Eine Besucherin des Jugendzentrums Potse (Quelle: rbb/Jessy Lee Noll)
Bild: rbb/Jessy Lee Noll

Entscheidung Räumungsklage "Potse" - "Wir werden die Räume nicht verlassen"

In den Achtzigerjahren begann die Geschichte des selbstverwalteten Jugendzentrums "Potse" in der Potsdamer Straße 180 – am Mittwoch könnte sie dort zu Ende sein. Das Landgericht entscheidet über die Räumung. Die Jugendlichen bereiten sich derweil auf Widerstand vor. Von Jessy Lee Noll

Die Fenster sind kaputt, im Treppenhaus gibt es seit Jahren kein Licht. Stattdessen weist eine kleine Lichterkette den Weg in das zweite Stockwerk. Dort hat sich vor 41 Jahren die "Potse" einquartiert. Der selbstverwaltete Jugendtreff ist einer der ältesten Berlins. Das ebenfalls in dem Gebäude Potsdamer Straße 180 beheimatete Jugendzentrum "Drugstore", gegründet 1972, ist bereits ausgezogen, muss aber auf seine neuen Räumlichkeiten voraussichtlich bis 2021 warten.

Normalerweise sitzen die Jugendlichen in dem mit Konzert-Plakaten und Graffiti zugekleisterten Treff zusammen, machen Musik oder organisieren sich zu politischen Aktionen. Jetzt geht das gerade nicht mehr – gegen die Potse e.V. läuft seit eineinhalb Jahren eine Räumungsklage des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg. Das Urteil will das Landgericht am Mittwoch verkünden.

Die Verantwortung liege beim Land Berlin

Paul, ein Sprecher der Potse, verbringt seit fünf Jahren fast täglich seine Zeit hier. Etwa genauso lange kämpft er auch schon für den Erhalt des Jugendzentrums. Ausgelaugt fühle er sich vom Existenzkampf, aber noch lange nicht am Ende. Für die aktuelle Situation macht er das Land Berlin verantwortlich. Dieses hatte die Räume in Eigenbesitz 1987 verkauft. Offizieller Mieter wurde der Bezirk Tempelhof-Schöneberg, mit dem das alternative Jugendzentrum jahrelang einen Nutzungsvertrag hatte. Bis der Bezirk die Mietkosten nicht mehr tragen konnte und den Vertrag kündigte. Auf eine Schlüsselübergabe wartet der Bezirk bis heute – seit Silvester 2018 besetzen Potse-Anhängerinnen die Räume.

Jugendzentrum Potse (Quelle:

Die Suche nach Räumen bleibt ohne Erfolg

Das Problem: Es hat sich noch kein geeignetes Ersatzobjekt gefunden, in dem sich die Angebote der Potse – also auch Bandproben und Konzerte – wie bisher realisieren lassen. Oft scheitere es vor allem am Lärmschutz, so der Tempelhof-Schöneberger Jugendstadtradt Oliver Schworck (SPD): "Die größte Schwierigkeit besteht darin, etwas zu finden, wo man laut sein kann. Es gibt eben wenig Eigentümer, die das unproblematisch sehen. Sie befürchten eher, dass Konflikte mit anderen Mietern entstehen." Vor drei Wochen versuchte die Potse deshalb auf Facebook noch einmal in Eigenregie mögliche Helfer*innen zu mobilisieren: "Kennst du Immobilienfirmen? Eigentümer*innen? Oder hast du selber Räume zu vermieten?", fragen sie in ihrem Post. Ohne Erfolg, wie Paul resigniert erzählt.

Dabei hätten sie sogar die nötigen finanziellen Mittel, um umzuziehen. 3.000 Euro monatlich stelle der Bezirk bei der Anmietung neuer Räume für vorübergehend zwei Jahre in Aussicht.

