20.12.2016, Berlin, Deutschland, GER, (r.) der neue Dienstwagen vom reg. B¸rgermeister von Berlin Michael M¸ller, Mercedes-Benz S 600 (Quelle: imago-images)
Audio: Inforadio | 27.07.2020 | Ute Schuhmacher | Bild: imago-images

Tesla wird Teil des Senatsfuhrparks - Müller behält Mercedes-Dienstwagen trotz hohen CO2-Ausstoßes

Das Image als Landeschef mit dem schmutzigsten Dienstwagen wollte Michael Müller eigentlich loswerden. Deswegen bestellte der Berliner Regierende Bürgermeister bei Audi einen neuen Wagen. Doch nun stellt sich heraus: Müller bleibt Mercedes-Fahrer.

Der Versuch des Berliner Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (SPD), seinen alten Dienstwagen in ein umweltfreundlicheres Modell von Audi umzutauschen, ist gescheitert. Wie der rbb am Montag erfuhr, behält Müller seinen Mercedes S-Guard - und fährt damit weiterhin den schmutzigsten Dienstwagen aller Länderchefs, was die Deutsche Umwelthilfe bereits 2019 kritisiert hatte.

Müller wollte ursprünglich seinen 530 PS starken Mercedes gegen einen neuen Audi A8 L Security umtauschen. Als der Wagen geliefert werden sollte, stellte sich nach Informationen des rbb aber heraus, dass dieser noch mehr CO2 ausstößt als der alte Dienstwagen. Grund sind offenbar die erhöhten Sicherheitsanforderungen an das Fahrzeug des Regierenden.

Panzerung verdirbt CO2-Bilanz des Audi

Die Senatskanzlei äußerte sich nur sehr zurückhaltend zu der Angelegenheit. Zwar sei die Spezialanfertigung von Audi wie geplant fertig worden, sagte eine Senatssprecherin. "Technische Veränderungen haben den Regierenden Bürgermeister inzwischen aber dazu bewogen, den bisherigen Dienstwagen weiterzufahren." Weil Müller aufgrund der Risikobewertung des Landeskriminalamtes ein besonders gepanzertes Fahrzeug fährt und kein Serienfahrzeug, sei es "nicht möglich, kurzfristig einen anderen Dienstwagen zu bekommen", so die Sprecherin weiter.

Tesla schleicht sich in den Senatsfuhrpark

Derweil verbessert sich die CO2-Bilanz der Dienstwagen aller anderen Senatsmitglieder: Die Zahl der reinen Elektrofahrzeuge liegt nun bei neun. Acht weitere Fahrzeuge produzieren - zumindest nach Herstellerangaben - weniger als 50 Gramm CO2 pro Kilometer. Müllers Mercedes liegt hingegen bei 270 Gramm CO2 pro Kilometer.

Mit dem Tesla Model 3 fahren Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) und Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) die saubersten Dienstwagen aller Senatoren - allerdings ist Günthers Tesla noch nicht ausgeliefert worden. Noch ist sie mit einem VW Passat GTE 1,4 TSI (Hybrid) unterwegs. Danach folgen Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD), Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne), Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD) und Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) mit jeweils einem BMW 530e iPerformance.

Die Dienstwagen der Berliner Senatoren 2020

Manche Senatoren sauberer unterwegs als ihr Team

Kultursenator Klaus Lederer (Linke) fährt nach Müller den zweitschmutzigsten Wagen, einen Audi A6 50 TDI quattro.

Ein interessantes Detail: Nicht selten sind die Staatssekretärinnen und Staatssekretäre "schmutziger" unterwegs als ihre Chefinnen und Chefs. So fahren die beiden Staatssekretäre von Bausenatorin Lompscher, Regula Lüscher und Sebastian Scheel, Audi-A6-Limousinen mit jeweils über 140 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer.

Insgesamt gehören zum Fuhrpark der Senatoren und Staatssekretären 16 Audis, 15 BMWs und drei Teslas. Dazu kommen ein Lexus GS300h (Wirtschaftssenatorin Ramona Pop, Grüne) und ein Volvo S90 TB (Staatssekretär Gerry Woop).

Zwölf Fahrzeuge sind reine Benziner, vier werden nur mit Diesel betrieben. Elf Fahrzeuge haben einen Hybrid-Antrieb. Das mit Abstand beliebteste reine Elektroauto ist der Audio e-tron, gefolgt von Teslas Model 3.

Kommentar

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53 Kommentare

  1. 53.

