Aktivisten von Greenpeace verhüllen am 01.07.2020 die CDU-Zentrale in Berlin. (Quelle: Nurgül Gün)
Video: rbb|24 | 01.07.2020 | Material: TeleNewsNetwork | Bild: Nurgül Gün

Protest gegen Kohleindustrie - Greenpeace hüllt CDU-Zentrale in schwarzes Tuch

Eine "Farce" nennt Greenpeace den geplanten Kohleausstieg, so wie ihn die Bundesregierung jetzt beschließen will. Aus Protest sind Aktivisten am Mittwochmorgen auf das Dach der CDU-Zentrale in Berlin geklettert und haben sie mit schwarzem Tuch verhüllt.

Greenpeace-Aktivisten sind am Mittwochmorgen auf das Dach der CDU-Parteizentrale in Berlin geklettert und haben das Gebäude mit schwarzem Stoff verhüllt. Mit der Aktion wollten sie nach eigenen Angaben gegen das geplante Kohleausstiegsgesetz der Bundesregierung protestieren. Aktivisten von Ende Gelände und Extinction Rebellion demonstrierten auch vor der SPD-Zentrale, teils saßen sie mit Transparenten auf den Straßen vor dem Gebäude.

"Dreckige Geschäfte mit der Kohleindustrie"

"Hier müssen sie uns zuhören", kommentierte eine Sprecherin in einem Video, das Greenpeace auf Twitter teilte. Zu sehen waren Demonstranten, die ein Transparent auf dem Dach des Konrad-Adenauer-Hauses entrollten. Sie warfen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und anderen CDU-Politikern vor, Wissenschaftlern sowie der Kohlekommission nicht zuzuhören und "dreckige Geschäfte mit der Kohleindustrie" zu machen.

Das geplante Kohleausstiegsgesetz der Bundesregierung sei eine "Farce", kommentierte die Greenpeace-Sprecherin. "Unser aller Geld soll verwendet werden, um für die Schäden aufzukommen, die die Kohleindustrie verursacht hat." Die Polizei bestätigte einen Einsatz.

Ein Sprecher der CDU sagte der Deutschen Presse-Agentur am Vormittag: "Die Höhenrettung der Berliner Polizei hat die Damen und Herren von Greenpeace angewiesen, aus Sicherheitsgründen das Glasdach der Bundesgeschäftsstelle der CDU zu räumen. Demonstrationen sind aus Sicht der CDU legitim. Aber Sicherheit geht vor."

Bundestag und Bundesrat sollen noch vor Sommerpause abstimmen

Die schwarz-rote Koalition hat nach langen Verhandlungen den Weg für den geplanten Kohleausstieg in Deutschland frei gemacht. An diesem Freitag sollen zentrale Gesetze von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden und damit noch vor der parlamentarischen Sommerpause. Konkret geht es um ein Gesetz mit einem konkreten Fahrplan zum Kohleausstieg bis spätestens 2038 sowie um ein Gesetz zur Strukturstärkung. Vergangene Woche hatten Kohle-Gegner in Tagebauen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen protestiert.

Greenpeace Aktivisten verhüllen am 1. Juli 2020 die CDU-Zentrale in Berlin. (Quelle: Reuters/Hannibal Hanschke)

"Das ist nicht sozialdemokratisch"

Die Gruppe Extinction Rebellion warf der SPD vor, das Klimaschutzabkommen von Paris zu missachten und stattdessen "Steuergeld in den Rachen von Konzernen" zu schmeißen. Das alles sei nicht sozialdemokratisch. Auf Fotos waren zahlreiche vorwiegend jugendliche Demonstranten zu sehen, die vor dem Kreuzberger Gebäude der SPD auf der Straße saßen. An der Aktion beteiligten sich auch Vertreter der Gruppe Ende Gelände. Laut der Organisatoren beteiligten sich 200 Personen an der Sitzblockade.

Fridays for Future solidarisierte sich in einer Presseerklärung und rief für Donnerstag zu einer Fahrrad-Demo auf.

73 Kommentare

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  1. 73.

    Wie geht es wohl dem Landkreis Stade, wenn man ein Drehleiterwagen der Freiwilligen Feuerwehr dazu nutzt, um eigenwillige Aktionen in Berlin zu unterstützen, satt bei einem Brand Leib und Leben zu retten.
    Aber das scheint den populistisch agierenden Umwelt"Aktivisten" und den Beifallklatschern egal.
    Für die in Not geratenen Bürger des Landkreises Stade bleibt der Trost, dass ihr Feuerwehrfahrzeug in der Berliner Presse war.

  2. 72.

    Was wohl Christo dazu sagen würde? ;) Ansonsten haben Sie meine volle Zustimmung!

  3. 70.

    Interessante Aktion von Greepeace zu einem diskussionswürdigen Thema.