Jugendzentrum Potse (Quelle: rbb/Jessy Lee Noll)

Wut und Trauer bei Potse-Mitgliedern

Dass die mögliche Räumung des Jugendzentrums trotz aller Bemühungen unmittelbar bevorsteht, macht viele Jugendliche sprachlos. Auch Jonas*, der gerade eine Pause von der Beschriftung eines Transparents eingelegt hat. Bis er die richtigen Worte findet, dauert es eine Weile: "Die Potse ist ein Ort, der Menschen über Generationen hinweg einen Raum gegeben hat. Dass der einfach so zerstört wird, macht mich wütend, traurig und fassungslos" – Gefühle, die sich gerade in vielen Gesichtern widerspiegeln.

Verhandlung soll ignoriert werden

Aufgeben ist für die Potse-Mitglieder dennoch keine Option. Das Gerichtsurteil planen sie aus Protest komplett zu ignorieren. Der Gerichtssaal solle leer bleiben. Kundgebungen vor dem Berliner Landgericht, wie sie beim Prozessbeginn im Januar dieses Jahres stattfanden, seien bewusst nicht geplant. Das Urteil, das im Grunde nur noch verkündet werde, sei nicht akzeptabel. Daher verdiene es auch keine Beachtung. Fest stehe jedenfalls: Wie auch immer das Landgericht entscheide, eine Schlüsselübergabe werde es nach wie vor nicht geben – zumindest nicht freiwillig. "Wir werden die Räume nicht verlassen, bis wir Ersatzräume bekommen", sagt Sprecher Paul. "Das heißt auch, dass wir die rot-rot-grüne Landesregierung im Zweifelsfall vor die Situation stellen, dass sie einen brutalen Polizeieinsatz zu verantworten haben. Weil sie nicht in der Lage waren, das irgendwie zu retten."

*Name von der Redaktion geändert

Sendung: Inforadio, 08.07.2020, 08:00 Uhr

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28 Kommentare

  1. 28.

    Und noch eine Frage: Was hat das mit Philipp Amthor zu tun? Ich verstehe den Zusammenhang "mit Papas Kohle" nicht. Herr Amthor wuchs mit seiner alleinerziehenden Mutter auf. Sein Vater - ein Soldat - verließ die Familie schon sehr früh...ich denke nicht, dass da soviel Kohle im Spiel war? Oder habe ich da etwas aus Ihrem Beitrag falsch verstanden?

    Dann bitte ich um Aufklärung.

  2. 27.

    Danke für den Verweis auf das Jugendarbeit-Gesetz. Dieses hat jedoch mit der vorliegenden Thematik nichts zu tun. Es geht ja lediglich darum, dass dem Jugendzentrum der Nutzungsvertrag für die entsprechenden Räume vom Bezirk gekündigt wurde, da der Bezirk die Kosten nicht mehr tragen kann. Verständlich, denn wer hat schon Geld zu verschenken?
    Der Bezirk stellt dem Jugendzentrum dennoch 3.000€ monatlich für 2 Jahre in Aussicht, die zur Anmietung neuer Räumlichkeiten genutzt werden können. Toll! Jetzt ist Unternehmergeist und Eigenverantwortung gefragt. Nicht jammern und die Gerichte beschäftigen, sondern Ärmel hochkrempeln und auf die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten gehen. Davon hätte die Gruppe jetzt mehr als ihre Energie in eine verlorene Sache zu stecken.

    Zeiten ändern sich, das Leben geht weiter und manchmal muss man sich Veränderungen stellen, ob sie einem passen oder nicht. Früher war alles besser! Echt? Ist das so? Ich denke nicht. Stillstand gibt’s nicht.

  3. 26.

    Ich verstehe Ihre Argumentation nicht. Räume anmieten und dafür bezahlen ist Spießertum? Wow, dann ist das Gro der Bevölkerung eben Spießer. Wo lesen Sie in meinem Beitrag, was für Jugendliche ich mir wünsche? Soll doch jeder das machen, was er will – das tangiert ich herzlich wenig. Wie leicht man eine Gewerbeimmobilie in Schöneberg findet, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber ja, an den Lärmschutz muss man sich halt leider halten. Davon kann ich ein Lied singen, denn meine Nachbarn haben auch schon ein paarmal über meine für sie zu laute Musik gemeckert – naja, dann dreh ich sie halt ein bisschen runter. So ist das Leben in der Gemeinschaft nun mal. Wenn es mir nicht passt, müsste ich mir ein Haus auf der grünen Wiese kaufen, wofür ich leider das Geld nicht habe. Also passt man sich an, ganz einfach.
    Und was heißt „verklemmtes Kleinbürgertum“? Nochmal, das Leben in der Stadt, wo man nun mal dicht auf dicht sitzt, verlangt schlicht und einfach nach Rücksichtnahme.

