Potsdam: Zelte stehen im Protestcamp der Bewegung "Fridays for Future" im Lustgarten vor der Kulisse des Landtages (r) und der St. Nikolaikirche (M). (Bild: dpa/Skolimowska)
Bild: dpa/Skolimowska

Nach monatelanger Corona-Pause - "Fridays for Future" will wieder in Potsdam demonstrieren

Corona hat in Berlin auch dazu geführt, dass immer mehr Pop-up-Radwege entstanden sind. Potsdam dagegen habe die Gunst der Stunde nicht genutzt, um mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen, kritisiert "Fridays for Future" - und ruft zu Protest auf.

Nach monatelanger Corona-Pause hat die Bewegung "Fridays for Future" Potsdam mitten in den Sommerferien wieder zu einer Demonstration in der brandenburgischen Landeshauptstadt aufgerufen.

Am Freitag solle in der Innenstadt in einem kurzen Aufzug gegen eine verfehlte Verkehrspolitik in Potsdam demonstriert und anschließend auf dem Luisenplatz ein öffentliches Plenum abgehalten werden, sagte Initiativen-Sprecherin Anna Ducksch, wie die DPA am Mittwoch berichtete. Die Bewegung rechnet mit 50 bis 100 Teilnehmern. "Viel mehr ist wegen der notwendigen Abstandsregeln nicht möglich", sagte Ducksch.

"Wir wollen die Sommerferien nutzen, um wieder mit den Bürgern mit unseren klimapolitischen Themen in Kontakt zu kommen", sagte die Sprecherin. "Wegen der Corona-Krise sind ja gar nicht so viele in Urlaub gefahren." Der Schulstreik sei zwar das stärkste Druckmittel der Bewegung. "Aber wir sind nicht auf der Straße, um die Schule zu schwänzen, sondern es ist wichtig, was klimapolitisch passiert."

Anders als andere Großstädte habe Potsdam die Corona-Pause nicht genutzt, um mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen, kritisierte Ducksch. So seien in Berlin Pop-up-Radwege auf eigenen Fahrstreifen eröffnet worden. Auch in anderen europäischen Großstädten seien Fahrstreifen neu geordnet worden, um Fußgängern und Radfahrern den notwendigen Abstand zu ermöglichen.

Sendung: Fritz, 22.07.2020, 8 Uhr

Kommentarfunktion am 22.07.2020, 14:09 Uhr geschlossen

Die Kommentare dienen zum Austausch der Nutzerinnen und Nutzer und der Redaktion über die berichteten Themen. Wir schließen die Kommentarfunktion unter anderem, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt.

15 Kommentare

  1. 15.

    "Nach den Ferien zurück in die Schule, jeden Tag fleißig lernen und einen Beruf ergreifen in dem sie etwas sinnvolles beitragen und Veränderungen mitgestalten können."

    Man sieht es ja an ihnen, dass das leider nicht ausreichend ist. Sie haben von den Älteren alles vorgesetzt bekommen und haben sich untergeordnet. Diese Jugend kämpft für ihre Zukunft und die der nachfolgenden Generationen und legt sich nicht wie sie in das gemachte Nest.

  2. 14.

    Wenn Eis und Schnee kommt, brauchen wir aber auch den ÖPNV. Jeder kann in Brandenburg etwas für den Ausbau tun, mit einer Unterschrift beim VCD für die Verkehrswende. Bitte im Netz suchen, Liste ausdrucken, ausfüllen und an den VCD senden- bis zum 10.8.2020 möglich. Diese ganze Initiative wird totgeschwiegen, dabei brauchen doch alle bessere Luft und mehr Bahn und Bus! Ich verstehe nicht warum-

  3. 13.

    Naja wenn man langeweile hat warum nicht!

  4. 12.

    Na zum Glück ist der Sommer ja nicht so heiß, wie von FfF prognostiziert. Ein ganz normaler, durchschnittlicher Sommer.
    Da Urlaub jetzt in Deutschland , fast kein Flugverkehr, keine Kreuzfahrten, wogegen demonstrieren?
    Also müssen neue Argumente und Themen her um die Fan's bei der Stange zu halten.
    Pop-up Radwege sind die Lösung aller Probleme. Denn- auch E-Autos nehmen, o Wunder, Platz im Strassenverkehr weg.
    Erst wenn Deutschland ein Land der Fußgänger und Radfahrer ist, wird vielleicht Ruhe einkehren.

  5. 11.

    Sie hätten vielleicht mal lieber weniger geschwänzt, denn das Wort heißt "prickelnd".

  6. 10.