    Warum kann der OB von Tübingen, Boris Palmer (Grüne), durch seine Stadt mit dem Fahrrad fahren, ohne Personenschutz?
    Weil er bei den Bürgern beliebt ist, was nicht nur seine Beliebtheitswerte aussagen.
    Und unser OB? Unfragewerte seiner Beliebtheit im Keller, seine Partei am Tropf der ehemaligen und viermal umbenannten SED und der Verbots-, Bevormundungs- und Vorschriftenpartei Bü90/Grüne.
    Berlin, die Heimstätte für Clan-Kriminalität, im politischen Würgegriff von Rechtsradikale und der linksradikalen "Antifa".
    Ja, Berlin ist nicht mit Tübingen zu vergleichen.

  2. 52.

    Ich verstehe nicht, warum die Berliner Senatoren Dienst-Autos haben. In Berlin gibt es ein zwar besserungswürdiges, aber dichtes Nahverkehrsnetz, mit dem man überall hinkommt. Termine außerhalb Berlins kann man so legen, daß sie mit dem Zug erreichbar sind. @RBB: Was hat das Auto, was Michael Müller bestellte, aber nicht abnahm, dem Steuerzahler gekostet?

  3. 51.

    Lange nicht so ein Blödsinn gelesen.
    Personenschutz Limo werden über den Hersteller an berechtigte Personen verkauft und nicht an Jedermann über Fähnchen Händler.
    Selbst auf der Vebeg Seite gibt es keine gepanzerten Fahrzeuge zu kaufen.

  4. 50.

    Kosten und Personenschutz ist das eine - sicherlich auch nachvollziehbar bei bestimmten Personen.
    Das Problem ist nur, dass veröffentlichte Meinung bei einigen Politikern an ihrer eigenen Bürotür dann nicht mehr gilt.
    Wenn normale Bürger sich für Bequemlichkeit entscheiden, wird das als umweltschädlich kritisiert.
    Wenn Bürger sich um ihre Sicherheit sorgen, heißt es, das sind alles gefühlte Ängste, und Statistiken sagen was anderes.
    Und das allergrößte Problem bei einigen Politikern ist, dass sie unfähig sind, in ihrem eigenen Bereich zu sparen. Bei Anderen können sie das wunderbar.

  5. 49.

    Trotzdem ist diese ständige Leasen im Sinne des Umweltschutzes nicht in Ordnung. Warum die Grünen das mitmachen ist mir ein Rätsel.
    Ist mir schon klar das die Fahrzeuge nicht verschrottet werden, aber warum kann die Regierung nicht die Fahrzeuge für 10 Jahre anschaffen? Wir sind alle in diesem Teufelskreis drin, dass immer mehr produziert werden soll bzw. muss, um das ganze System am Leben zu halten.
    Ein absoulter Irrsinn und Raubbau an der Natur und den Ressourcen

  6. 48.

    Auch dann kostet das Model 3 Standard Plus maximal 60.000€, keine 100.000 oder mehr.
    Die zubuchbaren Optionen sind Felgen, Autopilot, Winterreifen, Farbe und Anhängerkupplung.
    Wieso sehen sie also Tesla kritisch haben aber kein Problem mit dem Volvo, BMW oder Audi? Alle liegen im Basispreis mindestens 10.000€ über dem Tesla und die Aufpreisliste dürfte deutlich umfangreicher sein.
    Oder geht es einfach nur gegen Tesla?
    Ich dachte es geht ihnen um die Steuerverschwendung? Dann müssten sie aber den gesamten Fuhrpark kritisieren.

  7. 47.

    Keine Angst, die Auto werden nach Ablauf des Leasingvertrages nicht verschrottet. Die können sich danach Normalverdiener beim Händler kaufen und auch der Berliner Landeshaushalt profitiert zumindest bei den deutschen Herstellern von den sehr niedrigen Leasingraten.

  8. 46.

    #A.Strittmatter: für wahr, aber wer hat diese Diskussion inszeniert?
    Schon die Überschrift und die fett gedruckten Zeilen der Abschnitte suggerieren einen negativen Aspekt der Umweltschädigung und der Rufschädigung politischer Funktionsträger.

  9. 45.

    Genau, Basisvariante. Es wird mit Sicherheit keine Basisvariante gefahren.
    Was man auch nicht versteht, warum die Fahrzeugt geleast werden sollen.
    Warum sollen alle zwei oder drei Jahre neue Fahrzeuge angeschafft werden.
    Ein Ressourcenverbrauch sondersgleichen.
    Was ist mit der schützenwerten Umwelt?
    Am Sprichwort "Wasser predigen und Wein saufen" ist oft was dran.
    Es sind auch ihr Steuergelder!

  10. 44.