  4. 25.

    Liebe*r Frau/Herr Andrea,
    danke für Ihren Hinweis auf gesetzliche Grundlagen. Mit Bezug auf die in Ihrer Ausführung nicht näher benannten "... Regeln und Gesetze ..." empfehle ich Ihnen gerne die Lektüre des § 11 SGB VIII Jugendarbeit (Sozialgesetzbuch, SGB VIII, Achtes Buch, Kinder- und Jugendhilfe - Quelle: https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbviii/11.html).
    Danach können wir uns gerne nochmals über die Lösung des Problems verständigen. Und das unabhängig von dem eigentlich zu Grunde liegenden Problem, der Verdrängung von Sozialstrukturen und Zivilgesellschaft durch kommerzielle Interessen.

  5. 24.

    Diese, ähem, besorgten Bürger wünschen sich offenbar eine Jugend, deren Hauptverlang es ist zu konsummieren und alles unkritisch hinzunehmen, was ihr mundgerecht vorgesetzt wird. Kritische, junge Geister werden als Bedrohung für den Status Quo angesehen und von "Erwachsenen" z. T. mit Hass überschüttet - siehe z. B. Greta Thunberg. Das ist mehr als peinlich und auch abstossend.

  6. 23.

    Natürlich hat das mit Spießertum zu tun. Sie wünschen sich Jugendliche vom Schlage eines Philipp Amthor, die sich mit Papas Kohle ein Jugendzentrum kaufen, oder was? Die Realität sieht anders aus. Finden sie mal eine Gewerbeimmobilie in Schöneberg und hoffen sie, dass die spießigen Nachbarn sie nicht gleich rausklagen, wenn es mal ein bisschen lauter wird.

    Sätze wie "Wo kämen wir hin" hört man zudem immer häufiger. Erinnert eher an verklemmtes Kleinbürgertum der 50er und 60er Jahre.

  7. 22.

    .. und an Ende zählt es mal wieder der Arbeiter.

  8. 21.

    Was regt ihr euch so auf? Ich habe nichts gegen Jugendliche, die sich treffen möchten und ihre Zeit miteinander verbringen. Wir leben aber nun mal in einem Rechtsstaat mit Regeln und Gesetzen. Das Gesetz sieht vor, dass ein Mensch, der sich im Eigentum eines anderen aufhalten bzw. wohnen will, dafür eine entsprechende Miete bezahlt. Dies ist hier nicht der Fall. Somit muss die Gruppe leider gehen.

    Die Kündigung wurde bereits 2018 ausgesprochen. Man hätte sich schon längst darum kümmern müssen, einen alternativen Standort zu finden. Warum haben die Jugendlichen das nicht gemacht??? Wenn mir als Mieter meine Wohnung gekündigt wird, sehe ich mich auch so schnell wie möglich nach einem adäquaten Ersatz um. Die Gesetze sind nun einmal so und das ist auch gut so. Wo kämen wir hin, wenn jeder machen würde, was und wie es ihm/ihr gerade in den Kram passt. So funktioniert eine Gesellschaft nicht. Und das hat rein gar nichts mit „Spießer sein“ oder Hass auf Jugendliche zu tun.

  9. 20.

    Die gleiche Geschichte überall... diese Jugendzentren und selbstverwalteten Kulturstätten saßen in grottigen Gebäuden, die zu vermieten sich kaum lohnte... jetzt kommt der Kapitalismus und zieht die Daumenschrauben an. So kommt wieder ein bisschen Feudalismus nach Deutschland: wer das Land besitzt, bestimmt auch wie das gemeine Volk zu leben hat.

