Sichergestellte Waffen und Materialien liegen bei einem Pressetermin im LKA Brandenburg auf einem Tisch nach einer Razzia gegen die Neonazi-Gruppe "Freie Kräfte Prignitz" (Bild: dpa/Jens Kalaene)
Video: rbb|24 | 06.07.2020 | Material: rbb24 | Bild: dpa/Jens Kalaene

Ermittlungen nach Razzia - Rechtsextreme in der Prignitz sollen Polizisten ausgespäht haben

Bei einer Razzia gegen Rechtsextreme in der Prignitz stellte die Polizei vor wenigen Tagen zahlreiche Datenträger sicher. Die haben die Ermittler nun teilweise ausgewertet - und sind dabei offenbar auf brisante Informationen gestoßen: private Daten von Polizisten.

Mitglieder der rechtsextremen Organisation "Freie Kräfte Prignitz" haben offenbar private Daten über Polizeibeamte zusammengetragen. Das teilte das Polizeipräsidium Brandenburg am Montag der Deutschen Presse-Agentur mit, unter Berufung auf den Staatsschutz des Landeskriminalamts.

Die rechtsextreme Organisation habe unter anderem Daten über Personen, Familienverhältnisse und Dienststellen sowie auch über Tarnkennzeichen von Zivilfahrzeugen gesammelt. Ziel sei gewesen, Polizeimaßnahmen früh zu erkennen, um Gegenstrategien zu entwickeln.

Nach einer Großrazzia am vergangenen Freitag gegen sieben Verdächtigen werten die Brandenburger Ermittler derzeit sichergestellten Daten aus. Die Auswertung der Daten aus mehr als 20 Mobilfunktelefonen, diversen Laptops und Speichermedien dauert nach Angaben des Sprechers des Polizeipräsidiums, Torsten Herbst, voraussichtlich mehrere Wochen.

Waffen und Nazi-Devotionalien sichergestellt

Mit Razzien in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern waren die Beamten gegen die Neonazi-Gruppe vorgegangen. Der Polizei lagen nach Angaben des Präsidiums Hinweise vor, dass sieben Männer einen Brandanschlag mit einem Molotow-Cocktail auf einen Gebetsraum für Muslime in Wittenberge (Prignitz) planten. Die Gruppe soll außerdem Angriffe auf Geschäfte beabsichtigt haben, die von Inhabern mit Migrationshintergrund geführt werden.

Bei den Durchsuchungen in sechs Objekten wurden laut Polizei unter anderem Waffen wie Handgranaten, Schreckschuss- und scharfe Munition, Hieb- und Stichwaffen sowie Nazi-Devotionalien wie eine Armbinde mit Hakenkreuzaufdruck beschlagnahmt.

Die Polizei hatte vier Objekte in den Brandenburger Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin sowie jeweils ein weiteres Objekt in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt durchsucht. Aus der bisherigen Prüfung hätten sich keine möglichen weiteren Straftatbestände ergeben, erklärte die Polizei am Montag. Die Ermittlungen stünden aber noch am Anfang.

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10 Kommentare

  1. 10.

    Die Idee mit der Insel habe ich auch schon lange; ist ja so ähnlich wie früher mit Australien für die ganzen Gefangenen der Krone. Dann bleiben die alle hübsch unter sich und treffen auch auf keine Ausländer, Muslime, PoC und was ihnen sonst noch alles nicht in den Kram paßt und den gewaltsamen Haß könnse schön untereinander ausleben ;-)

  2. 9.

    Na Max, das ist bestimmt wie beim Foto auf dem abgepackten Kartoffelsalat: nur ein "Serviervorschlag".

  3. 8.

    Es wäre schön, wenn Sie auf den Sachverhalt eingingen.

    Eine "Klarstellung" wie Sie meinen, habe ich bisher nicht gelesen. Die soll ja noch erfolgen. Bis dahin ist nüchtern festzustellen, dass der polizeiliche Text bzgl der aufgefundenen Gerätschaft von Nazi-Devotionalien, "Munition", "Hieb und Stichwaffen" (die auf dem Tisch überhaupt nicht zu sehen sind) spricht und nicht laut Bildtext von "sichergestellten Waffen" wie einem aufgeständerten Maschinengewehr, Pistolen und Langlaufwaffen sowie Handgranaten (letztere bei BILD zu sehen, nicht jedoch auf dem RBB Bild).

  4. 7.

    Ob "otte max" nun wirklich Interesse daran hatte, die "Divergenz" herauszustellen - oder im mehr daran lag, seine Vermutung, dass nur die "berühmten" Luftgewehre bei den Neonazis gefunden wurden herauszustellen, wird man wohl nicht erfahren. Da, wie ich vermute, er sich nach der Klarstellung von rbb24 hier nicht mehr äussern wird.

  5. 6.

    Hallo Martin,

    Sie haben recht, verzeihen Sie den Fehler. Es handelt sich um einen Gebetsraum und keine Moschee. Wird korrigiert. Beste Grüße

  6. 5.

    Hallo Otte Max,

    das Foto ist kein Symbolfoto, sondern zeigt einen Teil der sichergestellten Fundsachen. Der Unterschied zwischen den Beschreibungen kommt daher, weil wir die Informationen im Text von der Polizei bekommen haben, während die Information aus dem Alt-Text im Bild von dem Pressefotografen ist, der das Foto gemacht hat. Ob die Waffen auf dem Bild scharf sind, oder ob sie nicht funktionsfähige- oder Schreckschusswaffen sind, haben wir bei der Polizei angefragt. Danke für den Hinweis und wir sagen Bescheid, wenn wir genaues wissen.

    Beste Grüße

  7. 4.

    Öhm RBB : es gibt aber gar keine Moschee in Wittenberge

  8. 3.

    Beitragstext:

    "Bei den Durchsuchungen in sechs Objekten wurden laut Polizei unter anderem Schreckschuss- und scharfe Munition, Hieb- und Stichwaffen sowie Nazi-Devotionalien wie eine Armbinde mit Hakenkreuzaufdruck beschlagnahmt."


    Begleittext zum Bild

    "Sichergestellte Waffen und Materialien liegen bei einem Pressetermin im LKA Brandenburg auf einem Tisch nach einer Razzia gegen die Neonazi-Gruppe 'Freie Kräfte Prignitz'"

    Im Beitragstext werden die im Bild gezeigten Waffen nicht aufgezählt. Handelt es sich um ein Symbolbild?

  9. 2.

    Wann wird der braune Sumpf endlich dauerhaft trocken gelegt?
    Langsam wird das soviel das man darüber nachdenken sollte eine Insel für die braune Brut zu räumen.

  10. 1.

    Vielleicht ist die Polizei demnächst auf dem rechten Auge nicht mehr so blind.

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