aufwachsen sein. Ebenso wie Weiße. Von der Hautfarbe auf irgendetwas zu schließen ist unmöglich. Wer das macht, denkt eben entweder garnicht, oder eben diskriminierend. Beides fatal für ein Zusammenleben der Menschen.

  6. 31.

    Black lives matter ist eine internationale Bewegung. Schwarze Leben zählen. Den Namen einer Bewegung kann man nicht „eindeutschen“. FFF ist ebenso ein feststehender Begriff. BLM ist ein Pseudonym, welches inzwischen jeder kennt, der sich mit aktuellem Weltgeschehen beschäftigt.

  7. 30.

    Schwarze gehören in den Staaten ebenso zum Alltag wie Weiße. Da denkt man nicht mal drüber nach. Was es jedoch immer noch gibt ist ein schlechterer Zugang zum System. Dadurch entsteht Ausgrenzung. Es ist nicht der Durchschnitt der Bevölkerung, der rassistisch denkt. Es ist ein eher strukturelles Problem, welches durch Eliten entsteht. Ein Schwarzer hat es allgemein schwerer, ein Stipendium zu erhalten usw. Und es ist in den Staaten sehr different. Im Süden und im Herzland sind die Menschen noch konservativ. Schwarze wie Weiße.

  8. 29.

    "Was Todesopfer betrifft sind hierzulande bei Menschen mit arabisch/muslimischen Hintergrund wahrscheinlich mehr Tote zu beklagen, sprich Mölln, NSU, Hanau, ABER BEI BLM SIND DIESE MENSCHEN MIT EINGESCHLOSSEN."

    Das ist in der Tat ein interessantes Phänomen und zeugt von einer gewissen Geschichtsvergessenheit. Denn es gab ja Versklavung und Sklavenhandel in Afrika schon vor der Kolonialisierung durch die Europäer, er verlief bloß nicht auf dem Seeweg nach Westen, sondern auf dem Landweg nach Norden und Osten. Insofern solidarisieren sich die Nachfahren der Unterdrückten mit den Nachfahren der Unterdrücker.
    (Wer's nicht glauben will, dem sei das Buch "Der verschleierte Völkermord" des senegalesischen Wissenschaftlers Tidiane N'Diaye empfohlen)

  9. 27.

    Wo war die Polizei?
    Wo sind die Abstände ?

  10. 26.

    Habe auch sowas in den Staaten erlebt. Eine ganz andere Aufgeschlossenheit der Leute(Folks) untereinander. Ich empfinde es als sehr positiv.

  11. 25.

    ,,Mal abgesehen, dass es keinen "Rassismus gegen Weiße" gibt"...... woher wollen Sie das wissen? Bitte um konkrete Quellenverzeichnisse oder wissenschaftlich Politisch fundierte Untersuchungsergebnisse, vielen Dank im Voraus.

  12. 24.

    Das Geschäfte plündern ging mit den Demonstrationen einher, jedoch gingen die BLM- Aktivisten dann gegen die Randalierer vor. Das Ergebnis, die Zahl der friedlichen Demonstranten nahm zu und die Randale ab. Eskalation ging dann vornehmlich von der Polizei und Mr. Trump aus. Z.B. als er für ein Fotoshooting in DC eine Strasse gewaltsam räumen ließ. Dokumentiert ist auch wie die Polizei mehrmals mit Autos in Demonstrationen fuhr. Es geht auch nicht darum, dass Schwarze in den Fordergrund gestellt werden. Vielmehr soll darauf aufmerksam gemacht werden, dass sie besonders häufig das Ziel von rassistischen Praktiken und Agression sind. Was Todesopfer betrifft sind hierzulande bei Menschen mit arabisch/muslimischen Hintergrund wahrscheinlich mehr Tote zu beklagen, sprich Mölln, NSU, Hanau, aber bei BLM sind diese Menschen mit eingeschlossen.

  13. 23.

    „ Menschen mit anderer Hautfarbe “. Lesen Sie mal Ihre eigenen Worte und dann merken Sie vlt. etwas. Was heißt „anders“? Damit grenzen Sie schon gedanklich aus. Und dann noch „... und Kultur“. Ist denn Schwarz eine andere Hautfarbe? Oder nicht einfach nur eine unter vielen? Maßstab ist für Sie „weiß“. Schwarz ist für Sie „anders“. Das Wort „und“ im Zusammenhang heißt „schwarze haben eine andere Kultur“. Sprache ist ein Instrument und zeigt auf, wie wir denken.

  14. 22.

    Nein, ich fühle mich nicht diskriminiert. Die Demos interessieren mich auch herzlich wenig. Es geht mir um die deutsche Sprache. Deutschland verkauft die deutsche Sprache.

  15. 21.

    Hier ist mal ein lesenswerter Artikel von Jan Fleischhauer vom Focus zu diesem Thema

    https://amp.focus.de/intern/impressum/autoren/jan-fleischhauer_id_11013825.html

  16. 19.

    Aber sind die unser Masstab - diese "anderen" Länder?

    Und vielleicht drehen Sie mal Ihren Gedanken um in einem Einwanderungsland wie Deutschland. Das gleichzeitig bestreitet eins zu sein. Was soll denn dabei rauskommen? Geht doch nicht drum das Sie persönlich Einwanderer vielleicht nicht abwertend und abschätzend behandeln.

    Wieso sagen Sie eigentlich nicht: Ja das stimmt, wird mal Zeit das wir die Leistungen, den Spass und die Freude feiern, die uns die vielen Einwanderer gebracht haben. Denn das ist doch so. Ich kann jedenfalls aus meinen fast 60 Jahren nichts anderes sagen.
    Und hab nicht das Gefühl das dieser Respekt seinen würdigen und notwendigen Ausdruck zu den Einwanderern findet.

  17. 18.

    Durch wen wurden vor ein paar Wochen noch Geschäfte geplündert und Scheiben eingeschlagen?
    Ach ja, "BLM"- Demonstranten. Sorry, aber dafür hab ich kein Verständnis!
    Ich war mehrmals in New York, habe viel mit Einheimischen gesprochen, auch mit dunkler Hautfarbe. Alle saßen friedlich beieinander und jeder hatte einen guten Job. Dort tanzen Schwarze mit weißen gemeinsam auf der Straße, wenn irgendwo Musik erklingt. In Deutschland wäre sowas nicht möglich, ohne das man blöd angeguckt wird.
    Mag sein, es gibt überall und zwischen den verschiedensten Kulturen Unstimmigkeiten und Streitereien. Warum werden Schwarze so in den Vordergrund gestellt?

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