  10. 19.

    tommy, Berlin, Dienstag, 07.07.2020 | 19:09 Uhr:
    "... berufs-Jugendlichen ... Genderitis ... wie wäre es mal mit Arbeiten gehen, statt ewig auf Kosten anderer zu leben ... linksextremistischen Milieu ..."

    Dumme Klischees, die viel über das unterkomplexe Denkvermögen des Autors sagen, aber keinerlei sachliche Argumente!!!

    Wer ist dort "berufs-Jugendlicher"? Wer "leidet an Genderitis"? Wer dort geht nicht zur Arbeit und lebt stattdessen "ewig auf Kosten anderer"? Bitte konkret!

  11. 18.

    Felix, Berlin, Dienstag, 07.07.2020 | 18:57 Uhr:
    "Wenn man also kein Recht bekommt, versucht man die Allgemeinheit zu erpressen, ist das so? Das Anspruchsdenken dieser oft nicht mehr ganz so jungen Leute ist schon skandalös."

    Lieber Felix, haben Sie einen besseren Vorschlag, wie die Jugendlichen die Gesellschaft dazu bringen können, dass sie sich um sie kümmert und Möglichkeiten zum Zusammentreffen und zur freien Entfaltung z.B. in einem Jugendzentrum ermöglicht?

    Felix, Berlin, Dienstag, 07.07.2020 | 18:57 Uhr:
    "Mich würde interessieren wie denn die konkrete Jugendarbeit aussieht, für die der Bezirk Steuergelder verwenden will, und wie viele Jugendliche wirklich in die reale Arbeit dieses Jugendzentrums eingeschlossen sind bzw wie viele Jugendliche überhaupt erreicht werden?"

    Dann gehen Sie hin und erkundigen Sie sich, statt auf dem heimatlichen Sofa nur rumzumeckern und abzuwarten, dass man Ihnen alle Antworten auf alle Ihre Fragen nach Hause bringt!

  12. 17.

    Hr.Kolbe, Dienstag, 07.07.2020 | 17:40 Uhr:
    "wenn es dort so aussieht wie auf den Bilder, (beklebte und beschmierte Wände, Räume voller Müll und Renovierungsstau seit nicht erst 10 Jahren) ....
    Entschuldigung, das musste sein!"

    Nein, lieber Spießer, das musste NICHT sein! Sie verwechseln offenbar ein Altersheim mit einem Jugendzentrum.

  13. 16.

    Karl, Berlin, Dienstag, 07.07.2020 | 17:13 Uhr:
    "Ich kann die Bedürfnisse der Betreiber verstehen, aber es besteht kein Anspruch auf so ein Zentrum. Niemand schuldet denen so einen Ort, und wenn sie den nicht selbst finanzieren können oder wollen, dann ist das so. Wir leben in einem Rechtsstaat, und ..."

    ... und nicht in einem kinderfreundlichen Sozialstaat, wo sich die Gesellschaft um ihre Kinder kümmert und ihnen Kultur und Zusammensein ermöglicht.

    Lieber Karl, in Ihrer kalten kinder- und jugendfeindlichen Gesellschaft möchte ich NICHT leben!

  14. 15.

    Berlin hat lange auf Kosten anderer gelebt und die auch für so ein Jugendzentrum bezahlen lassen. Der Geldregen versiegt, ohne das die Politik quer durch alle Parteien wirksam gegensteuern. Viele haben das heute immer noch nicht verstanden und leben immer noch in der Vergangenheit.

  15. 14.

    Wieder ein Stück echtes Berlin, das nicht mehr in das stromlinienförmige "Möchtegern" New York für langweilige gut verdienter Zugereiste passt. "Echte" Berliner sehen hier zusehends keine Zukunft mehr, ist doch diese ehemals liebenswerte, spannende Stadt zu einem Fress-und Saufparadies für Land bevölkerung geworden, die hier mal auf große Stadt "machen". Weg hier, so schnell wie möglich!!

  16. 13.

