03.07.2020, Berlin: Polizisten mit Mundschutzmasken stehen vor dem Reichstagsgebäude, an dem Greenpeace-Aktivisten sich mit einem Transparent abgeseilt haben, auf dem geschrieben steht: «Eine Zukunft ohne Kohlekraft». (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)
Audio: Inforadio | 03.07.2020 | Swetlana Oheim | Bild: dpa/Kay Nietfeld

Protest gegen Kohleausstiegsgesetz - Greenpeace-Aktivisten klettern auf Berliner Reichstag

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat ihre Protestaktionen gegen die Kohle fortgesetzt. Während im Reichstag noch über die Ausstiegsgesetze debattiert wurde, brachten Aktivisten außen am Gebäude ein Banner an.

Greenpeace-Aktivisten sind aus Protest gegen das geplante Kohleausstiegsgesetz der Bundesregierung auf das Dach des Reichstagsgebäudes in Berlin geklettert. Unter dem Schriftzug "Dem deutschen Volke" brachten sie am Freitag ein großes Transparent mit der Aufschrift "Eine Zukunft ohne Kohlekraft" an.

Etwa zehn Menschen seien an der Aktion beteiligt, sagte Greenpeace-Aktivistin Lisa Göldner. Die Umweltschützer halten einen Kohleausstieg bis spätestens 2038 für zu spät. "Der Kohleausstieg kann und er muss schneller gehen", sagte Göldner.

Bundestag und Bundesrat entscheiden an diesem Freitag über einen schrittweisen Kohleausstieg in Deutschland. Am Vormittag stimmt zunächst der Bundestag über zwei zentrale Gesetze ab, danach folgt die Länderkammer.

Klimaaktivisten demonstrierten am Freitagmorgen auch zwischen Reichstagsgebäude und Bundeskanzleramt. Sie trugen Schilder mit der Aufschrift "Stopp Kohle!".

Sendung: Fritz, 03.07.2020, 11.00 Uhr

23 Kommentare

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  1. 23.

    «DEM DEUTSCHEN VOLKE ... EINE ZUKUNFT OHNE KOHLEKRAFT»

    Es geht um Klimaschutz, bzw. um das, was unsere Volksvertreter nicht machen:

    KURZFRISTIG mit der Verbrennung von Kohle Schluß zu machen.

    Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace:

    "Die Bundesregierung schiebt dringend notwendige CO2-Einsparungen auf die lange Bank. Ein vollständiger Kohleausstieg bis 2030 ist dringend nötig, damit Deutschland klimapolitisch glaubwürdig wird."

    Außerdem: Für die Stilllegung aller Kraftwerke bis spätestens 2038 sollen insgesamt 4,35 Milliarden Euro an RWE und die Leag fließen.

    Aber hier in den Kommentaren geht es fast nur um die Strafverfolgung der Greenpeace-Aktivisten, die einfach öffentlich machen wollen, daß das von der CDU/CSU-Koalition dominierte Bundesparlament einen sehr schlechten Job macht.

  2. 22.

    Selbst der Reichstag ist zum rechtsfreien Raum geworden?
    Ich hoffe doch, dass man denen, die gerne von der Presse, hochgejubelten "Ativisten" habhaft wurden und empfindlich bestraft werden.
    Sonst geht jeglicher Respekt vor dem Hohen Haus verloren.
    Aber, wie man den Rot-Dunkelrot-Grünen Senat kennt, werden die noch von denen gefeiert.

  3. 21.

    Bei Merkel haben diese Leute einen Freifahrtschein. Wetten, daß keine Strafanzeige des Hausherrn erfolgt!

  4. 20.

    Man darf gespannt sein, ob der Hausherr Strafantrag stellt, und die Personen, die Beihilfe geleistet haben, um das Equipment ins Gebäude zu bringen, und nicht öffentliche Bereiche zugänglich gemacht haben, namhaft gemacht werden. Denn sollte diese Vorgehensweise Schule machen, dürfte Bannmeile und Sicherheitskonzept zur Farce werden.

  5. 19.

    Fast so lustig wie die Bundesregierung: Erst das Pariser Klimaschutzabkommen unterschreiben und dann einfach weiter CO2 in die Luft blasen.

  6. 18.

    Die Kletterausrüstung kann im Vorfeld der Aktion durch Abgeordnete der verschiedenen bzw. daran interessierten Fraktionen oder deren Büromitarbeitern in das Gebäude gebracht werden ohne aufzufallen.
    Diese Personengruppen haben einen Hausausweis und können am Einlassdienst/ Pforte das Gebäude unkontrolliert betreten und verlassen.
    Keine Chance beim Wachschutz an der Röntgenstrecke mit dem Equipment durchzukommen.
    Alle Angaben ohne Gewähr...:-)

  7. 17.

