Protestaktion in Rheinsberg gegen NDP-Demo am 28.7.2020 (Quelle: rbb/Haase-Wendt)
Audio: Antenne Brandenburg | 28.07.2020 | Björn Haase-Wendt | Bild: rbb/Haase-Wendt

Rheinsberg - Doppelt so viele Teilnehmer bei Gegendemo als bei NPD-Protest

Mehr als 100 Menschen haben am Abend friedlich in Rheinsberg für eine weltoffene und gewaltfreie Stadt demonstriert. Sie stellten sich damit einer Kundgebung der rechtsextremen NPD mit rund 50 Teilnehmern entgegen.

Anlass waren die Ausschreitungen in der vergangenen Woche zwischen Deutschen und Polen und einer Gruppe von Tschetschenen im Wohngebiet am Stadion. Acht Menschen wurden festgenommen.

Rheinsberg sucht das Gespräch

Brandenburgs Landtagspräsidentin und SPD-Fraktionsvorsitzende in Rheinsberg, Ulrike Liedtke, kritisierte in ihrer Rede, dass die NPD die Schlägerei politisch ausnutzen wolle. Die polizeilichen Ermittlungen würden die Hintergründe der Ausschreitungen klären – darauf würden Polizei und Justiz dann reagieren, so Liedtke.

Der Landrat von Ostprignitz-Ruppin, Ralf Reinhardt, betonte, dass die Integration ein dauerhafter Prozess sei, der in den Haushalten, Straßen und Orten stattfinden muss. Der Landkreis werde dabei weiter unterstützen. So soll es in der kommenden Woche ein Gespräch zwischen Kreisverwaltung und dem Rheinsberger Bürgermeister geben, bei dem die Situation im Ort besprochen werden soll.

Auch Freke Over von der Rheinsberger Linksfraktion sagte bereits vor der Demonstration gegenüber dem rbb-Büro Perleberg: "Hier muss es darum gehen mit einer starken Zivilgesellschaft für eine Veränderung in diesem Wohngebiet zu sorgen, dass solche Dinge nicht mehr vorkommen."

NPD-Kundgebung am 28.7.2020 in Rheinsberg (Quelle: rbb/Haase-Wendt)NPD-Kundgebung

Großeinsätze der Polizei

Etwa 100 Menschen hatten sich am vergangenen Freitagabend in einem Rheinsberger Wohngebiet versammelt. Eine Polizeisprecherin beschrieb die Stimmung als "äußerst aggressiv". Zwei Männer wurden wegen Widerstands gegen Polizeibeamte in Gewahrsam genommen. Die Beamten sprachen 51 Platzverweise aus. Ein Polizist wurde leicht verletzt. Um Mitternacht beruhigte sich die Lage.

Auslöser war nach ersten Erkenntnissen der Polizei eine Auseinandersetzung vom Donnerstag: 15 bis 20 Männer hatten sich am selben Ort eine Schlägerei geliefert. Zwei Gruppen waren zunächst verbal aneinander geraten, bevor die Situation eskalierte.

Weiterhin unklar ist, was zu den Ausschreitungen und der Schlägerei zwischen 20 Personen geführt hat – die Ermittlungen dazu laufen weiter, sagte eine Polizeisprecherin am Abend.

Sendung: Brandenburg aktuell, 28.07.2020, 19:30 Uhr

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7 Kommentare

  1. 7.

    Sie hätten auch einfach unmaskiert "Ausländer raus!" schreiben können. Schließlich ist Ihre rechtsextreme, rechtsunkundige Haltung ja genau Absicht Ihrer Rechtsextremismus verharmlosenden Aussage.

    Bei einer Instrumentalisierung von Ausschreitungen durch Rechtsextreme über Asylrecht reden zu wollen, ist peinlicher, unrechtsstaatlicher und offenkundiger Versuch, rechte Ideologie zu verbreiten. Die angedeuteten und rechtlich keineswegs so gedachten pauschalen Abschiebungen aufgrund mutmaßlicher Nationalitäten oder Herkünfte sind durch rechtsstaatliche Grundsätze jedenfalls nicht gedeckt.

  2. 6.

    Hallo Idealist,

    Sie Scheinen halt ein Idealist zu sein.
    die MOZ liegt da schon relativ richtig.

    die Tagesschau gibt den Sachverhalt schon gut wieder
    < https://www.tagesschau.de/investigativ/tschetschenen-diaspora-europa-101.html >

    Sie haben sich wohl auch nur das gekürzte Video angeschaut.

    Und wie kommen Sie drauf gekürzte Haare gleich Nazi
    Dann sind aber wohl auch alle Haare verlierende Männer dann Nazis.

    Grüße

  3. 5.

    Ja und nun? Das berechtigt das braune Faschistenproletariat dazu, auf Menschen einzuprügeln?

  4. 4.

    "Der Landrat von Ostprignitz-Ruppin, Ralf Reinhardt, betonte, dass die Integration ein dauerhafter Prozess sei, der in den Haushalten, Straßen und Orten stattfinden muss. Herr Reinhardt, der Herr Bürgermeister aus Rheinsberg sagte, der fragliche Personenkreis setze sich zu weiten Teilen aus nicht asylberechtigen Leuten ohne Bleibeberechtigung zusammen. Wie das Wort "Beleibeberechigung" im Asylgesetz ausdrückt, geht der Gesetzgeber davon aus, daß dieser Kreis wieder zeitnah in seine Heimat zurückgeführt wird und hier keineswegs eine "Integration" von gesetzeswegen beabsichtigt ist.

  5. 3.

    In der MOZ wird berichtet, dass bei der "Gruppenschlägerei" mit ca. 20 Personen von der Polizei kein fremdenfeindlicher Hintergrund vermutet wird. Auf dem Internet- Video ist zu sehen, wie jeweils 3-4 Personen, darunter kräftige Männer mit Glatze, in Hooligan- Manier auf einzelne einschlagen und eintreten. Eine verschleierte Frau rennt aufgebracht umher und versucht sie abzuhalten, dabei wird auch sie angegangen. Wie kann bei dem Sachverhalt ein rassistischer Hintergrund ausgeschlossen werden?

  6. 2.

    Man muss ja heutzutage vorab betonen, dass mit der NPD nichts zu tun, aber soweit ich das beurteilen kann hat nicht nur die für "Weltoffenheit" demonstrierende Truppe "friedlich" demonstriert, auch bei der NPD, ist zu lesen, ging alles "friedlich" zu.
    Wobei, das wird von den Weltoffenen Friedlichen nicht genau kommuniziert, wohl weil sie sich mit den realen Folgen dann lieber nicht auseinandersetzen wollen, ist denn jetzt mit dieser Art der "Weltoffenheit" gemeint, daß gültige Gesetze, die den Zuzug aus aller Welt begrenzen sollen, nicht mehr relevant sind? Dann sollte die Weltoffenen das ehrlich auch so sagen. Gelegentlich sieht maj ja bei den Weltoffenen auch Schilder no "No boarders", und im Parteiprogramm der Linken steht die Forderung auf "Offene Grenzen".

  7. 1.

    Laut Bürgermeister Schwochow sei das größte Problem, dass der Landkreis dort Menschen einquartiert hat, die keinen Aufenthaltsstatus und damit auch keine Perspektive hätten.
    Warum läßt der Staat dauerhaft derartige Situationen zu?

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