    27 % Rad-Binnenverkehr sind natürlich statistischer eher ein Witz, da viele eben Pendler sind und diese Stecken gar nicht mit dem Rad fahren können werden diese schnell einmal nicht berücksichtigt. Jaja die Humboldtbrücke ist eine Fehlplanung aus DDR-Zeiten, aber selbst keine bessre Lösung liefern können.

  7. 9.

    Die sollten mal für mehr Bildung demonstrieren :-))

  8. 8.

    "Aber wir sind nicht auf der Straße, um die Schule zu schwänzen, sondern es ist wichtig, was klimapolitisch passiert."
    Dann sollten die Herrschaften sich in politischen Parteien engagieren und die Bürger nicht mit überflüssigen Protestaktionen nerven.
    Nach den Ferien zurück in die Schule, jeden Tag fleißig lernen und einen Beruf ergreifen in dem sie etwas sinnvolles beitragen und Veränderungen mitgestalten können.

  9. 7.

    Um noch einmal auf das Verhältnis von Radverkehr und Fußverkehr einzugehen: Von Beidem gibt es zu wenig. Und doch muss zuweilen sehr intensiv über das Verhältnis beider gesprochen werden, denn die Tatsache, dass beide Verkehrsarten dem so bezeichneten Umweltverbund angehören, ergibt sich noch keine Konfliktlosigkeit bei einzelnen Lagen und wie damit umgegangen wird.

    Je mehr der Radverkehr sich geschwindigkeitsmäßig in vorgegebene Situationen "einordnet", umso weniger Konflikte gibt es, dies einfach deshalb, weil bei geringeren Geschwindigkeit sowohl das Sicht- als auch das Reaktionsfeld größer wird. Um so höhere Geschwindigkeiten gefahren werden, umso mehr entsteht ein Tunnelblick auch bei Radfahrenden, um so mehr entsteht die Empfindung, dass andere, auch zu Fuß Gehende, "Hindernisse" wären. Dies ist tagtäglich zu beobachten.

    Sensibilität beim Fahren oder nicht. Das ist die Frage. Vor allem und nicht nur bei Autofahrenden.

  10. 6.

    "Wer sind die denn? Die gibt es noch..."

    zum Glück und offensichtlich: ja

  11. 5.

    Ich habe schon gehofft, dass diese unrealistischen Gutmenschen in der Versenkung verschwinden. Schade. Eigentlich sollten sie doch wissen, dass es zur Zeit in unserer Gesellschaft ganz andere Probleme gibt als Radwege und irgendwelche Käfer.
    Das Geld wird jetzt für Bildung, Gesundheit und Wirtschaft benötigt und nicht für Umweltprojekte.
    Die Schüler haben doch bestimmt auch viel nachzuholen. Sie sollten lieber in ihre Bücher schauen statt Plakate zu malen.
    Dann können sie später ja ihren Beitrag für den Klimaschutz leisten.

  12. 4.

    Wo leben Sie, etwa auf den Mond? Ich begrüße die Proteste sehr. Diese jungen Leute halten uns älteren den Spiegel deutlich vors Gesicht. Richtig so.

  13. 3.

    In den Ferien ist doch nicht so prickelnt. Da giebt es ja keinen Schulausfall. Darf übrigens Greta von Schweden aus einreisen?

  14. 2.

    Verfehlt? Da würde ich differenzieren. Immer noch gibt es eine Nuthe-Schnellstraße in der üppigen Breite, die auch nach der Sanierung der Humboldtbrücke kein Kfz. weniger durchlässt. Diese Schnellstraße prallt dann abrupt auf ein Altbaugebiet - eine Fehlplanung schon aus DDR-Zeiten. Denn die Straßen-Weiterführung durch die Siedlung Alexandrowka hin auf die Pappalallee war zu keinem Zeitpunkt realistisch, denn angemessen.

    Ansonsten steht Potsdam mit seinen 27 % Rad-Binnenverkehr vglw. recht gut da, auch dank "AG Rad". Was fehlt, ist die zügige, weitere Verlängerung der Straßenbahn in Richtung Geltow, wie auch zügig umgesetzt u. als Vorhaben bestätigt in Richtung Krampnitz.

    Angesichts der Enge der Topographie und der hist. Bebauung sollte sich auch Gedanken gemacht werden, dass Rad- u. Fußerkehr zuweilen Reibungspunkte haben und in DIESEN Fällen der Radverkehr, nicht aber - wie bislang üblich - der Fußverkehr zurückzustehen hat.

  15. 1.

    Wer sind die denn? Die gibt es noch...

Das könnte Sie auch interessieren