    Warum sich eine altgediente Umweltschutzorganisation jedoch nicht von antidemokratischen und gewaltbereiten Organisationen wie Ende Gelände und ER, die auch zu Gewalt gegen Menschen und Sachen bereit sind und das mit "zivilem Ungehorsam" umanteln, abgrenzt, bleibt fragwürdig.

  4. 69.

    und noch genauer, sie benutzt das Pseudonym nur für ihre Krimis. Sie schreibt nämlich auch noch andere Romane unter ihrem richtigen Namen.

  5. 68.

    Hammer Aktionen von Greenpeace, Ende Gelände und Extinction Rebellion! Keine Milliarden für Kohlekonzerne!!!

  6. 67.

    Genauer handelt es sich um die Autorin Nora Roberts. Sie benutzt das Pseudonym J.D.Robb. Nur so nebenbei.

  7. 66.

    "die diese Braunkohleunternehmen ins Stadtsäckel legen,"
    Machen Sie Witze? Gewerbesteuer zahlt die Leag schon seit Jahren nicht.

  8. 65.

    Entschuldigung für den Schreibfehler. Vielleicht lese ich mal was von der von ihnen angegebenen Autorin:-))); übrigens Großschreibung beachten: J. D. Robb.
    Das war‘s dann.

  9. 64.

    Geniale Aktion ;-) Hoffe die CDU denkt nochmal über ihre Position nach. Die Zukunft gehört den Erneuerbaren und der Umstieg darf nicht weiter aufgeschoben werden!

  10. 63.

    Leider gibt es keine echten Lösungen bei den Grünen nur unrealistische Forderungen. Wie wenig die Grünen davon verstehen sagt uns der Vergleich von Trittin mit den Eiskugel. Mit der Kuh sagt und dass Sie gern schreiben zu Dingen welche Sie nicht verstehen. Wo Sie nicht einmal die einfache Sache mit dem Feld verstanden haben, sagt mir diese viel ....

  11. 62.

    „Wie FFF, Greenpeace und XR auch möchte ich einfach, dass man auf die Experten hört, ...“

    Ist mir da etwas entgangen???

  12. 61.

    Wie FFF, Greenpeace und XR auch möchte ich einfach, dass man auf die Experten hört, die seit über dreißig Jahren vor dem Klimawandel warnen und Pläne für einen Ausstieg aus den fossilen Energien schreiben.

    Kühe würde ich übrigens am liebsten gar nicht haben, aber das hat ja mit dem Kohleausstieg grade wenig zu tun.

  13. 60.

    Warum schreiben Sie eigentlich immer „robb“, das ist meines Wissens eine amerikanische Krimiautorin :-))

  14. 59.

    Ja, ganz toll. Glauben Sie im Ernst, dass die CDU -Zentrale diese „Aktivisten“ samt Equipment einfach so und völlig unbemerkt auf ihrem Haus herumklettern lässt.

  15. 58.

    Oh Rita, wo haben Sie den Ihre Rechtskenntnisse her. Ist ja entzückend. die Greenpeace-Aktivisten als Schwerverbrecher zu bezeichnen. Wo sehen Sie einen Verstoß gegen das Versammlungsrecht? Was wurde ZERstört?

    Also außer Hausfriedensbruch und Ihrem "und und und" bleibt irgendwie nicht viel übrig. Manchmal bin ich geradezu glücklich, dass Volkes Stimme das bleibt, was es ist. Eine eigene, nicht immer zutreffende, Meinmung.

  16. 57.

    Peter, es ist wirklich nicht zu überlesen, welch eine Einstellung Sie zur Braunkohleverstromung und deren Mitarbeiter haben. Schade. Schade deshalb weil Sie in all Ihren, mehr oder weniger qualifizierten Kommentaren, vergessen das auch Sie und Ihre Familie bisher in einem sehr hohen Maße von den Steuergeldern, die diese Braunkohleunternehmen ins Stadtsäckel legen, profitieren. Vergessen Sie mal nicht wo Sie hergekommen sind und hören Sie auf rechtschaffene Personen zu beleidigen.

  17. 56.

    Schöne Aktion von Greenpeace, angesichts der Tatsache, dass die CDU mit ihrer Anti-Klima-Politik die Zukunft vieler Generationen vernichtet, sollte sich niemand über so kleine Kletteraktionen beklagen. Erstaunlich, dass die Jungend nicht schon viel radikaler unterwegs ist.

  18. 54.

    Es gibt sehr wohl was zu meckern. Sie haben die Kritik ja garnicht verstanden. Benennung von Problemen, Meinungen klar darstellen - JA. Aber als Öffentlich-rechtlicher Sender ist Verhältnismäßigkeit und journalistisch angemessener Stil zu waren, verpflichtend.
    Nicht jede Demo sollte vom rbb so umfangreich und politisch-gefärbt aufgearbeitet werden.

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