    "Bis der Bezirk die Mietkosten nicht mehr tragen konnte und den Vertrag kündigte." steht im RBB Beitrag. Ich erlaube mir mal das so zu kommentieren, vierzig Jahre hat der Steuerzahler die Nutzer der Immobilie gepampert, 1,4 Millionen Steuergeld bei den angegebenen Zahlen. Für eine kleine privilegierte Gruppe, warum eigentlich? Welchen gesellschaftliche Nutzen hat das Ganze? "Normalerweise sitzen die Jugendlichen in dem mit Konzert-Plakaten und Graffiti zugekleisterten Treff zusammen, machen Musik oder organisieren sich zu politischen Aktionen." Warum gehen Sie in keine Partei oder gründen eine, wenn sie politische Aktionen machen wollen?

  17. 12.

    Volle Zustimmung für Ihren Kommentar und Solidarität mit den Jugendlichen! Die Aufzählung ließe sich(leider)noch beliebig verlängern.

    Ach und ... Gut zu wissen, dass *Gerd, *Lena, *Dieter, *tommy, *Felix, *Täve Schur, *Hr. Kolbe und *Karl niemals jung waren, sich immer genauso verhielten, wie es sich ihre Eltern/ Großeltern erwünschten/ vorschrieben und natürlich durchgehend immer alle gesellschaftlichen Regeln befolgten. Phänomenal!

  18. 11.

    Der Staat hat uns verraten und verkauft! Ob schwarz, rot, grün oder lila: Alle haben sie die Häuser an Spekulanten verhökert, um sich selbst mehr Kohle auf die Konten zu schaufeln.

    "Im Jahr 2008 verkaufte die BVG im Zuge des Umzugs in die neue BVG-Zentrale das Gebäude an der Potsdamer Straße 180 an ein Investorenkonsortium.[8] Ein Weiterverkauf der Investoren an eine Firma der Intown Gruppe führte schließlich zur Kündigung der Räume durch den Bezirk Tempelhof-Schöneberg."
    - Wikipedia -

    Die ihr gegen die Besetzer jetzt schimpft, wollt ihr, dass euer Haus auch an Spekulanten verkauft wird, wenn ihr wie zu 85 % zur Miete lebt und gern die doppelte und 3-fache Miete bezahlen, könnt ihr das wirklich? Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein!

  19. 10.

    “Was nicht alles in dieser Stadt nach Recht und Gesetz passiert [...] Aber wehe ein paar Jugendlichen protestieren, weil man Ihnen das seit gut 40 Jahren bestehende Jugendzentrum schließt!“

    Stimmt, Sie haben recht. Es gibt vieles das auch mir nicht gefällt, obwohl es rechtsstaatlich legitimiert ist. Aber es steht jedem frei zu demonstrieren, Kampagnen zu starten, oder in die Politik zu gehen um dort mit substanziellen Argumenten Mehrheiten hinter sich zu versammeln. Wer insbesondere letzteres tut, der übernimmt Verantwortung für seine Interessen.

    Genau darin liegt die berechtigte Kritik an den Betreibern dieses Jugendtreffs. Sie weigern sich, Verantwortung zu übernehmen, weil es um ein Vielfaches einfacher und bequemer ist, die Verantwortung abzugeben und sich zu beklagen, zu jammern, und sich über “Ungerechtigkeiten“ zu beschweren. Es ist nicht konstruktiv, sondern hochnäsig und selbstgerecht mittels pubertärer Trotzigkeit jeden Rechtsstreit maximal eskalieren zu lassen.

  20. 9.

    "Wir werden die Räume nicht verlassen, bis wir Ersatzräume bekommen. [...] Das heißt auch, dass wir die rot-rot-grüne Landesregierung im Zweifelsfall vor die Situation stellen, dass sie einen brutalen Polizeieinsatz zu verantworten haben. Weil sie nicht in der Lage waren, das irgendwie zu retten."

    Tja, willkommen im Sozialismus, in dem jede Form der Eigenverantwortung aus Prinzip kategorisch abgelehnt wird: Egal was geschieht, immer sind andere daran Schuld.

    Mich widert diese Lebensphilosophie nur noch an.

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