In eigener Sache - rbb-Chefredakteur: Kalbitz-Interview zeigt Mängel in der redaktionellen Zusammenarbeit

Christoph Singelnstein, Chefredakteur des Rundfunk Berlin-Brandenburg (Quelle: rbb)
rbb
Video: Brandenburg aktuell | 08.07.2020 | Bild: rbb

rbb-Chefredakteur Singelnstein hat eine bessere Zusammenarbeit der rbb-Redaktionen angemahnt. Die Expertise mehrerer Redaktionen zum Rechtsextremismus und zu AfD-Fraktionschef Kalbitz sei zu kurz gekommen.

Nach der Kritik am Sommerinterview des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) mit dem Brandenburger AfD-Fraktionsvorsitzenden Andreas Kalbitz hat rbb-Chefredakteur Christoph Singelnstein eine bessere Zusammenarbeit der Redaktionen angemahnt. "Wir haben viel über Andreas Kalbitz und Rechtsextremismus recherchiert. Von diesem redaktionellen Wissen ist nicht genug eingeflossen. Da hätten wir deutlich besser sein müssen", sagte Singelnstein in der rbb-Nachrichtensendung Brandenburg aktuell.

Die Expertise des Hauses in Sachen Rechtsextremismus, etwa von Kontraste, dem ARD-Mittagsmagazin, rbb|24 Recherche oder Brandenburg aktuell, müsse bei solchen Gesprächen besser zum Tragen kommen. Dafür werde der rbb die Zusammenarbeit zwischen den Redaktionen verbessern.

"Wir sind durch unseren öffentlich-rechtlichen Auftrag zur Ausgewogenheit verpflichtet"

Zugleich verteidigte Singelnstein die grundsätzliche Entscheidung, den AfD-Politiker Kalbitz einzuladen. "Wir sind durch unseren öffentlich-rechtlichen Auftrag zur Ausgewogenheit verpflichtet. Dann muss auch eine solche Partei zu Wort kommen – ein Gespräch mit der AfD ist also unumgänglich. Und da Herr Kalbitz der Fraktionsvorsitzende der AfD ist, wurde er eingeladen."

Die Redaktion von Brandenburg aktuell hatte am 5. Juli in ihrer Reihe "Politik am See" ein Interview mit dem Brandenburger AfD-Fraktionschef Andreas Kalbitz geführt. Knapp sieben Minuten des Gesprächs waren im Fernsehen zu sehen; das gesamte Interview ist ausschließlich online bei rbb|24 abrufbar. Nach der Veröffentlichung wurde dem rbb vorgeworfen, einem Rechtsextremisten eine Bühne geboten zu haben.

Nächster Artikel

Das könnte Sie auch interessieren