    Was für eine abstruse Diskussion.

  11. 43.

    Wenn ich all die Kommentare hier lese kommt mir die Galle hoch. Fast alles hat keine Sinnhaftigkeit und ähnelt eher den Kommentaren von Sendungen privater Fernsehsender am Vormittag. Das Herr Müller eine Limousine mit Schutzklasse fährt entscheiden nicht Sie sondern die Kollegen vom LKA und das ist auch gut so. Das solch eine Limousine auch bedeutend mehr wiegt sollte auch jeden bekannt sein. Somit ist der Ausstoß dieses Fahrzeuges auch gerechtfertigt. Ich kenne leider keinen Hersteller aus der Japanischen bzw. elektrischen Ecke der Fahrzeuge mit Schutzklasse in Europa anbietet. So das musste mal gesagt bzw. geschrieben werden. Einen schönen Tag noch.

  12. 42.

    Wenn Deutschland Fahnen verbrannt werden, PolitikerDrohbriefe -email erhalten, Politiker erschossen und immer brutalete Angriffe auf Polizisten u.a. Staatsbedienstete durchgeführt werden, dann ist doch ein gepanzerter Dienstwagen angebracht.

  13. 41.

    Die kaufen doch alle einen NEUwagen, wohin sonst mit der Kohle? Der Senat würde sicher auch nicht an Arafat oder Bushido verkaufen. Wobei - die haben solche Wagen schon ;-)

  14. 40.

    Hier kommt keine Vorbildfunktion bei den Bürgern an.

  15. 39.

    Beitrag verloren gegangen, hm.
    Laut dem Artikel sind 2 der 3 Tesla im Fuhrpark Model 3 Standard Range Plus. Sicher wird es sich bei dem dritten Fahrzeug auch um ein Model 3 handeln.
    Der Basispreis liegt bei 42.900€ für Privatkäufer. Mit allen Extras kommt man auf knapp 60.000€.

    Zum Vergleich kosten die im Artikel genannten Fahrzeuge (BMW, Audi, Volvo), bis auf den Lexus (ca.45.000€), alle in der Basisvariante 55.000€ aufwärts.

    Der Unterhalt sollte ebenfalls günstiger sein. Also eher ein Grund sich als Steuerzahler zu freuen.

    Aber natürlich kann man erstmal behaupten, dass ein Tesla erst ab 100.000@ aufwärts kostet. Selbst das Model X kostet in der Basisvariante "nur" 87.000€.

  16. 38.

    Schadstoffausstoss ist die eine Sache, ist in Erfahrung zubringen wie hoch die Kilometerleistung pro Jahr der einzelnen Fahrzeuge ist.

  17. 37.

    Vielleicht würde es helfen, sich einfach mal besser zu informieren, bevor man sich beklagt. Das Tesla-Modell, um das es hier geht, kostet etwa zwischen 40.000 und 60.000 Euro, je nach Ausstattung. Außerdem werden Dienstfahrzeuge gerne auch einfach geleast und nicht gleich gekauft.

  18. 36.

    "...trotz hohem CO2-Ausstoß" Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod! Lieber RBB, auch wenn es Meckern auf hohem Niveau ist, bitte halten wenigstens Sie im ÖRR das Deutsch-Niveau hoch.

    Zum Dienstwagen selbst: Es ist gut, wenn Herr Müller seinen bestehenden alten Wagen einfach weiter fährt. Die Produktion eines neuen PKW würde mehr CO2 erzeugen, als der alte in seinem gesamten restlichen Autoleben je erzeugen wird. Die Weiternutzung ist daher absolut sinnvoll. Der nächste Wagen des Regierenden Bürgermeisters darf dann aber gerne ein paar Nummern kleiner ausfallen. Ich wüsste nicht, warum ein Bürgermeister ein derart stark gepanzertes Fahrzeug benötigen würde, dass selbst die Kanzlerin neidisch wird. Aus meiner Sicht ist er nicht besonders bedroht, weil politisch viel zu unbedeutend. Das gilt im Übrigen für alle Landesväter und -mütter!

  19. 35.

    Diese hasserfüllten Wutbürgerkommentare können einen schon sehr nachdenklich machen mit was für Menschen man zusammenlebt.

  20. 34.

    ... ein Kleinwagen wird vermutlich nicht die nötige Zuladung bieten um ihn zu panzern, außerdem müsste man den erst entwickeln, und damit wäre er vermutlich teurer als ein Mercedes. Übrigens: der Grüne Ströbele fuhr meistens mit dem Fahrrad - aber war der den Konservativen ja auch nicht recht ;)

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