Flüchtlingsfamilie aus griechischem Lager wird in Berlin erwartet. (Bild: imago/Economou)
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Besonders Schutzbedürftige - Erste geflüchtete Familie aus Griechenland in Berlin angekommen

In den griechischen Flüchtlingslagern auf den Inseln herrschen schlimme Zustände. Bereits Anfang des Jahres hatte Berlin Bereitschaft signalisiert, Menschen aufzunehmen. Am Freitag ist die erste geflüchtete Familie in Berlin angekommen - 135 folgen bis Ende August.

In Berlin sind am Freitag die ersten Geflüchteten aus den überfüllten griechischen Lagern angekommen. Die siebenköpfige Familie aus Syrien gehört zu einer Gruppe von Geflüchteten, die im Zuge eines Bundesprogramms nach Deutschland gekommen sind. Gemeinsam mit 76 weiteren Menschen sind sie am Vormittag in Kassel angekommen. Die Menschen aus Afghanistan, Irak, Syrien, Somalia und den Palästinensischen Gebieten sind dann auf die einzelnen Bundesländer verteilt worden.

Teils unhaltbare Zustände in griechischen Lagern

Die syrische Familie hat nach ihrer Ankunft in Berlin eine frisch renovierte Unterkunft bezogen. Sie wird nun betreut, verpflegt und medizinisch versorgt, wie Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) mitteilte. "Ich bin froh, dass wir nach den ersten unbegleiteten Minderjährigen im April 2020 nun weitere geflüchtete Menschen aus den Flüchtlingscamps auf den griechischen Inseln aufnehmen", sagte die Linke-Politikerin. Seit einigen Monaten habe Berlin die Bundesregierung gedrängt, aktiv zu werden und das Leben der Menschen zu retten. "Jetzt können sie ihre prekäre Lebenssituation hinter sich lassen und endlich zur Ruhe kommen."

Bis Ende August sollen im Rahmen eines Bundesprogramms 928 Geflüchtete aus Griechenland nach Deutschland kommen - teils kranke Kinder und Jugendliche nebst ihrer Familienmitglieder. Die Hauptstadt nimmt insgesamt 142 Menschen auf und damit deutlich mehr als nach dem üblichen Verteilungsschlüssel der Länder. Der rot-rot-grüne Senat setzt sich seit längerem für die Aufnahme von Menschen aus griechischen Lagern ein, in denen wegen Überfüllung und schlechter Hygiene teilweise unhaltbare Zustände herrschen.

Sendung: Inforadio, 23.07.2020, 6 Uhr

 

Kommentarfunktion am 24.07.2020, 14:43 Uhr geschlossen

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6 Kommentare

  1. 6.
    Antwort auf [kalo] vom 24.07.2020 um 10:45

    Ja und? Die DSU vertritt aber die Mehrheit der bayerischen Steuerzahler und das auch in deren Sinne, wenn man sich die Wahlergebnisse ansieht. Ihre Schlussfolgerung ist leider unlogisch. Mit dem Mautdebakel hat der Länderfinanzausgleich gagegen gar nichts zu tun, Sie verwechseln hier mal munter Länder- und Bundeshaushalt(e).

  2. 5.

    Stand 08.04.2020
    "Rund 2.000 Plätze seien in Unterkünften in der Stadt sofort belegbar, hatte Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke) vor einem Monat betont. Ob diese Unterbringungen den inzwischen geltenden Corona-Vorschriften genügen würden, ist unklar."
    Nach und nach kommen nun Flüchtlinge an und müssen dann nach Coronavorschriften untergebracht werden.

  3. 4.

    Es ist ein Unding, dass Seehofer Hilfe für für notleidende Menschen vehindert und lediglich 928 Menschen aus Moria aufnehmen möchte. Die Kommunen und Bundesländer haben viel mehr Plätze angeboten!

  4. 3.
    Antwort auf [Dickster] vom 24.07.2020 um 07:07

    Gut dass es noch genügend Konservative gibt, die hier das Sagen haben. Sonst würde unser Land langsam im Chaos versinken.
    Das hat auch nichts mit dem Flüchtlingen zu tun. Die tun mir genauso leid. Das ist aber ein europäisches Problem. Dass kann Deutschland allein nicht schultern. Da ist die Gemeinschaft gefragt.

  5. 2.
    Antwort auf [Dickster] vom 24.07.2020 um 07:07

    Hallo Dickster!

    Ich kann Ihren Einwand nicht nachvollziehen. Herr Seehofer agiert hier nicht als Parteivertreter, sondern als Teil der Bundesregierung, welche 2017 demokratisch und mehrheitlich gewählt wurde.

    Da CDU/CSU im Bundestag eine gemeinsame Fraktion bilden, konnte Herr Seehofer somit Teil der Bundesregierung wählen und wurde entsprechend zum Innenminister ernannt.

    Maik

  6. 1.

    Herzlich Willkommen!
    @rbb Was ist aus der Absicht geworden bis zu 2.000 Flüchtlinge aufzunehmen im Rahmen eines "Landesaufnahmeprogrammes? Wird das weiter von der Bundesregierung blockiert, oder gibt es da auch endlich Fortschritte?
    "Der rot-rot-grüne Senat setzt sich seit längerem für die Aufnahme von Menschen aus griechischen Lagern ein, in denen wegen Überfüllung und schlechter Hygiene teilweise unhaltbare Zustände herrschen." Die katastrophalen Zustände in Moria sind leider weiterhin lebensgefährlich.

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