    Ich bin auch der Meinung, dass das abgesprochen war, genau so wie bei der CDU-Zentrale, denn die wären sonst niemals rein und rauf gekommen. Schade, dass sich die Häuser für sowas hergeben.

  8. 15.

    Der Kohleausstieg ist doch schon beschlossen , was wollen die denn noch ? Meiner Meinung nach wollen die nur Aufmerksamkeit ,wie bockige Kleinkinder , oder wissen die vielleicht noch gar nicht Bescheid ? Na das wär ja peinlich .

  9. 14.

    Irgendwie ist die Aktion doch vorher abgesprochen gewesen. Wenn man ganz legal in das Reichstagsgebäude möchte um es zu besuchen , einer Bundestagssitzung als Gast beizuwohnen etc. muss man sich vorher komplett "nackig" machen und selbst der Weg ins Parlament ist strengstens bewacht und präzise vorgegeben. (eigene Erfahrung) Und nun kommen da so ein paar Transparentaufhänger(cooles Wort) und steigen dem Gebäude aufs Dach. Völlig ungehindert. Frage: dann könnten ja Terroristen und anderes zweifelhafte Gedöns auch ungehindert irgendwelche bösen Dinge tun. Es interessiert mich als Bürger sehr, wie derartiges möglich war, ohne dass der Hausherr darüber im Vorfeld unterrichtet war und dies genehmigte. Auf Antwort wartend....

  10. 13.

    „Aber Autofahrer werden beim geringsten Verstoß bestraft.“
    Eine wirklich tolle Idee, leider ist genau das Gegenteil der Fall. Raser und Falschparker gefährden täglich zigtausendfach ungestraft Menschenleben. Aber 10 Leute die begründeterweise friedlich auf ein Riesenproblem aufmerksam machen müssen natürlich kriminalisiert werden. Unfassbar.

  11. 12.

    "Kann der Staat nicht auf seine Gebäude aufpassen und sichern."
    Nein, kann er anscheinend nicht. Man braucht sich ja nur anzuschauen was in letzter Zeit so alles am Reichstag passiert ist. Aber ich denke mal das geht nur in Dtschl. ! Würden sie dies z.B. am Kapitol in Washington D.C. versuchen wäre der Spuk bestimmt schnell beendet!

  12. 11.

    "Aktivisten" !? Welche sind das die in der damaligen DDR die Produktion gesteigert haben oder übersteigerte politische Ansichten haben? Es sind immer noch Demonstranten denen jedes Mittel recht ist. Ansonsten sind die sogenannten "Rechten" ja auch Aktivisten. Es ist schon komisch wie solche Leute in der heutigen Zeit genannt werden. Peinlich sollte es den Sicherheitskräften sein die soetwas ermöglichen.

  13. 10.

    "Aber Autofahrer werden beim geringsten Verstoß bestraft"

    ach wäre das schön- aber nein, leider...leider nein, werden sie nicht

  14. 9.

    Ich kann nicht verstehen das man gegen solche Rechtsbrecher nicht vorgeht. Aber Autofahrer werden beim geringsten Verstoß bestraft. Kommt anscheinend drauf an w e r was macht.

  15. 8.

    Keine Sorge, ein Schutzgraben ist schon in Planung ...

    Damit wird das Gebäude mit der Inschrift «DEM DEUTSCHEN VOLKE» sicherlich vor dem gemeinen Volk geschützt.

    Siehe hier:
    Morgenpost, 14.02.2020, "Schutzgraben vor dem Reichstag wird größer als gedacht"

  16. 7.

    Wo waren die Sicherheitskräfte? Mann kommt doch nicht ohne Kontrolle an das Gebäude.
    Wenn man zu Käfer möchte ist eine Anmeldung und Kontrolle erforderlich.

  17. 6.

    Ich finde das unter aller Sau, das sind keine Aktivisten, die schießen sich mit solchen Aktionen nur selbst ins Knie. Wenn sie was nützliches tun wollen, sollten sie es mal mit sozialer Arbeit probieren.

  18. 5.

    Ich bin sehr für das Anliegen, für bzw. gegen das hier protestiert wird. Aber mich wundert es ebenfalls, dass so eine Aktion möglich war. Es gibt es ja auch eine Bannmeile.

    So etwas sollte sich der Rechtsstaat nicht gefallen lassen- egal wie sympatisch das eigentliche Anliegen ist.

  19. 4.

    Kann der Staat nicht auf seine Gebäude aufpassen und sichern. Terroristen statt transparentaufhänger hätten wohl leichtes Spiel!

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